Iron Maiden

Re: Iron Maiden

Beitragvon Peter Kubaschk » Mittwoch 16. September 2015, 19:40

Na ja, je nach Perspektive & Erwartungen an den Heavy Metal kann man das alles durchaus so sehen. Wer vom traditionellen Heavy Metal Fortschritt erwartet, der ist einfach an der falschen Adresse. Und das trifft auf den Autor eben zu und deshalb sucht und findet er halt ach-so-hippe Bands wie Behemoth, Ghost oder Deafhaven.
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Re: Iron Maiden

Beitragvon Holger Andrae » Mittwoch 16. September 2015, 19:41

Laber-Anfall.
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Re: Iron Maiden

Beitragvon Nils Macher » Mittwoch 16. September 2015, 19:46

Oh Gott. Kultursoziologie trifft Heavy Metal. Geht fast immer schief. Auch in der "Qualitätspresse". Aber wieso BEHEMOTH plötzlich hipp ist, muss mir mal wer erklären.
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Re: Iron Maiden

Beitragvon Peter Kubaschk » Mittwoch 16. September 2015, 19:48

Ja, das habe ich mich auch gefragt. Aber immerhin scheint der Kultursoziologe Metal als Genre durchaus zu kennen und - stellenweise - zu mögen. Den Vergleich mit Miley Cyrus finde ich aber dennoch irgendwie putzig.
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Re: Iron Maiden

Beitragvon Nils Macher » Mittwoch 16. September 2015, 19:57

Ich kann die Argumentation trotzdem nicht nachvollziehen. Der Metal als solcher hat nur im Rebellischen seine Berechtigung und die wahre Rebellion findet man eher in der Popmusik? Also entweder man beschränkt für so einen Artikel auf etwas weniger ambitionierte Thesen und wirft nicht alles in einen Pott, oder man holt ganz weit aus und lässt mal so richtig den Akademiker raushängen. Aber dann sollte der gute Herr mal den einen oder anderen Poststrukturalisten lesen und sich ein paar Gedanken zum Thema Musik/Kultur/Gesellschaft machen. Und da wäre es auch vollkommen egal, ob er Metal mag und über ihn schreibt oder nicht. Wen beeindruckt denn dieses gestelzte Geschreibe wie hier im Artikel noch? Informiert werde ich als Szenekenner nicht. Wissenschaftlich taugt es auch nix. Also Wortmasturbation für jeden, der mal was "schlaues" über Metal lesen will und sich bestätigt sieht, dass scheinbar der Metaller als bemitleidenswerter Ewiggestriger der Kulturindustrie hinterherblickt, wenn es um des Pudels Kern geht? Puh ...
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Re: Iron Maiden

Beitragvon Jhonny » Mittwoch 16. September 2015, 20:34

Endlich mal wieder was zum Lachen :grins:


Ich gebe by the way gerne zu, dass ich von den alten Bands nur erwarte, dass sie eben wie früher klingen. Das stellt mich, wenn die Songs gut sind, in aller Regel zufrieden.
Nur: Aus meiner Sicht ist das überhaupt nicht schlecht.
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Re: Iron Maiden

Beitragvon Holger Andrae » Mittwoch 16. September 2015, 20:47

Jhonny hat geschrieben:Endlich mal wieder was zum Lachen :grins:


Ich gebe by the way gerne zu, dass ich von den alten Bands nur erwarte, dass sie eben wie früher klingen. Das stellt mich, wenn die Songs gut sind, in aller Regel zufrieden.
Nur: Aus meiner Sicht ist das überhaupt nicht schlecht.

Sehe ich genau so. (Regeln bestätigen natürlich die Ausnahme)
Einem in erster Linie auf Traditionen beruhenden Genre genau dies als Manko zu bewerten, ist schon arg borniert. Ich kaufe mir auch keine Kugel Eis und beschwere mich, dass diese kalt ist.
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Re: Iron Maiden

Beitragvon salisbury » Mittwoch 16. September 2015, 23:52

Jhonny hat geschrieben:
Ich gebe by the way gerne zu, dass ich von den alten Bands nur erwarte, dass sie eben wie früher klingen. Das stellt mich, wenn die Songs gut sind, in aller Regel zufrieden.


Ist doch auch völlig in Ordnung so. Mal wieder ein typischer Fall von Leuten, die den Hören ihren Musikspaß nicht gönnen und durch scheinbar logische Argumentationsketten seien eigenen Gusto über den des scheinbar minderbemittelten Altmetall-Fans stellt. Ist aber Quatsch.

Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob nicht ein gewisse demonstrative Festhalten an einer schon lang etablierten Grundstruktur für manche ebenso wichtig ist wie eine gute spielende Band. Anders kann ich mir dieses Götz-Kühnemund-Attitüde-Zeigen-Gelaber nicht erklären. Zumal ich auch nicht wirklich verstehe, was genau damit gemeint ist. Für mich ist es eher wichtig, dass eine Band Individualität und Persönlichkeit zeigt. Aber selbst das ist kein Must, wenn die Musik cool ist. :)
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Re: Iron Maiden

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 17. September 2015, 00:49

Thommy, das hast du im Wesentlichen alles sehr schön zusammengefasst.

