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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Holger Andrae » Montag 9. November 2015, 10:07
Siebi hat geschrieben:salisbury hat geschrieben:frankjaeger hat geschrieben: Ich verstehe unter übrigens Heavy Metal nichts anderes als einen Aufkleber, der draufgepackt wird, der mir aber tatsächlich nichts bedeutet. Ich trenne da nur in "mag ich" und "mag ich nicht".
Das ist das beste Statement, das ich seit Langem zum Thema "Metal" gelesen habe.  . Und jeder hat natürlich auch vollstes Recht, Metal zu "fühlen", sei es der SATAN-Fan aber auch den SABATON-Fan, oder der PANTERA-Fan und ich habe auch keinen Zweifel, dass diese Fans genauso dies auch tun. Auch zum Thema Business spricht mit Frank auch aus dem Herzen. Ich bin doch mündiger Kunde und habe die Freiheit/den Luxus, mir das Produkt auswählen, das mir gefällt. Ich kann wählen, ob ich zum Wacken gehen oder zum kleinen Hammer Of Doom, ich kann ein Metal-Festival auf einem Schiff für 2000 Euro besuchen oder in einen muffigen Halle für 50 Steine. Oder- habe ich gelesen - sogar auf einem Berg. Alles hat seine Reize, alles darf, nichts muss, aber ich finde es super, diese Wahl zu haben. 
Genau da sind sie, meine lieben Totschlagargumente. Mag ich, mag ich nicht, mündiger Kunde, alles darf, nichts muss. Boah, was für ein Bullshit, diese heile Businessvielfaltswelt! Vor allem, was hat das mit Metal zu tun? Gar nix, nada, niente! Um das geht es eben in der Diskussion nicht! Denn das Mögen einer Sache ist in jeder Lebenslage gegeben, ein individuelles Privileg. Und ja, Herr Jäger, ich hinterfrage stets den Businesssumpf in vielen Bereichen des Alltags, auch meinem Job geschuldet, wo in der Cloud nur das Wahrhafte steckt. Ja freilich, lieber Arbeitgeber, nur so und nur da sind Daten sicher. Wie die Rente, gemäß schwarzem Nobbi. Aus der Diskussion wird somit wiederum nix, weil man nicht verstanden werden will, aneinander vorbeigeredet wird. Und das, Holger, meinte ich mit meinen Bedenken, dass ich doch wieder was geschrieben habe. Denn am Ende dreht man sich nur im Kreis, weil jeder sein Argument hat, das wohl in seinem Kontext richtig zu sein scheint. Nur sind die Gesprächspartner nicht im selben Systemkontext, das ist wohl das Problem.
Ja, ich habe geahnt, dass Du so etwas schreiben würdest, lieber Siebi:) Ich glaube, eigentlich sind sich die meisten Gesprächspartner dieser Runde in vielen Punkten einig und es erstaunt den einen oder anderen lediglich, dass es Personen wie uns beide gibt, die sich über gewisse Dinge ärgern bzw. die Zeit damit verplempern, ihren Ärger in die Tasten zu tippen. Ich finde das manchmal ganz erbaulich, sich mit (vermeintlich) Gleichgesinnten über solche Situationen auszutauschen. Die meisten Menschen hören Musik gar nicht bewusst, geschweige denn kämen sie auf die Idee sich mit dieser Materie näher zu beschäftigen. Genau darauf basieren doch solche Strategien. Die meisten Tonträger verkauft, der am häufigsten in den Medien auftaucht. Da kann man den Leuten auch eine 9 Monate alte Scheibe als "brandneu" zum Vollpreis unterjubeln, da kann man noch einen Livetrack hinten dran klatschen, um sie ein zweites Mal zu verkaufen und und und ... Wissen wir alles, meist lachen wir drüber, manchmal nervt es halt. Das andere Problem ist dieses "Heavy Metal Feeling", was man hat oder eben nicht. Kann man albern finden, ist mir völlig egal, ich genieße es und freue mich über Bands, die mir genau dieses bescheren.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Jhonny » Montag 9. November 2015, 10:13
Holger Andrae hat geschrieben:Das andere Problem ist dieses "Heavy Metal Feeling", was man hat oder eben nicht. Kann man albern finden, ist mir völlig egal, ich genieße es und freue mich über Bands, die mir genau dieses bescheren.
