Musikalische Erkenntnis des Tages

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Siebi » Dienstag 1. März 2016, 16:29

salisbury hat geschrieben:
Raphael Paebst hat geschrieben:
salisbury hat geschrieben:Man könnte wenn man wollte, auch Mille moralisch auf einen Sockel stellen, weil er ja aus Respekt vor seinen vielen Fans, immer noch die alten Klassiker spielt, die für diese die Welt bedeuten, obwohl er die ja persönlich gar nicht mehr so wichtig findet. Aber da er ja ein verantwortungsvoller Mensch ist und ihm die Fans so wichtig sind, tut er es vor lauter Selbstlosigkeit aber immer noch.

Schön geschrieben, oder? :grins:

Er tut es ja eben nicht aus Selbstlosigkeit, sondern aus sehr weltlichen Gründen. Schließlich spielt er seine Konzerte ja nicht umsonst oder für 5€, sondern verfolgt handfeste wirtschaftliche Interessen.


Na, klar, warum nicht das Musikalische mit dem Finaziellen kombinieren? Warum 5 Euro nehmen und etwas spielen, was die meisten nicht hören wollen, wenn man etwas spielen kann, für das tausende 30 Euro freiwillig geben und danach selig sind? Ich nenne das eine Win-Win-Situation. Alles andere wäre doch dumm, vor allem, wenn das Ziel nicht die musikalische Botschaft an sich ist, sondern das, eine gute Show zu liefern, oder nicht?

Das ist das, was ich Verarsche nenne, siehe Kiss oder jetzt dann Rainbow oder von mir aus auch der Metal Church-Howe-Hype. Man melke die Kuh, solange sie noch Gras frisst, weil die Fans die immer gleich lauwarme Milch genau so wollen. Jaja, das Showbusiness, eine unversiegbare Quelle der Freude. Ist zwar so, aber für mich ist es ein Pfuideife. :dagegen:
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Dienstag 1. März 2016, 16:47

Raphael Paebst hat geschrieben:Ja klar. Er ist ein guter Showman, also ein guter Dienstleister. Also spielt er das, was die meisten hören wollen und wofür sie am meisten Geld ausgeben, das ist aber nicht selbstlos, sondern guter Service.


Danke! Darauf habe ich abgezielt! Damit bin ich nämlich als Musikliebhaber in den allermeisten Fällen mehr als zufrieden. Und mehr noch: Am Ende ist das finale Produkt, egal ob selbstlos und als "Zweck an sich" fabriziert, oder mit dem Ziel, einen guten Service zu bieten, vom absoluten Wert her identisch. Für die meisten jedenfalls. Für den KREATOR-Fan, der 'Flag Of Hate' hören will, allemal. Und am Ende kommt auch der selbstlos agierende Musiker wie MAYFAIR-Rene oder Mark Shelton IMMER zu dem Punkt, an dem er dem Hörer etwas bieten muss. Beide Motivationen münden in ein und dasselbe: Du braucht eine anständige Verpackung, einen guten Sound, ein überzeugendes Produkt, ja, eine guten Service, sonst würde der Raf oder die Siebi oder der Holg oder das Blautier nämlich nie im Leben auf die Idee kommen, sich über diese Musiker überhaupt zu informieren und mit den Leuten über Mythologie oder Konzertplanung oder sonstwas zu unterhalten und würde auch gar nicht wissen, was die Motivation des Kunstschaffenden überhaupt ist. Oder nicht? Suchst Du etwa Musik aus, nur weil andere über diese schreiben, dass sie "authentisch" sei? Ich hoffe noch mal nicht, oder etwa doch?
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Dienstag 1. März 2016, 16:54

Siebi hat geschrieben:Das ist das, was ich Verarsche nenne, siehe Kiss oder jetzt dann Rainbow oder von mir aus auch der Metal Church-Howe-Hype. Man melke die Kuh, solange sie noch Gras frisst, weil die Fans die immer gleich lauwarme Milch genau so wollen. Jaja, das Showbusiness, eine unversiegbare Quelle der Freude. Ist zwar so, aber für mich ist es ein Pfuideife. :dagegen:


