Musikalische Erkenntnis des Tages

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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Nils Macher » Mittwoch 14. Mai 2014, 15:42

Peter Kubaschk hat geschrieben:Ich fand das gestern live so langweilig, dass ich nach fünf Songs gegangen bin. Die Band hat so gar keine Ausstrahlung, das hat als Akustikgig für mich ganz und gar nicht geklappt.


Ich bin zwischendurch weggenickt ... MESSENGER hat mehr Spaß gemacht.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Peter Kubaschk » Mittwoch 14. Mai 2014, 15:52

Ja, deutlich mehr. Waren auch sehr viel sympathischer. Echt schade, weil die Atmosphäre in der Kirche wirklich schön ist.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Nils Macher » Mittwoch 14. Mai 2014, 16:56

Die Atmosphäre war auch in Bochum toll, allerdings klangen die Akustikarrangements alle viel zu ähnlich. Mit etwas mehr Percussion hätte man schon viel Abwechslung reinbringen können.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Peter Kubaschk » Mittwoch 14. Mai 2014, 17:05

Er hatte ja bloss seine Rassel. Da ist nicht viel rauszuholen. Hat mich auch sehr gewundert. Und die Version von 'Teargas' (ein super Song!) fand ich total lieblos.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Holger Andrae » Mittwoch 14. Mai 2014, 22:01

enemy-of-reality hat geschrieben:Wenn ich schreibe "das ist Metal" dann meine ich natürlich in erster Linie das Feeling und nicht die Musik.
Und Holg, ein wenig Asi hat doch schon immer zum Metal gehört.


Vom Feeling her ist das noch weniger "mein" Metal, denn diese Art von "Asi"-tum gehört absolut nicht zu meinem Metal.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Donnerstag 15. Mai 2014, 00:47

Peter Kubaschk hat geschrieben:Ja, deutlich mehr. Waren auch sehr viel sympathischer. Echt schade, weil die Atmosphäre in der Kirche wirklich schön ist.


Nils Macher hat geschrieben:Die Atmosphäre war auch in Bochum toll, allerdings klangen die Akustikarrangements alle viel zu ähnlich. Mit etwas mehr Percussion hätte man schon viel Abwechslung reinbringen können.


Da bin ich ja gottfroh, dass ich nicht mit euch bei KATATONIA war sondern allein unter lauter begeisterten Fans.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Peter Kubaschk » Donnerstag 15. Mai 2014, 07:37

Mein Interesse an Katatonia hat ja eh ziemlich nachgelassen und eigentlich hatte ich gehofft, dass das so ein Wiederfindungserlebnis werden könnte, wie ich es ähnlich vor 10 Jahren bei The Gathering - übrigens auch mit einem (Semi-)Akustikgig in der Passionskirche - hatte. Von daher bin ich da äußerst positiv gestimmt hingegangen und war auch nach Messenger noch frohen Mutes. Ich finde es selber schade, dass der Funke dann doch sehr schnell verglimmt ist. Schön aber, dass du es genießen konntest.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Donnerstag 15. Mai 2014, 15:25

Eure Kritik ist ja auch berechtigt, es wird sicher mehr Leute geben, die das so sehen, ich kenne sogar welche. Ich finde aber die KATAs seitdem ich sie kenne (2001) sehr charismatisch, Jonas hat auf ich eine mega-Ausstahlung, Anders finde ich auch immer saucool und die anderen - ja die anderen sind sowieso bei jedem Mal andere, da kann ich mir die Gesicher schon gar nimmer merken . Schwedische Menschen halt, die spielen, was sie gesagt kriegen :grins: . Hätt ich auch gerne um mich rum 8-) . Also mich hat's sehr berührt, hatte Gänsehaut und Tränen im Augenwinkel, ich woll gar ned zu meinen Nachbarn rüberschauen...
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Eike » Donnerstag 15. Mai 2014, 22:05