Und das geht nicht nur dir (und Siebi) so. Auch ich freue mich, grade RAM laufen zu haben und das "Heavy Metal Feeling" zu haben. Und das hätte ich nie im gleichen Maße bei SABATON. Ist einfach so.
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von Holger Andrae » Montag 9. November 2015, 10:15
Jhonny hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:Das andere Problem ist dieses "Heavy Metal Feeling", was man hat oder eben nicht. Kann man albern finden, ist mir völlig egal, ich genieße es und freue mich über Bands, die mir genau dieses bescheren.
Und das geht nicht nur dir (und Siebi) so. Auch ich freue mich, grade RAM laufen zu haben und das "Heavy Metal Feeling" zu haben. Und das hätte ich nie im gleichen Maße bei SABATON. Ist einfach so. 
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von Jhonny » Montag 9. November 2015, 12:26
Holger Andrae hat geschrieben:Jhonny hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:Das andere Problem ist dieses "Heavy Metal Feeling", was man hat oder eben nicht. Kann man albern finden, ist mir völlig egal, ich genieße es und freue mich über Bands, die mir genau dieses bescheren.
Und das geht nicht nur dir (und Siebi) so. Auch ich freue mich, grade RAM laufen zu haben und das "Heavy Metal Feeling" zu haben. Und das hätte ich nie im gleichen Maße bei SABATON. Ist einfach so.  
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von salisbury » Montag 9. November 2015, 17:20
Siebi hat geschrieben:Genau da sind sie, meine lieben Totschlagargumente. Mag ich, mag ich nicht, mündiger Kunde, alles darf, nichts muss. Boah, was für ein Bullshit, diese heile Businessvielfaltswelt! Vor allem, was hat das mit Metal zu tun? Gar nix, nada, niente!
Na, es hat sehr wohl sehr viel mit Metal zu tun, der Rock- und Metal-Fan ist der treueste Kunde, er kauft noch CDs, er kauft Merch, er geht auf Konzerte, er beschäftigt sich mit Musik, es gibt einen riesengroßen Markt ein, ein unüberblickbares Angebot, und der Hörer entscheidet sich für die Metal-Musik (oder Rock oder Pop oder Jazz...), die ihm am Ende ein gutes Gefühl gibt. Das ist bei Holg SATAN, bei unserer Hanne SABATON, bei Jakob MESHUGGAH. Wollen wir jetzt anfangen, zu diskutieren, wer von den dreien "metallischer" fühlt? Nur sind die Gesprächspartner nicht im selben Systemkontext, das ist wohl das Problem.
Wie sollen sie auch? Bei Dir/Holg/Rüdiger und teilweise Jhonny ist die Argumentation eben stark gefühlsbasiert, mei, was soll man da dagegen (oder dafür) sagen? Das steht doch ausserhalb jeder Debatte. Ich kann durchaus auch "Metal fühlen", live bei ARMORED SAINT zusammen mit Siebi oder letztens bei DELAIN, das war geiler Scheiß! Wobei ich schon beim schreiben fühle, dass so manche bei DELAIN emotional negativ aufgewühlt sein könnten  .
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von Raphael Paebst » Montag 9. November 2015, 17:41
salisbury hat geschrieben:Siebi hat geschrieben:Genau da sind sie, meine lieben Totschlagargumente. Mag ich, mag ich nicht, mündiger Kunde, alles darf, nichts muss. Boah, was für ein Bullshit, diese heile Businessvielfaltswelt! Vor allem, was hat das mit Metal zu tun? Gar nix, nada, niente!
