Manilla Road / Hellwell / Sentry

Re: Manilla Road

Beitragvon Havoc » Freitag 20. Februar 2015, 21:42

Bei "Spiral Castle (2002)" hat mich von Beginn an dieses etwas plumpe Comicartige "Master Of The Universe" mäßige Coverartwork angefixt. Total cool. Dafür, dass das Album nur ein gutes Jahr nach dem Comebacker erschienen ist klingt es doch ziemlich anders als der Vorgänger. Es ist vor allem insgesamt etwas langsamer und ausufernder. Gerade die Longtracks "Spiral Castle" und "Merchants Of Death" sind aber erste Kajüte. Den orientalischen Instrumental-Rausschmeißer "Sands Of Time" finde ich zwar schick, aber dann doch etwas zu lang. Einen Pluspunkt gibt es für den Sound. Der ist hier finde ich nicht ganz so schroff wie auf dem Vorgänger. Dieses hier ist so ein typisches Album, dass einen zwar nicht unbedingt ob seiner Klasse aus den Latschen haut, dass man aber doch immer wieder sehr oft und gerne auflegt. Eine Sternstunde der Band ist es aber aus meiner Sicht nicht wirklich obwohl es von allen Alben die nach dem Comeback erschienen sind am ehesten eines aus der ersten Phase der Band sein könnte.

-> 8,5
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23753
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

Re: Manilla Road

Beitragvon Havoc » Freitag 20. Februar 2015, 22:41

"Gates Of Fire (2005)" war meine erste MR-Scheibe. Und diese traf zum damaligen Zeitpunkt millimetergenau meinen Nerv. Es ist mit seinen insgesamt 72 min Spielzeit DAS epische Mammutwerk der Band. Mich würde mal interessieren wie lange die Band an diesem Album gearbeitet hat. Es wirkt jedenfalls am ausgefeiltesten und durchdachtesten überhaupt. Dazu das superbe Coverartwork. Es passt irgendwie alles. Vor allem ist das Album auch sehr abwechslungsreich. Neben hübschen Akustiknummern und epischen Longtracks gibt´s auch einen coolen Groover (Imperious Rise). Zudem hat das Album bei mir einfach den Extrabonus des ersten Albums. Das wird auch immer so bleiben. Ihr kennt das ja. Für mich persönlich ist es einfach die Sternstunde der Band. Einen besten Song zu nennen ist natürlich schwer....aber ich denke ich entscheide mich für den wunderschönen fast Zehnminüter-Rauswerfer "Epitaph To The King".
Für mich ist dieses Album die Definition von Epic Metal.

-> 10,0
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23753
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

Re: Manilla Road

Beitragvon Loomis » Freitag 20. Februar 2015, 22:48

Ich weiß noch, die Gates of Fire hatte ich damals an einem Samstag zugeschickt bekommen und just an diesem Wochenende waren meine Eltern bei mir zu Besuch. Aber angesichts der CD gabs bei mir kein Halten mehr und meine Eltern mussten da einfach 72 Minuten lang durch. :grins:
Benutzeravatar
Loomis
Luftgitarrespieler
 
Beiträge: 2719
Registriert: Dienstag 12. April 2011, 15:26

Re: Manilla Road

Beitragvon Havoc » Sonntag 22. Februar 2015, 11:13

"Voyager (2008)" war auch meine erste MR auf die ich warten sollte und die ich sehr zeitnah nach Release kaufen sollte. Aber anfangs tat ich mich doch relativ schwer damit. Die Songs rissen mich bei weitem nicht so mit wie auf der "Gates Of Fire". Nach und nach merkte ich aber, dass auch dieses Album wieder sehr gut geworden ist. Im Laufe der Zeit ist es sogar so enorm gewachsen, dass es mit zu meinen Lieblingen gehört. Es erinnert von der Atmosphäre her wieder etwas mehr an die "Atlantis Rising", ist aber deutlich weniger hart und ist vom Sound her schon recht scheppernd.