Feamorn hat geschrieben:Am wichtigsten und zutreffendsten finde ich die Gedanken, zu den "gesprengten Hörgewohnheiten". Ich glaube, das ist ein ziemlich schwerwiegender Grund, warum man etwas so richtig toll finden kann oder es eben nicht kann. Höre ich etwas, was mir (das "mir" ist hier ziemlich wichtig, aber dazu gleich) völlig, oder zu Teilen, neu ist, und gefällt, dann hat die Band gute Chancen, dass sie meine persönliche Referenz für diesen Aspekt wird. Gleichzeitig "verdirbt" sie aber unter Umständen auch die Rezeption ähnlicher Musik teilweise. Mit "verderben" meine ich, dass andere Bands (oder besser Alben, denn Bands verändern sich), die in eine ähnliche Kerbe schlagen, natürlich immer die Assoziation zu meinem "Patient Null" wach rufen werden, bietet dieses Neugehörte dann keinen anderen Aspekt, der mich wiederum begeistern kann, flasht es nicht, wie Du schreibst.
Wichtig wäre hier eventuell noch zu beschreiben, dass "ähnlich" natürlich kein fest definierbarer Begriff ist, die Grenze liegt für jeden anders, was meiner Meinung nach daran liegt, dass jedem eben irgendetwas anderes an dieser Musik (oder Musik im allgemeinen) gefällt. Deshalb helfen auch Aussagen der Marke "wenn Du die Schlümpfe magst, musst Du auf jeden Fall auch noch Gargamel hören, der ist genau so toll", bzw. eher das Unverständnis, wenn eine Empfehlung aufgrund dessen nicht auf fruchtbaren Boden fällt (ist mir oft genug passiert). Denn man weiß ja nie genau, warum jemand eine Band jetzt toll findet. Ich beobachte bei mir, dass ich zwar einen relativ breiten Geschmack habe, aber seltenst viele Alben in einem Bereich richtig groß finde. So haben bei mir meine beiden ersten Metalbands, Blind Guardian und Iced Earth, den Bereich des "Power Metals", den ich wirklich gerne mag, fast komplett abgegrast (scheint zumindest so), denn in der Sparte habe ich seit über 15 Jahren nichts mehr gefunden, was mir annähernd so viel Freude bereitet hat, wie die Werke dieser beiden Bands. Das heißt aber nicht, dass da nicht noch was kommen kann.
Mit dem Beispiel BG/IE komme ich dann noch zu einem anderen Punkt. Mir passiert es unheimlich oft, dass ich eine Band zu weiten Teilen super finde, und zwar bis zu genau dem Punkt, zu dem ich sie für mich entdeckt habe, und bis zu diesem Zeitpunkt voll erforscht habe. Habe ich mir jedoch einmal einen "kompletten" Überblick verschafft, tritt erstaunlich oft der Fall ein, dass ich danach erscheinende Alben einer solchen Band plötzlich sehr kritisch betrachte. Ich habe mir ein Bild gemacht, und dann kommt plötzlich ein neuer Pinselstrich, der vielleicht nicht mehr so recht zu meinem bisherigen Bild passt. So ging es mir eben beispielsweise bei Blind Guardian und Iced Earth. Ich habe KEINES der nach ca. '99 erschienenen Alben dieser Bands auch nur annähernd so gerne gehört, wie die vorherigen Sachen. Dieses Phänomen tritt bei mir die letzten Jahre immer seltener auf, was, so vermute ich, daran liegt, dass ich immer mehr Musik auf immer weniger Zeit unterbringe(n muss), und damit von nur sehr wenigen Bands einen "Gesamteindruck" erlange.
Interessant ist, dass das Phänomen bei neuen Bands weniger stark zu Tage tritt, was vielleicht damit zusammen hängt, dass ein einzelnes neues Album ein weniger "großes"/"starkes" Bild zeichnet, wie ein kompletter, sich evtl. über Jahrzehnte erstreckender Albenkatalog. Ich bin eher gewillt, Veränderungen an dem Bild hinzunehmen, die Farbe war quasi eh noch nicht ganz trocken.
So schafft sich jeder sein ganz privates Koordinatensystem der Musik. Und es kann jemandem, der Beispielsweise eine neue Retro-Band hört schnurtzpiepegal sein, ob die ja eigentlich nur Black Sabbath, Jethro Tull, Coven oder weiß der Geier wen in neuen Schläuchen verteilen, für ihn ist diese neue Band der Ursprung, und das wird sich auch nicht ändern. Ob er die "großen Alten" dann mag oder nicht wird an den oben genannten Gründen entschieden, vielleicht ja, vielleicht nein. Aber nur weil für viele Black Sabbath der Maßstab sind, weil sie "das" zuerst gemacht haben, sind sie es eben nicht für ihn, denn er hat sie nicht vor den "Nachahmern" gehört.

