Manowar

Re: Manowar

Beitragvon Raphael Paebst » Donnerstag 26. Mai 2016, 16:43

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Im Endeffekt finde ich diese Überhöhung von Ross auch daneben. Klar, er wirkt viel sympathischer und geerdeter als Joey, keine Frage, und ebenso ist unstreitig, dass die wirklich großen Manowar-Werke mit ihm an der Gitarre entstanden sind. Und zuletzt gibt es keinen Zweifel daran, dass er ein toller Gitarrist ist, und dass der Gig beim letzten KIT ein Traum war. So...

... aber auf der anderen Seite ist halt Ross in seiner Zeit nach Manowar auch kein einziges Solowerk oder Nebenprojekt gelungen, das wirklich toll gewesen wäre. Nicht mit The Spinatras, nicht mit der RTB-Band, nicht mit Death Dealer. Das war alles ordentlich, nett, oder ganz gut, aber ernsthaft toll fand das auch von den Ross-Vasallen keiner. Wer spricht denn noch über die Songs von den beiden RTB-Scheiben? Spinatras hat kaum jemand je ernsthaft angehört... Von daher hat sich's was mit dem "wahren Manowar-Musiker". Aus meiner Sicht sind trotz eines merklichen Qualitätsabfalls der letzten Jahre alle Post-Ross-MANOWAR-Scheiben kompositorisch immer noch besser und vor allem eben auch "manowariger" als alle Post-Manowar-ROSS-Scheiben.

Ich hab's andernorts schon geschrieben: Ich denke einfach, dass das Komponisten-Duo Friedman/deMaio seinerzeit einfach unschlagbar, weil sowohl kongenial als auch divergent war. Das hat sich damals aus den bekannten Gründen aufgespalten und keiner war ohne den jeweils anderen noch so überragend wie vorher. Ross ist sicherlich der größere Rock'n'Roller, aber - und da bin ich mir sicher - wenn es darum geht, einen MANOWAR-Song zu schreiben, dann geht das halt einfach nicht ohne JDM. Das hat noch niemand hinbekommen, und das wird auch niemand hinbekommen. JDM wäre wohl besser, wenn er ein Korrektiv, einen Kompagnon hätte, aber ohne JDM wird es niemals Manowar oder einen adäquaten Manowar-Ersatz geben. Jedenfalls nicht kompositorisch. Dass die Songs live auch mit anderen Musikern funktionieren können, haben wir ja gesehen, aber einen wahrhaften Manowar-Song hat RTB eben ohne Joey auch noch nicht geschrieben.

Seh ich ähnlich. Ich hab einfach den Eindruck, dass sich alle, die - aus verständlichen Gründen - mit JDM auf Kriegsfuß stehen auf Ross stürzen und ihn gnadenlos überhöhen, um MANOWAR kleinzumachen. Das hat schon immer etwas von Eifersucht und enttäuschter Liebe und wirkt etwas lächerlich.

Für mich persönlich sind ja schon die letzten beiden MANOWAR-Alben mit Ross nur ganz ok, da schon deutlich gradliniger und plakativer und dieser Trend hat sich dann ohne ihn eigentlich nur noch konsequenter fortgesetzt aber klar, er selbst hat bisher auch keine wirklich guten Alben rausgehauen, von solchen, die nach Manowar klingen mal ganz zu schweigen.

Ich hab MANOWAR auf dem zweiten Magic Circle Festival gesehen, als sie die ersten 6 Alben komplett gespielt haben, ich hab jetzt den RTB-Auftritt auf dem KIT gesehen, für mich hat sich die Sache einfach erledigt. Ein neues MANOWAR-Album wird wieder nicht gut werden, da JDM heutzutage einfach alleine keine großartigen Songs mehr schreiben kann und live wird das auch eher schwächer als stärker werden. Eric wird nicht jünger und dementsprechend wird er die alten Songs einfach nicht mehr so singen, wie sie ein junger Sänger bringen kann, das ist ok und kann ja auch gut funktionieren, aber es wird halt nicht mehr besser werden als das, was sie auf dem zweiten MCF abgeliefert haben und ob ich dafür nächstes Jahr geschätzte 80€ hinlegen muss, wage ich mal zu bezweifeln.
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Re: Manowar

