Eikes eilig erstellte eindrucksvolle Einhundert

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Re: Eikes eilig erstellte eindrucksvolle Einhundert

Beitragvon frankjaeger » Montag 13. September 2010, 23:13

Mozart: Nice. Aber wenn ich einen Lieblingskomponisten klassischer Natur hätte, wäre es wohl Ludwig Van. Oder Mussorgsky.

LOA: Schöööön!

Down: Hm. Naja. Cool schon irgendwie. Ich mag es halt nur songweise.
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Re: Eikes eilig erstellte eindrucksvolle Einhundert

Beitragvon Eike » Dienstag 14. September 2010, 02:05

@ Jhonny:
Klingt paradiesisch. Wurde man da auch ohne Vorwissen im Unterricht da abgeholt, wo man stand, oder gingen von vorneherein nur Leute auf Eure Schule, die in puncto Musik bereits vom Elternhaus / Privatunterricht her vorgebildet waren? Also, ich muss dazu sagen, Musik war bei uns das einzige Fach, wo es so dramatisch schluderig bzw. 2-Klassen-mäßig abging. In Kunst wurde zwar auch viel Zeit vertrödelt und man hätte uns dort sicher deutlich mehr vermitteln können, aber immerhin lief das da etwas gleichmäßiger ab. Das waren echt die beiden Fächer, die bei uns von den meisten am wenigsten ernst genommen wurden. Damals hat man's halt so hingenommen, weil halt alles recht easy war und man zumindest keinen Stress bekam, wenn man eigentlich null Durchblick hatte. Aber im Nachhinein finde ich's total schade. Klar, es liegt auch immer an der eigenen Motivation, aber die wurde halt auch nicht gefördert. Außerdem gab es bei uns, jedenfalls bis ich es abgewählt habe, in Musik keine Schulbücher. Man war also ganz auf Arbeitsblätter und den Unterricht zurückgeworfen, falls die Motivation nicht soweit ging, aktiv in der Stadtbücherei nach Literatur zu suchen. Sowas wurde aber auch weder angeregt noch gefordert. Im Nachhinein, denke ich mir allerdings schon, hätte ich das natürlich mal machen sollen. Nie wieder hat man soviel Zeit wie als Schüler. Tja, nachher ist man immer schlauer.


@ Frank:
Konkrete Empfehlungen bezogen auf Mussorgsky?
Joah, ich kann's nachvollziehen, wenn man Down eher als Song-Band denn als Album-Band wahrnimmt. Das klingt schon mitunter ziemlich samey. Aber halt auf eine Weise, die mir persönlich so sehr zusagt, dass mir die kleinen aber feinen Variationen ausreichen. Würde man das im stilistischen Koordinatensystem etwas verschieben, käme vielleicht eine Band dabei raus, die mich auf Dauer langweilen würde. Aber gerade diese Mixtur aus rauem Sludge, verfremdetem Blues, kräftigem Doom, hin und wieder sogar gediegenem Southern Rock, plus groovigem Primitiv-Metal mit gelegentlichen Aggressionsausbrüchen und eingängigen Melodien hinter dem Krach trifft bei mir in ebendiesem Mischungsverhältnis einfach einen Nerv.

Und weil's gerade so schön ist, machen wir im gleichen Stilviertel kurz um die Ecke weiter...



24.

CORROSION OF CONFORMITY "In The Arms Of God"

Southern Hardrock / Heavy Metal

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Ausgehend von DOWN habe ich ein kleines Faible für Southern Metal entwickelt. So wurde ich auch auf CORROSION OF CONFORMITY aufmerksam. Ach nee, stimmt nicht ganz. Das erste Mal aufmerksam wurde ich auf die Band im Radio, als um das Erscheinen von "Load" oder "Re-Load" herum ein Interview mit METALLICA lief und die Band dabei auf C.O.C. hinwies. Doch dümpelte der Name von da an erst mal nur im Hinterkopf herum. Mit "In The Arms Of God" hat CORROSION jedoch ein echtes Meisterwerk abgeliefert, an dem ich nicht mehr vorbei kam. Southern Rock, Heavy Metal, Stoner Riffs, eingängiger Gesang mit tollen Melodien, mächtige Grooves - gemeinsam sind sie stark. Anpieltipps: 'Dirty Hands, Empty Pockets', 'Infinite War' und 'So Much Left Behind'


23.