Das nächste ganz große Thema sind dann natürlich die Emotionen und das "Lebensgefühl", unter deren Einfluss man Musik kennen lernt. Ich werde nie wieder 16 sein und das erste Mal "Nightfall in Middle-Earth" hören. Das ist vorbei, ich kann mir dieses Gefühl aber eben mit jener Platte wieder etwas in Erinnerung rufen, denn die Emotionen sind fest mit genau jener Musik verbunden. Aber ich kann nicht erwarten, dass ich nochmal ein gleiches Gefühl mit einer neuen Platte erreichen werde. Dafür kann ich eben eine neue Hochzeit aus Gefühlen und Musik mit anderer, neuer, Musik herbeiführen, bei der ich dann in 15 Jahren ein bisschen von heute zurück hole.

Eigentlich wollte ich noch mehr schreiben, aber wie üblich ist mir mindestens die Hälfte der Gedanken über das erregte Tippen abhanden gekommen. Soviel also erst einmal hierzu.
Das kann ich gut nachvollziehen und empfinde vom Prinzip her ähnlich. Die erste gefühlsmäßig tiefgehende Berührung mit einem für mich neuen Stil wird meist zum Maßstab für alles ähnlich gelagerte, das dann noch folgt. Das Aha-Erlebnis als Initialzündung und erste Liebe, die später viel schwerer umzuprägen ist vom allgemeinen Geschmacks- bzw. noch eher Vorliebenwandel* als alles, was ich danach für mich entdecke, was ähnliche Muster hat.

*Mein Geschmack wächst mehr, als dass er abstirbt. Wo und wohin das Wachstum vonstatten geht, das schwankt ziemlich, aber was einmal so richtig üppig geblüht hat, das verdorrt fast nie soweit, dass es völlig abfällt. Es kann als Trockenblume ewig mitgeschleppt werden, ohne dass ich dahin zurückkehre, aber wirkliche Abstoßung? Eher nicht. Früher oder später kann das immer mal wieder kurz aufblühen.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Eike » Donnerstag 15. Mai 2014, 22:11

Holger Andrae hat geschrieben:Bei mir kommt übrigens auch noch ein anderer Aspekt hinzu. Durch den Briefkontakt zu diversen Musikern hatte ich damals teilweise noch eine ganz andere "Beziehung" zu einigen Bands. das gelingt heute durch das unpersönliche Internetting kaum noch. Allerdings kann ich mich nicht davon frei sprechen, dass ich Musik von netten Menschen tendenziell mit etwas anderen Ohren höre als Musik von komplett unbekannten oder gar unsympathischen Musikern. Ist nicht professionell, aber diesen Anspruch habe ich auch nicht.
Dieses persönliche (bzw. interpersonale) Kontaktding ist etwas, wo ich immer wieder mitfühlend und interessiert aufmerke, wenn Du davon berichtest (oder auch andere). Das geht mir nämlich weitgehend ab, und irgendwie bedauere ich, dass ich das in prägenden Jahren nicht hatte. Dafür bin ich leider zu spät geboren, habe die Musik zu spät entdeckt, und war dann - und das vor allen anderen Gründen - einfach viel zu schüchtern, etwas an den Start zu bringen. Gerade dieses Per-Post-Ding muss ein ganz besonderes Lebensgefühl mit sich gebracht haben.

Holger Andrae hat geschrieben:ALs letztes möchte ich noch kurz auf Sallys "geschultes Ohr" eingehen. Das sehe ich nämlich komplett anders. Gerade ein analytisches Hören erschwert doch den kompletten Genuss.
Vielleicht. Aber auf jeden Fall erleichtert kompletter Genuss das analytische Hören, und das wiederum kann den Genuss dann vertiefen. Jedenfalls bei jemandem wie mir, dessen Geist in erster Linie auf Assoziationsbasis arbeitet.
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