Weekly Playlist

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Peter Kubaschk » Freitag 22. November 2013, 19:34

Das gilt nur in Rüdigers reinem Metaluniversum.
Benutzeravatar
Peter Kubaschk
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 21958
Registriert: Dienstag 5. Januar 2010, 10:16

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 22. November 2013, 19:59

Ich stehe zu dieser Formulierung und werde sie niemals auch nur einen Millimeter weit korrigieren. Dazu sei rein vorsorglich gesagt, dass - außer dem Extrem-Doom - alle sonst von euch so genannten Novae für mich so mal rein gar nichts mit Metal zu tun haben. Und auch diese Position wird nicht korrigiert. Da bin ich genauso stur wie die Metal Archives, ohne dass man daraus Schlüsse auf die Gefallensebene ziehen müsste. Das habe ich auch schon mal ausführlich erklärt, weiß nimmer, in welchem Thread. Für mich ging es um eine Revolution die vollumfänglich im Metal im traditionellen Sinne stattfand, ohne irgendwo hin Crossover zu betreiben, metallische Traditionen zu brechen, die Grenzen aufzubrechen oder gar den Metal zu überwinden. Eine Revolution durch Destillation, nicht durch Panschen. Und da sehe ich tatsächlich in den Neunzigern die einzige nennenswerte Revolution im Black Metal. Man darf anderer Meinung sein, aber ich habe mich da auf jeden Fall festgelegt.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35306
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 22. November 2013, 20:02

Peter Kubaschk hat geschrieben:Das gilt nur in Rüdigers reinem Metaluniversum.


Genau. Über andere Dinge spreche ich nicht, denn davon habe ich keine Ahnung.
:dafuer:
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35306
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Peter Kubaschk » Freitag 22. November 2013, 20:17

Im Grunde kann man es auch kaum anders sehen, wenn man es so sehr einschränkt wie du hier. Black Metal war halt das letzte noch zu nehmende Extrem nach der Entwicklung Hard Rock --> Heavy Metal --> Speed Metal --> Thrash Metal --> Death Metal. Wenn man noch Doom & Prog Metal dazu nimmt, sind das doch die absoluten Grundspielarten des Metal. Mehr Schubladen braucht es nicht und die letzte, die ernsthaft gegründet wurde (die erste Welle des BM war ja eher lyrischer Natur und wurde früher nur selten als musikalische Beschreibung genutzt), war nun einmal der Black Metal der zweiten Welle. Alles danach war - wie du ganz richtig sagst - dann Crossover mit anderen Stilen.
Benutzeravatar
Peter Kubaschk
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 21958
Registriert: Dienstag 5. Januar 2010, 10:16

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Christian Schwarzer » Freitag 22. November 2013, 20:44

Peter hat geschrieben:Das gilt nur in Rüdigers reinem Metaluniversum.

Dann sind wir schon zwei Universen. 8-)
...manchmal bin ich ganz gern Musik-Ignorant.

Eike hat geschrieben:AGALLOCH "Ashes Against The Grain"
Ein wunderbares Winteralbum!

Aye, lief auch bei mir diese Woche. Wunderbar ist ein angemessenes Wort. :subber:

APOCALYPTICA "Cult"
Mystisch, dunkel, cellistisch klassisch, atmosphärisch, schrägie bis thrashy, toll.

Ja, ein tolles Album, dass ich demnächst mal -genau wie Apocalyptica generell - hören muss. Die neuen Sachen der letzten zwei Alben lassen mMn. leider alle diese Attribute (zumindest so, dass sie ein hinreichendes Maß annehmen) vermissen.

CODE "Nouveau Gloaming"
Mein liebstes traditionelles Black Metal Album. Noch traditioneller kann Black Metal nur schlechter sein. Es sei denn natürlich, er ist RICHTIG traditionell, wie HELLHAMMER, POSSESSED, VENOM, ... 8-)

Interessante Meinungen vertritt der Eike hier. CODE kenne ich natürlich schon länger und wegen des neuen Albums sind sie auch wieder auf die aktuellere "Beschäftigungsliste" gerutscht. Nur, bei aller unkenntnis: Es gibt vermutlich niemanden, der das genauso sieht. Das ist ja mal alles andere als nicht Avantgarde. Oder du meinst wirklich - noch schlimmer - dass wirklich traditioneller BM immer schlechter ist als das. Was auch nicht stimmt. :) Anyway: Ich höre gerade 'A Cloud Formed...' von selbigem Album und bin angetan.

