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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von salisbury » Donnerstag 2. Oktober 2014, 09:01
Hahaha, gerade ATLANTEAN KODEX ist ein Sinnbild für die ganze Misere, jedenfalls aus meiner Sicht. Wird als DAS große Ding überall in höchsten Tönen gelobt, als DAS beste Metalalbum die letzten Jahre. Und dann: Naturgeräusche-CD? Ewig lang dieselben biederen Melodiechen? Ewig zäh sich ausbreitendes Nichts, aufgepeppt durch ein opulentes Artwork? Und dabei kann die Band ihre Sachen nichtmal gescheit live spielen? Wenn das der hohe Standard im Metal sein soll, dann will ich damit eigentlich nichts mehr zu tun haben.
Sorry, KODEX-Fans.
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salisbury
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von Peter Kubaschk » Donnerstag 2. Oktober 2014, 09:55
Jhonny hat geschrieben:Tada, ich bin noch jung!
Aber mal ernsthaft: Über die letztes Jahr erschienenen Alben von Deadlord, Satan, Atlantean Kodex, Amon Amarth, Warlord habe ich mich viele Stunden gefreut. Und über etliche weitere auch. Auch Persian Risk waren genial.
Ständig kommen gute neue Metal-Alben auf den Markt, viele begeistern mich. Kein Grund, den Pfad des Stahls zu verlassen. Wobei ich ja, anders als Rüdiger, schon immer viel Nicht-Metal mochte und in der Sammlung hatte. Aber Metal, AOR, Classic Rock und Prog Rock machen schon 95-99% meiner gehörten Alben aus. Und da gibts noch so viel zu entdecken, auch so viele alten Perlen, da wird mir überhaupt nicht bange.
Es sagt ja niemand, dass keine guten neuen Metalalben erscheinen. Nur innovativ ist halt nix davon. Das hat es eben auch alles schon einmal gegeben und mit den wahren Klassikern kann auch nix davon wirklich mithalten. Damit es Rüdiger oder Tom aber noch so richtig - also so richtig, richig - flasht, ist das eben nicht genug. salisbury hat geschrieben:Nur: Wenn es um Metal-verwandte Innovationen geht warte ich auf etwas anderes als Core, Djent und mega-technisches Gefrickel. Da fehlt mir irgendwie das Herz...
Klar. Das ist dann halt persönliche Referenz. Ich höre davon ja auch nur wenige auserwählte Vertreter. Aber wenigstens wird (von den Trendsettern) etwas Neues probiert und nicht nur altes nachgespielt. Dass es gerade im Metalcore & Djent mittlerweile - genau wie im Retro Rock - zig Trittbrettfahrer gibt, ist ja völlig normal.
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von Peter Kubaschk » Donnerstag 2. Oktober 2014, 10:02
salisbury hat geschrieben:Hahaha, gerade ATLANTEAN KODEX ist ein Sinnbild für die ganze Misere, jedenfalls aus meiner Sicht. Wird als DAS große Ding überall in höchsten Tönen gelobt, als DAS beste Metalalbum die letzten Jahre. Und dann: Naturgeräusche-CD? Ewig lang dieselben biederen Melodiechen? Ewig zäh sich ausbreitendes Nichts, aufgepeppt durch ein opulentes Artwork? Und dabei kann die Band ihre Sachen nichtmal gescheit live spielen? Wenn das der hohe Standard im Metal sein soll, dann will ich damit eigentlich nichts mehr zu tun haben.
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Das ist natürlich Quark. Gegen die Band hast du aufgrund eines schlechten Liveauftritts eine Aversion entwickelt und lebst die jetzt aus. Ich bin ja nun auch kein Fan der Truppe, aber die Alben sind in der Ecke Metal schon wirklich gut. Dass sie das live nicht so hinbekommen, ist richtig, ändert aber nix an der Klasse der Alben. Albern ist nur diese totale Überhöhung.
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von Chavo89 » Donnerstag 2. Oktober 2014, 10:12
Also ich finde in meiner ganz persönlichen Ecke immer wieder Tolles und Neues, was mich ab und zu sogar umhaut. Zuletzt bei PROJECT ARCADIA. Mag sein, dass der melodische Metal nicht innovativ ist, aber das ist mir schnurz. Wenn mich ein Album mitreißt, zählt nur das Hörgefühl und nicht der Blick in die Vergangenheit. Ich bin oft genug begeistert. Natürlich bin ich auch noch jung...
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von Jesus » Donnerstag 2. Oktober 2014, 10:27
Peter Kubaschk hat geschrieben:mit den wahren Klassikern kann auch nix davon wirklich mithalten.
Eine Einstellung, die mich völlig irritiert. Manche Klassiker verdienten sich ihren Status mehr durch Innovation als Qualität, andere erschienen zur rechten Zeit. Wieder andere bekamen diesen Status erst viele Jahre später im Rückblick, als man ihren Einfluss erkannte. Es gibt also keinen Grund, warum ein neues Album von Natur aus schlechter sein sollte als ein populäres altes.