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 26. Mai 2016, 18:18

Bei mir kommt's tatsächlich auf die Setlist an. Wenn die gut wird, dann geh ich hin; wenn nicht dann nicht. Hab die Herren achtmal live gesehen. Manowar war und ist die wichtigste Band in meinem Leben (auch wenn ich C.U. als die Lieblingsband bezeichne), und ich geb denen gerne 80,- Euro, wenn das Programm stimmt. Bei der letzten Tour fand ich die Setlist doof, daher bin ich zu Hause geblieben. Bin gespannt, was kommen wird...
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Re: Manowar

Beitragvon Raphael Paebst » Donnerstag 26. Mai 2016, 18:42

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Bei mir kommt's tatsächlich auf die Setlist an. Wenn die gut wird, dann geh ich hin; wenn nicht dann nicht. Hab die Herren achtmal live gesehen. Manowar war und ist die wichtigste Band in meinem Leben (auch wenn ich C.U. als die Lieblingsband bezeichne), und ich geb denen gerne 80,- Euro, wenn das Programm stimmt. Bei der letzten Tour fand ich die Setlist doof, daher bin ich zu Hause geblieben. Bin gespannt, was kommen wird...

Nur 8 Mal? Das hab ich auch geschafft. :grins:
Klar, wenn Setlist und Location stimmen, komm ich sicher auch nochmal in Versuchung, aber noch ist ja nur diese nebulöse Ankündigung da, warten wir also mal ab, was da noch kommt.
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Re: Manowar

Beitragvon Havoc » Donnerstag 26. Mai 2016, 23:10

Ich finde es generell sehr schade wie oft mit den alten Legenden umgegangen wird. Teils sind sie aufgrund ihrer Abzockegeschichten etc. natürlich auch selbst dran schuld, aber vor allem die Bands oft anzugreifen, weil sie nicht mehr so tolle Alben wie in ihren Anfangstagen herausbringen finde ich einfach unfair. Bands wie Manowar und Judas Priest haben mehr Klassiker herausgebracht wie kaum eine andere Band. Eigentlich sollte man froh sein, dass diese Bands immer noch existieren. Ansonsten kann man sich auch einfach ihre alten Klassiker anhören. Aber dieses Genörgele, dass die neuen Alben nicht mehr gut sind und das Ansehen der Band beschädigen oder dass ein nun 65-Jähriger die hohen Schreie nicht mehr so hinbekommt wie mit 30. Diese Art von Kritik ist einfach nur blöde und unfair. Und wenn ich dann Zeilen in Reviews lese wie "Manowar könnten sich mal eine Scheibe abschneiden an einer Band wie Grand Magus". Also da hört es dann echt irgendwann auch auf. Das ist albern. So. Das musste einfach mal gesagt werden. Ich freue mich jedenfalls über die kommende Priest Scheibe und würde mich auch sehr freuen wenn doch noch eine Manowar Scheibe rauskommen würde, auch wenn ich jetzt schon weiß, dass sie nicht an die alten Klassiker herankommen wird.
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Re: Manowar