CHRISTIAN DEATH "Deathwish"
Schön modriger Deathrock, besser geht's nicht.

Hm... weiß grad nicht, ob ich mich dem öffnen soll. Die Gothic Ästhetik ist nur bezüglich der viktorianischen Seite und hinsichtlich des Stils von FIELDS OF THE NEPHILIM meins, ansonsten eher weniger. Kommt vielleicht irgendwann.

DEVIL DOLL "The Girl Who Was ... Death"
Gothic wie es purer kaum geht.

...schreibe letzteres und bin doch wieder fasziniert an dieser Stelle. Aber nicht inkonsequent, da es eben diese schwarz-romantsiche Seite bevorzugt. Note: Oha, ansprcuhsvolle Violinen-Parts. Nicht übel. Muss ich unbedingt behalten.

EHNAHRE "Old Earth"
Weitaus ausgeglichener, weniger dissonant, nicht ganz so weit draußen und gefährdet, deutlich melodieseliger, irgendwie auch schlichter und auskomponierter als "The Man Closing Up", aber darum nicht unbedingt schlechter. Manchmal vermisse ich den gezielten Misston, das Gefährliche, Schräge, Zerstörerische dennoch. Irgendwie ist das hier schon näher an KAYO DOT, allerdings nicht ganz so "schön" im hübschen Sinne, dafür aber von einer anderen Art von Schönheit. Immer noch cooler Schürfdoom mit Avantgarde-Elementen, auch wenn das jetzt hier vielleicht nicht rüberkam. Wer ein perfekt ausbalanciertes Dreieck aus kaum gemäßigtem Extrem(drone)doom, ganz leicht angejazzter Kaputtnikpsychedelik und ISIS' flächig-schroffem "Oceanic"-Postcore-Sound sucht, wird hier fündig.

Hmhmmm, braucht man Zeit dafür. Aber mich kann man mit sakraler Atmosphäre (wie sie am Anfang des ersten Tracks verbreitet wird) immer gewinnen. Der Sänger ist nicht ganz meins.

FRANZ SCHUBERT "Die Winterreise"
Wunderschöne dunkle Romantik. Berührende Kunstlieder nach einem Gedichtzyklus von Wilhelm Müller.

Du hast alles gesagt. "Fremd bin ich eingezogen..." Doch, Eike, du inspirierst wohl meine kommende Playlist. Guter Mann.

So... jetzt bleib ich bei Schubert hängen... kann da nicht einfach Metal weiterhören, auch keinen emotional nahen. Den rest schau ich mir beizeiten mal an.
Benutzeravatar
Christian Schwarzer
Musikredaktion
 
Beiträge: 2373
Registriert: Mittwoch 14. November 2012, 18:00

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Eike » Samstag 23. November 2013, 00:42

Christian Schwarzer hat geschrieben:
CHRISTIAN DEATH "Deathwish"
Schön modriger Deathrock, besser geht's nicht.
Hm... weiß grad nicht, ob ich mich dem öffnen soll. Die Gothic Ästhetik ist nur bezüglich der viktorianischen Seite und hinsichtlich des Stils von FIELDS OF THE NEPHILIM meins, ansonsten eher weniger.
Dann ist das nichts für Dich. Deathrock ist das amerikanische Pendant, nix viktorianisch, nix Mystizismus.
DEVIL DOLL passt dann schon eher, auch wenn nicht direkt viktorianisch, aber eben haunted. Hat irgendwie Soundtrackflair für mich, könnte zu einem abgefahrenen B-Movie der Schwarzweißära passen.