AUTUMNBLAZE "Bleak"

Dunkle Romantik / Trip Rock

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"Bleak" ist eines der schönsten Alben, die der dunklen Romantik verschrieben sind. Manchen wird der Gesang zu gehaucht, zu wimmernd, zu gefühlfbetont sein - mir gefällt's. Manchen werden die Stücke zu ruhig, zu langsam, zu wenig melodiebetont sein - mir gefällt's. Manchen wird das alles zu wenig songartig, zu texturbetont, zu verrauscht und zu wenig strukturiert sein - mir gefällt's. Ich denke mal, dass AUTUMNBLAZE mit diesem Album ähnlich polarisieren dürfte wie DORNENREICH, aber mir gefällt es. 'I Shiver' und 'So Close Yet So Far' mögen als erster Eindruck genügen. Noch filigraner, und von der Musik wäre gar nichts mehr zu hören. ;-) Wer es gerne etwas aufschürfender hätte, bitteschön: Hier gehts zur 'Bruderseele'.


22.

COVEN "Witchcraft Destroys Minds & Reaps Souls"

Psychedelic Rock / (Proto) Heavy Metal

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Wenigstens 'White Witch Of Rose Hall', 'Coven In Charing Cross', 'Choke, Thirst, Die', 'Wicked Woman' und 'Dignitaries Of Hell' sollte jeder gehört haben, der auch nur im geringsten etwas für Heavy Metal übrig hat. "Witchcraft Destroys Minds & Reaps Soul" von COVEN ist für mich das deutlich bessere und wichtigere okkulte Rockalbum des Jahres 1970 als BLACK SABBATHs "Black Sabbath". Damit ist alles gesagt.


21.

TORI AMOS "To Venus And Back"

Alternative Pop

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Die gute Tori veröffentlichte 1999 gleich zwei Scheiben, unter anderem mit Live-Material. Die mit den neuen Studio-Songs brachte auf's Doppelalbum "To Venus And Back" irgendwie weiß klingende Stücke eher ruhigen Charakters. Tori stellte ihre Stimme in den Vordergrund, statt nur Piano sind auch elektronische Klänge zu hören. Mit 'Josephine' (spätestens die Stelle mit "1200 spires / the only sound, Moscow burning" killt mich jedesmal) und '1,000 Oceans' (diese Stimme!) sind zudem einige der schönsten Lieder von ihr auf "To Venus And Back" vertreten. Die übrigen Stücke fügen sich damit gekonnt zusammen, sodass man das Album prima an einem Stück durchhören kann. Bei späteren Alben von Tori ist das manchmal nicht so einfach. Doch hier kommt man von Anfang an in eine ganz träumerische Stimmung, die sich durch das gesamte Werk zieht. Ein Novemberalbum, das man aber auch im Frühjahr und Herbst hören kann, oder in ausgewählten einsamen Sommernächten oder an verregneten Wochenenden. Manchen soll es zu elektronisch gewesen sein, aber ich fand das immer eine unsinnige Begründung, es nicht zu mögen, weil diese Elemente sehr dezent und geschickt integriert wurden und das Album sicher nicht dominieren. Klar, wer Tori nur klavierig und exzentrisch mag, dem ist das vermutlich nichts. Aber für wen Pop nicht automatisch nur als Schimpfwort denkbar ist, wird hier mit nur etwas Offenheit so manche Perle finden können.