Na, es hat sehr wohl sehr viel mit Metal zu tun, der Rock- und Metal-Fan ist der treueste Kunde, er kauft noch CDs, er kauft Merch, er geht auf Konzerte, er beschäftigt sich mit Musik, es gibt einen riesengroßen Markt ein, ein unüberblickbares Angebot, und der Hörer entscheidet sich für die Metal-Musik (oder Rock oder Pop oder Jazz...), die ihm am Ende ein gutes Gefühl gibt. Das ist bei Holg SATAN, bei unserer Hanne SABATON, bei Jakob MESHUGGAH. Wollen wir jetzt anfangen, zu diskutieren, wer von den dreien "metallischer" fühlt? Nur sind die Gesprächspartner nicht im selben Systemkontext, das ist wohl das Problem.
Wie sollen sie auch? Bei Dir/Holg/Rüdiger und teilweise Jhonny ist die Argumentation eben stark gefühlsbasiert, mei, was soll man da dagegen (oder dafür) sagen? Das steht doch ausserhalb jeder Debatte. Ich kann durchaus auch "Metal fühlen", live bei ARMORED SAINT zusammen mit Siebi oder letztens bei DELAIN, das war geiler Scheiß! Wobei ich schon beim schreiben fühle, dass so manche bei DELAIN emotional negativ aufgewühlt sein könnten  .
Hehehe, DELAIN ist halt auch kein Metal.  Aber mal im Ernst: Ich bin da klar bei SIebi und Holg. Ich höre eine Menge Musik, die für mich aber einfach ken Metal ist. Das kann ich dann auch sehr gut finden, da stelle ich aber andere Ansprüche dran, als an meinen Metal und wenn dann Leute behaupten, das sei Metal, regt mich das schon immer auch auf. Ich finde NIGHTWISH gut, um mal was anderes als SABATON in den Raum zu werfen, aber wenn jemand zu mir kommt und sagt "Du hörst Metal? NIGHTWISH und so?", dann werd ich gern mal etwas emotional ungemütlich. Schlimmer noch bei den ganzen Pagan- und Heidenfesten. Ich hör die Musik echt gern, aber mit der Art und Weise, wie sich deren Fanscharen so gerieren, will ich nix zu tun haben und ich will auch nicht, dass Leute das für Metal halten. Metal ist eben nicht Trinkhörner und Schottenrock und Polka mit lustigen Verkleidungen. Das kann man hören und auch gut finden, aber das soll man bitte nicht mit Heavy Metal in einen Topf werfen, mach ich doch auch nicht. Ist das jetzt irrational und emotional? Klar ist es das, sogar inkonsequent, aber das ist mir bei Heavy Metal egal. Ich hör gern Prog, Retrorock und wasweißichnochalles, ja, im letzten Jahr war mein Album des Jahres klar kein Metal, aber wenn jemand kommt und mir was darüber erzählt, wie sehr doch POWERWOLF oder EQUILIBRIUM Metal seien, werd ich echt wütend, von so Grütze wie der neuen VARG wollen wir mal gar nicht erst anfangen.
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von salisbury » Montag 9. November 2015, 17:57
Raphael Paebst hat geschrieben:...aber wenn jemand kommt und mir was darüber erzählt, wie sehr doch POWERWOLF oder EQUILIBRIUM Metal seien, werd ich echt wütend, von so Grütze wie der neuen VARG wollen wir mal gar nicht erst anfangen...
Na ja, Wut ist ja auch ein valides Gefühl. Ich würde all die Bands gefühlsmäßig zum Metal dazuzählen, erstens weil sie von von einer nicht zu ignorierdenen Anzahl an Leuten für Metal gehalten werden und deswegen in der allgemeinen Wahrnehmung mit "Metal" assoziiert sind und zweitens weil der musikalische Grundbaustein - zumindenst bei den genannten Bands, die ich kenne, eindeutig als Metal zu identifizieren ist. Und dann sprichst Du wieder das Verhalten an: Was hat das Fanverhalten mit Metal zu tun? es soll doch jeder die Musik so zelebrieren, wie er es für richtig hält, oder? Auch bei Fußball-Fans gibt es solche und solche, manche schauen, weil sie an Spieltaktik interessiert sind, manche gucken, weil Ronaldo so schöne Haare hat, manchen treffen sich mit Freunden und trinken Alkohol. Das Verbindende ist Fußball. Und beim Metal (oder Rock) ist das überhaupt nicht anders und ich wundere mich, warum man daraus eine Art Verhaltens-Ideal ableiten kann. Und wenn, wie sieht das aus?
