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von Rüdiger Stehle » Montag 18. November 2013, 21:55
Peter Kubaschk hat geschrieben:Aber das bedeutet doch, dass die anderen Scheuklappen haben und nicht ich.
Ich glaube, dass Scheuklappen das falsche Wort dafür ist, meine aber zu verstehen, was Simon meint. Wir haben hier eine etwas elitäre Perspektive, welche Sachen für selbstverständlich hält, die für den Teilzeitmetaller eben genau das nicht sind.
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von Peter Kubaschk » Montag 18. November 2013, 22:41
Aber das ändert doch nichts an der Tatsache, dass ein Mainstream sich nicht ohne Underground - vor allem im Metal - ernsthaft entwickeln kann. Spielt doch keine Rolle, ob der Mainstream das mitbekommt oder nicht. Ich sehe den Zusammenhang zwischen Simons und meiner Aussage überhaupt nicht.
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von Siebi » Montag 18. November 2013, 22:50
Jhonny hat geschrieben:Dr. Best hat geschrieben:Darum, dass man Nevermore kennt, aber Sanctuary nicht
Besser Nevermore hören und Sanctuary nicht kennen als keine der beiden Bands hören 
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von the seeker » Montag 18. November 2013, 23:06
Aber das ändert doch nichts an der Tatsache, dass ein Mainstream sich nicht ohne Underground - vor allem im Metal - ernsthaft entwickeln kann.
Welche neuen Impulse kamen zuletzt aus dem Untergrund?
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the seeker
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von Rüdiger Stehle » Montag 18. November 2013, 23:09
Peter Kubaschk hat geschrieben:Aber das ändert doch nichts an der Tatsache, dass ein Mainstream sich nicht ohne Underground - vor allem im Metal - ernsthaft entwickeln kann. Spielt doch keine Rolle, ob der Mainstream das mitbekommt oder nicht. Ich sehe den Zusammenhang zwischen Simons und meiner Aussage überhaupt nicht.
Nun, das zu erklären fällt mir jetzt auch nicht ganz so leicht. Vielleicht ist es so gemeint, dass diese Aussage für dich (uns) eine Selbstverständlichkeit ist, weil wir die Untergrundperspektive haben, dass aber der Mainstream-Metaller sich durch diese Aussage doch noch überrascht oder provoziert fühlen könnte, weil er diesen Untergrund, der für uns der Quell jeder musikalischen Entwicklung ist, gar nie wahrgenommen hat, weil er nur das kennt, was im Fernsehen, im Radio und in der Disko läuft, aber nie nachgeforscht hat, wo all das seine Ursprünge hat. Wer nur Metallica kennt, und sich nie gefragt hat, woher die Band kommt, der mag vielleicht sagen: "Was will ich mit euren UG-Bands, ich höre die erfolgreichste Metalband überhaupt?" - Klar, dazu muss er schon einen sehr eingeschränkten Horizont (und Intellekt) haben, aber das gibt's schon. Wie tief im UG Metallica mal verwurzelt war, das kriegen solche Leute ja gar nie mit, und die können - wenn sie es überhaupt je lesen - durch eine entsprechende Aussage von Herrn Trummer schon noch wach gerüttelt werden.
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von Rüdiger Stehle » Montag 18. November 2013, 23:12
the seeker hat geschrieben:Aber das ändert doch nichts an der Tatsache, dass ein Mainstream sich nicht ohne Underground - vor allem im Metal - ernsthaft entwickeln kann.
Welche neuen Impulse kamen zuletzt aus dem Untergrund?
Alle? Im Prinzip kommen doch alle Neuerungen in der Musik nicht von oben, sondern von der Basis. In den seltensten Fällen steht der Megastar oder dessen Label auf und erschafft per Dekret (neuem Album) etwas völlig anderes als er bisher gemacht hat, dem dann alle trendmäßig hinterher hecheln. Mir ist jetzt kein Subgenre der Rockmusik bekannt, das nicht an der Basis angefangen hätte, sondern als Kunstgriff des medialen Mainstreams geboren wurde.
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von Dr. Best » Dienstag 19. November 2013, 01:22
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Peter Kubaschk hat geschrieben:Aber das ändert doch nichts an der Tatsache, dass ein Mainstream sich nicht ohne Underground - vor allem im Metal - ernsthaft entwickeln kann. Spielt doch keine Rolle, ob der Mainstream das mitbekommt oder nicht. Ich sehe den Zusammenhang zwischen Simons und meiner Aussage überhaupt nicht.
