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Hundertundeins minus eins MeisterwerkeRe: Hundertundeins minus eins MeisterwerkeSehr fett. Leider kam da nach der Warhag Ep nichts mehr.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Hundertundeins minus eins Meisterwerke
Stichwort "christliche Rockmusik", richtig?
Re: Hundertundeins minus eins MeisterwerkePlatz 98 - Anvil Chorus - The killing sun / US 2009
![]() Hierzu einfach mal mein Review: In den 80ern tauchte der Name Anvil Chorus ja immer mal wieder auf und die Band umgab eine Aura vermeintlicher Genialität. Als charakteristisch wurde immer wieder ein sehr eigenständiger und breit angelegter Stil beschrieben. Nach diversen Demos und der Bandauflösung haben es 12 Werke, die bis zu 30 Jahre alt sind, im vergangenen Jahr dann endlich auf das Debutalbum (!) geschafft. In höchstgespannter Erwartung habe ich mir die Aufnahmen der reformierten Bay Area Legende dann (per Gehörgang) zu Gemüte geführt und bereits nach 15 Sekunden des Hammer-Openers "Deadly Weapons" gewusst, dass mich genau jetzt ein "Magic Metal Moment" heimsucht... Was für eine unfassbare Musikalität! Was für eine Spielfreude! Was für eine geschmackvolle Stilsicherheit! Ein Traum! Anvil Chorus lassen sich über die gesamte CD nicht in ein Metal-Muster pressen, sie spielen jagenden Speed Metal, melodisch-melancholischen Heavy Rock, emotional-balladeskes Zeuchs, aber auch stinknormalen Heavy Metal oder sogar Songs mit AOR-Schlagseite. Die einzig verbindenden Parameter sind die stets greifbare, geradezu göttliche Genialität und die tiefe Verwurzelung in den 80ern. Dabei schaffen es die Jungs um Sänger Aaron Zimpel trotzdem, total zeitgemäß und frisch zu klingen. Zimpels Vocals gehören für mich zu den Highlights von "The killing sun". Dieser extrem saubere und melodische Gesang, dem es aber auch nicht an Power fehlt, verleiht der eh schon sehr eigenständigen Musik eine zusätzliche Charakteristik, die dieses Werk noch erhabener erscheinen lässt. Profil pur sozusagen. Dezente Keyboards und eine perfekte Rhythmus-Sektion bilden den Teppich für die Gitarrenarbeit der Herren Rasmussen und Hernandez, welche in Sachen Abwechslungsreichtum und Virtuosität Maßstäbe setzt. Als weiteres High muss der Sound Erwähnung finden. Die Instrumente klingen ausnahmslos hervorragend, dabei aber keinesfalls überproduziert, sondern lebendig schwingend. Der Lautstärkenmix der Instrumente ist absolut perfekt und lässt z.B. ein detailliertes Studium der tollen Bassläufe zu. Da mir jetzt die Worte ausgehen und mir keine Band einfällt, mit der man Anvil Chorus wirklich vergleichen könnte, kann ich nur sagen, dass jeder Anhänger traditionellen Metals dieses Album gehört haben sollte, wobei ich mir durchaus bewusst bin, dass längst nicht jeder meine Begeisterung für dieses emotional-musikalische Referenzwerk wird nachvollziehen können. Punkte sind hier eigentlich fehl am Platz. Deadly weapons - http://www.youtube.com/watch?v=AMuJS67bTQY Red skies - http://www.youtube.com/watch?v=7ZEgsP5OGQc
Re: Hundertundeins minus eins Meisterwerke
http://www.warhag.com/ Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Hundertundeins minus eins Meisterwerke
Traum, von einem Album. Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Hundertundeins minus eins Meisterwerke
Ja, ich hab mit Kurt vor einiger Zeit mal bei Myspace gequatscht. Ich wusste aber nicht, dass da tat sächlich ein Album kommt. Klingt ja alles recht solide. Wenn ich mich recht entsinne passiert da aber alles im Namen des Herrn, oder?