Ganz provokativ gefragt: sieht Du dich da also irgendie als etwas Besseres, Anderes, Besonderes? Zumidest rhetorisch stellst Du diese Fans, die dieses Pfuideife-Business mitmachen, auf eine niedrigere Stufe, auch wenn Du immer betonst, dass Du gerne jedem sein Plaisirchen gönnst? Aber irgendwie sind Dir ja auch diese Konzertgänger und nicht nur das Business per se ein Dorn im Auge, denn gerade im Musikbusiness bestimmt doch die Nachfrage massiv das Angebot. Wenn es die Leute nicht wollten, gäbe es die Veranstaltungen nicht, also warum ist das Pfuideife?
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Siebi » Dienstag 1. März 2016, 17:06

salisbury hat geschrieben:
Siebi hat geschrieben:Das ist das, was ich Verarsche nenne, siehe Kiss oder jetzt dann Rainbow oder von mir aus auch der Metal Church-Howe-Hype. Man melke die Kuh, solange sie noch Gras frisst, weil die Fans die immer gleich lauwarme Milch genau so wollen. Jaja, das Showbusiness, eine unversiegbare Quelle der Freude. Ist zwar so, aber für mich ist es ein Pfuideife. :dagegen:


Ganz provokativ gefragt: sieht Du dich da also irgendie als etwas Besseres, Anderes, Besonderes? Zumidest rhetorisch stellst Du diese Fans, die dieses Pfuideife-Business mitmachen, auf eine niedrigere Stufe, auch wenn Du immer betonst, dass Du gerne jedem sein Plaisirchen gönnst? Aber irgendwie sind Dir ja auch diese Konzertgänger und nicht nur das Business per se ein Dorn im Auge, denn gerade im Musikbusiness bestimmt doch die Nachfrage massiv das Angebot. Wenn es die Leute nicht wollten, gäbe es die Veranstaltungen nicht, also warum ist das Pfuideife?

O mei o mei, jetzt wieder "provokant gefragt". Oh weia, Sally, lassen wir es bitte. Du verstehst mich nicht, ich diskutiere mit Dir darüber nicht mehr schriftlich, es führt zu nichts.

Wenn Du aber es so willst, weil Du es scheinbar so willst, dann okay, Ja, bin ich was Besseres, der BESTE sozusagen, der Rest is' nix. ^.-
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Raphael Paebst » Dienstag 1. März 2016, 17:27

salisbury hat geschrieben:
Siebi hat geschrieben:Das ist das, was ich Verarsche nenne, siehe Kiss oder jetzt dann Rainbow oder von mir aus auch der Metal Church-Howe-Hype. Man melke die Kuh, solange sie noch Gras frisst, weil die Fans die immer gleich lauwarme Milch genau so wollen. Jaja, das Showbusiness, eine unversiegbare Quelle der Freude. Ist zwar so, aber für mich ist es ein Pfuideife. :dagegen:


Ganz provokativ gefragt: sieht Du dich da also irgendie als etwas Besseres, Anderes, Besonderes? Zumidest rhetorisch stellst Du diese Fans, die dieses Pfuideife-Business mitmachen, auf eine niedrigere Stufe, auch wenn Du immer betonst, dass Du gerne jedem sein Plaisirchen gönnst? Aber irgendwie sind Dir ja auch diese Konzertgänger und nicht nur das Business per se ein Dorn im Auge, denn gerade im Musikbusiness bestimmt doch die Nachfrage massiv das Angebot. Wenn es die Leute nicht wollten, gäbe es die Veranstaltungen nicht, also warum ist das Pfuideife?

Nunja, da sollten wir uns zunächst einmal an das erinnern, was Rüdiger vorhin geschrieben hat: Authentizität ist eine Facette, die in der Beurteilung und Wahrnehmung von Musik eine Rolle spielt, bei weitem nicht die wichtigste und auch nur extrem selten diejenige, die mich dazu bringt, mir etwas zum ersten Mal anzuhören.

