Iron Maiden

Re: Iron Maiden

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 12. September 2015, 22:30

frankjaeger hat geschrieben:Für eine 9/10 Scheibe müsste die Tracklist genau so aussehen:

Fear Of The Dark

:grins:


Das wäre dann die 13,5/10-Scheibe.
alias Hugin der Rabe.
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Re: Iron Maiden

Beitragvon Jhonny » Samstag 12. September 2015, 22:45

"Fear Of The Dark" ist ein großartiges Album. Aber "The X-Factor" ist kaum schlechter, die neue würde ich auch mindestens auf Augenhöhe sehen. Und "Brave New World" finde ich deutlich stärker.

Ich kenne auch genug Maiden-Fans, die "The Final Frontier" oder "A Matter Of Life And Death" sehr gut fanden. "Dance Of Death" und "Virtual XI" sind wohl die einzige Maiden-Alben die ich fast nie als Karriere-Highlights genannt gehört habe.
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Re: Iron Maiden

Beitragvon Chavo89 » Samstag 12. September 2015, 22:49

Dabei gebe ich doch bei jeder sich bietenden Möglichkeit meinen Senf dazu und brülle in die Nacht, wie sehr ich "Dance Of Death" LIEBE! Nur "Somewhere In Time" kommt da noch drüber. Geht einem meiner Kumpels übrigens auch so, wir sind also schon mal mindestens zu zweit.
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Re: Iron Maiden

Beitragvon Jhonny » Samstag 12. September 2015, 22:51

Chavo89 hat geschrieben:Dabei gebe ich doch bei jeder sich bietenden Möglichkeit meinen Senf dazu und brülle in die Nacht, wie sehr ich "Dance Of Death" LIEBE! Nur "Somewhere In Time" kommt da noch drüber. Geht einem meiner Kumpels übrigens auch so, wir sind also schon mal mindestens zu zweit.


:dafuer:
Das freut mich - jede Maiden-Euphorie muss unterstützt werden :)
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Re: Iron Maiden

Beitragvon frankjaeger » Sonntag 13. September 2015, 09:45

Jhonny hat geschrieben:Ich kenne auch genug Maiden-Fans, die "The Final Frontier" (...) sehr gut fanden.


Ja, ich kenne Pavlos auch :D
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Re: Iron Maiden

Beitragvon frankjaeger » Sonntag 13. September 2015, 10:42

Grundsätzlich kann man Iron Maiden in 5 Phasen einteilen:

Die geniale: "Iron Maiden" und "Killers". Die ist aber außer Konkurrenz wegen des nachfolgenden Sängerwechsels. Trotzdem die beiden besten Maiden überhaupt.

Die stilgebende, großartige Phase: von "The Number of the Beast" bis "Somewhere In Time": Großartige Songs, Herzblut, Originalität, große Chöre.

Die Schwächephase: Ab "7th Son". Letztere lässt schon jede Innivation vermissen und "glänzt" durch polierte, unoriginelle Lieder, die klingen, als wären sie irgendwo übrig geblieben. Schlimmer wird es aber mit den nächsten beiden Alben, "No Prayer" und "Fear of the Dark". Da sind kaum noch starke Lieder drauf, am besten finde ich noch 'Run Silent Run Deep" und 'Fates Warning', ansonsten herrscht Langeweile in Form einer Ansammlung austauschbarer Vierminüter, die uns damals als eine Frechheit erschienen, da alle echten Maiden-Trademarks fehlen. Das ist eine Alibi-Scheibe. FotD ist fast noch schlimmer und im Kontext der Diskographie ein ebensolcher Stinker mit immerhin einem Highlight mehr als "No Prayer", das ist Dienst nach Vorschrift mit einem völlig uninspirierten Dickinson. Wobei man natürlich immer bedenken muss, dass ich das aus der Perspektive eines frühen Maiden-Fans sage, dessen Urteil sicher etwas radikaler ausfällt als wenn man die Band später erst kennen gelernt hat. Aber die

Die "Wir warten auf Bruce"-Phase mit Bayley: Beide Scheiben sind eigentlich ganz okay, aber es war schwer, sich damit anzufreunden. Ein paar gute Lieder hat aber jede der beiden, und mit Bruce würden sie die drei Vorgänger locker in den tiefsten Schatten stellen.

