Musikalische Erkenntnis des Tages

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Jakob » Sonntag 29. Juni 2014, 22:43

Wenn TRYPTIKON nicht im Studio triggern, sampeln sie ziemlich sicher. Oder gibt es klare Aussagen dazu, dass die Drums zu 100% natürlich sind? Das würde ich dann aber nicht glauben ;-)
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Sonntag 29. Juni 2014, 22:45

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Gut, ich bin jetzt kein Experte für Akustik, aber ich meine nicht, dass das Quatsch ist, weil nämlich ein Schlagzeug nicht nur absolut lauter klingt, wenn man fest draufhaut, sondern eben auch "anders". Genau wie mit der Stimme, wo sich zwischen Flüstern und Brüllen nicht nur der Pegel ändert, sondern auch die Klangfarbe und der Ausdruck, so wird sich auch beim Schlagzeug mit erhöhtem Punch das Feeling ändern und nicht nur die Lautstärke. Da bin ich mir absolut sicher. Es wird also dem Drummer von Triptykon nicht helfen, sein KIT gleichmäßig laut anzutippen, und das dann im Mix am Volume-Regler hochzuziehen, sondern er muss schon mit der nötigen Intensität draufhauen, um den gewollten Klang zu haben.


Oh, da gebe ich Dir sicher recht. Vielleicht ist es für Metal-Drums tatsächlich nötig, extra hart reinzuhauen. Aber es kein Must, wenn man ungetriggert aufnehmen will. Und so stellt es der Herr Warrior dar: Sein toller Drummer ist so laut, den muss man nicht triggern (nebenbei bemerkt: heisst das jetzt, er kriegt den Triggersound ganz ohne Trigger hin? Is ja doof. Das wäre ja Energieverschwendung; da könnte man ja gleich triggern). Daher fragte ich mich, ob man laut sein muss, wenn man ungetriggertes Schlagzeug haben will. Die Antwort ist nein.

Außerdem ist "möglichst gleichmäßig laut" ja auch nur die halbe Wahrheit, wenn man eine gewisse Dynamik erzeugen will.


Eh klar. Nur, bei einem durchgehenden Beat ist es schon doof, wenn die Bassdrum und die Snare schwankt. Bei Breaks, Tempowechseln und Lautstärkedynamik muss man das klaro über die Anschlagsstärke regeln. Ich frag mich, wie die Triggertechnik damit klarkommt. Sicher gibt es da Programme. Und zur Not muss da halt der Tontechniker nachziehen. Aufnahme von Drums ist sicher mit das Schwierigste und Kniffeligste. Eigentlich schon ganz gut, dass wir schon hier darüber reden, das kommt auf uns zu, Herr Rabe. Noch können wir flüchten... :grins:
Zuletzt geändert von salisbury am Sonntag 29. Juni 2014, 22:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Sonntag 29. Juni 2014, 22:49

Jakob hat geschrieben:Wenn TRYPTIKON nicht im Studio triggern, sampeln sie ziemlich sicher. Oder gibt es klare Aussagen dazu, dass die Drums zu 100% natürlich sind? Das würde ich dann aber nicht glauben ;-)


Ich glaub immer noch, dass der Herr Gabriel hier ein bischen kokettiert. Vielleicht wollte er auch ein wenig seinen Interviewpartner herauslocken. Laut Rüdiger soll das ein Schlagzeuger gewesen sein. Der war aber wohl zu sehr mit Worshipping beschäftigt, um hier einfach mal kritisch nachzuhaken.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 29. Juni 2014, 22:54

Jakob hat geschrieben:Wenn TRYPTIKON nicht im Studio triggern, sampeln sie ziemlich sicher. Oder gibt es klare Aussagen dazu, dass die Drums zu 100% natürlich sind? Das würde ich dann aber nicht glauben ;-)


Aus dem Videolink von Holg abgeschrieben:

Interviewer Neudi (selbst Drummer von MANILLA ROAD, ROXXCALIBUR u.a.):
"Was mich fasziniert an eurem Album ist diese Natürlichkeit im Sound. Ich höre, korrigiere mich, wenn ich mich irre, ein Naturschlagzeug und kein getriggertes Schlagzeug."

Tom G. Warrior:
"Kein einziger Trigger ist auf diesem Album. Es ist komisch, dass du das ansprichst. Ich bin ja mit Victor hier hochgefahren, unserem Gitarristen, mit dem zusammen ich koproduziert habe. Victor hat sein eigenes Studio und schon vieles gemacht. Obscura, Pestilence und ich weiß nicht was noch alles. Alles hammergeile Bands. Und er hat mir gesagt, dass unsere Produktion die allererste war, die er je gemacht hat, ohne Trigger. Ich hab ihn gefragt, wie das geht, und er hat gesagt, dass das nur möglich ist, wenn der Schlagzeuger so brachial dreinhaut, dass er den Trigger quasi ersetzt."
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 29. Juni 2014, 22:58

salisbury hat geschrieben:Ich glaub immer noch, dass der Herr Gabriel hier ein bischen kokettiert. Vielleicht wollte er auch ein wenig seinen Interviewpartner herauslocken. Laut Rüdiger soll das ein Schlagzeuger gewesen sein. Der war aber wohl zu sehr mit Worshipping beschäftigt, um hier einfach mal kritisch nachzuhaken.

