MANILLA ROAD – The Blessed Curse (2015)
Zum Sound hat Rüdiger ja eigentlich schon alles gesagt. Und ich denke ich verstehe auch was er da heraushört und warum er das so toll findet. Mir geht es da nämlich wirklich sehr ähnlich. So genau beschreiben kann man es nicht. Es scheppert immer noch, aber es klingt dennoch irgendwie knallig und differenziert. Wie dem auch sei. Ich finde den Sound auch echt Bombe. Besser als auf den letzten Scheiben. Vor allem auch der Drumsound ist saugeil. Aber der beste Sound bringt nix, wenn die Songs nichts taugen. Also auf gehts.

1: „The Blessed Curse“ ist ein typischer MR-Song im Midtempo. Fand den anfangs etwas seltsam. Vor allem für einen Opener. Aber es stellt sich nach mehrmaligem Hören heraus, dass das auf jeden Fall ein guter Song ist. Bereits hier fällt das eigentümliche geile Drumming auf. (8,5)
2: Bei „Truth In The Ash“ scheint der Motor warm gelaufen. Es werden gleich ein paar Schaufeln Kohle nachgeworfen sodass die Maschine nun richtig in Fahrt kommt. Einen Kreativitätspreis werden sie mit der Nummer sicher nicht gewinnen. Macht aber durchaus Spaß. (8,0)
3: „Tomes Of Clay“ (Geiler Songtitel!) ist dann wohl mit seinen acht Minuten schon das Kernstück des Albums. Der Song klingt erst mal nach einer Ballade. Akustik wird hier groß geschrieben. Erst nach knapp zwei Minuten setzt der Gesang des Shark ein. Wunderbar gefühlvoll. Dazu hat der Song eine dezent orientalische Note. Die Hauptmelodie verzaubert mich indes. Das haben die weiteren Durchgänge dann noch mal mehr bestätigt. Wow. Das verzaubert. Das ist schön. Das reißt einen in eine andere Welt. (10,0)
4: „The Dead Still Speak“
Hier wird es dann mal deutlich thrashiger. Die Gitarre schrammelt sich heiß. Die Drummuster sind auch wieder geilstens. Dann ein fettes Soli von Shelton. Hier scheint nicht Shelton sondern Hellroadie zu singen. Er klingt dem Shark ja sehr ähnlich. Aber dann doch etwas anders. Er ist definitiv ein wichtiger Bestandteil. Diese Wechsel am Gesang sind durchaus auch ein besonderes Salz in der Suppe. (8,5)
5: „Falling“
Nach der härteren Nummer wird das Tempo wieder deutlich gedrosselt. Es folgt eine Art Halbballade. Die Mehrgesänge im Refrain sind cool und erzeugen eine Gänsehaut. Sehr schöne einfache Nummer. (9,0)
6: „Kings Of Invention“ startet mit einem richtig fetten Bass! Dann Gitarre und Schlagzeug. Dann singt wieder Hellroadie. Und wie. Hach. Ist das geil! Alleine die ersten 15 Sekunden dieses Songs reißen einen aus dem Sitz. Hier kommt der Sound auch noch mal so richtig geil rüber. Dann auf einmal wieder ein flirrendes fiependes Solo. Ein kurzer knackiger Gassenhauer! Anspieltipp! (9,5)
7: „Reign Of Dreams“
Nun wieder eher Midtempo. Auch der Song ist gut. Vor allem die Gitarren. Aber die Hauptmelodie will sich mir hier nicht so tief einfräsen wie so manch andere auf dem Album. (8,0)
8: „Luxifera´s Light“
Dieser Song lässt einen da doch gleich wieder deutlich heftiger mitwippen. Der könnte live sicher cool kommen. Bei dem Teil muss man wohl einfach headbangen und rumhüpfen. Und der Hellroadie…der singt einfach geiler denn je. Mann Mann. Äußerst coole Nummer. (9,0)
9: „Sword Of Hate“ beginnt mit sehr dumpfen Drumming. Wieder eine eher schnellere Nummer bei der das Tempo aber immer wieder zurückgefahren wird. Cooler Song. (8,5)
10: Aha. Wie so oft kommt am Ende mit „The Muses Kiss“ noch mal eine Akustiknummer. Die Vocals übernimmt hier dann natürlich wieder der Chef selbst. In der Mitte dann ein richtig geiles Gitarrensolo bevor auch schick gezupft wird. Dann Stakkatodrums. Goil! (9,0)
Bleibt als vorläufiges Fazit nur noch zu sagen, dass ich bisher ziemlich begeistert von der neuen Manilla Road bin. Wo sie am Ende des Jahres landen wird kann ich aber noch nicht sagen. Sie steigt aber schon mal mit einer
9,0 ein.
Und dann gibt es da ja auch noch die zweite CD „After The Muse“. Die habe ich erst ein mal angehört. Aber die scheint auch richtig toll zu sein. Viel mehr als nur ein Beiwerk.