Die abwechslungsreiche Phase: Mit "Brave New World" teilweise zurück zu alten Stärken und danach wirklich interessant, weil nicht so vorhersehbar. Meine Favoriten dieser Zeit sind tatsächlich "A Matter of Life And Death" und "Dance of Death". Und TFF ist natürlich Müll.

Also, das sähe dann wohl so aus:

1980 Iron Maiden 10/10 (Makellos und originell)

1981 Killers 10/10 (stilistische Einsprengsel, spannend, wow.)

1982 Number Of The Beast 9/10 (wegen Invaders und Gangland, die beide nur gut sind - Total Eclipse hievt das Album aber beinahe einen halben PunKt höher)

1983 Piece Of Mind 9/10 (eine tolle Dickinson-Platte, trotz 'Quest For Fire' und 'Sun And Steel' - ganz ohne Stinker kann Maiden einfach nicht. Heute würde ich eventuell auch 'Die With Your Boots On' dissen, aber das ist nostalgisch verklärt)

1984 Powerslave 9/10 ('Flash Of The Blade' - ehrlich, Jungs? Und das Instrumental hätten sie sich schenken können, und 'Back To The Village' ist viel zu lang'.)

1986 Somewhere In Time 9,5/10 (die beste Dickinson-Scheibe der Jungfrauen, ohne Ausfall, am ehesten noch 'Sea of Madness' und 'Deja-Vu', aber das sind die besten Ausfälle der Bandkarriere)

1988 Seventh Son Of A Seventh Son 6/10 (hat mich immer geschockt und tut es auch heute noch. Neben dem Titelsong und 'Moonchild' geht 'Infinite Dream' noch als par durch, danach wird es finster. Die Scheibe mit den schlechtesten Single-Auskoppelungen, beide sind furchtbar. Die Scheibe hätte "The Evil That Maiden do" heißen müssen. Und es fehlt jeglicher Biss.

1990 No Prayer For The Dying 4/10 (wie oben geschrieben: kling wie eine Scheibe, die sie machen musste, aber eigentlich keinen Bock hatten. Da ragt nichts raus, alles ist der gleiche "Maiden wie immer, nur schlechter"-Matsch, auch das Fehlen von Adrian Smith ist deutlich zu spüren. Bei der würde ich wirklich überlegen, ob ich nicht lieber "St. Anger" höre. Zumal mit 'Bring Your Daughter... ...To The Slaughter' der schlechteste Maiden-Song der gesamten Karriere enthalten ist.

1992 Fear Of The Dark 5/10 (etwas besser wegen des einen Hits, und weil man meint, dass zumindest beim Songwriting erstmals seit 'Somewhere In Time' und mit Abstrichen noch "7th Son" wieder so etwas wie ein Anflug von Inspiration zu hören ist. Trotzdem funkt hier gar nichts bis zum letzten Lied.

1995 The X Factor 6,5/10 (man musste sich finden, und ich fand nie, dass Baylay besonders gut zu Maiden passte, aber sie machen eigentlich keine schlechte Scheibe. Das Ding hätte definitiv Potential, wenn man durch den Sängerwechsel nicht so abgelenkt gewesen wäre)

1998 Virtual XI 6,0/10 (leider etwas schwächer als der Vorgänger, das Songwriting ist insgesamt etwas weniger zwingend)

2000 Brave New World 7/10 (gute Rückkehr, aber auch der Beginn der "Neuzeit-Wiederholeritis". Insgesamt aber gut.)

2003 Dance of Death 7/10 (besser als ihr Ruf, einige Lieder wie der Titelsong sind interessant, weil sie nicht ganz so vorhersehbar sind. Okay, 'No More Lies' wäre bei viermaliger Wiederholung des Titels statt sechzehnmaliger gut, nervt so aber nach einer Weile gehörig)

2006 A Matter of Life and Death 8/10 (ein echter Lichtblick - bei den ersten Durchgängen fehlen die Hits, aber dafür fehlen vor allem mal die Totalausfälle. Ich hatte den Eindruck, dass die Band hier wirklich gemacht hat, wozu sie Lust hatte. Die Scheibe ist im Bandkontext die Originellste seit "Piece Of Mind".)

2010 The Final Frontier (ich habe keine Ahnung, was sich die Band dabei gedacht hat. Hier stimmt nichts. Der Opener ist noch das Beste, wird aber durch das bescheuerte Intro fast unhörbar. Und danach kommt die großé Leere).

