Weekly Playlist

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 11. November 2013, 23:02

Peter Kubaschk hat geschrieben:Seit meinem letzten Posting sind vier Wochen vergangen, in denen ich dank SC-Abstinenz nach Herzenslust Musik hören konnte, auch wenn die Arbeit hier dennoch nicht zu kurz kam.

Heiliger Bimbam... O_o

Ich bin verdammt neidisch. Aber selbst wenn ich nicht soundchecken würde, hätte ich keine Chance dazu. Mannomann... Ich überlege gerade, was ich außer Soundcheck- und Review-Stoff die letzten Wochen gehört habe. Melde mich später nochmal. Viel war's nicht...
:grins:
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35303
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 12. November 2013, 00:19

So, ich habe dann mal im Hirnkasten gekramt und Folgendes verifizieren können:

Soundcheck-Alben habe ich nicht aufgenommen, außer diejenigen, für welche ich auch die Einzelrezension geschrieben habe, und die bereits erschienen und gekauft worden sind. Also keine MP3-Downloads und keine ungelegten Eier in dieser Liste.
:boes: :grins:


Falkenbach: Asa / 2-CD
Bild
http://www.youtube.com/watch?v=MmepXzDVNPU
Wie oben zu Christians Beitrag schon geschrieben ein sehr schönes Album, dessen Erschaffer unter den Bathory-Epigonen für mich letztlich der Überzeugendste ist, weil er bei aller offensichtlicher Beeinflussung doch sehr eigenständig und charismatisch zu Werke geht, und eben nicht nur kopiert. Über den Link könnt ihr euch offiziell durchs ganze Album klicken.


Nocturno Culto's Gift Of Gods: Receive / Mini-CD / EP
Bild
http://www.peaceville.com/nocturnoculto/ (Stream ohne Registrierung, Download mit)
Mein Review
Des Darkthrone-Frontmanns neue traditionsmetallische Spielwiese durfte ich für unsere Seite besprechen. Ein sehr schönes, riffgewaltiges und charakterstarkes Minialbum, bei dem der Herr Kult zeigt, was er so alles drauf hat.


Hamferð: Vilst Er Síðsta Fet / CD
Bild
http://www.youtube.com/watch?v=Bbs14Ub--_Y
Auch hier hat Christian schon das Wesentliche gesagt. Ganz toller, elegischer, sakraler Sphären-Doom mit Funeral-Doom-Elementen, färingischen Lyrics, Klargesang und Growls, erhabener, choraler Anmut, im Video live in einer Kirche dargeboten. Dies ist die Debüt-EP, das neue Album haben wir im kommenden Soundcheck.


Blitzkrieg: Back From Hell / CD
Bild
http://www.youtube.com/watch?v=WPyCGkteyPw
Mein Review
Egal, was Blauohren euch so erzählen wollen, das ist richtig toll. Für mich vermutlich die beste Blitzkrieg seit "Ten" oder seit "The Mists Of Avalon". Alles weitere im Review oder im Blitzkrieg-Thread.


Avatarium: Avatarium / CD
Bild
http://www.youtube.com/watch?v=GWuGTYiQs8U
Leif Edling hat neben Krux und der studiotechnisch eingestellten Doom-Legende Candlemass mit Avatarium nun ein neues Baby am Start, das sich auf seinem Debüt ganz großartige präsentiert. Die doomige Urgewalt der Stammband trifft auf fragile, akustische, folkige Arrangements und ganz tollen weiblichen Gesang des bisher eher unbeschriebenen Blattes Jennie-Ann Smith. Ein ziemlich großes Highlight.


Nik Turner: Space Gypsy / CD
Bild
http://www.youtube.com/watch?v=rHUO1BslaJA
http://www.youtube.com/watch?v=XT3kTF4jHaY
Mein Review
Ein faszinierendes, toll produziertes und durchgängig rockendes Space-Abenteuer des inzwischen 73jährigen ex-Hawkwind-Gründungsmitglied, Sänger, Saxophonist und Flötist Nik Turner, das auf faszinierende Weise an die 70er-Werke der Legende anknüpft und vieles von dem in den Schatten stellt, was die Band um Dave Brock in den letzten 30 Jahren abgeliefert hat, weil es eben bei (extrem psychedelischen) Rocksongs bleibt, und nicht im Exzess fiepende Soundorgien zelebriert. Jürgen Engler von Pur... äh, nein, von Die Krupps spielt im Übrigen Gitarre.