Aber, um mal zu MAYFAIR zurückzukommen: Hätte ich den Rene nicht im SMB und an ähnlichen Stellen als extrem netten, authentischen Poster kennengelernt, hätte ich mir MAYFAIR vielleicht nicht angehört, ähnliches vielleicht auch im Falle einer Band wie LUNAR SHADOW, DEVIL oder AMULET. Da habe ich zunächst die Menschen gekannt und die Tatsache, dass ich sie sympathisch finde hat mich dazu gebracht, ihre Musik auch mal anzuhören. Wenn Menschen, die ich aufgrund ihres Auftretens im persönlichen Gespräch oder aus anderen Gründen schätze selbst Musik machen oder mir Musik empfehlen, sind das Gründe für mich, diese Musik anzuhören, genau wie es gute oder schlechte Rezensionen von einschlägigen Schreibern oder eine ganze Reihe anderer Gründe sein können. Suche ich deshalb krampfhaft die Review-Seiten eines Magazins nach dem Wort "authentisch" durch und kaufe mir die Platten blind? Natürlich nicht, denn letztendlich ist mir Authentizität beim Musikhören auch nicht so wichtig.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Dienstag 1. März 2016, 17:28

Siebi hat geschrieben:Wenn Du aber es so willst, weil Du es scheinbar so willst, dann okay, Ja, bin ich was Besseres, der BESTE sozusagen, der Rest is' nix. ^.-


Lieber Siebi, ich weiß, dass Du der Beste bist, da muss ich gar nicht provokativ fragen ;-) .

Und in deinem Text steht es so. Diese Leute wollen in Deinen Augen, "lauwarme Milch". Du willst offenbar kalte oder warme Milch. Weil sie Dir besser schmeckt, oder weil sie schwerer zu erwerben ist oder weil Kaltmichkühe authentischer sind? Keine Ahnung, meine Spekulation ;-) . Aber entscheidend ist, dass du glaubst dass Lauwarmmilch-Liebhaber sich verarschen lassen, also in gewisser Weise dumm sind, geleitet vom "Business", das pauschal böse und pfeideifel ist, was ich für ein Klischee halte. Du aber schaust dahinter, bis also schlauer, oder?

Ich glaube indes, dass sehr viele, die lauwarme Milch mögen, gerne auch mal kalte Milch probieren. Oder warme. Obwohl sie unpopulärer ist und niemand dafür wirbt. Ich möchte also lediglich entgegenen: So dumm ist das Mainstream-Vieh nicht. Und so dumm und ekelerregend sind auch die Serviceleister nicht, die das Mainstream-Vieh bedienen.

Was habe ich da so fundamental falsch verstanden, dass Du nicht mehr schreiben möchtest?
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Raphael Paebst » Dienstag 1. März 2016, 17:31

Aber nochmal zu dem RAINBOW-Beispiel: Wenn es dir lediglich um das fertige Produkt geht, Sally, würde es für dich dann einen Unterschied machen, ob da nun der gichtgeplagte Ritchie B. mit ein Paar unbekannten Mietmusikern seine alten Songs für 80€ zockt, oder ein talentierter unbekannter Gitarrist, der dank jüngerer Finger den alten RAINBOW-Sound deutlich besser aus der Klampfe holt, als der alte Mann mit seinem Rüschenhemd? Das rein objektive Hörerlebnis wäre bei der reinen Coverband schließlich besser.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Dienstag 1. März 2016, 17:36

Raphael Paebst hat geschrieben:Aber, um mal zu MAYFAIR zurückzukommen: Hätte ich den Rene nicht im SMB und an ähnlichen Stellen als extrem netten, authentischen Poster kennengelernt, hätte ich mir MAYFAIR vielleicht nicht angehört, ähnliches vielleicht auch im Falle einer Band wie LUNAR SHADOW, DEVIL oder AMULET. Da habe ich zunächst die Menschen gekannt und die Tatsache, dass ich sie sympathisch finde hat mich dazu gebracht, ihre Musik auch mal anzuhören. Wenn Menschen, die ich aufgrund ihres Auftretens im persönlichen Gespräch oder aus anderen Gründen schätze selbst Musik machen oder mir Musik empfehlen, sind das Gründe für mich, diese Musik anzuhören.


