Musikalische Erkenntnis des Tages

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Montag 29. Februar 2016, 03:01

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
salisbury hat geschrieben:Mir kommt BEYOND THE BLACK (läuft grad mal wieder ;-) ) so dermaßen echt, emotional und ehrlich vor, dass ich immer einen Endorphinschub bekomme.

Dazu muss ich abschließend noch was los werden:

Wenn das so ist, was mich für dich und die Band sehr freut, dann empfindest du also BEYOND THE BLACK als authentische Band und du freust dich auch explizit genau darüber, dass die Band auf dich so ehrlich, echt und emotional wirkt, dass dir genau das Endorphinschübe beschert. Das ist ganz großartig!
[/quote]

Haha, oje, Eigentor. Dabei war mein BTB-Kommetar eigentlich sehr zynisch gemeint. Ich hab da doch extra dieses Promozettel-Vokabular benutzt und zu demonstrieren, wie doof das eigentlich klingt...

Aber ich denke da die nächsten Tage mal drüber nach. Offenbar rege ich mich tatsächlich über eine Nichtigkeit auf und verhalte mich darüber hinaus auch noch auf eine ähnliche Weise wie die, die ich verurteile. Ja, ich verstehe. Generischer Thrash uns so. Biederer Metal. Abgrenzung. Glashaus. Kann sein, dass ihr recht habt. Siehe vorheriger Post am Ende. Gute Nacht, ihr Lieben!
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Montag 29. Februar 2016, 03:12

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Mit Elitismus und Ausgrenzung hat es nur zu tun, wenn man es anderen Bands abspricht, auf ihre Fans und ihre Zielgruppe ebenso echt und ehrlich wirken zu können.


Genau dies tut das Hauptsprachrohr des DEAF FOREVER, Vorwort der Ausgabe mit Elin Larsson auf dem Cover + dazugehöriger Artikel. Ganz besonders ein Interview mit einer dieser truen Damen. Ich glaube, der Redakteur war Trummer. Ich habe das Heft nimmer, deshalb kann ich es nimmer spezifizieren. :-/
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 29. Februar 2016, 17:25

salisbury hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:
salisbury hat geschrieben:Mir kommt BEYOND THE BLACK (läuft grad mal wieder ;-) ) so dermaßen echt, emotional und ehrlich vor, dass ich immer einen Endorphinschub bekomme.

Dazu muss ich abschließend noch was los werden:

Wenn das so ist, was mich für dich und die Band sehr freut, dann empfindest du also BEYOND THE BLACK als authentische Band und du freust dich auch explizit genau darüber, dass die Band auf dich so ehrlich, echt und emotional wirkt, dass dir genau das Endorphinschübe beschert. Das ist ganz großartig!

Haha, oje, Eigentor. Dabei war mein BTB-Kommetar eigentlich sehr zynisch gemeint. Ich hab da doch extra dieses Promozettel-Vokabular benutzt und zu demonstrieren, wie doof das eigentlich klingt...

Aber ich denke da die nächsten Tage mal drüber nach. Offenbar rege ich mich tatsächlich über eine Nichtigkeit auf und verhalte mich darüber hinaus auch noch auf eine ähnliche Weise wie die, die ich verurteile. Ja, ich verstehe. Generischer Thrash uns so. Biederer Metal. Abgrenzung. Glashaus. Kann sein, dass ihr recht habt. Siehe vorheriger Post am Ende. Gute Nacht, ihr Lieben!


:dafuer:

Es will dir keiner was Böses, aber ja, ich glaube - wir glauben - dass du hier aus einer Mückrobe einen Oliphanten machst, und dass du tatsächlich mit zweierlei Maß misst, indem du eine anderen Menschen eben wichtige subjektive Wahrnehmung verurteilst, und dabei selbst zu Pauschalierungen und elitären Wendungen greifst. Und das Argument "wie du mir..." ist meist ein eher schlechtes.

salisbury hat geschrieben:Genau dies tut das Hauptsprachrohr des DEAF FOREVER, Vorwort der Ausgabe mit Elin Larsson auf dem Cover + dazugehöriger Artikel. Ganz besonders ein Interview mit einer dieser truen Damen. Ich glaube, der Redakteur war Trummer. Ich habe das Heft nimmer, deshalb kann ich es nimmer spezifizieren. :-/