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von salisbury » Donnerstag 2. Oktober 2014, 10:37
Peter Kubaschk hat geschrieben:Das ist natürlich Quark. Gegen die Band hast du aufgrund eines schlechten Liveauftritts eine Aversion entwickelt und lebst die jetzt aus.
Der Liveazftitt allein ist es nicht. Das "Über"-Album war ja im Soundcheck, ich habes es 3-4 Mal gehört. Und ja, mit der allgemeinen Beurteilung "gutes Epic-Metal"-Album hätte ich leben können und das Ding schon längst vergessen. Aber dazu kam die extreme Überhöhung. Wenn mir die Fachpresse, Leute, die ja auch gerne ernst genommen werden wollen, erzählen, DAS sei die Manifestation des Metal und wer das nicht wahrhaben will, ist kein Metaller (das sind noch harmlosere Überhöhungen, die ich zum Thema gelesen habe), nun, dann bin ich eben extrem gerne kein Metaller.  . Aber das soll keine AK-Diskussion werden. Peter Kubaschk zum Thema Djent, Core & Co hat geschrieben: Klar. Das ist dann halt persönliche Referenz. Ich höre davon ja auch nur wenige auserwählte Vertreter. Aber wenigstens wird (von den Trendsettern) etwas Neues probiert und nicht nur altes nachgespielt. Dass es gerade im Metalcore & Djent mittlerweile - genau wie im Retro Rock - zig Trittbrettfahrer gibt, ist ja völlig normal.
Null Widerspruch meinerseits. Es ist toll, dass hier ausprobiert wird und ich höre auch immer wieder interessiert rein. Gerade Djent hat viel Potential und die ersten Bands fangen an, djent-typische Elemente mit ihrer Musik zu kreuzen. Wie in vielen jungen Genres mag ich hier eben die Rein-Form nicht. Ist ja im Metal auch so. Aber wie z.B HEMINA Djent-Bestandteile mit alt-bekanntem Prog Metal, Rock und sogar ein bischen Pop kreuzt, ist schon super. Mal sehen, was da noch so alles kommt in Zukunft 
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von Holger Andrae » Donnerstag 2. Oktober 2014, 10:51
Hier herrscht ein Mißverständnis: Ich schiebe überhaupt keinen Frust. Das steht hier nicht, außer man liest wieder zwischen den Zeilen. Ich tauche ja dadurch weiter in doomige Gefilde ein, wo ich durch Lord Vicar, Pale Divine, Ogre etc. bands jetzt entdecke, die ich in den letzten Jahren quasi verschlafen habe. Das ist alles ganz wundervolle Musik mit Tiefgang, in die ich mich hinein legen kann. Dazu noch feine Perlen, wie die neue Soldier zum Beispiel, die natürlich lupenreinen NWoBHM spielt, aber mit so viel Espreit, dass es mich jedes Mal komplett begeistern kann. Die Satan wäre natürlich ein weiteres Beispiel aus dem letzten Jahr. Und wenn man meine Top 20 Liste aus 2013 anschaut, ist da schon recht viel Doom und NWoBHM drin. Ich verschließe mich ja auch gar nicht anderer Musik. Das habe ich in den 90ern nicht getan (Last Crack, Gypsy Kyss, Primus, Tribe After Tribe zählen zu meinen Faves) und heuer ist es eben das retrogedöns, welches mich (trotz Hype) ziemlich antörnen kann. Amüsant, dass ich ausgerechnet die erfolgreichen Graveyard am wenigsten toll finde. Blues Pills funktionieren für mich auf Albumlänge auch nicht. Also, keinerlei Frust, nur die Feststellung, dass die Energie, das Adrenalin, das Herzblut, die Rebellion schon seit einiger Zeit nicht mehr von der Stammzelle Heavy Metal ausgeht. Zum Thema Cordhosen: da ist Eike relativ dicht dran. Cordhosen sind für mich der Inbegriff des Opa-haften. Das ist nicht einmal zwingend negativ behaftet, da ich ältere Menschen in Cordhosen durchaus passend finde. In den 90ern habe ich etliche Konzerte von so genannten Hamburger Schule Bands angesehen (Der Scharze Kanal, Ostzonensuppenwürfelmachenkrebs, Geckos, etc). Die Optik all' dieser Bands waren Hornbrillen und Cordhosen. Ich fand und finde solche Musik sogar teilweise ganz hörbar, aber niemals spricht mich das emotional an.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 2. Oktober 2014, 11:19
Einen Frust im engeren Sinne habe ich auch nicht. Ich habe nur die Illusion verloren, dass irgendwann nochmal eine neue Band kommen wird, die in mir ähnliche Regungen auslösen kann wie meine Erstkontakte mit Manowar, Running Wild, Cirith Ungol, Burzum, Darkthrone, Bathory, Venom etc... Die Zeit ist einfach vorbei, und das ist sowohl in der eigenen Vita bedingt als auch in der Entwicklung des Genres, dass eben kaum noch etwas kommen kann, das einen mit offenem Mund vor der Anlage sitzen lässt und im Kopf das ungläubige Mantra abspielt: "So etwas gibt es?" Davon abgesehen, dass mich der nicht stählerne Pfad quasi überhaupt nicht interessiert, wird es das für mich auch in anderen Genres nicht geben. Es ist