Nun, das zu erklären fällt mir jetzt auch nicht ganz so leicht. Vielleicht ist es so gemeint, dass diese Aussage für dich (uns) eine Selbstverständlichkeit ist, weil wir die Untergrundperspektive haben, dass aber der Mainstream-Metaller sich durch diese Aussage doch noch überrascht oder provoziert fühlen könnte, weil er diesen Untergrund, der für uns der Quell jeder musikalischen Entwicklung ist, gar nie wahrgenommen hat, weil er nur das kennt, was im Fernsehen, im Radio und in der Disko läuft, aber nie nachgeforscht hat, wo all das seine Ursprünge hat. Wer nur Metallica kennt, und sich nie gefragt hat, woher die Band kommt, der mag vielleicht sagen: "Was will ich mit euren UG-Bands, ich höre die erfolgreichste Metalband überhaupt?" - Klar, dazu muss er schon einen sehr eingeschränkten Horizont (und Intellekt) haben, aber das gibt's schon. Wie tief im UG Metallica mal verwurzelt war, das kriegen solche Leute ja gar nie mit, und die können - wenn sie es überhaupt je lesen - durch eine entsprechende Aussage von Herrn Trummer schon noch wach gerüttelt werden.
Richtig. allerdings weise ich nochmal darauf hin, dass man da nichtmal einen sehr eingeschränkten Horizont braucht. Ich bin mir jedenfalls der Tatsache sehr bewusst, dass es ja andersrum genauso ist: ich habe tatsächlich keine Ahnung mehr, was inzwischen wo als angesagt gilt, wie groß ist etc. Das geht ja weit über den Mainstream hinaus und ist sogar im UG so, von den mir eher unwichtigen Subgenres mal ganz abgesehen. Sanctuary waren ja nicht umsonst Beispiel, ich musste eben dran denken, dass Raf am Wochenende grade von deren Auftritt in Wacken vor quasi niemand (5 Reihen etwa) erzählt hat. Das deckt sich mit meiner Aussage von der "unbekannten UG Band" - die niemand in diesen Hallen ernsthaft so betiteln würde. Waren auch glaube ich Co-Headliner am diesjährigen BYH - so als Vergleich der Wahrnehmungen. Von daher: ja, ich glaube "wir" haben da schon eine gewisse engstirnige, vielleicht sogar elitäre Sicht - und damit Scheuklappen für die Metal-Welt-Anschauung der "anderen". So eine Art Dritte Welt Problematik eigentlich 
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von Oliver Passgang » Dienstag 19. November 2013, 01:32
Dr. Best hat geschrieben:Sanctuary waren ja nicht umsonst Beispiel, ich musste eben dran denken, dass Raf am Wochenende grade von deren Auftritt in Wacken vor quasi niemand (5 Reihen etwa) erzählt hat.
Das war in der Tat ein Trauerspiel. Der Auftritt allerdings teilweise auch...
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von Peter Kubaschk » Dienstag 19. November 2013, 08:11
Dr. Best hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Peter Kubaschk hat geschrieben:Aber das ändert doch nichts an der Tatsache, dass ein Mainstream sich nicht ohne Underground - vor allem im Metal - ernsthaft entwickeln kann. Spielt doch keine Rolle, ob der Mainstream das mitbekommt oder nicht. Ich sehe den Zusammenhang zwischen Simons und meiner Aussage überhaupt nicht.
Nun, das zu erklären fällt mir jetzt auch nicht ganz so leicht. Vielleicht ist es so gemeint, dass diese Aussage für dich (uns) eine Selbstverständlichkeit ist, weil wir die Untergrundperspektive haben, dass aber der Mainstream-Metaller sich durch diese Aussage doch noch überrascht oder provoziert fühlen könnte, weil er diesen Untergrund, der für uns der Quell jeder musikalischen Entwicklung ist, gar nie wahrgenommen hat, weil er nur das kennt, was im Fernsehen, im Radio und in der Disko läuft, aber nie nachgeforscht hat, wo all das seine Ursprünge hat. Wer nur Metallica kennt, und sich nie gefragt hat, woher die Band kommt, der mag vielleicht sagen: "Was will ich mit euren UG-Bands, ich höre die erfolgreichste Metalband überhaupt?" - Klar, dazu muss er schon einen sehr eingeschränkten Horizont (und Intellekt) haben, aber das gibt's schon. Wie tief im UG Metallica mal verwurzelt war, das kriegen solche Leute ja gar nie mit, und die können - wenn sie es überhaupt je lesen - durch eine entsprechende Aussage von Herrn Trummer schon noch wach gerüttelt werden.