Der Interviewer soll kein Schlagzeuger gewesen sein, er ist ein Schlagzeuger; und selbst auch Produzent etc... hat z.B. die alten Manilla Road Scheiben remastert, die jetzt neu veröffentlicht wurden:
http://www.metal-archives.com/artists/Neudi/37022

Das ist der Produzent:
http://www.metal-archives.com/artists/V._Santura/8709

Das ist der Drummer von Triptykon:
http://www.metal-archives.com/artists/N ... nhard/8734
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 29. Juni 2014, 23:02

Neudi:
"Mir tut ja auch das China-Becken leid, das sieht ganz schön übel aus!"

Tom G. Warrior:
"Hast du seine Finger gesehen? Das Fleisch hing richtig runter. Das ist der Preis. Er ist der Trigger. Das ist nicht jedem seine Sache. Es war richtig widerlich, das zu sehen. Genauso, wie ich Gitarre spiele, spielt er Schlagzeug."

:grins:
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Sonntag 29. Juni 2014, 23:09

Schön, das das mich hier so interssiert und an dem ich große Zweifel habe, nun wörtlich hier steht. Jetzt kann jeder selber sehen, ob er hier nicht irgendwas sehr komisch findet oder nicht.

Das ist für mich ein klassischer Fall von "mal eine Drittmeinung einholen". Wenn mein Zahnarzt mir den rechten Backenzahn rausholen will, obwohl es links weh tut, frage ich doch lieber nochmal einen anderen...

Jetzt findet das Jakob auch sehr komisch. Ich warte die ganze Zeit auf ein Statement von Klaus, der ja auch Drummer ist/war. Und am Ende werde ich mich wohl selber aus erster Hand informieren.

Ich glaube/befürchte, dass Gabriel hier von einem Spezialfall für sehr spezielle Musik ist, nämlich Extem-Metal Dies würde bedeuten, dass es in diesem Bereich heutzutage fast nicht mehr möglich wäre, ohne diese Technik auszukommen. Und dies würde erklären, weshalb mich diese Spielart so wenig antörnt...dann doch lieber gleich vollelektronische Instrumente!
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Jakob » Sonntag 29. Juni 2014, 23:13

@Tom: Du kannst ja den Trigger einstellen. Je schneller die Schläge kommen sollen, desto sensibler kannst du ihn programmieren.

@TRYPTIKON und Trigger: Das sagt jetzt noch nicht aus, ob nicht Snare und/oder Toms/Bassdrum gesampled sind...
Edit: Metal-Produktionen ohne Trigger werden indes (wieder) immer häufiger gemacht. DESTRUCTION: Metal Discharge, HYPOCRISY: Virus oder ganz aktuell MONUMENTS: The Amanuenis (ein paar Beispiele).
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Sonntag 29. Juni 2014, 23:15

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Neudi:
"Mir tut ja auch das China-Becken leid, das sieht ganz schön übel aus!"

Tom G. Warrior:
"Hast du seine Finger gesehen? Das Fleisch hing richtig runter. Das ist der Preis. Er ist der Trigger. Das ist nicht jedem seine Sache. Es war richtig widerlich, das zu sehen. Genauso, wie ich Gitarre spiele, spielt er Schlagzeug."

:grins:


Noch ein Grund mehr, zu glauben, dass es hier auch um Show geht. Ist auch gar nicht meine Denkweise. Sich und das Equipment kaputt machen und am Ende klingts doch wie der TrIgger? Das alles klingt für mich eher nach fehlender Technik. Es muss nicht sein.

Fragesteller hat geschrieben:Ich höre, korrigiere mich, wenn ich mich irre, ein Naturschlagzeug und kein getriggertes Schlagzeug."


Allein schon die Frage muss einen doch mega stutzig machen! Er ist Schlagzeuger und ist sich unsicher, ob er wirklich ein Naturschlagzeug hört? Vielleicht hat er es ja nur gelesen auf dem Promosheet. Je tiefer wir hier einsteigen, desto absurder und unglaubwürdiger wird das alles für mich...
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 29. Juni 2014, 23:18

@ Thommy:
Mir ist das im Prinzip völlig egal, ob jemand triggert oder nicht. Für mich zählt das Ergebnis. Wenn ein Trigger-Sound passt, dann passt er (bei Industrial Metal oder bei neueren Mayhem-Sachen), aber manchmal klingt er eben im Kontext der Musik zu steril (Overkill, Exodus). Dass das Schlagzeug bei Triptykon/Celtic Frost nicht so steril klingt, wie bei sehr vielen anderen Extrem-Bands, das höre ich. Ob da nun nicht oder doch getriggert, gesampelt oder was auch immer ist, das kann ich persönlich eh kaum beurteilen. Dass die "Melana Chasmata" aber eben nicht steril klingt, das kann ich beurteilen.

@ Jakob:
Jo. Tom redet ausschließlich übers Triggern. Zum Samplen wird er weder befragt noch sagt er von sich aus etwas dazu. Was Samplen in diesem Zusammenhang bedeutet, und warum es für dich so klar ist, dass zumindest das gemacht worden sein muss, kann ich nicht beurteilen. Dazu darfst du gerne was sagen, so wie es Ulle in dem SMB-Link zum Triggern getan hat. Ich lerne da auch gerne noch was dazu.
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