ja nicht so, dass ich nie Kontakt mit den ganzen Genres am Rande des Stahls oder auch weiter entfernt gehabt hätte. Als ich das erste Mal Bathory oder Burzum gehört habe, waren das geisterhafte, surreale Begegnungen. Die Fassungslosigkeit darüber, wie Menschen so etwas tun können, wie sie so klingen können, wie sie solche Inhalte verkörpern können. Das ging so weit über das hinaus, was man heute unter "Musik-Erleben" versteht. Im Prinzip war, wenn man ehrlich ist, noch nicht einmal die Musik der primäre Faktor, der diese Identifikation ausgelöst hat, sondern der Sog in eine Anderswelt, den sie ausgelöst hat. Die Musik hat den persönlichen Eskapismus beflügelt und mir ein unbekanntes Paralleluniversum eröffnet. Heute ist selbst der Black Metal für mich einfach "nur" Musik. 1991 war das viel mehr, ja, eigentlich was ganz anderes. Hättest du mich damals gefragt, ob ich Musikfan bin, dann hätte ich wohl gesagt: "Nö, Musik interessiert mich nicht!"  Mir kann keiner erzählen, dass mir jetzt mit knapp 40 Jahren ein Alterna-Prog-, ein Jazz- oder ein HipHop-Album noch solche Regungen abringen wird. Das wird schlicht nicht passieren, und deshalb werden auch keine neuen Bands mehr kommen, die mich so in meinen Grundfesten erschüttern werden, wie die alten Helden. Der Zug ist einfach komplett abgefahren, und dessen bin ich mir bewusst. Das ist schade, aber nicht zu ändern. Was ich da betrauern muss, ist aber nicht der Rückgang der musikalischen Qualität im Metaluniversum, sondern das Ende der Kindheit, das sich immerhin stattlich lang hinauszögern ließ... Ansonsten noch kurz der Hinweis zur Klarstellung, dass für mich, in meiner Definition Hard Rock, Psychedelic Rock, alter Prog Rock, ja, sogar Klassik, Rock'n'Roll, Blues, Punk und Beat, keine Genres abseits des stählernen Pfades sind. Die alten Bands dieser Genres sind für mich interessant, weil sich daraus ja - unter anderem - der Stahl entwickelt hat. Alles, was bildlich gesprochen in der geraden Linie des Stammbaums zwischen Tribal-Trommeln und Black Metal steht, ist mein stählerner Pfad. Nur das, was vorher abbiegt, vom Baum herunter fällt, oder von dem anderen Baum herüber ragt, ist abseits des Pfades. Was in keiner Weise heißen muss, dass es mir deswegen nicht gefallen kann. Ich wollte nur klarstellen, dass ich meine Definition der metallischen Relevanz keineswegs so eng ziehe, wie das manchmal scheinen mag.
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
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von Peter Kubaschk » Donnerstag 2. Oktober 2014, 11:28
Jesus hat geschrieben:Peter Kubaschk hat geschrieben:mit den wahren Klassikern kann auch nix davon wirklich mithalten.
Eine Einstellung, die mich völlig irritiert. Manche Klassiker verdienten sich ihren Status mehr durch Innovation als Qualität, andere erschienen zur rechten Zeit. Wieder andere bekamen diesen Status erst viele Jahre später im Rückblick, als man ihren Einfluss erkannte. Es gibt also keinen Grund, warum ein neues Album von Natur aus schlechter sein sollte als ein populäres altes.
Das ist auch nicht meine generelle Einstellung und es steht da ja auch nicht, dass alle neuen Album von "Natur au schlechter sind als ein populäres altes", sondern da steht, dass die von Jhonny aufgezählten Bands/Alben (Dead Lord, Satan, AKX, Amon Amarth, Warlord, Persian Risk) mit den wahren Klassikern nicht mithalten können. Denn a) mangelt es an Innovation, b) sind sie nicht wirklich zum rechten Zeitpunkt erschienen (denn dann hätten sie wie einst Hammerfall oder meinetwegen The Devil's Blood halt eine Welle ausgelöst) und c) werden sie halt auch rückblickend keinen Einfluss auf irgendetwas gehabt haben (Amon Amarth möglicherweise auf das Wackinger-Zelt und Atlantean Kodex vielleicht auch irgendwie, nur auf was bin ich nicht sicher).
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von Peter Kubaschk » Donnerstag 2. Oktober 2014, 11:36
Holger Andrae hat geschrieben:Hier herrscht ein Mißverständnis: Ich schiebe überhaupt keinen Frust. Das steht hier nicht, außer man liest wieder zwischen den Zeilen.
Du liest offensichtlich auch zwischen den Zeilen, denn das Wort "Frust" wird ja hier auch von niemandem verwendet.  Ich bezog mit mit dem "Verdruss" auch stärker auf Rüdiger als auf dich (wobei du ähnliches durchaus auch bereits mal erwähnt hast), der halt sagt, dass ihn neuere Musik nicht mehr so emotional packt, als die Sachen bis irgendwann Mitte der 90er oder ein wenig später erschienen sind.
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