Dieses sakrale Element hätte ich überall im Doom erwartet, naja nicht überall aber fast, doch nicht bei EHNAHRE, von denen ich zuvor nur "The Man Closing Up" kannte; denn das ist Zerstörung pur, inklusive Selbstzerstörung: Geschmirgel, Zerquetschen, Gehacke, Zerfleischung und rasender Wahnsinn, dann wieder Zeitlupentortur und entstellende Verzerrung des gesamten Kosmos weit ins Groteske. Und der Sänger stirbt tausend Tode. Also total prächtig, wenn man es schwärzer als schwarz mag. Nihilistischer geht kaum. Unbedingte Empfehlung, auch wenn es schräg ist.

Die "Winterreise" fand ich von Anbeginn meiner Bekanntschaft mit ihr sehr faszinierend. Aber es dauerte etwas, bis ich mich an die klassische Art des Gesangs gewöhnt hatte. Inzwischen geht mir das direkt ins Gemüt und rührt an die Seele, so klar und rein wie kaum eine andere Musik. An acquired taste, refined and sublime.


Danke für die Rückmeldung.
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Benutzeravatar
Eike
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 24503
Registriert: Montag 1. März 2010, 16:30

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Christian Schwarzer » Samstag 23. November 2013, 02:00

Klar, daher ja die Feststellung. Ich kann war auch wirklich schmutziger und morbider Ästhetik etwas abgewinnen, aber gerade halte ich mich dem eher fern.

Was den Doom betrifft... Ich öffne mich ja langsam für das Genre an sich, wir hatten schon drüber gesprochen. Das wird auch weiterhin - wie passend - eine eher langsame Annäherung bleiben, aber es wird. ;-)

Ich habe die Winterreise jetzt schon eine ganze Weile nicht mehr gehört, aber an sich geht es mir wie gesagt sehr ähnlich. Vorteilhafter Weise bin ich mit dieser Musik aufgewachsen und da meine Mutter Gesangslehrerin ist, ist da die Hemmschwelle immer niedrig in dieser Hinsicht gewesen. Da hatte ich seinerzeit mit den Texten (stilistisch, nicht inhaltlich) mehr zu kämpfen.

Im Übrigen: Ich dachte, dich hatt es in einen "entlegenen Winkel der Welt" verschlagen? Und welcher wäre das, wenn man Fragen darf?
Benutzeravatar
Christian Schwarzer
Musikredaktion
 
Beiträge: 2373
Registriert: Mittwoch 14. November 2012, 18:00

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Eike » Samstag 23. November 2013, 02:16

Na, eigentlich hätte ich heute noch in Recklinghausen sein sollen für einen Zombiefilm(nach)dreh. Aber der Termin ist geplatzt. Jetzt geht es doch erst Montag los ins Entlegene. Vöhl-Buchenberg nahe des Edersees, zum Kartoffeln Sortieren und Einlagern, ich helfe da aus bis Monatsende, gegen Kost und Logis. Wird sicher ganz nett, wenn auch etwas kalt. Mit 'nem Kumpel zusammen, also auch unterhaltsam.
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Benutzeravatar
Eike
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 24503
Registriert: Montag 1. März 2010, 16:30

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 23. November 2013, 03:44

DISCLAIMER:
Wer nun absolut keine Lust mehr auf eine weitere völlig hemmungslose und unsachliche Anbetung der Zweiten Black Metal Welle hat, der möge den nun folgenden Beitrag einfach überspringen!!!

Peter Kubaschk hat geschrieben:Im Grunde kann man es auch kaum anders sehen, wenn man es so sehr einschränkt wie du hier. Black Metal war halt das letzte noch zu nehmende Extrem nach der Entwicklung Hard Rock --> Heavy Metal --> Speed Metal --> Thrash Metal --> Death Metal. Wenn man noch Doom & Prog Metal dazu nimmt, sind das doch die absoluten Grundspielarten des Metal. Mehr Schubladen braucht es nicht und die letzte, die ernsthaft gegründet wurde (die erste Welle des BM war ja eher lyrischer Natur und wurde früher nur selten als musikalische Beschreibung genutzt), war nun einmal der Black Metal der zweiten Welle. Alles danach war - wie du ganz richtig sagst - dann Crossover mit anderen Stilen.