Ich bin nicht der Apologet des Deaf Forever und auch mir selbst geht es bisweilen so, dass mich die eine oder andere szenepolitische Position von DF-Kollegen nervt. Aber zum einen ist das eben nicht dauernd so, wie du andeutest (ich hab ja die ganzen untruen und unauthentischen Bands genannt, die im DF auch stattfinden und eben nicht verrissen werden), zum zweiten sollte es kein Anlass sein, deshalb die wirklich tolle, informative und begeisternde Arbeit zu ignorieren, die viele Kollegen aus dem Heft leisten, um auf großartige Bands aufmerksam zu machen; und zu guter Letzt meine ich, dass du völlig überziehst, wenn du aus einigen grenzwertig szenedünkeligen Aussagen von DF-Redakteuren gleich auf das ganze Heft und mehr noch, auf die ganze traditionsmetallische Szene Rückschlüsse ziehst. Das ist einfach too much, zu verbittert, zu unsachlich, und es kapiert hier gerade niemand, was dich dazu bringt. Kann ja nicht sein, dass das daher kommt, dass Holg Rhapsody für Sahnetorte mit Zuckerguss handelt und ich Anathema für Fahrstuhlmusik.

NP:
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Montag 29. Februar 2016, 20:17

Rüdiger du meine Stimme der Vernunft! Ich geb dir in allen Punkten recht. Manchmal laufe ich scheinbar in gedankliche Sackgassen. typisches Problem eines Kopfmenschen😁.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Siebi » Montag 29. Februar 2016, 22:48

Polemik, Süffisanz und das Spielen mit Worten finde ich sehr gut, bitte ALLE beibehalten, die es so halten wollen.

Wenn ich etwas musikalisch als Rotz empfinde, dann schreib ich das bei Belieben, ist wie das gesprochene Wort unter Bekannten. Basher, Scheuklappenträger, tolle Begriffe, die nur einen Teil Siebis beschreiben, analog zu Trällerelsen, oder, wie durfte ich gerade schmunzelnd lesen, Dream Theater machen nun Rosamunde-Pilcher-Prog. Das ist einfach ein witziges Statement, ein überdrehter Vergleich oder Ausdruck einer Enttäuschung.

Bei Wertung von Musik in einem Forum ist kein wissenschaftlicher Diskurs vonnöten, hier geht es um ehrliche Meinung, kurz und knackig. Natürlich sehe ich mich im Stande, einen Diskurs auf höchstem sprachlichen Niveau führen zu können. Aber, wem bringt dies etwas?

Ob ein Sparchrohr, ein Magazin oder mein bester Spezl beim Hören von Musik ebenno empfindet, ist mir vollkommen egal. Mein Geschmack und meine Wertung zählen und trotzdem kann ich, gute Kinderstube vorausgesetzt, meine Worte in rhetorisch best passendes Gewand kleiden ohne einen Fan zu verletzen. Wer aber leidglich das Ziel des "Verletztens" oder "Austeilens" verfolgt, der hat meiner Meinung nach einen an der Waffel.

Der Mensch zählt, seine Persönlichkeit und Musik ist das Elixir, über das sich in einem Musikforum oder unter Musikliebhabern lustig streiten lohnt, aber nicht auf Kosten der Wertung des Menschen, der den Schrott oder das beste seit Erfindung der Stromgitarre hört. "Schrott hören" ist ungleich "Volldepp". Das kommt mir vor wie eine ehemalige Mathe-Lehrkraft, die Schüler mit schlechten Noten auch als Idioten abseits des Fachs behandelte. Völlig am Ziel vorbei geschossen, für einen Pädagogen sogar noch eklatanter, solle er doch die Entwicklung und Persönlichkeitsförderung des Heranwachsenden anstreben.

Zum Thema. Die neuen Scheiben von Magnum, Entombed A.D., Gehennah und Anvil hauen alles weg. Jaja, ich weiß, ist natürlich quatsch als absolute Aussage, aber, ihr wisst, wie es gemeint ist. Und Dartagnan ist V.O.L.L.R.O.T.Z., ohne Quatsch, habe fertig! :grins:
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Drumtier » Montag 29. Februar 2016, 23:00

Wird nicht "authentisch" in gewisser Weise auch als musikalisch beschreibendes, sozusagen objektives Adjektiv verwendet? Wenn ich in einem Review von "authentischem Death Metal" lese, denk ich mir, dass ich keine technischen oder genreübergreifenden Exzesse erwarten soll. Also Authentizität wie "Echtheit im Sinne von „als Original befunden“." (Wir hatten ja schon einmal die Wikipedia-Definition). Das Original des Death Metal von Ende der Achtziger ist als Referenz bekannt und hilft die neue, beschriebene Band einzuordnen. Im Heavy Metal ist das doch genauso meines Wissens und falls/wenn/weil es viele Bands gibt, die heute noch gern diesen Orginalsound des Heavy Metal hören und spielen, wird auch dieses scheinbare Reizwort "Authentizität" öfter bemüht. Als musikalische Erklärung und sicher auch als gewisse Antithese der Anhänger zu diversen wechselnden Trends und Strömungen aber daran ist doch an sich noch nichts schlimm?
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Dienstag 1. März 2016, 01:01

Siebi hat geschrieben:Polemik, Süffisanz und das Spielen mit Worten finde ich sehr gut, bitte ALLE beibehalten, die es so halten wollen.


Ich habe glaub ich ein paar Leute etwas genervt, die meine Freunde sind, und bin froh, dass sie das mal direkt gesagt haben. Ich mag es direkt und möchte nicht zwischen Zeilen lesen. Ich werde in nächster Zeit ein wenig aufpassen. Das letzte, was ich hier möchte, ist Leute nerven. Ich hoffe, das wird für dich dann nicht zu brav hier ;-) .
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Dienstag 1. März 2016, 01:30

Drumtier hat geschrieben: Als musikalische Erklärung und sicher auch als gewisse Antithese der Anhänger zu diversen wechselnden Trends und Strömungen aber daran ist doch an sich noch nichts schlimm?


Drumtier, das verstehe ich so wie Du es meinst. Aus rein musikalischer oder historische Sicht macht der Begriff Sinn. Was ich nicht verstehe ist aber was anders, und wenn ich das alles richtig verstehe, geht es begrifflich und die Autentizität der Musiker (nicht der Musik). Und um deren Haltung zu ihrer Musik. Hier komm ich einfach gedanklich nicht rein. Ich spiele selbst bisweilen hobbymäßig Musik, manchmal auch mit Rüdiger. (Kacke, jetzt verkrall ich mich ja schon wieder in dem Thema). Aber ich habe lange gegrübelt, ob ich dabei eine besondere Attitüde als Person gegenüber unserer Musik habe. Öhem, nö. Ich möchte Spaß haben. Ich möchte gute Musik machen, ich möchte vielleicht sogar, dass es andere gut finden. Aber einen größeren übergeordneten Spiritus? Ähem, nein, irgendwie find ich da nichts. Ist das jetzt schlecht? Fehlt mir da jetzt was? Muss man, wenn man z.B. Death Metal spielt, eine "Death-Metal-Attitüde" haben? Und jetzt wirds noch bunter, wie kann jemand, der mich nicht kennt, wissen was für eine Attitüde ich habe, oder dass ich keine habe, und wie kann, noch einen Schritt weiter, ein Fremder diese (Nicht)Attitüde gar noch als "richtig" oder "falsch" beurteilen?

Ich kann mich an einen Satz erinnern, den ich schon häufiger gelesen habe. Hier? Im Deaf Forever? AUf Facebook? Ich glaub überall. "Diese Band hat die richtige Attitüde". Hier geht mein Gehirn auf Gedankenverhedderung, ich bekomme es nicht zusammen, wie ich es auch drehe und wende, ich renne gegen eine Wand aus Unlogik. Ich finde, den Satz kann man nicht sagen. Schon gar nicht ohne einen Zusammenhang zu erläutern.

Moment mal, kann das vielleicht mit diesem Okkult-Gedöns zusammenhängen? Selim Lemouchi z.B? Der hatte doch immer solche komischen Erleuchtugen, wo der Antikosoms mit ihm geredet hat oder so. Oder der Sabbathi von YEAR OF THE GOAT, der fühlt hier auch so überirdischen Kram beim Musikmachen. Vielleicht ist es ja das?

Sorry, alle anderen, ich wollte das wirklich nicht mehr aufbringen, aber ich hasse einfach ungelöste Rätsel...
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 1. März 2016, 03:46

salisbury hat geschrieben:
Siebi hat geschrieben:Polemik, Süffisanz und das Spielen mit Worten finde ich sehr gut, bitte ALLE beibehalten, die es so halten wollen.


Ich habe glaub ich ein paar Leute etwas genervt, die meine Freunde sind, und bin froh, dass sie das mal direkt gesagt haben. Ich mag es direkt und möchte nicht zwischen Zeilen lesen. Ich werde in nächster Zeit ein wenig aufpassen. Das letzte, was ich hier möchte, ist Leute nerven. Ich hoffe, das wird für dich dann nicht zu brav hier ;-) .


Es hat keiner ein Problem damit, wenn du deine Meinung gerne auch pointiert und süffisant zum Ausdruck bringst. Du darfst auch gerne die einen oder anderen traditionsmetallischen Gralsritter doof finden. Mir, und ich denke auch Holg, ging es nur darum, dass sich aus deinen Beiträgen ein Aufbau einer undifferenzierten Front gegen eine ganze Szene herauslesen ließ, die eben ein wichtiger Teil unseres Magazins und unseres Forums ist, und der wir uns eben ein gutes Stück weit zugehörig fühlen. Wir selbst finden ja manche Facetten dieser Szene albern und ärgerlich, das kann man auch alles so sagen, ohne den Eindruck zu erwecken, dass es unüberwindliche Mauern zwischen Blautiertum und Traditionsmetallertum gäbe.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 1. März 2016, 04:23

salisbury hat geschrieben:Was ich nicht verstehe ist aber was anders, und wenn ich das alles richtig verstehe, geht es begrifflich und die Autentizität der Musiker (nicht der Musik). Und um deren Haltung zu ihrer Musik. Hier komm ich einfach gedanklich nicht rein.