Beitragvon Raphael Paebst » Donnerstag 26. Mai 2016, 23:22

Havoc hat geschrieben:Ich finde es generell sehr schade wie oft mit den alten Legenden umgegangen wird. Teils sind sie aufgrund ihrer Abzockegeschichten etc. natürlich auch selbst dran schuld, aber vor allem die Bands oft anzugreifen, weil sie nicht mehr so tolle Alben wie in ihren Anfangstagen herausbringen finde ich einfach unfair. Bands wie Manowar und Judas Priest haben mehr Klassiker herausgebracht wie kaum eine andere Band. Eigentlich sollte man froh sein, dass diese Bands immer noch existieren. Ansonsten kann man sich auch einfach ihre alten Klassiker anhören. Aber dieses Genörgele, dass die neuen Alben nicht mehr gut sind und das Ansehen der Band beschädigen oder dass ein nun 65-Jähriger die hohen Schreie nicht mehr so hinbekommt wie mit 30. Diese Art von Kritik ist einfach nur blöde und unfair. Und wenn ich dann Zeilen in Reviews lese wie "Manowar könnten sich mal eine Scheibe abschneiden an einer Band wie Grand Magus". Also da hört es dann echt irgendwann auch auf. Das ist albern. So. Das musste einfach mal gesagt werden. Ich freue mich jedenfalls über die kommende Priest Scheibe und würde mich auch sehr freuen wenn doch noch eine Manowar Scheibe rauskommen würde, auch wenn ich jetzt schon weiß, dass sie nicht an die alten Klassiker herankommen wird.

Naja, da muss man aber schon auch etwas differenzieren. Wenn eine Scheibe Murks ist, wie "The Lord Of Steel" oder schlicht zu lang, wie "Redeemer Of Souls", dann kann ich das durchaus sagen, auch ohne dabei eine "Into Glory Ride" oder "Screaming For Vengeance" als Vergleich heranzuziehen.
Das ein 65-jähriger nicht mehr singt wie mit 30 ist klar, aber auch da muss man halt schauen, wie er damit umgeht. Auch Dio hat in seinen späten Jahren nicht mehr gesungen wie auf RAINBOWs "Rising", aber das hat ihm niemand vorgehalten, er hat einfach alles entsprechend tiefer gesungen und es klang super, macht Eric Adams ja teilweise auch und es klappt. Wenn man die hohen Schreie nicht mehr hinkriegt, lässt man sie halt besser weg, als allen zu zeigen, wie kaputt die Stimme inzwischen ist. Auch sowas kann ich sagen, ohne dabei irgendwie einen Herrn Halford und sein Lebenswerk anzugreifen.
Ansonsten stimmt es aber natürlich, dass sich MANOWAR von GRAND MAGUS in Sachen Langeweile noch ne Scheibe abschneiden kann, da hat der Reviewer schlicht Recht. ;-)
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Re: Manowar

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 27. Mai 2016, 00:41

Raphael Paebst hat geschrieben:Naja, da muss man aber schon auch etwas differenzieren. Wenn eine Scheibe Murks ist, wie "The Lord Of Steel" oder schlicht zu lang, wie "Redeemer Of Souls", dann kann ich das durchaus sagen, auch ohne dabei eine "Into Glory Ride" oder "Screaming For Vengeance" als Vergleich heranzuziehen.

Die "The Lord of Steel" ist kein Murks. Ich hatte im laufenden Jahrzehnt an keiner Scheibe mehr Freude als an dieser, obwohl sie gewisse Schwächen hat, die ich unumwunden zugebe, aber Murks ist dann doch was ganz anderes. Es ist für mich nach wie vor sehr erhebend, dass diese Band auch in vermeintlich schwachen Phasen emotional und affektiv immer noch weit mehr bei mir auslöst, als so ziemlich alle anderen Bands zusammen. Das ist einfach super!

Ansonsten bin ich auch bei Havoc. Ich liebe meine alten Helden auch mit vermeintlich schwächeren Leistungen noch genauso wie vorzeiten. Hach, es gibt so viele wunderschöne und erhabene Mottos mit dem Wort "Treue", aber da muss man immer aufpassen, in Germanistan, dass die nicht schon von den Falschen verwendet worden sind. Nehmen wir daher den ollen Goethe: "Gar treu bis an das Grab!"
:dafuer:
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Re: Manowar

Beitragvon Havoc » Freitag 27. Mai 2016, 10:02

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Raphael Paebst hat geschrieben:Naja, da muss man aber schon auch etwas differenzieren. Wenn eine Scheibe Murks ist, wie "The Lord Of Steel" oder schlicht zu lang, wie "Redeemer Of Souls", dann kann ich das durchaus sagen, auch ohne dabei eine "Into Glory Ride" oder "Screaming For Vengeance" als Vergleich heranzuziehen.

Die "The Lord of Steel" ist kein Murks.