Genau so war es auch gemeint, Peter. Damit soll weder bestritten werden, dass andere Künstler in anderen Stilrichtungen nicht genauso kreativ oder revolutionär waren. Noch nicht einmal soll gesagt sein, dass ich ausschließen würde, andere Künstler genauso gerne zu mögen und genauso gut oder besser zu finden. Da bin ich ganz offen. Die Abgrenzung ist auch nicht ideologisch gemeint, in dem Sinne, dass ich damit sagen wollte "Metal = gut" und "Non-Metal = schlecht", sondern diese von mir ganz bewusst so demonstrativ inszenierte Abgrenzung erklärt einfach das sehr gut, was für mich das Faszinosum um die Zweite Welle des Black Metals ausmacht.

Diese Zweite Welle wurde in eine Zeit hinein geboren, in welcher der Metal in meiner Wahrnehmung als engstirniger, bescheuklappter Metalhead auf der Kippe stand. Es hieß, dass der Metal im traditionellen Sinne sterben würde, die medialen Metalformate wurden von Grunge, Alternative und Crossover unterwandert, die klassischen Metal-Helden befanden sich in Auflösung oder im Stilbruch, Kultsänger verließen ihre Bands und gründeten alternative Projekte, um am Puls der Zeit zu sein. Im Headbangers Ball kamen Faith No More, Nirvana und Smashing Pumpkins statt Judas Priest, Iron Maiden und Manowar. Beavis und Butthead machten sich über alles lustig, was klassischer Metal war (außer über Slayer). Das widerte mich an, das machte mir Angst, es herrschte die Sorge um den Stahl, es herrschte Heulen und Zähneklappern.

Und just in diesem Moment, als die Magazine fragten, ob der Metal tot sei, als die Fernseh-Formate und Gazetten den Metal klammheimlich durch Alternative und Crossover ersetzten und als altgediente Metalmusiker damit anfingen, der Presse zu erklären, dass sie nun den Metal überwunden hätten und mit der Zeit gehen würden, um nicht mit der Zeit gehen zu müssen, ja, just in diesem Moment als man das Gefühl hatte, dass der Metal am Ende seiner Evolution angekommen sei und sich langsam auflöse, da explodierte eine Bombe von solcher Urgewalt, Rigorosität und Kompromisslosigkeit, dass es einfach nur erschütternd, faszinierend und erhebend war.

Diese Halbstarken aus Norwegen haben mal eben so die Welt aus den Angeln gehoben und nebenbei so mir nichts, dir nichts, den Metal gerettet, indem sie bewiesen haben, dass man ihn revolutionieren und neu erfinden kann, ohne ihn zu verraten oder zu verfälschen und zu verwässern. Es war also doch möglich, die metallische Evolution voran zu treiben, ohne fremd zu gehen. Ja, für mich war die Zweite Welle der "Metal Messiah", und sie ist es bis heute, weil ich es genau so empfinde, wie es Peter wunderschön und wahr zusammengefasst hat:

Es war bis heute die letzte Evolutionsstufe des Metals, die ohne Crossover auskam.

Ich wünsche mir sehnlichst, dass so etwas noch einmal passiert, doch leider sehe ich es nicht kommen. Wenn es kommen sollte, dann bin ich der Erste der jubeln wird.

Nochmal rein vorsorglich zur Klarstellung: Was ich hier sage ist eine weitere Ode an den Black Metal, und kein Abwerten der anderen von euch genannten neueren, einflussreichen Genres, welche zur Entwicklung der Rockmusik gehören. Es gibt in all den Genres Bands, die ich sehr gut finde, und ich will keinem dieser Genres die Bedeutung und kreative Klasse absprechen. Aber für mich persönlich und emotional ist es halt etwas ganz Besonderes, den Metal aus sich selbst heraus zu entwickeln, ohne in fremden Revieren zu wildern.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35306
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Eike » Samstag 23. November 2013, 04:55

Extrem-Doom ist auch "Metal aus dem Metal", von daher würde ich dem "einzigen"-Punkt immer noch widersprechen, ansonsten ist schon klar (und nachvollziehbar), wie Du das gemeint hast. ;-)
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Benutzeravatar
Eike
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 24503
Registriert: Montag 1. März 2010, 16:30

VorherigeNächste

Zurück zu Die Rockbar

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 116 Gäste