-> 9,0
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23753
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

Re: Manilla Road

Beitragvon Havoc » Montag 23. Februar 2015, 11:26

So. Noch schnell die letzten beiden kurz besprechen ohne, dass ich sie jetzt extra noch mal gehört habe. Sowohl "Playground Of The Damned (2011)" als auch "Mysterium (2013)" erhalten von mir -> 8,5 Punkte.
Erstere wirkt auf mich aus irgendeinem Grund mehr wie so ne Art Übergangsalbum. Ich finde auch, dass diese den "fragwürdigsten" Sound von vielleicht allen MR-Scheiben hat. Der ist schon extrem scheppernd und "dünn". Gefällt mir zwar irgendwie auch, aber das ist wirklich nix für Leute die Wert auf einen fetten Sound legen. Da klingt zweitere schon wesentlich druckvoller. Vor allem im Drumbereich, was wohl auch an Neuzugang Neudi liegt. Dieses Album wirkt dann auch mehr wie eine Art Neuaufbruch. Beide Alben haben gemeinsam, dass sie richtig starke Songs enthalten aber auch welche die eher in die Kategorie mittelprächtig fallen. Beide Alben mag ich sehr gerne, aber keines der beiden hat mich wirklich weggeblasen. Mein superduper Lieblingssong ist übrigens "The Fountain". Ich liebe diesen Song. Mark Shelton mit seiner gefühlvollen Stimme. Uaargghh!! *lechz; schwelg*.
So...jetzt aber zur "Blessed The Curse"......maybe heute Abend......... :)
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23753
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

Re: Manilla Road

Beitragvon Jhonny » Montag 23. Februar 2015, 14:03

Vielen Dank für deine Eindrücke!

"Mysterium" auf einer Stufe mit dem Vorgänger, das ist schon eine sehr eigene Meinung ;-)
Aber deine Begründung kann ich nachvollziehen.

Mein Eindruck ist, dass Neudi dem Band-Sound noch mal sehr gut getan hat.
Benutzeravatar
Jhonny
Musikredaktion
 
Beiträge: 36918
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 16:48
Wohnort: Landshut

Re: Manilla Road

Beitragvon Loomis » Montag 23. Februar 2015, 17:15

Mysterium hat mit "The Fountain" einen absoluten Übersong, mit "The Hermitage" und "Do What Thou Will" aber auch zwei ziemlich schwache Songs. Die beiden würden mir nicht fehlen. Aber insgesamt natürlich schon auch ein gutes Album, "The Battle Of Bonchester Bridge" und "Only The Brave" sind auch sehr stark.
Benutzeravatar
Loomis
Luftgitarrespieler
 
Beiträge: 2719
Registriert: Dienstag 12. April 2011, 15:26

Re: Manilla Road

Beitragvon Havoc » Montag 23. Februar 2015, 21:26

MANILLA ROAD – The Blessed Curse (2015)

Bild

Zum Sound hat Rüdiger ja eigentlich schon alles gesagt. Und ich denke ich verstehe auch was er da heraushört und warum er das so toll findet. Mir geht es da nämlich wirklich sehr ähnlich. So genau beschreiben kann man es nicht. Es scheppert immer noch, aber es klingt dennoch irgendwie knallig und differenziert. Wie dem auch sei. Ich finde den Sound auch echt Bombe. Besser als auf den letzten Scheiben. Vor allem auch der Drumsound ist saugeil. Aber der beste Sound bringt nix, wenn die Songs nichts taugen. Also auf gehts. ;-)

1: „The Blessed Curse“ ist ein typischer MR-Song im Midtempo. Fand den anfangs etwas seltsam. Vor allem für einen Opener. Aber es stellt sich nach mehrmaligem Hören heraus, dass das auf jeden Fall ein guter Song ist. Bereits hier fällt das eigentümliche geile Drumming auf. (8,5)

2: Bei „Truth In The Ash“ scheint der Motor warm gelaufen. Es werden gleich ein paar Schaufeln Kohle nachgeworfen sodass die Maschine nun richtig in Fahrt kommt. Einen Kreativitätspreis werden sie mit der Nummer sicher nicht gewinnen. Macht aber durchaus Spaß. (8,0)

3: „Tomes Of Clay“ (Geiler Songtitel!) ist dann wohl mit seinen acht Minuten schon das Kernstück des Albums. Der Song klingt erst mal nach einer Ballade. Akustik wird hier groß geschrieben. Erst nach knapp zwei Minuten setzt der Gesang des Shark ein. Wunderbar gefühlvoll. Dazu hat der Song eine dezent orientalische Note. Die Hauptmelodie verzaubert mich indes. Das haben die weiteren Durchgänge dann noch mal mehr bestätigt. Wow. Das verzaubert. Das ist schön. Das reißt einen in eine andere Welt. (10,0)