Demolition Hammer: Tortured Existence / CD
Bild
http://www.youtube.com/watch?v=iFN9x6yE-iw
Herrlich giftiger und alles nieder walzender Death/Thrash, wie er besser kaum sein könnte. Der Sänger speit Gift und Galle, die Riffs knattern und rattern, das Schlagzeug knüppelt. Stoff der direkt in den Nacken geht und bei aller Brachialität doch mit starken Hooks aufwarten kann.


Demolition Hammer: Time Bomb / CD
Bild
http://www.youtube.com/watch?v=21AwWYS6A6M
Wie sehr viele klassische Power Metaller und Thrasher aus den USA, haben die Herren von Demolition Hammer in den Mitt-Neunzigern auch seltsame Groove-Anwandlungen bekommen und sich stark vom Death/Thrash Metal der klassischen Schule abgewandt. Das Ergebnis ist in Ordnung, aber nicht wirklich toll und auf jeden Fall weit von dem entfernt, was man sich nach den ersten beiden Alben gewünscht hätte.


Alice In Chains: The Devil Put Dinosaurs Here / CD
Bild
A.I.C. ist ja eine der ganz wenigen Kapellen aus dem Alternative/Grunge-Bereich, die ich wirklich sehr gerne mag und von der ich auch alle Studioalben in der Sammlung habe. Vermutlich, weil sie sich im Gitarrenbereich doch sehr metallisch gibt, und weil sowohl der verstorbene Layne Staley als auch Jerry Cantrell echt tolle Stimmen beisteuerten. Eindringliche Musik. Auch wenn ich die neue Scheibe insgesamt einen ganz kleinen Hauch schwächer finde als das großartige Comeback "Black Gives Way To Blue".


Paradise Lost: Tragic Idol / CD
Bild
http://www.youtube.com/watch?v=03WoO5WpckE
Hier gilt das gleiche wie bei Alice in Chains, insoweit, dass dass der Vorgänger noch einen Tick stärker war als diese Scheibe, doch auch "Tragic Idol" ist ein sehr gutes Album, das zeigt, dass die britischen Trauerweiden nun doch endgültig wieder dort angelangt scheinen, wo sie sich einst mit "Shades Of God" und "Icon" als Markenzeichen positioniert haben. Die radiorockigen Metallica-Parallelen (weitgehend) und die Depeche-Mode-Anbetung (komplett) sind zum Glück über Bord gegangen.


Thanatos: Emerging From The Netherworlds / CD
Bild
http://www.youtube.com/watch?v=kIeHr22BAB8
Niederländischer Death/Thrash, der mir ziemlich gut gefällt. Vom Schlagzeugsound her wirkt es etwas rumpeliger als Demolition Hammer macht er dennoch ziemlich Laune. Gesanglich ebenfalls sehr stark und hier und da auch mit atmosphärischen Leads am Start, die das Geknüppel etwas auflockern. Feine Sache!


Midgårds Söner: Ny Tid / CD
Bild
http://www.youtube.com/watch?v=wAKJnezwhm8
Vikingarock. Schwedens Antwort auf Oi Punk und Skinhead Rock. Politisch nicht unumstritten, wie halt bei uns auch Onkelz, Freiwild und Konsorten. Ich hab 'ne Schwäche für nordische Lyrics, und punkiges Zeug mag ich generell auch sehr gerne, von daher finde ich es schon sehr unterhaltsam und auch musikalisch ziemlich klasse. Die politische Rolle der Band in Schweden habe ich nicht vertieft, und das habe ich auch nicht vor.


