Musikalische Erkenntnis des Tages

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 28. Februar 2016, 00:54

Havoc hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Es muss zwar nicht immer am VÖ-Tag sein, aber das "kommt eh ungehört ins Haus"-Feeling habe ich schon bei sehr, sehr vielen Bands. Gut, dass nicht jede von ihnen jährlich eine neue Scheibe macht.


Allerdings. Die Zeit rennt einfach immer schneller. Es kommt mir überhaupt nicht so vor, dass z.B. die letzten Scheiben von REDEMPTION und auch MOONSORROW bereits 5 Jahre her sind. Krass!
Tja. So ist das halt.


Und die letzte Cirith Ungol 25 Jahre. Das wär mal an der Zeit... :grins:
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Sonntag 28. Februar 2016, 02:31

Rüdiger Stehle hat geschrieben: dass das Interview im Deaf Forever mit Joey durchaus auf ein Authentizitätsproblem schließen lässt.


Hihihi, jetzt muss ich aber schmunzeln, da befinden sich ja drei meiner Vorurteile in einem Satz. DEAF FOREVER -> Authentizität -> Problem. Ich war ja heut versucht, ein DF zu kaufen, aber ich glaub, das hätt mich wieder genervt...
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 28. Februar 2016, 08:27

salisbury hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben: dass das Interview im Deaf Forever mit Joey durchaus auf ein Authentizitätsproblem schließen lässt.


Hihihi, jetzt muss ich aber schmunzeln, da befinden sich ja drei meiner Vorurteile in einem Satz. DEAF FOREVER -> Authentizität -> Problem. Ich war ja heut versucht, ein DF zu kaufen, aber ich glaub, das hätt mich wieder genervt...


Thommy, kauf das Ding. Es ist ein echt gutes Heft mit tollen Artikeln.

Und Joey werden keinerlei Vorwürfe gemacht. Im Gegenteil. Das ist ein sympathisches und positives Interview. Er gibt aber einfach völlig verblüffend offen zu, dass er Texte singt, die er nicht geschrieben hat, und deren Inhalt ihm völlig egal ist, den er sich nicht einmal bemüht zu verstehen und zu dem er auch nichts sagen kann, weil es ihm ausschließlich darum gehe, eine perfekte Gesangsdarbietung abzuliefern. Er beschreibt halt ohne jedes Blatt vor dem Mund genau das, was viele Leute im und am Business stört, nämlich dass Anthrax keine Band von Kumpels ist, die eine gemeinsame Vision und ideologische Basis hat, sondern eine Geschäftsbeziehung mit dem Ziel für sich selbst eine optimale Leistung und für die Fans ein optimales Produkt zu liefern.

Sprich: Joey ist 100% ehrlich und authentisch indem er zugibt, dass seine Band nicht den mythischen Authentizitätskriterien der Szene entspricht. Das ist irgendwie desillusionierend und faszinierend zugleich. Meinen Respekt hat der Mann auf jeden Fall!

Die Scheibe hat übrigens im Heft 8 Punkte und Joey wird komplett positiv behandelt und als ehrlich, bescheiden und reflektiert gelobt. So viel also zu der von dir offenbar befürchteten Szenewächterei.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Sonntag 28. Februar 2016, 14:08

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Er gibt aber einfach völlig verblüffend offen zu, dass er Texte singt, die er nicht geschrieben hat, und deren Inhalt ihm völlig egal ist, den er sich nicht einmal bemüht zu verstehen und zu dem er auch nichts sagen kann, weil es ihm ausschließlich darum gehe, eine perfekte Gesangsdarbietung abzuliefern.


Wow! Der Mann ist mir hochsympathisch! Ich muss jetzt ja nicht extra erzählen, dass das fett gedruckte der für mich weitaus wichtigstere Aspekt ist beim Musizieren? Was hilft es schon, ob einer sich mir den Inhalten/Texten identifiziert, wenn es kacke klingt? Aber wenn es gut klingt, warum (und wie?) soll ich entscheiden ob es so gut klingt, weil er so sehr zu den Inhalten/der Musik steht, oder ob der Musiker einfach ein Vollprofi ist?

Ich hör grad 'Hell Beyond Hell' von PARAGON. Ich kann nur hoffen, dass keiner der Musiker zu solchen plakativen klischeehaften Dummtexten "steht". Aber die Herren erfüllen ihre Rolle, die sie als Teutonenmetal-Band spielen (müssen? wollen? sollen? - wer kann das schon entscheiden?), sehr gut. Deswegen fühle ich mich unterhalten. Sind die jetzt "authenisch"? I could not care less.