4: „The Dead Still Speak“
Hier wird es dann mal deutlich thrashiger. Die Gitarre schrammelt sich heiß. Die Drummuster sind auch wieder geilstens. Dann ein fettes Soli von Shelton. Hier scheint nicht Shelton sondern Hellroadie zu singen. Er klingt dem Shark ja sehr ähnlich. Aber dann doch etwas anders. Er ist definitiv ein wichtiger Bestandteil. Diese Wechsel am Gesang sind durchaus auch ein besonderes Salz in der Suppe. (8,5)

5: „Falling“
Nach der härteren Nummer wird das Tempo wieder deutlich gedrosselt. Es folgt eine Art Halbballade. Die Mehrgesänge im Refrain sind cool und erzeugen eine Gänsehaut. Sehr schöne einfache Nummer. (9,0)

6: „Kings Of Invention“ startet mit einem richtig fetten Bass! Dann Gitarre und Schlagzeug. Dann singt wieder Hellroadie. Und wie. Hach. Ist das geil! Alleine die ersten 15 Sekunden dieses Songs reißen einen aus dem Sitz. Hier kommt der Sound auch noch mal so richtig geil rüber. Dann auf einmal wieder ein flirrendes fiependes Solo. Ein kurzer knackiger Gassenhauer! Anspieltipp! (9,5)

7: „Reign Of Dreams“
Nun wieder eher Midtempo. Auch der Song ist gut. Vor allem die Gitarren. Aber die Hauptmelodie will sich mir hier nicht so tief einfräsen wie so manch andere auf dem Album. (8,0)

8: „Luxifera´s Light“
Dieser Song lässt einen da doch gleich wieder deutlich heftiger mitwippen. Der könnte live sicher cool kommen. Bei dem Teil muss man wohl einfach headbangen und rumhüpfen. Und der Hellroadie…der singt einfach geiler denn je. Mann Mann. Äußerst coole Nummer. (9,0)

9: „Sword Of Hate“ beginnt mit sehr dumpfen Drumming. Wieder eine eher schnellere Nummer bei der das Tempo aber immer wieder zurückgefahren wird. Cooler Song. (8,5)

10: Aha. Wie so oft kommt am Ende mit „The Muses Kiss“ noch mal eine Akustiknummer. Die Vocals übernimmt hier dann natürlich wieder der Chef selbst. In der Mitte dann ein richtig geiles Gitarrensolo bevor auch schick gezupft wird. Dann Stakkatodrums. Goil! (9,0)

Bleibt als vorläufiges Fazit nur noch zu sagen, dass ich bisher ziemlich begeistert von der neuen Manilla Road bin. Wo sie am Ende des Jahres landen wird kann ich aber noch nicht sagen. Sie steigt aber schon mal mit einer 9,0 ein.
Und dann gibt es da ja auch noch die zweite CD „After The Muse“. Die habe ich erst ein mal angehört. Aber die scheint auch richtig toll zu sein. Viel mehr als nur ein Beiwerk. oO
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23753
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

Re: Manilla Road

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 23. Februar 2015, 23:14

Da ich das im Prinzip alles wunderbar unterschreiben kann, will ich nicht der Worte zu viele verlieren. Feines Review, Kamerad Havoc!
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35308
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Manilla Road

Beitragvon Havoc » Montag 23. Februar 2015, 23:41

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Da ich das im Prinzip alles wunderbar unterschreiben kann, will ich nicht der Worte zu viele verlieren. Feines Review, Kamerad Havoc!


Danke. Ich hatte noch mal Bock auf ein Song by Song Review. Auch wenn ich weiß, dass sowas von manchen nicht gerne gesehen wird. Aber was solls. Mir kann da ja wohl niemand was
vorwerfen...als altem nur komplette Alben Anhörer.

Beschäftige mich jetzt auch mit der Metal/Invasion, die ich ja auch gerade erst neu hab. Wieso ist hier eigentlich Metal vor Invasion drauf? Invasion ist doch das ältere Werk. Finde ich zumindest etwas unlogisch.

Und noch ein Nachtrag zur Neuen. Die Aufmachung ist echt mal spitze. Ein Traum! :dafuer:
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23753
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

VorherigeNächste

Zurück zu Heavy / True / Doom / Power Metal

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast