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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Siebi » Mittwoch 11. November 2015, 19:11
Diese romantische Verklärung mag sein, die neue Welt sehe ich, ich akzeptiere sie nicht in vollem Umfang, das Vormachen des "X" für ein "U", es sich mir die Härchen widerstreben. Ich höre zudem sehr gerne AOR und Krautrock und mache, weil das Christkind grad vor der Tür steht, Stubenmusik. Volksmusik oder volkstümliche Musik, auch da gibt es für mich eklatante Unterschiede. Auch da teilt sich die Gemeinde. Thema "Metal", kleiner Sportexkurs zum Schmuzeln. Mein sportliches Gen meint seit einigen Monden, sich in einem Cardio-Kraft-Training beweisen zu müssen. In den Räumlichkeiten, in denen das Gen 2x pro Woche befriedigt wird, steht eine kleine Kompaktanlage, auf der Radio oder eben 70er/80er Pop-CDs laufen. Is' okay, ganz angenehm. Es trug sich nun eines Tages zu, dass eine junge top geschminkte und geruchsvoll nasensympathisch parfümierte Dame im Spaghettiträgerkostüm samt oberschenkelschneidender Pressleggings mit ihrem dünnen 1,90 m-Lebenspartner an den Geräten ächzend nach Bemusterung meiner Montur - Morbid Tales-Shirt, Oberhaare länger, Haare im Gesicht - von "endich mal ein Mettler" faselte und dann von ihren Bands sprach. Sie meinte lüstern schwitzend, das Laufrad unter ihr zerberstend rotierend, ".. etwas Rahahammsteiheinn oder Bluhuuhutengeeel oder Brzlwaschl (irgendein schwarzweiß geschminkter Gothicheinz, keine Ahnung), boah, das wär jetzt 'ne geile Abfahrt... gell Schatz". Ihr blasstöniger Freund würgte ein verlegenes "Jahaaaa, mein Haaaseee..." unter dem rhythmischen Klackern der Beinpresse hervor. Mein Antlitz hat kurz milde gelächelt ob der famosen Bands und ich bin, meine In-Ears in jenige gekonnt rasch popelnd, zum Bankdrücken mit einer Runde alter Destruction geschwebt. "Curssseeeee the Gooooddds!" 
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Siebi
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von salisbury » Mittwoch 11. November 2015, 19:56
Siebi hat geschrieben: Mein sportliches Gen meint seit einigen Monden, sich in einem Cardio-Kraft-Training beweisen zu müssen. 
Hihi, seit dem ARMORED SAINT-Gig vielleicht?
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von salisbury » Mittwoch 11. November 2015, 20:16
Potti hat geschrieben:Ich komme zwar auch aus einer Arbeiterfamilie aber mir hat es an nix wichtigem gefehlt und Probleme mit meinen Eltern hatte ich auch nicht. Zudem war ich Ende der 80er auch noch ziemlich unpolitisch, also gegen was hätte ich da rebellieren sollen? Auch als wir die ersten Metalschuppen im Ruhrpott besuchten, hatte ich nicht wirklich das Gefühl das hier gerade was echt rebellisches abgeht . (wohl im Gegensatz zu Siebi, aber das war ja wohl auch eine andere Zeit und ein anderer Ort)
Aah, cool, ich habe auch so Ende der 80ger angefangen, mich für Metal zu interessieren und mir ging es das sehr ähnlich wie Dir. "Rebellisch" war daran überhaupt nichts. Nicht bei den Eltern (mein Vater fand es cool, dass der Junge sich die Haare wachsen lässt), auch nicht in der Schule (kein einziger Lehrer hat je etwas zu unseren Metal-Hefchen, den Krakelschrift-Logos auf den Mäppchen und den bunten Krakelschrift-T-Shirts gesagt; ausser bezeichnenderweise unser GRÜNEN-Parteimitglied und Religions-Leher, der das alles voll schlimm fand  ), auch nicht sonst so. Niemand hat hier im Entferntesten an Politik gedacht. Auflehnung gegen Establishment? Hahaha, unser ersten Konzert war SLAYER/MEGADETH/TESTAMENT/SUICIDAL beim "Clash Of The Titans" in der Hans-Martin-Schleyer-Halle (!). Da stand sogar was drüber in der Bravo. Das Runterlassen des riesigen umgedrehten Kreuzes fanden wir alle cool, kein einziger von uns sah darin jedoch eine religiöse Botschaft oder sonstwas esoterisches oder gar rebellisches. Die Eltern ham uns hingefahren und abgeholt. Wer weiß, wir haben uns vielleicht sogar stark und sogar ein wenig "rebellisch" gefühlt, de facto es war aber nur einfach Kiddie-Spaß an martialischem Krach, an den ich mich sogar noch heute erinner. Die metallische Rebellion indes muss in einem Land zu einer Zeit stattgefunden haben, die weit weg von meiner (Südwestdeutschland; Ende der 80iger) war, ich habe sie auch nach SLAYER auf keinem einzigen Konzert oder Festival oder in der geliebten Rofa Ludwigsburg, erlebt und bin auch irgendwie gar nicht böse drum.
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 11. November 2015, 20:57
salisbury hat geschrieben:ausser bezeichnenderweise unser GRÜNEN-Parteimitglied
Jau, das ist in der Tat bezeichnend. Die sind für mich dementsprechend auch seit Äonen mein politisches Feindbild #1, bis heute, und auf immerdar! Was sehne ich den Tag herbei an dem diese Organisation und alles für das sie steht, nurmehr Randnotiz der Geschichte ist. Hach, wenn man sich die Welt malen könnte... oder radieren... Als Rebell habe ich mich übrigens auch nie gefühlt. Spätestens mit der zweiten BM-Welle ging jedoch durchaus ein sehr deutliches Abgrenzen von allem einher, was ich für normales Verhalten von Jugendlichen hielt. Sprich: Für mich war und ist Metal stets eher Eskapismus als Rebellion. Auf keinen Fall wollte ich damals irgendwo dazu gehören oder so sein wie die Gleichaltrigen. Parties feiern, sich betrinken, Mädels hinterherlaufen, Discos besuchen... das war alles etwas für normale Leute, und zu denen wollte man definitiv nicht gehören. Irgendwie hat sich das bis dato nicht groß geändert. Auf dem Trip bin ich dann wohl hängen geblieben.
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von salisbury » Mittwoch 11. November 2015, 21:14
Ich bin jetzt total verwirrt... Holg, kannst Du mir bitte erklären, was an dieser Optik so abstoßend sein soll?  Vier langhaarige skandinavische Metaller, ein kurzhaariger in der Mitte. Vor allem im Vergleich mit diesem Bild, das auch vier ähnlich gekleideter langhaariger und einen Kurzhaarigen in derm Mitte zeigt :  Beides die ersten Google-Treffer der jeweiligen Bands. Sorry ich weiss nicht wie man hier Bilder kleiner macht... Wirklick, ich raff's echt nicht...
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von Marauder » Mittwoch 11. November 2015, 21:20
Siebi hat geschrieben:Es trug sich nun eines Tages zu, dass eine junge top geschminkte und geruchsvoll nasensympathisch parfümierte Dame im Spaghettiträgerkostüm samt oberschenkelschneidender Pressleggings mit ihrem dünnen 1,90 m-Lebenspartner an den Geräten ächzend nach Bemusterung meiner Montur - Morbid Tales-Shirt, Oberhaare länger, Haare im Gesicht - von "endich mal ein Mettler" faselte und dann von ihren Bands sprach. Sie meinte lüstern schwitzend, das Laufrad unter ihr zerberstend rotierend, ".. etwas Rahahammsteiheinn oder Bluhuuhutengeeel oder Brzlwaschl (irgendein schwarzweiß geschminkter Gothicheinz, keine Ahnung), boah, das wär jetzt 'ne geile Abfahrt... gell Schatz". Ihr blasstöniger Freund würgte ein verlegenes "Jahaaaa, mein Haaaseee..." unter dem rhythmischen Klackern der Beinpresse hervor. Mein Antlitz hat kurz milde gelächelt ob der famosen Bands und ich bin, meine In-Ears in jenige gekonnt rasch popelnd, zum Bankdrücken mit einer Runde alter Destruction geschwebt. "Curssseeeee the Gooooddds!" 
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von Siebi » Mittwoch 11. November 2015, 22:19
salisbury hat geschrieben:Siebi hat geschrieben: Mein sportliches Gen meint seit einigen Monden, sich in einem Cardio-Kraft-Training beweisen zu müssen. 
Hihi, seit dem ARMORED SAINT-Gig vielleicht? 
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von salisbury » Mittwoch 11. November 2015, 22:26
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Die Band Sabaton ist schon eine sehr gewaltige Reizfigur für die Szene, und ich kann durchaus auch nachvollziehen, was dich und viele andere Leute an der Band stört.
Nach 1 h 15 SABATON hören bin ich nun vollends erstaunt. Warum SABATON? Warum wird das so gehasst? warum wird das so geliebt? Ich versteh das bei BURZUM oder bei CANNIBAL CORPSE oder ansatzweise bei RHAPSODY, aber SABATON? Das ist so medioker in der Metal-Einheits-Suppe umherdümplend, für mich okay zum Hören, zu wenig zum Kaufen, zu normal zum sich drüber aufregen und alle gestandenen Metaller reiben sich dran? Kann das sein, dass ihr alle so wie ich bis vor ein paar Minuten nur diesen Auschwitz-Song kennt und anhand dessen urteilt? Das ist jedenfalls (bislang) das einzige, bei dem ich vorstellen könnte, dass man sich dran stört, aber sonst? Ich seht mich verblüfft. Aber ich hab ja noch 2 1/2 Stunden SABATON vor mir 
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von Siebi » Mittwoch 11. November 2015, 22:31
salisbury hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Die Band Sabaton ist schon eine sehr gewaltige Reizfigur für die Szene, und ich kann durchaus auch nachvollziehen, was dich und viele andere Leute an der Band stört.
Nach 1 h 15 SABATON hören bin ich nun vollends erstaunt. Warum SABATON? Warum wird das so gehasst? warum wird das so geliebt? Ich versteh das bei BURZUM oder bei CANNIBAL CORPSE oder ansatzweise bei RHAPSODY, aber SABATON? Das ist so medioker in der Metal-Einheits-Suppe umherdümplend, für mich okay zum Hören, zu wenig zum Kaufen, zu normal zum sich drüber aufregen und alle gestandenen Metaller reiben sich dran? Kann das sein, dass ihr alle so wie ich bis vor ein paar Minuten nur diesen Auschwitz-Song kennt und anhand dessen urteilt? Das ist jedenfalls (bislang) das einzige, bei dem ich vorstellen könnte, dass man sich dran stört, aber sonst? Ich seht mich verblüfft. Aber ich hab ja noch 2 1/2 Stunden SABATON vor mir 
Ein neuer Fan ward geboren. Warum nur wundert mich das nicht?
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von salisbury » Mittwoch 11. November 2015, 22:37
Siebi hat geschrieben:Ein neuer Fan ward geboren. Warum nur wundert mich das nicht?
Ich glaub nicht, dass ich Fan der Truppe werde. Dafür ist sie einfach nicht extraordinär genug. Ich will aber einfach endlich endlich mal genauer wissen, über was man sich so endlos den Mund zerfusselt und versuche das "Phänomen SABATON" zu verstehen. Ich traue mir dabei nicht zu, das mal über ein kurzes Reinzappen in die Musik zu schaffen. Dafür bin ich zu gewissenhaft.
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