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von Martin van der Laan » Montag 9. November 2015, 19:52
salisbury hat geschrieben:Auch bei Fußball-Fans gibt es solche und solche, manche schauen, weil sie an Spieltaktik interessiert sind, manche gucken, weil Ronaldo so schöne Haare hat, manchen treffen sich mit Freunden und trinken Alkohol. (Ich schaue - wenn überhaupt - natürlich wegen der Haare von Rudi Völler.)
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von Raphael Paebst » Montag 9. November 2015, 20:15
Martin van der Laan hat geschrieben:salisbury hat geschrieben:Auch bei Fußball-Fans gibt es solche und solche, manche schauen, weil sie an Spieltaktik interessiert sind, manche gucken, weil Ronaldo so schöne Haare hat, manchen treffen sich mit Freunden und trinken Alkohol. (Ich schaue - wenn überhaupt - natürlich wegen der Haare von Rudi Völler.)
Ich denke, der Fußball-Vergleich ist, auch wenn ich Fußball generell furchtbar finde, in vielerlei Hinsicht passend. Einerseits, was die Verklärung des eigenen Vereins bzw. des Heavy Metal angeht. Kaum ein Fan einer Erstligamannschaft kann bei nüchterner Betrachtung den eigenen Verein als Hort der Treue und Tradition sehen und diverse andere Vereine als Kunstprodukte, Kommerzveranstaltungen oder ähnliches titulieren. Fußball ist ein Business und wer auf dem Niveau mitspielen will, muss da eben geschäftlich denken und nicht emotional. Auch Heavy Metal ist ein Business und wenn man drüber nachdenkt, weiß man das auch. Dennoch kommt bei beidem genau an der Stelle die Emotion ins Spiel und man will allzu gern verdrängen, dass es so ist und kann sich herrlich drüber aufregen, wenn diese Illusion durch Aktionen von Plattenfirmen oder Musikern Kratzer bekommt. Dann schreit man Ausverkauf und ist doch mehr darüber verärgert, dass man sich in einer Situation nicht mehr einreden kann, dass es bei Metal nur um die Musik und irgendwelche Szenewerte geht. Andererseits gibt es die Parallele zwischen den Abgrenzungen innerhalb der Fans, dem Ultra sind die Leute, die Fußball gucken, um mit ein paar Freunden einen zu heben sicher ähnlich zuwider wie dem truen Metalfan die Leute, die zu EQUILIBRIUMs 'Wirtshausgaudi' den alkoholbedingten Totalabsturz mit fragwürdiger Tanzeinlage proben, auch wenn diese in ihrem Selbstverständnis ebenfalls Metalfans sind. Und während mir Fußball egal ist, gehöre ich beim Metal eben zu den Leuten, die sowas aufregt.
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von salisbury » Dienstag 10. November 2015, 01:13
Raphael Paebst hat geschrieben:Hehehe, DELAIN ist halt auch kein Metal. 
Hast Du a Ahnung! Ich hab mir mit geschätzt 500 anderen Metalfans die Rübe vom Kopf gebangt. Die Riffs trafen arschtight in die Magengrube, die Band hat gegroovt wie Sau und Charlotte Wessels hat Power und Charisma. Das war 110 % Metal! Raphael Paebst hat geschrieben:Und während mir Fußball egal ist, gehöre ich beim Metal eben zu den Leuten, die sowas aufregt.
Haha, ich werde den Teufel tun, Dir dieses Gefühl zu nehmen, da musst Du schon selber mit klarkommen 
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