Für mich ist der Musiker einfach dann authentisch, wenn er mir den Eindruck vermittelt, das gerne und aus Überzeugung zu tun, was er macht. Ob diese Hingabe aus reiner Liebe zur Musik resultiert, ob sie teils narzisstisch motiviert ist, ob sie einer politisch-ideologischen Zielsetzung folgt, das ist mir insoweit erst einmal egal. Ich habe halt oft das Gefühl, dass Menschen mit einer starken Identifikation gegenüber ihrer Kunst, auf mich intensiver und radikaler wirken als Menschen, die "nur" Kunsthandwerker sind. Wäre ich Sammler von Schnitzereien, dann könnte ich mir vorstellen, dass mich eine Heiligenfigur eines tief Gläubigen mehr berührt, als die serienproduzierte Heiligenfigur aus dem Andenkenladen in Altötting. So als unbeholfener Vergleich. Deswegen habe ich ja auch ein Faible für Musik von Extremisten jeglicher Couleur. Ich meine da, eine radikale Intensität zu spüren, die eine über das passionierte Musikertum hinaus gehende Identifikation mit dem eigenen Wirken greifbar macht, die ich spannend finde. Der nietzschesche Blick in den Abgrund mit dem zurück blickenden Abgrund...

Ich spiele selbst bisweilen hobbymäßig Musik, manchmal auch mit Rüdiger. (Kacke, jetzt verkrall ich mich ja schon wieder in dem Thema). Aber ich habe lange gegrübelt, ob ich dabei eine besondere Attitüde als Person gegenüber unserer Musik habe. Öhem, nö. Ich möchte Spaß haben. Ich möchte gute Musik machen, ich möchte vielleicht sogar, dass es andere gut finden. Aber einen größeren übergeordneten Spiritus? Ähem, nein, irgendwie find ich da nichts. Ist das jetzt schlecht?

Wenn du Spaß haben und mit Freunden zusammen gute Musik machen willst, die dir selbst und anderen gefällt, dann ist das für mich bereits eine derart weitgehend identifizierende Haltung der eigenen Musik gegenüber, die für mich völlig ausreicht, um mir als absolut 100% authentisch zu gelten. Einen übergeordneten Spiritus braucht es dafür meines Erachtens nicht, aber er schadet auch nicht.

Wenn du mich fragst, was ich mit unserer Musik verbinde, welche Attitüde und Einstellung ich dazu habe, dann muss ich sagen: Im wesentlichen die gleiche wie du. Wobei bei mir schon ein paar Aspekte mehr dazu kommen: Ich will eine Story erzählen und mit Leben erfüllen, die mich selbst bewegt und tief emotional anpackt. Und Hand aufs Herz, Thommy: Ich glaube, dass man das merkt, wenn ich z.B. "Gone" singe, dass das für mich viel mehr ist als nur ein Text, den ich halt geschrieben habe und singe. Jetzt ganz unabhängig davon, ob man meine Gesang mag oder nicht: Ich leg da schon viel mehr hinein als nur den handwerklichen Versuch "gut" zu singen.

Ich will außerdem meine zahlreichen Inspirationen aus bildender Kunst, Geschichte, musikalischen Einflüssen aufgreifen und daraus eine eigene Synthese bilden, mit welcher ich mich zu einer mich prägenden Tradition bekenne ohne dabei jemanden zu kopieren oder irgendwelche fremden Erwartungen zu erfüllen. Ich will das alles irgendwann (hoffentlich bald) in ein Gesamtwerk einfügen, mit dem ich mich künstlerisch und persönlich identifizieren kann, das insgesamt stimmig und wertig ist, und mit dem ich zufrieden sein kann. Und irgendwie habe ich die Hoffnung, dass es ein Ergebnis geben soll, das mich selbst erschüttert und bewegt, wenn ich es nach seiner Entstehung wieder anhöre. Jo. So in etwa. Szenedünkel, die Erwartungshaltungen von Szenen, generische Kodizes etc... sind für mich dabei aber egal. Dennoch verstehe ich meine Musik auch als klares Bekenntnis zu meinen musikalischen Wurzeln und zu der Tradition die mich geprägt hat.
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