Re: Hundertundeins minus eins Meisterwerke
Echt? Davon hat er mir nichts geschrieben. Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Hundertundeins minus eins MeisterwerkeDas scheint mir eine sehr vielseitige Sache zu werden, mit deinen Top-100, was auf jeden Fall Spannung verspricht. Wobei bei mir momentan die stilistische Vielfalt ja auch noch immens ist. Bei mir wird das aber stark abnehmen, weil ich bisher keine Non-Metal-Phasen in meinem Leben hatte. Also nicht mehr nach meinem 12. Geburtstag, um genau zu sein.
Zu Skunk Anansie hatte ich bislang immer ein sehr gespaltenes Verhältnis. Die Dame trat mit Ihrer Band so richtig ins Rampenlicht, als meine metallischen Scheuklappen am dichtesten waren. Also Mitte der 90er. Das war genau die Zeit, in der man sich als "wahrhaftiger" Metalhead von Alternative, Grunge und dergleichen bedroht sah. Genau die Zeit, als diese Musik "unsere" Medienformate wie Metalla, Headbangers Ball und Rock Hard zu infiltrieren begann und zum Teil sogar verdrängte. Mit knapp 20 Jahren an geballter Lebenserfahrung und reifem Realismus beginnt man dann natürlich, diese Musik zu hassen. Ganz egal ob Bush, ob Marilyn Manson, ob Nine Inch Nails, ob Skunk Anansie oder Korn. Man schaltet Sonntag nachts MTV ein, um sich von Iron Maiden, Judas Priest und Slayer versorgen zu lassen, und es kommt Skunk Anansie oder Blur. Headbangers Ball und Metalla werden zu Superock und Virus und werden wenig später ganz eingestellt. Ja, in der Zeit waren eben Bands wie Skunk Anansie und die anderen genannten für mich schon in gewisser Weise Feindbilder. Und mit links-alternativen Attitüden konnte und kann man mich bis heute nicht für sich einnehmen. Heute sehe ich das sehr entspannt. Mit Alice In Chains habe ich sogar schon meinen Frieden gemacht und finde die neue Scheibe richtig toll. Von Skunk Anansie werde ich vermutlich in diesem Leben kein Fan mehr, aber heute kann ich mir das anhören, ohne den Drang zu verspüren, mit Schwert und Schild gegen die Horden der Unwahrhaftigkeit in die Schlacht ziehen zu müssen. Die Songs habe ich mir natürlich trotzdem angehört, aber weder die Gesamtausstrahlung noch der Gesang sprechen mich richtig an. Stört mich nicht, muss ich aber auch nicht haben. Bei Witchkiller und Anvil Chorus stehen wir indes beide auf der Seite der Bewunderer. Beides ganz tolle Alben, die ich immer wieder gerne höre. Und beim HOA waren Anvil Chorus auch der Hammer. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Hundertundeins minus eins Meisterwerke
Wenn Skunk 1985 auf dem Parkett erschienen wären und den gleichen Erfolg gehabt hätten, hätte das dieselben Gefühle/Gedanken bei mir erzeugt. Es ist übrigens immer wieder klasse zu lesen, wie du zwischen deiner dir eigenen, generellen Offenheit gegenüber Musik und deinem "kompromislosen Metal Heart" pendelst und mit dir selber ringst. Daraus spricht wahre Passion! ![]()
Re: Hundertundeins minus eins Meisterwerke
Danke. Freut mich sehr, wenn das positiv herüber kommt. Das Spannungsfeld gibt's in mir nämlich tatsächlich immer noch. So lange man das alles unideologisch, mit ein bisschen Selbstironie und der nötigen Reflexion sieht, kann ein dezenter musikalischer Starrsinn auch ganz gut sein. Gäbe es nicht die Bands und Fans mit dem Bewahrerinstinkt, dann wäre auch vieles an musikalischer Kultur und an musikalischen Originalen bereits unwiederbringlich verloren gegangen. Kritisch wird es halt dann, wenn eine wertende Abgrenzung bzw. eine Proklamation von Eliten damit einher geht. Da geht dann die Freude an der Musik verloren, und wem nutzt das alles dann noch? alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
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