Ich finde auch, dass die Scheibe sehr weit weg von Murks ist. Wohl genausoweit wie von einem Klassiker.
Aber der Punkt ist ja eigentlich....selbst wenn man die Scheibe für echten Murks hält...muss man deswegen gleich ausfallend werden und die Band niedermachen oder
ins Lächerliche ziehen? Das ist jetzt nicht direkt auf jemanden bezogen sondern auf das allgemine Manowar-Bashing der letzten Jahre.
Irgendwie bekomme ich gerade Lust darauf die gesamte MANOWAR-Diskografie noch mal zu hören. Ich glaube ich starte da noch mal einen Anlauf nach längerer Zeit. :)
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Re: Manowar

Beitragvon Schaf » Freitag 27. Mai 2016, 10:20

Immer wieder schön, Rüdiger und seiner rosarot bebrillten Grabestreue zuzuschauen. Der einsame Ritter, der für Manowar im Angesicht aller Aversion und schlechten Rezensionen zum Trotz bis zum Tode kämpft! 'Tis but a scratch! Just a flesh wound!
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Re: Manowar

Beitragvon Havoc » Freitag 27. Mai 2016, 10:29

Schaf hat geschrieben:Der einsame Ritter, der für Manowar im Angesicht aller Aversion und schlechten Rezensionen zum Trotz bis zum Tode kämpft! 'Tis but a scratch! Just a flesh wound!


Bin mir gar nicht so sicher ob Rüdiger da überhaupt kämpft? Ich denke eher, dass er "The Lord Of Steel" einfach sehr gut findet. Und ich kann das sogar teilweise nachvollziehen. Auch mir macht das Teil mehr Spaß als so einige Alben anderer Heavybands.
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Re: Manowar

Beitragvon Raphael Paebst » Freitag 27. Mai 2016, 10:42

Havoc hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Raphael Paebst hat geschrieben:Naja, da muss man aber schon auch etwas differenzieren. Wenn eine Scheibe Murks ist, wie "The Lord Of Steel" oder schlicht zu lang, wie "Redeemer Of Souls", dann kann ich das durchaus sagen, auch ohne dabei eine "Into Glory Ride" oder "Screaming For Vengeance" als Vergleich heranzuziehen.

Die "The Lord of Steel" ist kein Murks.


Ich finde auch, dass die Scheibe sehr weit weg von Murks ist. Wohl genausoweit wie von einem Klassiker.
Aber der Punkt ist ja eigentlich....selbst wenn man die Scheibe für echten Murks hält...muss man deswegen gleich ausfallend werden und die Band niedermachen oder
ins Lächerliche ziehen? Das ist jetzt nicht direkt auf jemanden bezogen sondern auf das allgemine Manowar-Bashing der letzten Jahre.
Irgendwie bekomme ich gerade Lust darauf die gesamte MANOWAR-Diskografie noch mal zu hören. Ich glaube ich starte da noch mal einen Anlauf nach längerer Zeit. :)

Im Prinzip stimme ich dir da zu, bei MANOWAR ist es aber ein Sonderfall, da gerade das Gebaren von JDM, in Interviews, in Geschäftsbeziehungen, die unweigerlich vor Gericht landen etc. das Bashing dann doch einläd, wenn nicht zum großen Teil gerechtfertigt erscheinen lässt. Dass der heilige Zorn, mit dem so mancher sich inzwischen auf MANOWAR stürzt nur durch enttäuschte Liebe zu erklären ist, sehe ich auch und das war ja auch der Ausgang meiner Bemerkung zu RTB, der dann immer als der gute Teil von MANOWAR hochgehalten wird.

Ich bleibe aber dabei, "The Lord Of Steel" ist Murks und das sage ich als jemand, der sich das Teil damals in der komischen Metal-Hammer-Edition gekauft hat. Klar gibt es Alben, die ich noch weniger gerne höre, aber das ist ja nun kein Maßstab, nur weil ich BABYMETAL noch schlimmer finde, macht das ja auch SABATON nicht zu einer Spitzenband.
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