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von Jhonny » Donnerstag 19. Februar 2015, 10:19
Playground Of The Damned (2011) Die einzige neuere Manilla Road Scheibe, die mich noch nicht vollends begeistern konnte... Dabei ist der optische Ersteindruck passend, man fühlt sich sofort in den Titel mit hineingenommen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich mag dieses Album. Es ist eine starke Scheibe, die 2011 meine Top 10 erreicht hat. Aber insgesamt fehlt mir die letzte epische Genialität (mit einem Song als Ausnahme). Insgesamt ist es ein speedig-thrashiges Album mit dem wohl rohesten Sound der Band-Geschichte (nach meinem Empfinden). Anders als bei den thrash-lastigen Scheiben der späten 80er fehlt mir hier aber oft die mystische Grundstimmung. Obwohl es natürlich ruhigere, folkige und epische Momente und Songs gibt, aber oft fehlt so die letzte Prise Epik und Mystik. Also, bei aller Huldigung, die die Band verdient, merke ich auch, dass ich sie nicht mit einer rosaroten Brille betrachten kann - dafür ist manches dann doch zu normalsterblich. Ähnlich wie andere meiner Lieblingsbands, man denke nur an Iron Maiden oder Rush, sind auch Manilla Road dazu in der Lage, eine Scheibe zu veröffentlichen, die zwar ohne Zweifel zu den guten Metal-Alben des Jahres gehört(e), aber eben nicht zu den potenziellen Klassikern. "Art Of War" reicht natürlich, um die Platte zu kaufen: http://www.youtube.com/watch?v=1azB2h7CMEs"Brethren Of The Hammer" steht für die thrashige Seite: http://www.youtube.com/watch?v=QyZPVIw0Z08Auch hier merkt man: Ein toller Song, aber eben kein genialer. 8,5 / 10
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von Jhonny » Donnerstag 19. Februar 2015, 10:27
Mysterium (2013) Vor zwei Jahren ziemlich weit oben in meinen Jahres-Charts, und das Album hat kein bisschen an Status eingebüßt. Für mich das beste MR-Album seit "Atlantis Rising", hier gehen die Elemente, die auf den drei Vorgänger-Alben etwas verteilt waren (2002 mystisch, 2005 episch, 2008 folkig, 2011 thrashig) wieder Hand in Hand und befruchten sich gegenseitig. Der Sound ist zudem noch besser geworden ("Playground Of The Damned" war ja die einzige Scheibe gewesen, die mich auch klanglich manchmal etwas kalt gelassen hat) - kaum eine Band klingt so eigenständig und dabei so hochklassig wie Manilla Road. Sollten sich Tontechniker bei diesen Aussagen im Grabe herum drehen? Egal. Das famose Cover-Artwork soll hier nicht unerwähnt bleiben, und es ist eine wunderbare Sache, dass die Jungs endlich in jedem größeren Musikgeschäft erhältlich sind. Ein später Rum für eine der eigenständigsten und kreativsten Metal-Bands überhaupt. Bei YouTube gibts leider keine anständigen Songs, aber ich empfehle: "The Grey God Passes" (ein starker, flotter Opener), "Hermitage" (ein ruhigerer, episch anmutender und doch kurzer Track), "The Fountain" (ein folkiger Song) oder das epische "Mysterium", ein weiterer starker Longtrack, der wie so oft nicht beim ersten Hören zündet, aber dann nicht mehr loslässt. 9,5 / 10
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von Jhonny » Donnerstag 19. Februar 2015, 10:28
So, da mir die neue Scheibe noch fehlt, war es das erst Mal - ihr merkt: Eine Band, die mich begeistert, die ich unbedingt und endlich mal live sehen will, die mich auf keiner einzigen Studio-Scheibe kalt lässt, und der ich jeden Erfolg gönne!
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von Havoc » Donnerstag 19. Februar 2015, 11:13
Ui Jhonny. Das ging fix. Und so umfangreich. Ich stelle auf Anhieb fest, das wir schon recht ähnliche Meinungen zu den Alben haben. Ich schreibe später vielleicht mal was mehr dazu. So rein notenmäßig liegen wir am ehesten bei der "Mysterium" etwas auseinander. Die schätzt du schon etwas stärker ein als ich. 
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von Jhonny » Donnerstag 19. Februar 2015, 11:37
Havoc hat geschrieben:Ui Jhonny. Das ging fix. Und so umfangreich. Ich stelle auf Anhieb fest, das wir schon recht ähnliche Meinungen zu den Alben haben. Ich schreibe später vielleicht mal was mehr dazu. So rein notenmäßig liegen wir am ehesten bei der "Mysterium" etwas auseinander. Die schätzt du schon etwas stärker ein als ich. 