Ach ja, ich werd das Heft mitnehmen, wenn ich das nächste mal am Kiosk vorlaufe und es vorrätig ist ;-)
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 28. Februar 2016, 14:21

Thommy, mach doch um den Begriff nicht so ein Bohei. Ich hab das nicht als Kritik an Belladonna erwähnt, und auch im DF wird er dafür nicht kritisiert. Vielmehr wird seiner Offenheit allerorten mit Respekt begegnet, weil so viele Bands, die es ganz genau gleich machen, es nie offen aussprechen würden, um diese Authentizitätsdebatte eben nicht loszutreten.

Was mich angeht, habe ich die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die ihre Musik mit starker innerer Überzeugung machen, auf mich oft intensiver wirken, als Menschen, von denen ich das Gefühl habe, dass sie dies nicht täten. Wobei die Intensität und Authentizität sich eben nicht nur auf Texte und Inhalte beziehen muss, sondern sich auch auf genau das beziehen kann, was du oben hervorhebst, nämlich darauf, richtig geile Musik zu machen, und zwar so gut man nur kann. Das ist auch eine Art ehrlicher Hingabe.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 28. Februar 2016, 14:22

salisbury hat geschrieben:Ach ja, ich werd das Heft mitnehmen, wenn ich das nächste mal am Kiosk vorlaufe und es vorrätig ist ;-)

Das aufreizende Cover macht es unübersehbar...
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Sonntag 28. Februar 2016, 14:53

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Thommy, mach doch um den Begriff nicht so ein Bohei.


Also ich hab doch damit nicht angefangen, sondern erst versucht, darüber zu diskutieren, also es für ein unerträgliches Maß an Nervigkeit erreicht hat. Das war das DF-Frauenspecial.

So ein bischen negative Gänsehaut habe ich auch bei Rafs DESTRUCTOR_Review bekommen. Dieses zwanghafte Einbauen der Worte "ehrlicher Metal", "Attitüde" ist irgendwie übertrieben. Nur "authentisch" hat er vergessen. Warum muss man das immer extra betonen, wenn es um traditionellen Metal geht und warum nur da? Fühlt man sich schlecht oder ist das einem so peinlich, dass man extra betonen muss: "der singt zwar schief, aber dafür ist es "echt"? Und woher weiß er, wie "echt" die sind? Ach, ja klar, natürlich, das fühlt man ja. Oder eben nicht. Und wenn man es nicht so fühlt, was dann? dann ist man halt kein "echter" Metaller? So wird's suggeriert.
Ja, ich find es reichlich albern, Musik nach vermeitlicher Echtheit zu sortieren und dies dann auch noch in eine gewisse Soundrichtung drücken zu wollen. Das hat was von Ideologie und ich hab eine Aversion gegen ideologisch geprägte Beurteilungen. Davon gibt es in der aktuellen Politik traurigerweise schon mehr als genug und brauche sowas nicht auch noch in der Musik. Dazu kann ich wunderbar auch Musik hören ohne dass mir eine elitäre Klasse an Musikjournalisten (und so kommen mir manche DF-Leute einfach rüber) mir erklärt, dass das was ich höre auch "echt" ist. Das gilt auch für DESTRUCTOR. So, das musste mal raus...
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Havoc » Sonntag 28. Februar 2016, 15:01

Ich sehe das ziemlich ähnlich. Dieses Ganze "Echtmetall...Authentizitäs-Getue" fand ich auch eher albern.
Zumal die Grenze von Authentisch zu Albern auch eine sehr schmale ist. Bands wie WATAIN oder auch PRIMORIDAL
kann man sehr authentisch finden...wenn man sie sich genauer betrachtet aber auch albern wenn man will.
Mich juckt sowas allerdings auch kaum. Die Musik muss passen.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 28. Februar 2016, 16:46

salisbury hat geschrieben:So, das musste mal raus...

Mal?
O_o

Ich hab irgendwie das Gefühl, dass dich das gar nicht mehr los lässt...
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 28. Februar 2016, 17:13

Ich glaube diese Diskussion führen wir noch in 10 Jahren, weil es ganz offensichtlich komplett unterschiedliche Ansätze gibt, weshalb man Heavy Metal (und Musik generell) so gerne hört. Ich finde Scheiben ja nicht automatisch schlechter, nur weil der Sound "gut" ist. Dann dürfte ich etliche Lieblinge nicht toll finden. Offenbar sind meine Minimalanforderung an Klang aber niedriger als bei Euch. Ich versuche jetzt auch nicht erneut den Ansatz zu erklären, weshalb mich manchmal vermeintlich toller Klang stört und weshalb dies bei mir auch manchmal die Authentizität aufkommen lässt. Manchmal ist für mich halt weniger einfach mehr und gerade bei herkömmlichen Heavy Rock geht in meinen Ohren eben ganz viel Gefühl durch aufgeblasenen Soundklimbim verloren. Da werden die Emotionen eben weg gekleistert.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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