Für mich lässt der Artikel jeden Respekt vor einem über Jahrzehnte gewachsenen Genre vermissen, speziell vor zwei Bands, die sich Respekt verdient haben und die einst (wie der Autor selbst zugibt) wegweisend und stilprägend waren, und die sich ab einem bestimmten Punkt Trademarks erarbeitet und diese kultiviert haben, weil das eben sie sind, vielleicht auch, weil die Fans das hören wollen, aber in jedem Fall, weil sie einen eigenen, vielseitigen Charakter entwickelt haben, der sie eben zu SLAYER oder zu IRON MAIDEN macht. Dass er gerade diese beiden Bands als Beispiele für Stagnation und kreativen Bankrott heran zieht, das zeugt entweder von Ahnungslosigkeit, oder aber von blanker Boshaftigkeit. Ich tippe stark auf das Letztere, denn eine ganz erhebliche stilistische Entwicklung kann man weder Maiden noch Slayer absprechen, und die Alben der letzten 30-35 Jahre unterscheiden sich teils ganz erheblich von einander. Wenn man einen Hauch von Affinität zu Rock und Metal hat, dann hört man das auch, dass sich um gewisse Trademarks herum eben mehr oder minder starke Entwicklungen vollziehen.

Man wird ja nicht ernsthaft wollen, dass Slayer heute wie Slayer, morgen wie Lady Gaga und übermorgen wie Scooter klingt. Was soll denn der Schmarrn? Letztlich sind nicht Bands wie Maiden und Slayer ewiggestrige Musiker die Musik für ewiggestrige Hörer machen, sondern Leute wie dieser Schreiberling, denn er erwartet von Musikern zwischen 50 und 60 Jahren, dass sie sich auf Teufel komm heraus irgendwo hin verbiegen, um wieder so hungrig, frisch und wegweisend zu sein, wie 1982. Das ist doch einfach nur unrealistisch und weltfremd.

Im Endeffekt denke ich sehr oft, dass die Mainstream-Medien es einfach bleiben lassen sollten, irgendwelche pseudo-intellektuell und selbstgefällig dahin schwafelnden und sich gerne selbst lesenden Vögel über ein Phänomen schreiben zu lassen, das sie nicht verstehen, gar nicht verstehen wollen und am besten auch gar nicht verstehen sollen. Der krampfhafte Versuch, Heavy Metal popkulturell und soziologisch zu erfassen, ist doch nichts anderes als der zum Scheitern verurteilte Anlauf, ein logisch nicht zu fassendes Phänomen zu verwissenschaftlichen und aus einer vermeintlich erhabenenen Perspektive darüber zu urteilen. Leider ist diese Perspektive nicht erhaben, sondern ihr Niveau ist so tief wie kein Mensch graben kann, der den Stahl fühlt und im Herzen trägt; denn es ist von Missgunst, Bosheit und Selbstgefälligkeit zerfressen, wie sie nur Menschen haben können, die jenen, die das Ihre gefunden haben, diese Freude und Hingabe nicht gönnen.

Um es mit Immortal zu sagen:

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Re: Iron Maiden

Beitragvon Schaf » Donnerstag 17. September 2015, 22:07

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Letztlich sind nicht Bands wie Maiden und Slayer ewiggestrige Musiker die Musik für ewiggestrige Hörer machen, sondern Leute wie dieser Schreiberling, denn er erwartet von Musikern zwischen 50 und 60 Jahren, dass sie sich auf Teufel komm heraus irgendwo hin verbiegen, um wieder so hungrig, frisch und wegweisend zu sein, wie 1982. Das ist doch einfach nur unrealistisch und weltfremd.


Es gibt sicherlich Musiker zwischen 50 und 60, die komplett andere Musik machen als noch vor 30 oder 40 Jahren. Und es verlangt niemand von Maiden und Slayer komplett andere Musik zu machen. Der Autor kritisiert einzig den Autopiloten, die Stagnation, die Langeweile der Musiker.

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Im Endeffekt denke ich sehr oft, dass die Mainstream-Medien es einfach bleiben lassen sollten, irgendwelche pseudo-intellektuell und selbstgefällig dahin schwafelnden und sich gerne selbst lesenden Vögel über ein Phänomen schreiben zu lassen, das sie nicht verstehen, gar nicht verstehen wollen und am besten auch gar nicht verstehen sollen.


Was spricht dagegen, über ein soziokulturelles Phänomen zu schreiben? Dieser Autor hatte offenbar Ahnung. Du magst nicht eins sein mit seiner Meinung, aber ich bin auch nicht immer eins mit Artikeln über Metal auf dieser Seite.

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Der krampfhafte Versuch, Heavy Metal popkulturell und soziologisch zu erfassen, ist doch nichts anderes als der zum Scheitern verurteilte Anlauf, ein logisch nicht zu fassendes Phänomen zu verwissenschaftlichen und aus einer vermeintlich erhabenenen Perspektive darüber zu urteilen.


Das gilt entweder für Musik oder gar keine. Denn Metal ist keine Ausnahme gegenüber Punk oder Hip-Hop und man kann über die auch wunderbar Essays schreiben und Dokus filmen.

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Leider ist diese Perspektive nicht erhaben, sondern ihr Niveau ist so tief wie kein Mensch graben kann, der den Stahl fühlt und im Herzen trägt


"Wer den Stahl im Herzen trägt" - ich glaub' ich muss bröckeln...

Rüdiger Stehle hat geschrieben:denn es ist von Missgunst, Bosheit und Selbstgefälligkeit zerfressen, wie sie nur Menschen haben können, die jenen, die das Ihre gefunden haben, diese Freude und Hingabe nicht gönnen.


Warum? Wie kommst du darauf? Darf der Autor seine Meinung nicht vertreten und muss dir zuliebe lügen und behaupten, jede neue Maiden und Slayer und Motörhead und AC/DC sei wieder frisch und komplett anders als ihr Vorgänger?
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