Du bescheibst hier eigentlich sehr gut das Prinzip eines Musik-Forums, dessen Essenz es ist, anderen Musiktips zu geben bzw sich selbst verlässliche Tips zu holen. Wenn der liebe Raf, der mir einen Tip gibt, weil er mich kennt und weiß was ich mag, höre ich das natürlich an und meistens gefällt es mir :). Ach, Du hättest Dir ruhig mal vorher MAYFAIR anhören können, weil ich es gut finde O_o . 8-) :blumen:
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Dienstag 1. März 2016, 17:44

Raphael Paebst hat geschrieben:Aber nochmal zu dem RAINBOW-Beispiel: Wenn es dir lediglich um das fertige Produkt geht, Sally, würde es für dich dann einen Unterschied machen, ob da nun der gichtgeplagte Ritchie B. mit ein Paar unbekannten Mietmusikern seine alten Songs für 80€ zockt, oder ein talentierter unbekannter Gitarrist, der dank jüngerer Finger den alten RAINBOW-Sound deutlich besser aus der Klampfe holt, als der alte Mann mit seinem Rüschenhemd? Das rein objektive Hörerlebnis wäre bei der reinen Coverband schließlich besser.


Vermutlich würde ich die Coverband musikalisch vorziehen. Ich war letztens bei THE MUSICAL BOX, das was fantastische, vielleicht so gar besser als GENESIS ever war. Das werde ich aber nie verifizieren können. Ich sehe nur das Problem, dass der Name RAINBOW nur mit Blackmore gehen wird. Und alte Blackie hat ja noch seine Persönlichkeit zu bieten, selbst wenn sein Gitarrenspiel Defizite hat. Ein Mix wäre das Beste. Ein junger Gniedeler, der Ritchies schwierige Parts übernimmt. Deshalb glaube ich, ich würde als Milchkuh eher zu einem RAINBOW-Konzert gehen als zu einem RAINBOW-Cover-Konzert, auch wenn vermutlich der pure Musik-Genuss beim Cover größer wäre.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Raphael Paebst » Dienstag 1. März 2016, 17:52

salisbury hat geschrieben:
Raphael Paebst hat geschrieben:Aber, um mal zu MAYFAIR zurückzukommen: Hätte ich den Rene nicht im SMB und an ähnlichen Stellen als extrem netten, authentischen Poster kennengelernt, hätte ich mir MAYFAIR vielleicht nicht angehört, ähnliches vielleicht auch im Falle einer Band wie LUNAR SHADOW, DEVIL oder AMULET. Da habe ich zunächst die Menschen gekannt und die Tatsache, dass ich sie sympathisch finde hat mich dazu gebracht, ihre Musik auch mal anzuhören. Wenn Menschen, die ich aufgrund ihres Auftretens im persönlichen Gespräch oder aus anderen Gründen schätze selbst Musik machen oder mir Musik empfehlen, sind das Gründe für mich, diese Musik anzuhören.


Du bescheibst hier eigentlich sehr gut das Prinzip eines Musik-Forums, dessen Essenz es ist, anderen Musiktips zu geben bzw sich selbst verlässliche Tips zu holen. Wenn der liebe Raf, der mir einen Tip gibt, weil er mich kennt und weiß was ich mag, höre ich das natürlich an und meistens gefällt es mir :). Ach, Du hättest Dir ruhig mal vorher MAYFAIR anhören können, weil ich es gut finde O_o . 8-) :blumen:

Oh, ich kannte Rene, bevor ich dich kannte, insofern lag es einfach daran und nicht daran, dass ich nicht auf dich hören wollte.f
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