|
|
MusikzeitschriftenRe: MusikzeitschriftenNee, Jhonny meint "Wer mehr als Metal sucht, wird das - im Gegensatz zu Hammer & RH - dort nicht finden". Mal sehen, ob das so bleibt, wenn eine neue Biffy Clyro den Mühlmann begeistert, irgendeine Frau (Tori?) dem Micha den Kopf verdreht oder oder oder. Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass sie Musik, die sie gut finden, nicht vorstellen werden, bloss weil es nicht in den Heftrahmen passt.
Re: MusikzeitschriftenJa, laube ich auch nicht. Würde mich auch nicht stören, macht es sogar noch glaubhafter und würde es noch mehr in den Fanzine-Sektor schieben.
Der Sinn hinter Jhonnys Aussage erschließt sich mir trotzdem nicht ganz. Ich kaufe doch kein Metalmagazin, um mich darin über andere Musikarten zu informieren. Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: MusikzeitschriftenKlar, aber der scheuklappenfreie (ex-)RH-Leser wie ich, könnte das Magazin weil er sich _auch_ über andere Musik als Metal informieren möchte und dies eben bisher auch konnte.
Aber das RH war halt immer ein "Rock- & Metalmagazin" und das DF definiert sich erst einmal als "Hardrock & Metal-Magazin" und dieser Umstand wird auch gut sichtbar sein. Für mich aber gibt es damit keinen offensichtlichen Grund, das DF zu kaufen. Außerdem soll da schon auf den ersten 20 Seiten 20x Atlantean Kodex erwähnt worden sein. DAS kann ich nun wirklich nicht unterstützen. ![]()
Re: MusikzeitschriftenAlso von außen betrachtet ist ja diese Diskussion ob ein Heft mit Schwerpunkt Metal wirklich nur reinen Metal (also innerhalb einer unsichtbaren Demarkationslinie bewegend, deren genaue Lage ungefähr so eindeutig ist wie die Nebel von Avalon) enthalten sollte oder auch mal über andere gute Musik berichten darf, etwas putzig. In Relation zum gesamten Musik-Kosmos ist das, was wir hier landläufig als Heavy-Metal bezeichnen, in etwa so groß wie ein Staubkorn, eine Sparte innerhalb einer Sparte einer Sparte. In anderen Lebensbereichen würden wir uns wahrscheinlich schnell einig werden, dass man z.B. ein Magazin über Kleintierhaltung ziemlich normal finden würde, aber eines das sich ausschließlich mit Nymphensittichen beschäftigt eher skuril. Vor allem wenn die Leser eines solchen Heftes sich furchtbar aufregen, wenn da auch mal was über Wellensittiche drin steht, denn wie jeder weiß gehören die Nymphensittiche ja systematisch betrachtet im Gegensatz zu den Wellensittichen zu den Kakadus (True Cockadoo forever - Whimps and Budgies, leave the hall!!).
Aber egal, ich gönne ja ganz bestimmt jedem seine wenn auch noch so kleine Komfortzone und seinen geschmacklichen Autismus. Aber der Standpunkt, dass Musik vor allem dann interessant ist, wenn man sie NICHT kategorisieren kann, wird mir immer sympathischer mit dem Alter. Am herzallerliebsten wäre mir ja ein Magazin, das sich ausschließlich mit Musikern befasst, die in keine Schublade passen. Oder ein Magazin, dass mir aus vielen verschiedenen Sparten und Sub-Genres das Neuste und Spannendste rauspickt. Aber da bin ich eben wieder in der Minorität und ja, so ein Magazin wäre sehr schnell pleite. Und ich weiß auch, wie schwierig so etwas ist. Sonst könnte ich ja so ein Magazin selbst machen. Tatsächlich schreibe ich aber auch für ein Sparten-Magazin. Aber eben für eines - und darauf bin ich sehr stolz!! - in dem ich auch ein neues Album von LA BRASS BANDA oder so etwas besprechen kann, wenn mir gerade danach ist. Zu Deaf Forever kann ich nur sagen, dass ich inzwischen genug Interessantes gehört habe, dass ich mir das Heft mal anschauen werde. Bei einer JUDAS PRIEST-Historie oder einem MERCYFUL FATE-Bootleg-Special (sic!!) werde ich allerdings sicher schnell weiterblättern. Ich muss innerlich immer grinsen, wenn ich mir folgendes vor Augen führe: Die frühen Achtziger sind inzwischen über 30 Jahre her. Als ich Mitte/Ende der Achtziger anfing harte Rockmusik zu hören war, 30 Jahre alte Musik aus der Mitte der !950er. Wenn man bedenkt, dass das Jahr 1956 als Beginn der glorreichen Solo-Karriere von Elvis Presley gilt... na gut, ich höre ja schon auf!! Schön wenn Euch das Heft gefällt, toll wenn ihr Spaß an welcher Art von Musik auch immer habt, ästhetische Vielfalt wird vermutlich eh überbewertet, und ich liebe Euch alle so wie ihr seid vom Ultra-Kauz bis zum Querkopf. ![]() 668 - Neighbor of the Beast
Re: MusikzeitschriftenIch habe mir die Ausgabe am Dienstag gekauft und bisher ungefähr die Hälfte des Hefts gelesen. Was ich zimelich gelungen finde, ist dieses leicht vollgestopfte Layout, wo überall kleine Schnipsel an Infos, Listen etc. auf mich warten und wo nicht jede Seite zur Hälfte aus Bild besteht (wie aktuell im RH). Dazu finde ich mich in der Bandauswahl sehr gut wieder. Auch wenn ich eher zur Nicht-Scheuklappen-Fraktion gehöre, mag ich es, in Printmagazinen einen beschränkten Rahmen vorzufinden. So geht das Heft mehr in die Tiefe als die Breite und man kann dort auch mal Bands entdecken, die man als Schreiber vielleicht noch nicht so auf dem Schirm hat. Für mich ergänzen sich so DEAF FOREVER und ECLIPSED sehr gut, da kann man immer mal wieder tief in die Materie eintauchen.