Annihilator: Metal / CD
Bild
http://www.youtube.com/watch?v=1RPkED8Y0sQ
Ja, inzwischen ist auch diese zusammen mit "Remains" wohl umstrittenste Anni-Platte ein- bis zweimal gelaufen, und man muss schon ein gewisser Zyniker sein, um gerade das Album, das sich am stärksten an New Rock/New Metal-Stilistika anbiedert, "Metal" zu nennen. Das bestätigen auch die Gastmusiker, die ja doch vornehmlich für eine sehr moderne Spielart des "Metals" stehen. Ich find's nicht richtig schlecht, aber gut geht schon auch ganz anders. Manche Neo-Rock-Gesangspassagen nerven jedenfalls derbe, auch wenn das Riffing und die Songs davon abgesehen in Ordnung gehen.


Motörhead: Aftershock / CD
Bild
http://www.youtube.com/watch?v=uEiXB7yFN3M
Eine schöne, sehr räudige und angefressene Motörhead-Scheibe, die völlig zu Recht unseren Soundcheck gewonnen hat, und die vor allem durch ihren Abwechslungsreichtum punktet. Die größten Akzente setzen für mich einmal mehr die ruhigen, tief traurigen Nummern, wie das oben verlinkte "Dust And Glass".


Gehenna: Unravel / CD
Bild
http://www.youtube.com/watch?v=COgPOI8TqEU
Mein Review
Zu dieser Scheibe muss ich wohl nimmer viel schreiben. Meine Schwärmereien im Review und im Bandthread dürften ausreichen. Ganz toller, charismatischer und wirkungsvoller Black Metal der reflektierten, hintergründigen Art von einer der großen alten Norwegerbands.


Killers: Imido / CD
Bild
Meine Lieblingsband in Sachen französischer (na ja, gut, eigentlich baskischer) Heavy Metal ist wieder am Start und hat eine sehr feine weitere Eigenproduktion am Start, die es sehr günstig (wie auch das gesamte Backprogramm) bei der Band zu ordern gibt. Sympathische Band, toller speediger Metal mit Attitüde irgendwo zwischen Motörhead und alten Running Wild, einfach sympathisch und kraftvoll.


Death SS: Resurrection / CD
Bild
Mein Review
http://www.youtube.com/watch?v=h0TY5oC4xDw (Nur ein Trailer mit angespielten Songs.)
Ein sehr gutes Comeback der italienischen Veteranen, das sehr vielseitigen, teils klassischen, teils modernen Horrorrock der Extraklasse liefert. Macht enorm viel Laune, auch wenn es die Leute, die exklusiv Fans der ganz alten Schoten der Band sind, nicht zwingend begeistert.


Metal Church: Generation Nothing / CD
Bild
http://www.youtube.com/watch?v=xoRiVi2bzws
Auch hier ein ganz besonders mächtiges Comeback, das Frank im Review richtig eingeordnet hat. Irgendwo zwischen "Human Factor" und "Hanging". Viel besser als ich es mir je erträumt hätte, und definitiv die beste Church seit "Hanging In The Balance". Dürfte mein Trad-Metal-Album des Jahres werden, da bin ich mir fast sicher.


Cirith Ungol: Frost And Fire / CD
Bild
Mein Review
http://www.youtube.com/watch?v=3hNxo-a5iNI
Dazu muss ich nicht mehr viel schreiben, oder? Für mich eines der vier besten und wichtigsten Alben aller Zeiten und Jahrhunderte. Vielleicht sogar das wichtigste, mit dem mir persönlich wichtigsten Song überhaupt (oben zur Abwechslung mal als echtes Livevideo verlinkt). R.I.P. Jerry! All hail the tower of fire! :schade:


So, mehr fällt mir grad auch nimmer ein. War doch mehr als gedacht. Aber sind sicher auch drei bis vier Wochen Material.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35303
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Christian Schwarzer » Dienstag 12. November 2013, 00:39

Rüdiger hat geschrieben:
Peter hat geschrieben:Seit meinem letzten Posting sind vier Wochen vergangen, in denen ich dank SC-Abstinenz nach Herzenslust Musik hören konnte, auch wenn die Arbeit hier dennoch nicht zu kurz kam.

Heiliger Bimbam... O_o

Ich bin verdammt neidisch. Aber selbst wenn ich nicht soundchecken würde, hätte ich keine Chance dazu. Mannomann...

Same here...

Rüdiger hat geschrieben:Falkenbach - Mir gefällt dieser Ansatz, sich BATHORY zu nähern, deutlich besser als der EREB ALTORs auf deren ersten beiden Scheiben, weil die Parallelen zwar auch hier offensichtlich sind, die Band aber trotzdem sehr eigenständig klingt. Was "Asa" spontan besonders gut wirken lässt, ist die Tatsache, dass Vratyas nur noch sehr selten ins folkige "Leiern" verfällt. Ich mochte alle bisherigen Scheiben, aber der Punkt war mir gelegentlich zu stark betont. Das scheint mir dieses Mal anders zu sein.

Mir liegt FALENBACH auch viel, viel mehr als EREB ALTOR (wobei die natürlich gut sind, keine Frage). Was aber meinst du mit "folkiges Leiern"?

Hamferd - Das war bei mir auch Liebe aufs erste Lauschen.

War auch ein Reinhören nach deinen jüngsten Einkäufen. Kannte den Namen, erstmal beiseite gelegt, bei dir gesehen, denke, "wenn der Mann das hört, kann ichs vielleicht auch" und siehe da. In diesem Sinne: Danke vielmals. ;-)

Wolfheart- Ist das wirklich Melodic Death Metal? Hmmm... Klingt auf jeden Fall gut, und der Lake Of Tears Vergleich ist gar nicht so verkehrt. Wobei die bei mir schon gar kein Melo-Death sind. Das hat doch alles einen ordentlichen gruftig-doomigen Touch und auch einen Hauch Black Metal, und Death Metal sind allenfalls die Vocals.

Das ist ja das schöne an finnischem Melo Death: Er klingt nicht wie Melo Death. :grins: Zumindest wie diese unsägliche Göteborger-Variante, die meistens darunter verstanden wird und gerade so noch bei DARK TRANQUILITY gut klingt. Die Finnen bringen ihr eigenes Melodie-Verständnis da rein und oft diese doomige, traurige Schwere. Die absoluten Meister sind für mich INSOMNIUM, eine Band, die ich absolut liebe. Übrigens hast du mal was von Saukkonnens Vorgänger-Projekt BLACK SUN AEON reviewt.

Rüdiger hat geschrieben:
Christian hat geschrieben:Ich habe seit ein paar Wochen eine recht extreme Old School/ Norge Black Metal-Phase,

Bessere Phasen kann man kaum haben! :grins:

Absolut! 8-)

Burzum - Für mich bis heute mit das Ergreifendste und emotional Berührendste, was ich überhaupt je gehört habe. Varg ist im musikalischen Ausdruck einfach komplett eigenständig, ich liebe die wahnhafte Atmosphäre, die durch nichts so intensiv wirkt, wie durch den surreal übersteuerten Gitarrensound und die markerschütternden Schreie. Da geht im Endeffekt nichts drüber, würde ich sagen.

Mittlerweile kann ich das zumindest in Ansätzen vollkommen (ähm ja, paradox, ich weiß) nachvollziehen. Ich komme heute auch viel besser klar mit diesem krank übersteuerten Gitarrensound auf der Filosofem, der mich vor zwei Jahren noch abgeschreckt hätte, obwohl ich auch da schon länger und viel BM gehört habe. Die Band wird weiter wachsen bei mir, so sicher wie das... nein, das ist schon fast pietätslos. :grins:

Ulver - Vielleicht war mir das damals zu viel "Musikalität", um direkt den Black-Metal-Affekt auszulösen. Dennoch eine fabelhaft schöne Scheibe, welche das folkloristische, melodische Element und den Klargesang im norwegischen Black Metal als Stilelemente etablierte, die bis heute weithin nachhallen. Mit den Blake-Alben habe ich irgendwie mit Ulver gebrochen, doch irgendwann werde ich wohl den Schritt wagen, auch die Alben der Elektro-Phase in Angriff zu nehmen.

