Musikalische Erkenntnis des Tages

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 8. Oktober 2015, 23:07

salisbury hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Pillamyd hat geschrieben:Irgendwie fange ich ein Thema immer alle paar Jahre an: Black Metal. Einziger Unterschied diesmal ist, dass ich Nägel mit Köpfen gemacht habe und zwei Klassiker und ein bisschen was aus diesem Jahr bestellt habe. Vor allem weil mir die Hörproben sehr gemundet haben.

Wir sind schwer gespannt, was die Bestellung zu Tage fördert.


Yeah! Sag an, Jung!


Steht schon im Neuerwerbungströt.
;-)
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Schaf » Freitag 9. Oktober 2015, 18:49

Seit zwei Wochen befinde ich mich im Krankenhaus (habe mir mal das *NARF* erspart) und mich dort mittlerweile auch mit dem einem oder anderen Patienten gut bekannt gemacht. Unter anderem einem nur wenige Jahre älteren Herren, der aus der "Sprayer"-Szene kam und Hip-Hop hört. So weit, so gut, das machen ja viele. Wir unterhielten uns auch viel, genossen das eine oder andere alkoholfreie Bierchen (er, weil er kontrolliert wird; ich, weil ich ja keinen Alkohol mehr trinke) und dabei kam natürlich auch unweigerlich das Thema Musik zu Sprache. Seine Musik hatte ich bereits mitbekommen und hielt es nicht für nötig, dazu irgendeinen Kommentar zu verfassen. Halt "Alta, isch fick deine Mudda innen Arsch und stech disch ab wenn ich disch seh, ich bin der King von Berlin und so weissu voll krass" - man verzeihe mir den mangelnden Reim, es ging mir mehr um den Stil an sich als gewandte Pentameter o.ä. Jedenfalls fragte er mich, was ich denn so höre und ich antwortete wahrheitsgemäß "hauptsächlich Metal", worauf er erstaunt mich mit großen Augen anguckte und sagte "Alta, ehrlich?! Krass! Das hätte ich jetzt von dir nicht gedacht! So richtig harter Satans-Stoff wie hier KISS und BLACK SABBATH und so, ja?" - Als ich ihm erklärte, dass KISS mit Metal so viel zu tun haben wie TIC TAC TOE mit Hip Hop und BLACK SABBATH gerade mal der Anfang des Metals sind und wir nach einem kleinen iPod-Tausch er um Einiges schlauer war, was denn Metal alles sein kann, amüsierte es mich ungemein, dass sogar junge Menschen heutzutage geradezu archaische Vorstellungen von Heavy Metal haben, die denen der Sittenwächter aus den tiefsten 70ern und 80ern entsprechen. Wenn der Kerl mich nicht kennen würde, hätte er gedacht, dass jeder Hörer von Death und Black Metal ein necrophiler Massenmörder ist. Und dass, obwohl er sich sehr gut in der Hip-Hop-Szene auskennt, die tatsächlich voller Räuber, Schläger, Drogenverkäufern und eben Mördern ist. Aber natürlich enden noch viel, viel mehr von diesen Gangstaz auch als harmlose Mitarbeiter im Bürgeramt Kreuzberg. So viel dazu. Moral von der Geschichte: Von meiner Großmutter hätte ich diese Meinung zu "meiner" Musik eher erwartet als von einem 37-jährigen Sprayer/Hopper/ex-Sträfling usw.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Eike » Sonntag 11. Oktober 2015, 00:55

Seeeeeehr schöne Anekdote. Da dachte man schon, Metal sei im Mainstream angekommen, und nu das.
Nicht zuletzt aber GUTE BESSERUNG Dir! Halte Dich tapfer.

Meine Erkenntnis: Mit der richtigen Frau daneben klappt's bei mir wieder mit vertieftem Musikgenuss.
Und es ist auch schöner, Musik zu zweit zu hören; jedenfalls mit engagiert-konzentrierter Mithörerin.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon mike » Sonntag 11. Oktober 2015, 01:23

Ich werde mir nach langer Zeit mal wieder ein Megadeth Album etwas genauer anhören.
Der Grund dafür:
https://www.youtube.com/watch?v=7MRtdd3tXI4
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 11. Oktober 2015, 01:31

Die Stimme klingt arg verzerrt, sonst echt gut.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Havoc » Sonntag 11. Oktober 2015, 08:38