Richtig. allerdings weise ich nochmal darauf hin, dass man da nichtmal einen sehr eingeschränkten Horizont braucht. Ich bin mir jedenfalls der Tatsache sehr bewusst, dass es ja andersrum genauso ist: ich habe tatsächlich keine Ahnung mehr, was inzwischen wo als angesagt gilt, wie groß ist etc. Das geht ja weit über den Mainstream hinaus und ist sogar im UG so, von den mir eher unwichtigen Subgenres mal ganz abgesehen. Sanctuary waren ja nicht umsonst Beispiel, ich musste eben dran denken, dass Raf am Wochenende grade von deren Auftritt in Wacken vor quasi niemand (5 Reihen etwa) erzählt hat. Das deckt sich mit meiner Aussage von der "unbekannten UG Band" - die niemand in diesen Hallen ernsthaft so betiteln würde. Waren auch glaube ich Co-Headliner am diesjährigen BYH - so als Vergleich der Wahrnehmungen. Von daher: ja, ich glaube "wir" haben da schon eine gewisse engstirnige, vielleicht sogar elitäre Sicht - und damit Scheuklappen für die Metal-Welt-Anschauung der "anderen". So eine Art Dritte Welt Problematik eigentlich 
Gut. So weit verstanden. Und "Ihr" mögt auch so eine Sicht haben (und ganz sicher XXL-Scheuklappen). Ich aber nicht. Ich kenne mich auch im Mainstream (Rock/Metal) aus und würde Sanctuary auch selbstverständlich als Undergroundband bezeichnen. Die ist man nun einmal (wieder), wenn man über 20 Jahre nicht mehr existiert hat und schon vorher unbekannt war.
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von Dr. Best » Dienstag 19. November 2013, 11:06
Peter Kubaschk hat geschrieben:Dr. Best hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Peter Kubaschk hat geschrieben:Aber das ändert doch nichts an der Tatsache, dass ein Mainstream sich nicht ohne Underground - vor allem im Metal - ernsthaft entwickeln kann. Spielt doch keine Rolle, ob der Mainstream das mitbekommt oder nicht. Ich sehe den Zusammenhang zwischen Simons und meiner Aussage überhaupt nicht.
Nun, das zu erklären fällt mir jetzt auch nicht ganz so leicht. Vielleicht ist es so gemeint, dass diese Aussage für dich (uns) eine Selbstverständlichkeit ist, weil wir die Untergrundperspektive haben, dass aber der Mainstream-Metaller sich durch diese Aussage doch noch überrascht oder provoziert fühlen könnte, weil er diesen Untergrund, der für uns der Quell jeder musikalischen Entwicklung ist, gar nie wahrgenommen hat, weil er nur das kennt, was im Fernsehen, im Radio und in der Disko läuft, aber nie nachgeforscht hat, wo all das seine Ursprünge hat. Wer nur Metallica kennt, und sich nie gefragt hat, woher die Band kommt, der mag vielleicht sagen: "Was will ich mit euren UG-Bands, ich höre die erfolgreichste Metalband überhaupt?" - Klar, dazu muss er schon einen sehr eingeschränkten Horizont (und Intellekt) haben, aber das gibt's schon. Wie tief im UG Metallica mal verwurzelt war, das kriegen solche Leute ja gar nie mit, und die können - wenn sie es überhaupt je lesen - durch eine entsprechende Aussage von Herrn Trummer schon noch wach gerüttelt werden.
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Gut. So weit verstanden. Und "Ihr" mögt auch so eine Sicht haben (und ganz sicher XXL-Scheuklappen). Ich aber nicht. Ich kenne mich auch im Mainstream (Rock/Metal) aus und würde Sanctuary auch selbstverständlich als Undergroundband bezeichnen. Die ist man nun einmal (wieder), wenn man über 20 Jahre nicht mehr existiert hat und schon vorher unbekannt war.
Du siehst die Sache aber immer noch andersherum: es geht ja nicht um deine Sicht - ich glaube jeder hier ist sich des Stellenwertes von solchen Bands sehr bewusst. Es geht eben um die umgekehrte Sicht, um die Leute, die "unsere" Welt gar nicht kennen. Wenn man von diesem Paralleluniversum nicht weiß kann man auch nicht wissen, wo diese Bands herkommen. Ich kenne nicht wenige Menschen, für die eine Band eben aus dem "nichts" auftaucht, weil man von nem Kumpel nen Tipp bekommt, sie in einem Magazin oder auf nem Festival sieht - wenn sie schon relativ groß sind. Die Vorgeschichte ist da meist vollkommen im Dunkeln. Ein Bekannter hat mir neulich auch von dieser neuen Sensation namens Amorphis erzählt und war ganz erstaunt zu sehen, dass die schon weiß Gott wieviele Alben aufgenommen haben. Ich hab dann mal nix von Britischem Death Doom Underground erzählt Dass man dann eben als AK und UG-Verbundener Manuel den Stellenwert versucht etwas zu unterstreichen sehe ich daher als nicht ganz so trivial...
Verbitterter Unruhestifter
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