Das hat mich wirklich sehr in Erstaunen versetzt, was die damals schon geleistet haben, weil die "klaren" Elemente eben auch keine überbleibsel traditionellen Metals sind, sondern ein vollkommen neuer Bestandteil. Eine ganz große Leistung. Noch kann ich es mir erlauben, bei den Klassikern zu verweilen, die Avantgarde kommt beizeiten.

Taake - ...weil ich eben erst 2008 mit "Taake" wieder eingestiegen bin. Auch das Debüt ist natürlich ein echter Brecher, an dem ich vor allem Hoests sehr charismatischen, hier oft genial wimmernden Gesang schätze, sowie die punkige, zubeißende Attitüde der Songs.

Lustigerweise habe ich die Band damit kennegelernt und mir auch das Album geholt. War aber damals irgendwie nicht ganz meins, auch wenn ich es immer gut fand. Keine Ahnung, wie meine Verfassung zu dem Zeitpunkt genau war, dass ich da nicht mehr drauf hängen blieb.

Von Helrunar und Nargaroth habe ich bis heute gar nichts, von Geist immerhin die "Kainsmal", die ich sehr, sehr gut finde. Hier ist geplant, mir auch mal den Rest zuzulegen, wobei mich da irgendwie die Umbenennung gestört hat. Helrunar und Nargaroth fehlen mir wie gesagt bisher komplett. ... Nach den von dir geposteten Links werde ich das Projekt "deutscher Black Metal" aber sicher auch irgendwann mal wieder aufgreifen, wie ich es ja z.B. mit Eminenz, Nagelfar, Lunar Aurora oder Morrigan auch getan habe.

Unbedingt mal aufarbeiten, gerade immer und insbesondere HELRUNAR, ich werde es nicht müde, das zu betonen. Sollte dir auch musikalisch sehr gut gefallen, weil noch am ehesten u.a. von BURZUM beeinflusst, wenn auch umgesetzt auf eine eigene Art. Generell weigere ich mich die (aktuelle) deutsche Szene schwach zu nennen, auch wenn sie natürlich nicht so mega heftig randvoll gut ist wie die Skandinavier annodazumal oder durchaus auch Frabkreich heute.

Make A Change... Klingt gut, aber doch ein wenig generisch für den post-burzumistischen Depressive Black Metal.

Das Lustige ist ja, dass ich das genau andersherum empfinde. Typischer DSBM ist meinem Empfinden nach heute oftmals viel evrwaschener, "atmosphärischer" sagt man gerne und hier ist ein old schooliges, zupackenderes Element enthalten, das mir gut gefällt. Allerdings fand ich glaube ich die Nachvolgescheibe besser. Muss nochmal gegengehört werden.
Benutzeravatar
Christian Schwarzer
Musikredaktion
 
Beiträge: 2373
Registriert: Mittwoch 14. November 2012, 18:00

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Christian Schwarzer » Dienstag 12. November 2013, 00:46

Rüdiger hat geschrieben:Avatarium - Leif Edling hat neben Krux und der studiotechnisch eingestellten Doom-Legende Candlemass mit Avatarium nun ein neues Baby am Start, das sich auf seinem Debüt ganz großartige präsentiert. Die doomige Urgewalt der Stammband trifft auf fragile, akustische, folkige Arrangements und ganz tollen weiblichen Gesang des bisher eher unbeschriebenen Blattes Jennie-Ann Smith. Ein ziemlich großes Highlight.

Ohja, die zweite Band, die ich in den letzten zwei Wochen durch dein Verschulden entdecken durfte (beides Doom, interessanter Weise). Hypnotisch-faszinierend und ziemlich genial, wie sich die Gegensätze hier verbinden.

Motörhead - Eine schöne, sehr räudige und angefressene Motörhead-Scheibe, die völlig zu Recht unseren Soundcheck gewonnen hat, und die vor allem durch ihren Abwechslungsreichtum punktet. Die größten Akzente setzen für mich einmal mehr die ruhigen, tief traurigen Nummern, wie das oben verlinkte "Dust And Glass".

Absolut d'accord. Ich bin Lemmy ja sowieso sehr wohlgesonnen, aber habe mich riesig gefreut, dass das Album wirklich sehr sehr abwechslungsreich für die Band, und auch wieder etwas rock'n'rolliger, geworden ist.
Benutzeravatar
Christian Schwarzer
Musikredaktion
 
Beiträge: 2373
Registriert: Mittwoch 14. November 2012, 18:00

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 12. November 2013, 01:03

Christian Schwarzer hat geschrieben:Was aber meinst du mit "folkiges Leiern"?

http://www.youtube.com/watch?v=qYDe86iFp7s
Die Flötensynths können in ihrer ausladenden Pracht bisweilen schon anstrengend sein. Das folkige Hauptmotiv wird halt manchmal sehr exzessiv breitgetreten.

War auch ein Reinhören nach deinen jüngsten Einkäufen. Kannte den Namen, erstmal beiseite gelegt, bei dir gesehen, denke, "wenn der Mann das hört, kann ichs vielleicht auch" und siehe da. In diesem Sinne: Danke vielmals. ;-)

Das ehrt mich. :D
Ich finde bei dem Video auch die Aura total toll, die das in der Kirche hat. Das war ja beim leider nicht mehr stattfindenden "Doom Shall Rise" auch so. Das war auch immer in einer stillgelegten Kapelle der US-Army in einer alten Kaserne in Göppingen. Zu Doom passt dieses Ambiente einfach absolut perfekt.

Das ist ja das schöne an finnischem Melo Death: Er klingt nicht wie Melo Death. :grins: Zumindest wie diese unsägliche Göteborger-Variante, die meistens darunter verstanden wird und gerade so noch bei DARK TRANQUILITY gut klingt. Die Finnen bringen ihr eigenes Melodie-Verständnis da rein und oft diese doomige, traurige Schwere. Die absoluten Meister sind für mich INSOMNIUM, eine Band, die ich absolut liebe. Übrigens hast du mal was von Saukkonnens Vorgänger-Projekt BLACK SUN AEON reviewt.

Ja, von BLACK SUN AEON habe ich zwei Alben reviewt, eines der Julian. Haben mir ziemlich gut gefallen. Das ist also der Nachfolger. Cool!

Mittlerweile kann ich das zumindest in Ansätzen vollkommen (ähm ja, paradox, ich weiß) nachvollziehen. Ich komme heute auch viel besser klar mit diesem krank übersteuerten Gitarrensound auf der Filosofem, der mich vor zwei Jahren noch abgeschreckt hätte, obwohl ich auch da schon länger und viel BM gehört habe. Die Band wird weiter wachsen bei mir, so sicher wie das... nein, das ist schon fast pietätslos. :grins:

Freut mich sehr. Wenn man dazu den Draht mal gefunden hat, kann Musik kaum ergreifender sein. Geb dir mal den Song "Det Som Engang Var" von der "Hvis Lyset Tar Oss" und lies den Text mit, gerne auch in der deutschen Übersetzung, dazu das Kittelsen-Artwork in groß auf den Bildschirm. Das ist einfach nur traumhaft.

Das hat mich wirklich sehr in Erstaunen versetzt, was die damals schon geleistet haben, weil die "klaren" Elemente eben auch keine überbleibsel traditionellen Metals sind, sondern ein vollkommen neuer Bestandteil. Eine ganz große Leistung. Noch kann ich es mir erlauben, bei den Klassikern zu verweilen, die Avantgarde kommt beizeiten.

Ja, die klassische Ulver-Trilogie ist natürlich riesig. Ich liebe vor allem das rein folkloristische "Kvelssanger".

[quote]
Unbedingt mal aufarbeiten, gerade immer und insbesondere HELRUNAR, ich werde es nicht müde, das zu betonen. Sollte dir auch musikalisch sehr gut gefallen, weil noch am ehesten u.a. von BURZUM beeinflusst, wenn auch umgesetzt auf eine eigene Art. Generell weigere ich mich die (aktuelle) deutsche Szene schwach zu nennen, auch wenn sie natürlich nicht so mega heftig randvoll gut ist wie die Skandinavier annodazumal oder durchaus auch Frabkreich heute.
[quote]
Ja, in Sachen Deutschland steht noch folgendes auf dem Programm:
- Die restlichen zwei / drei Scheiben von Lunar Aurora, die mir noch fehlen
- Geist / Eis
- Die beiden Studioalben von Moonblood
- Necros Christos
- jetzt eben Helrunar
- Nargaroth
- und die, die ich jetzt vergessen habe

Frankreich? Ja, durchaus. Ich finde aber Polen irgendwie noch spannender aktuell. Mgla, Night Of The World, Cultes Des Ghoules... Das ist schon der Hammer, was da gerade so kommt.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35303
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Christian Schwarzer » Dienstag 12. November 2013, 01:34

Rüdiger hat geschrieben:Die Flötensynths können in ihrer ausladenden Pracht bisweilen schon anstrengend sein. Das folkige Hauptmotiv wird halt manchmal sehr exzessiv breitgetreten.

Ah, ja ist vollkommen klar, geht mir auch immermal wieder bei FALKENBACH so. Hab beim neuen noch nicht so drauf geachtet, kann mich aber an keinen derartigen Part erinnern und ist definitiv ein Bonuspunkt, auch wenn ich die Epik-pur sehr liebe. Aber die Transportiert der Mann ja sowieso mit jeder Note.

Freut mich sehr. Wenn man dazu den Draht mal gefunden hat, kann Musik kaum ergreifender sein. Geb dir mal den Song "Det Som Engang Var" von der "Hvis Lyset Tar Oss" und lies den Text mit, gerne auch in der deutschen Übersetzung, dazu das Kittelsen-Artwork in groß auf den Bildschirm. Das ist einfach nur traumhaft.

Auf der To-do-Liste.

Frankreich? Ja, durchaus. Ich finde aber Polen irgendwie noch spannender aktuell. Mgla, Night Of The World, Cultes Des Ghoules... Das ist schon der Hammer, was da gerade so kommt.

Ja, für dich wohl eher Polen, Frankreich dürfte dir im Schnitt zu avantgardesk sein, was den Black Metal angeht. In Polen muss ich mir mal noch KRIEGSMASCHINE und BLAZE OF PERDITION anhören, NIGHT OF THE WORLD kenne ich glaub nichtmal vom Namen her.
Benutzeravatar
Christian Schwarzer
Musikredaktion
 
Beiträge: 2373
Registriert: Mittwoch 14. November 2012, 18:00

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 12. November 2013, 01:50

Eben habe ich im SMB den Tipp KATHARSIS (aus Deutschland) bekommen. Grandios. Da muss ich mal Alben suchen, hat auch ein gewisses DMDS-Flair:
http://www.youtube.com/watch?v=XGGqtW3LGTk

NIGHT OF THE WORLD habe ich zum Review und eher wortkargen Interview bekommen, erinnert sehr an alte Dödheimsgard:
http://powermetal.de/review/review-Nigh ... 22608.html
http://powermetal.de/content/artikel/sh ... 164-1.html
http://www.youtube.com/watch?v=29v84sLK5B0

Typische Frankreich-Avantgarde wie D.S.O. ist mir meist etwas zu anstrengend.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35303
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Christian Schwarzer » Dienstag 12. November 2013, 21:35

Rüdiger hat geschrieben:Eben habe ich im SMB den Tipp KATHARSIS (aus Deutschland) bekommen. Grandios. Da muss ich mal Alben suchen, hat auch ein gewisses DMDS-Flair.

Waaaaaas, du kanntest KATHARSIS nicht? Also so garnicht, nichtmal vom Namen her? Gut, dass das behoben wurde. In den Top 5 des deutschen BM, zumindest für mich. Das ist wirklich heftiger Stoff und abartig gut. :dafuer:

Rüdiger hat geschrieben:NIGHT OF THE WORLD habe ich zum Review und eher wortkargen Interview bekommen, erinnert sehr an alte Dödheimsgard.

