Stonegriff - Epic Doom Metal

Re: Stonegriff - Epic Doom Metal

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 5. Juni 2015, 12:42

Mit Verlaub, ich bin kein Promoter und sehe diese Nähe durchaus auch, was ich im Review ja auch geschrieben habe:

Denn zum einen ringt Frontmann Jacob seinen Stimmbändern eine teils ziemlich krasse Sirene ab, die sich auch in der Liga der verschrobenen US-Metal-Epiker nicht schlecht machen würde, und zum anderen ist die Band nicht so sehr auf elegisch-majestätische Schönheit und Traurigkeit gebucht, sondern bei STONEGRIFF gibt es eben auch einen stark okkulten Touch, eine gewisse Creepyness in der Stimme und damit einen Hauch MERCYFUL FATE, gerade bei Stücken wie dem absolut genialen 'Claiming The Sky', das für mich die diabolisch rockende Hinterhältigkeit des gnädigen Schicksals nahezu perfekt mit der erhabenen Schwere der Kerzenmesse vereint.


Das heißt mitnichten, dass der Mann wie King Diamond klänge, aber eine stilistische Parallele zu MF sehe ich da durchaus ganz massiv, und das hat nullkommanix damit zu tun, ob der Mann töne trifft oder nicht. Er hat halt diese "Creepyness" in der Stimme, die eben auch ein King D. in den tieferen Tonlagen hat, aber genauso ein Arthur Brown, ein Alice Cooper, ein Lordi, ein Blackie Lawless oder ein Tim Baker. Zusammen mit den rockig-doomigen Riffs und vielleicht auch der LaRocque-Produktion habe ich diese CANDLEMASS-meets-MF-Assoziation eben ganz massiv und damit höre ich auch nicht auf...

;-)
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Re: Stonegriff - Epic Doom Metal

Beitragvon Raphael Paebst » Freitag 5. Juni 2015, 13:03

Deshalb schrieb ich ja auch unzusammenhängend. ;)

Dass du kein Promoter bist und das so hörst ist völlig klar, die erneute Erwähnung der (texanischen) Dänen hat nur den "MF-Overdose"Alarm bei mir blinken lassen. Da hab ich dann diesen Kommentar geschrieben, anstatt einen neuen Thread aufzumachen.
Es fällt mir nur auf, dass in den letzten fünf, sechs Jahren MF und KD medial immer weiter überhöht werden und seither jede Band, die okkultes Klimbim im Gepäck hat oder eben einen Sänger, der sehr hoch singt, direkt von Labeln, Promotern oder auch Medien das KD-Siegel aufgepappt bekommt. Das fing berechtigterweise mit Truppen wie IN SOLITUDE oder PORTRAIT an, zog sich über Bands wie MAGISTER TEMPLI bis hin zu HUNTRESS und was weiß ich wem noch alles. Damit tut man letztendlich den Bands keinen großen Gefallen, weil sie in den Ohren der Hörer mit etwas verglichen werden, mit dem sie

a) gar nicht viel zu tun haben und
b) das dank lange zurückliegender Veröffentlichungen und seltener Konzerte und dem Medienhype bereits so überhöht ist, dass man damit gar nicht konkurrieren könnte.
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Re: Stonegriff - Epic Doom Metal

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 5. Juni 2015, 13:40

Ich gebe dir einerseits Recht, dass gerne und viel mit MF/KD verglichen wird, oft auch in wenig überzeugenden Fällen, doch auf der anderen Seite ist es ja auch tatsächlich so, dass sich heute mehr Bands denn je von MF/KD beeinflusst geben, und dadurch eben auch die Band als Vergleichsgröße präsenter geworden ist als dies noch vor 10 Jahren der Fall war. Heute kennt jeder Promoter und Schreiber MF/KD und für viele ist das halt ein prägnanter Anker, den man auswerfen kann, um die Aufmerksamkeit der Leute zu angeln, wenn eine Band ansatzweise dieselben Stilelemente aufgreift.

MAGISTER TEMPLI habe ich gerade nicht im Ohr, aber bei HUNTRESS finde ich den Vergleich nun auch nicht so deplatziert, wenn auch natürlich weit weniger naheliegend als bei PORTRAIT, IN SOLITUDE oder ATTIC. Es ist aber auch wieder nicht so, dass man nur ausgesprochene Klon- oder Tribute-Bands mit MF/KD vergleichen kann, wenn man das mit Sinn und Verstand tut, speziell, wenn man darauf hinweist, wo genau man die Parallelen sieht.

Kein Dissens. Ich verstehe durchaus, was du meinst, wobei ich hier halt nicht nur einen Fehler bei den Promotern/Rezensenten sehe, sondern durchaus der Meinung bin, dass MF/KD derzeit einen sehr weit reichenden Einfluss auf jüngere Bands ausübt, den es in diesem Maße tatsächlich erst seit nach 2000 gibt. Vorher war MF/KD doch mehr die "lieben oder hassen"-Kiste und es wagten wenige Bands, sich stilistisch erkennbar an diesen beiden Bands zu orientieren, während das in der traditionsmetallischen Neuzeit ein ganz weit verbreiteter Standardeinfluss geworden ist, der dem Einfluss von Black Sabbath, Judas Priest und Iron Maiden aktuell kaum mehr nachsteht. Daher scheint es mir sehr logisch, dass der Einfluss bei vielen Bands präsenter und spürbarer wird, und dementsprechend auch schneller von Rezensenten und Promotern identifiziert bzw. aufgegriffen wird.
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