Schaf hat geschrieben:Seit zwei Wochen befinde ich mich im Krankenhaus (habe mir mal das *NARF* erspart) und mich dort mittlerweile auch mit dem einem oder anderen Patienten gut bekannt gemacht. Unter anderem einem nur wenige Jahre älteren Herren, der aus der "Sprayer"-Szene kam und Hip-Hop hört. So weit, so gut, das machen ja viele. Wir unterhielten uns auch viel, genossen das eine oder andere alkoholfreie Bierchen (er, weil er kontrolliert wird; ich, weil ich ja keinen Alkohol mehr trinke) und dabei kam natürlich auch unweigerlich das Thema Musik zu Sprache. Seine Musik hatte ich bereits mitbekommen und hielt es nicht für nötig, dazu irgendeinen Kommentar zu verfassen. Halt "Alta, isch fick deine Mudda innen Arsch und stech disch ab wenn ich disch seh, ich bin der King von Berlin und so weissu voll krass" - man verzeihe mir den mangelnden Reim, es ging mir mehr um den Stil an sich als gewandte Pentameter o.ä. Jedenfalls fragte er mich, was ich denn so höre und ich antwortete wahrheitsgemäß "hauptsächlich Metal", worauf er erstaunt mich mit großen Augen anguckte und sagte "Alta, ehrlich?! Krass! Das hätte ich jetzt von dir nicht gedacht! So richtig harter Satans-Stoff wie hier KISS und BLACK SABBATH und so, ja?" - Als ich ihm erklärte, dass KISS mit Metal so viel zu tun haben wie TIC TAC TOE mit Hip Hop und BLACK SABBATH gerade mal der Anfang des Metals sind und wir nach einem kleinen iPod-Tausch er um Einiges schlauer war, was denn Metal alles sein kann, amüsierte es mich ungemein, dass sogar junge Menschen heutzutage geradezu archaische Vorstellungen von Heavy Metal haben, die denen der Sittenwächter aus den tiefsten 70ern und 80ern entsprechen. Wenn der Kerl mich nicht kennen würde, hätte er gedacht, dass jeder Hörer von Death und Black Metal ein necrophiler Massenmörder ist. Und dass, obwohl er sich sehr gut in der Hip-Hop-Szene auskennt, die tatsächlich voller Räuber, Schläger, Drogenverkäufern und eben Mördern ist. Aber natürlich enden noch viel, viel mehr von diesen Gangstaz auch als harmlose Mitarbeiter im Bürgeramt Kreuzberg. So viel dazu. Moral von der Geschichte: Von meiner Großmutter hätte ich diese Meinung zu "meiner" Musik eher erwartet als von einem 37-jährigen Sprayer/Hopper/ex-Sträfling usw.


Das verwundert mich gar nicht mal so sehr. Viele Nicht-Metaller verstehen glaube ich überhaupt nicht wie man solche Musik gut finden kann. Dazu die ganzen bösen Cover und Artworks. Die verstehen das nicht als Kunst sondern nur als Krawall. Ich stelle das auch immer wieder fest wenn ich einem Nichtmetaller mal was von meiner Musik vorspiele. Selbst die aus meiner Sicht eher ruhigeren Sachen sind für Nichtmetaller schon viel zu hart. Hatte letztens mal "Viva Emptiness" von Katatonia im Auto laufen....da wurde sich von den billigen Plätzen beschwert ich soll den Krawall ausmachen. :narf:
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Nils Macher » Sonntag 11. Oktober 2015, 13:55

Havoc hat geschrieben:Selbst die aus meiner Sicht eher ruhigeren Sachen sind für Nichtmetaller schon viel zu hart. Hatte letztens mal "Viva Emptiness" von Katatonia im Auto laufen....da wurde sich von den billigen Plätzen beschwert ich soll den Krawall ausmachen. :narf:


Mein Auto, meine Musik. Aber ich habe auch überwiegend Menschen mit gutem bzw. kompatiblem Musikgeschmack im Auto.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 11. Oktober 2015, 14:13

Nils Macher hat geschrieben:
Havoc hat geschrieben:Selbst die aus meiner Sicht eher ruhigeren Sachen sind für Nichtmetaller schon viel zu hart. Hatte letztens mal "Viva Emptiness" von Katatonia im Auto laufen....da wurde sich von den billigen Plätzen beschwert ich soll den Krawall ausmachen. :narf:


Mein Auto, meine Musik. Aber ich habe auch überwiegend Menschen mit gutem bzw. kompatiblem Musikgeschmack im Auto.

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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Sonntag 11. Oktober 2015, 14:30

Nils Macher hat geschrieben:
Havoc hat geschrieben:Selbst die aus meiner Sicht eher ruhigeren Sachen sind für Nichtmetaller schon viel zu hart. Hatte letztens mal "Viva Emptiness" von Katatonia im Auto laufen....da wurde sich von den billigen Plätzen beschwert ich soll den Krawall ausmachen. :narf:


Mein Auto, meine Musik. Aber ich habe auch überwiegend Menschen mit gutem bzw. kompatiblem Musikgeschmack im Auto.


Hihi, als wir im Sommer unseren japanischen Prof von Dresden nach München kutschiert haben, "musste" der auch die ganze Fahrt über Metal hören. Da kannte der Berti (der Fahrer) keine Gnade. Ich glaub aber so schlimm fand er's nicht. Er redet noch mit uns :grins:
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Nils Macher » Sonntag 11. Oktober 2015, 14:47

salisbury hat geschrieben:
Nils Macher hat geschrieben:
Havoc hat geschrieben:Selbst die aus meiner Sicht eher ruhigeren Sachen sind für Nichtmetaller schon viel zu hart. Hatte letztens mal "Viva Emptiness" von Katatonia im Auto laufen....da wurde sich von den billigen Plätzen beschwert ich soll den Krawall ausmachen. :narf:


Mein Auto, meine Musik. Aber ich habe auch überwiegend Menschen mit gutem bzw. kompatiblem Musikgeschmack im Auto.


Hihi, als wir im Sommer unseren japanischen Prof von Dresden nach München kutschiert haben, "musste" der auch die ganze Fahrt über Metal hören. Da kannte der Berti (der Fahrer) keine Gnade. Ich glaub aber so schlimm fand er's nicht. Er redet noch mit uns :grins:


Ich sehe das ja auch immer als Möglichkeit im Rahmen des metallischen Bildungsauftrages 8-)
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