2015 The Book of Souls 8/10 (Wertung ist natürlich noch nicht wirklich aussagekräftig und vielleicht auch ein wenig durch TFF durch Erleichterung gefärbt, aber bislang ist die ziemlich klasse.)

Außer Konkurrenz, aber wichtig und eventuell auch eine kleine Erklärung für die Maiden-Schwächephase:
BRUCE DICKINSON:
1990 Tattooed Millionaire 4,5/10 (genauso dämlich wie die "No Prayer", aber mit 'Born in 58' wenigstens ein guter Song)

1994 Balls To Picasso 9,5/10 (Wow, was für ein Wandel. Ich denke, er erklärt auch die Scheiben von "No Prayer", wenn nicht gar "7th Son", bis FotD und "Tattooed Millionaire" - Bruce wollte etwas Anderes machen, wollte ausbrechen, und traute sich nur nicht wirklich. Erst jetzt als Solokünstler hat er wieder Herzblut in seine Musik gesteckt und sich einen Dreck um die Publikumsmeinungen geschert. Herausgekommen ist ein absolut brillantes Rockalbum, das mit Maiden aber mal gar nichts zu tun hatte. Ein Muss für ... jeden!)

1996 Skunkworks 8/10 (Huch, und wieder ein Stilwechsel. Bruce experimentiert, hier gibt es deutliche Grunge-Einflüsse, und er singt kraftvoll und überzeugend wie selten zuvor! Und nicht so furchtbar hoch.)

1997 Accident Of Birth 9,5/10 (Adrian Smith stößt zur Band und die beiden schreiben das beste Maiden-Album mit Bruce am Mikrophon. Nur steht halt der falsche Name drauf. Stilistisch haben sich die beiden Maidener die Hörner etwas abgestoßen - Smith hatte ein tolles Melodic Metal Album mit ASAP und zwei leicht progressive Hard Rock-alben mit PSYCHO MOTEL eingespielt - und merken wieder, dass der alte Stil doch der Ihre war und schießen ein wahres Feuerwerk ab, das...

1998 Chemical Wedding 9,5/10 (... sich hier fortsetzt. Genauso gut wie der Vorgänger, absolut brillant. Maiden-Fans müssen es haben, auch wenn es etwas weniger deutlich nach Maiden klingt.)

2005 Tyranny Of Souls 8/10 (nicht mehr ganz so stark, der neue Elan hat sich ein wenig totgelaufen, aber immer noch sehr gut. Eventuell schielten die beiden aber auch schon wieder ins Jungfrauen-Camp)
Zuletzt geändert von frankjaeger am Sonntag 13. September 2015, 10:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Iron Maiden

Beitragvon Pavlos » Sonntag 13. September 2015, 10:46

Dance Of Death ist für meinen Geschmack (zusammen mit der AMOLAD) die rundeste Maidenscheibe seit Dickinsons Rückkehr. Keine Ahnung, warum die immer so schlecht gemacht wird.
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Re: Iron Maiden

Beitragvon Pavlos » Sonntag 13. September 2015, 10:47

Toller Text, Frank!!!

Auch wenn ich da natürlich ein paar Dinge gaaanz anders sehe, especially den, sorry, Schmarrn mit der 7th son!!!!
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Re: Iron Maiden

Beitragvon frankjaeger » Sonntag 13. September 2015, 10:49

Genau, Pavlos!
Edit: Das bezog sich auf den Dance Of Death und AMOLAD-Text.

Zum anderen Post:
Ich weiß natürlich, dass ich mit meiner Meinung zu "7th Son" ziemlich alleine stehe.Das macht sie für mich aber nicht besser. Das war die erste große Maiden-Enttäuschung. Aber allein die Tatsache, dass ich es heftig versucht habe, sie mir schön zu hören, sagt, was die Band damals für einen Stellenwert hatte. Zumindest bei mir.
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Re: Iron Maiden

Beitragvon Pavlos » Sonntag 13. September 2015, 10:56

Moonchild 10/10
Infinite Dreams 10/10
Can I Play With Madness 8/10
The Evil That Men Do 10/10
7th Son Of A 7th Son 10/10
The Prophecy 9/10
The Clairvoyant 9,5/10
Only The Good Die Young 8,5/10
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