Klappern gehört zum Geschäft, deswegen finde ich die kantigen Statements im und um das Heft herum auch nicht schlimm, hier im Forum lässt der ein oder andere von uns ja auch mal sowas in der Art los. Gerade so Sachen wie eine Szene-Bestandsaufnahme (auch wenn die wie Rüdiger schon sagt eher knapp ausgefallen) oder das Bootleg-Special finde ich total klasse, auch wenn ich bis auf DT keine Bootleg-Affinität besitze. Das Abo wird in den nächsten Tagen geordert ![]()
Re: Musikzeitschriften
Exakt DAS hat Jhonny doch gemeint. Im Übrigen ist das eh nicht komplett sortenrein. Habe ein Springsteen-Review gesehen. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: MusikzeitschriftenIch höre ja total gerne auch Nicht-Metal. Zur Genüge.
Aber es freut mich, wenn ich in einem Magazin eine klare Abgrenzung habe. Lieber über wenige Genres gut berichten, als über viele oberflächlich. Die halbwegs traditionellen Spielarten des Metal reichen ja auch ohne weiteres aus, um ein solches Magazin zu füllen. Wenn ich Infos zu gutem Prog will, kann ich ja immer noch zum Eclipsed greifen. Ich freue mich halt, dass sich die Redaktion auf einen kleinen Rahmen beschränkt, weil ich (schon beim Lesen der ersten Ausgabe) das Gefühl habe, dass dieser auch anständig abgedeckt wird.
Re: MusikzeitschriftenWas heißt denn "gut berichten"? Ich glaube es gibt hier unterschiedliche Vorstellungen über die Rolle von Print-Magazinen im Informations-Overkill-Zeitalter (bzw. meine ist anders, ihr scheint Euch ja weitestgehend einig zu sein...)
Für mich hat das WWW die Rolle des Informationsdienstes übernommen. Wenn ich mir ein gedrucktes Heft kaufe, will ich angeregt, begeistert, ästhetisch beglückt und überrascht werden. Gerade wenn es nur alle zwei Monate erscheint. Da habe ich die Zahlen, Fakten und landläufigen Meinungen über eine neue Platte XY oder eine Tour doch schon längst aus den einschlägigen Foren, Blogs und Fanzines im Netz gefischt. Dadurch sind enzyklopädische Artikel ja im Grunde auch überflüssig geworden... Für mich ergibt sich der echte Mehrwert eines gedruckten Heftes daraus, dass es erstens besonders toll und kreativ aufgemacht ist und zweitens mich in Regionen entführt, wo ich aus eigenem Antrieb vermutlich nicht hingekommen wäre. Ich will spannende Tonkunst auch mal mit anderen Augen betrachtet sehen und mich aus den gängigen Diskurs-Schleifen der Nischen-Insider ausklinken. Letzteres kann man ja im digitalen Zeitalter auch bis zum Reflux für umme haben (siehe SMB etc.). 668 - Neighbor of the Beast
Re: MusikzeitschriftenSo lange es das gäbe, wäre es aber toll! Für Spartenkram ist das Internet genialst, weil sich da Gleichgesinnte zusammenballen wie nirgend sonst, jedenfalls nicht derart öffentlich sichtbar. Eklektizismus ausgewogen und mit inhaltlicher sowie ästhetischer Tiefe zu präsentieren, darin sehe ich eine langfristige Nische für den Printsektor. Und vom Ansatz her natürlich auch für Kleinstlabels. Die haben zwar auch meist ihren Schwerpunkt, leisten sich darüberhinaus aber oft exzentrische Extravaganzen (Beispiele für solche ehemaligen oder tatsächlichen Kleinstlabels oder einfach Labels mit interessanter eigener Note und/oder Blick über den Tellerrand: ANTI-, City Slang, Denovali, Glitterhouse, MoonJune, Ninja Tune, Warp, Zeitgeister). Ich verstehe auch den Reiz, der von reinen Spartenmagazinen ausgeht, aber ob die sich langfristig halten... ? Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Musikzeitschriften
![]() 668 - Neighbor of the Beast
Wer ist online?Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 7 Gäste |
|