Ich kann mir ja meinen Job recht frei einteilen und dachte mir, ich nehme mir heute früh mal die Zeit. Wie man an anderen Orten liest, höre ich auch grade alle Scheiben noch mal nach... Würde mich auch sehr freuen, deine Meinung ausführlich zu den Alben zu lesen! Und Loomis... und Rüdiger... haut rein!
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von Pavlos » Donnerstag 19. Februar 2015, 18:51
Sehr schön, der Herr. Solche Aktionen liets man immer sehr gerne.....
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von Jhonny » Donnerstag 19. Februar 2015, 23:55
Pavlos hat geschrieben:Sehr schön, der Herr. Solche Aktionen liets man immer sehr gerne.....
Danke - lese so was ja selbst auch immer sehr gerne, aber oft fehlt halt die Zeit, sich auch so reinzuinvestieren. Geht ja auch eher bei Sachen, die man schon ganz gut kennt, auch das nimmt etwas den Spielraum.
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von Rüdiger Stehle » Freitag 20. Februar 2015, 00:05
Von der Grobeinschätzung her würde ich bei den besagten Alben sehr nahe bei Jhonny liegen. Um etwas mehr zu jedem Album zu schreiben, fällt es mir gerade leider viel zu schwer, die "The Blessed Curse" aus dem Player zu nehmen.
Ansonsten, so aus dem Stegreif:
Die "Atlantis Rising" (2001) war die erste Manilla Road, auf deren VÖ ich bereits gewartet habe, weil ich die Band ein Jahr vorher durch den Gig beim BYH und den "Crystal Logic"-Rerelease näher kennen und lieben gelernt habe. Daher ist es auch ein Album, das ich sehr intensiv und bewusst erlebt habe. Die teils wirklich schroffe Härte von Songs wie "Megalodon" war - wenn man vorher nur "Crystal Logic" kannte - erst einmal etwas verstörend, doch das Album hat bei mir dann doch recht schnell gezündet. Das wahnsinnig spannende Konzept hat dabei sicherlich geholfen, doch die Poesie der Lyrics und der Gitarren sind einfach etwas, das stets dafür sorgen wird, dass Mark Sheltons Schaffen direkt zu meiner Seele spricht. Es gibt eine Handvoll Bands, die das bei mir Schaffen, und Manilla Road ist da einfach ganz vorne mit dabei; und dieses barbarische Meisterwerk macht da keine Ausnahme. Für mich eine der härtesten und schroffsten, dennoch aber auch eine der besten Road-Scheiben und der Auftakt des für mich grandiosesten Comebacks der Metal-Geschichte.
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
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von Havoc » Freitag 20. Februar 2015, 14:01
"Atlantis Rising (2001)" ist rein Bandhistorisch bedingt natürlich ein wichtiges Album, weil es halt die Rückkehr nach mehreren Jahren war. Für mich persönlich spielt das natürlich nicht so eine große Rolle, da ich die Band ja erst...mhh...ja wann eigentlich.....ich denke 2007 oder so kennen gelernt habe. Soweit ich mich erinnere war diese Scheibe hier auch eine der ersten die ich kannte...aber nicht das Allererste. Das Album hat mich anfangs direkt völlig umgeblasen. Die schrammelige Härte, die teils groovige mitreißende Art und vor allem die Atmosphäre inklusive Meeresrauschen und so. Das ist einfach toll und mit nichts anderem vergleichbar. Ich denke kein anderes Album der Band entführt einen so sehr per Kopfkino in eine andere Welt wie dieses. Auf jeden Fall ein Highlight der Bandhistorie. Das Coverartwork finde ich auch sehr kunstvoll.
-> 9,5
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von Loomis » Freitag 20. Februar 2015, 14:09
Ich weiß gar nicht mehr so genau, in welcher Reihenfolge ich die Manilla Road-Alben gekauft habe, aber wenn ich mich recht erinnere hatte ich Atlantis Rising noch vor den davon abgesehen härtesten Alben Mystification und Out of the Abyss. Wenn man mit Songs wie Crystal Logic rechnet und dann bricht die absolute Urgewalt in Form eines Megalodon über einen herein, dann ist man erst mal perplex. Aber ich mag das Album auch sehr. Dass es allerdings das am leichtesten zugängliche Album neben Crystal Logic und Playground of the damned sein soll (wie in einer Metal-Archives-Rezension zu lesen) kann ich gar nicht nachvollziehen...
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