Aah, ja, den Schriftzug hab ich schon gesehen. Klingt sehr gut, und ziemlich nach guter orthodoxer Schwedenschule, erinnert mich vor allem ganz heftig an die geniale erste OFERMOD-EP (mit der zum ersten Mal der Terminus "Orthodox Black Metal" verwendet wurde): http://www.youtube.com/watch?v=kFeYP4a32iI

(Dödheimsgard müsste ich mir ergo auch mal zu Gemüte führen)
Benutzeravatar
Christian Schwarzer
Musikredaktion
 
Beiträge: 2373
Registriert: Mittwoch 14. November 2012, 18:00

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 13. November 2013, 00:59

Christian Schwarzer hat geschrieben:Waaaaaas, du kanntest KATHARSIS nicht? Also so garnicht, nichtmal vom Namen her? Gut, dass das behoben wurde. In den Top 5 des deutschen BM, zumindest für mich. Das ist wirklich heftiger Stoff und abartig gut. :dafuer:

Nachdem es ein gutes Dutzend Bands mit diesem Namen gibt, war das für mich nie ein Markenzeichen, das irgendwie heraus gestochen wäre. Kannte nur die Dark Proggies aus Rheinmünster mit demselben Namen. Von denen habe ich eine Scheibe. Aber "Debütalbum 2000" ist auch eine denkbar schlechte Voraussetzung dafür, meine Aufmerksamkeit erzielt zu haben. Jetzt muss ich halt mal schauen, wann und wo ich das Zeug auftreibe.

Christian hat geschrieben:Aah, ja, den Schriftzug hab ich schon gesehen. Klingt sehr gut, und ziemlich nach guter orthodoxer Schwedenschule, erinnert mich vor allem ganz heftig an die geniale erste OFERMOD-EP (mit der zum ersten Mal der Terminus "Orthodox Black Metal" verwendet wurde): http://www.youtube.com/watch?v=kFeYP4a32iI

Ja, das hatte ich mit Jesus ja schon, das Thema. Diese Orthodoxie-Geschichte ist ziemlich komplett an mir vorbei gegangen. Ofermod, Ondskapt, Teitanblood, D.S.O. kenne ich alle nur vom Hörensagen. Dødsengel habe ich mir auf messianische Empfehlung zugelegt, und Mgla, aber die Vorgenannten fehlen noch komplett.

(Dödheimsgard müsste ich mir ergo auch mal zu Gemüte führen)

Jau, die ersten beiden Dødheimsgard-Scheiben und die nachfolgende EP sind meiner Meinung nach ziemlich essentiell. Danach wird es sehr avantgardistische, elektronisch und abgedreht. Aber vor allem das Debüt "Kronet Til Konge" ist für mich ein echtes Highlight.

http://www.youtube.com/watch?v=8W7WBwbOzkk
http://www.youtube.com/watch?v=RGdfX7dkUDY
(feat. Aldrahn, Fenriz, Vicotnik)
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35303
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Christian Schwarzer » Donnerstag 14. November 2013, 13:43

Rüdiger hat geschrieben:Jau, die ersten beiden Dødheimsgard-Scheiben und die nachfolgende EP sind meiner Meinung nach ziemlich essentiell. Danach wird es sehr avantgardistische, elektronisch und abgedreht. Aber vor allem das Debüt "Kronet Til Konge" ist für mich ein echtes Highlight.

Klingt summa sumarum eigentlich wie prädestiniert für mich. Der Anfang von 'Kronet...' ist schon irgendwie gewöhnungsbedürftig und ich wurde nicht direkt umgehauen, aber ich werde mir die Band mal merken und bei Gelegenheit tiefer graben.
Benutzeravatar
Christian Schwarzer
Musikredaktion
 
Beiträge: 2373
Registriert: Mittwoch 14. November 2012, 18:00

VorherigeNächste

Zurück zu Die Rockbar

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 76 Gäste