...
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Re: Eikes eilig erstellte eindrucksvolle Einhundert

Beitragvon firestarter » Dienstag 14. September 2010, 03:12

C.O.C. - interessant, wo sich die Band hin entwickelt hat. Ich kenne die aus "Animosity"-Zeiten, Mitte der 80er, da waren die Burschen eine der angesagtesten Crossover Bands.

COVEN - Klassiker! Jinx ist göttlich!
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Re: Eikes eilig erstellte eindrucksvolle Einhundert

Beitragvon Eike » Dienstag 14. September 2010, 03:30

@ C.O.C.:
Vom Hardcore zum Southern Metal, das ist echt eine weite Reise. Ich kenne nur wenig frühes.
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Re: Eikes eilig erstellte eindrucksvolle Einhundert

Beitragvon firestarter » Dienstag 14. September 2010, 03:36

so kenne ich die Korrodierten:

Kiss of death - http://www.youtube.com/watch?v=BtttiH2yd6M
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Re: Eikes eilig erstellte eindrucksvolle Einhundert

Beitragvon Eike » Dienstag 14. September 2010, 03:40

Yeah, das tritt sehr angenehm Arsch. Schön räudige Stimme, dicke Drums, sehnige Gitarren. Drahtig, auf den Punkt, groovig, hart, aber locker wie Punk. Auf jeden Fall eine interessante Band! :D
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Re: Eikes eilig erstellte eindrucksvolle Einhundert

Beitragvon Jhonny » Dienstag 14. September 2010, 11:12

erst mal betreffend Musik:
Offiziell waren keine Vorkentnisse verlang, auch wenn manche Lehrer schon sehr enttäuscht waren, wenn wir mit 10 Jahren nicht Beethoven von Bach unterscheiden konnte :grins:
Aber klar, auch mit mehreren Stunden die Woche und vielen Jahren bleibt nur manches hängen, vieles vergisst man wieder und in manchen Schuljahren hatten wir auch keinen Bock. Das werden die Musikstudenten aus meinem Abijahrgang anders sehen - meine Schwester sicher auch, die jetzt in Musik Abitur macht.


Zu den vorgestellten Scheiben:

a) Corrosion Of Conformity. Sehr cool - irgendwie diese Southern lastigen Metal-Bands, auch Down, Black Label Society usw scheinen alle ziemlich geil zu sein

b) Autumnblaze. Nope. Gibt mir nix.

c) Coven. Mit Metal hats wohl noch fast nix zu tun, aber es ist guter klassischer Rock der sehr nach späten 60ern klingt. Und nach Fleetwood Mac in der poppigen Phase - dafür werde ich jetzt wahrscheinlich gesteinigt :grins:

d) Tori Amos. deutlich besser als die andere Scheibe von ihr, die hier schon mal gepostet wurde. An sich nicht mein Fall, aber hier singt sie besser und die Songs klingen mehr nach Songs.
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Re: Eikes eilig erstellte eindrucksvolle Einhundert

Beitragvon Loenz » Dienstag 14. September 2010, 11:56

C.O.C wolte ich als Down Fan eh immer mal anchecken. Das ist lässig cool.

Autumnblaze, yeah leidender Slow Mo Rock, sowas mag ich.

Coven findest du also mit diesen Album wichtiger als Black Sabbath, für mich klingt das aufgrund der Stimme ein wenig wie ne alte Ausgabe von The Devils Blood. Aber gut die sind ja auch von diesen ganzen Kram beeinflusst. Doch klingt gut.
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Re: Eikes eilig erstellte eindrucksvolle Einhundert

Beitragvon Jesus » Dienstag 14. September 2010, 12:48

COC hatte ich wesentlich hardcore-lastiger in Erinnerung. Aber das ist auch nicht uninteressant. Rockt. Meat and Potatoes Metal ohne Schnickschnack. Dazu trage man ein Holzfällerhemd, esse ein paar Holzfällersteaks (woraus die wohl gemacht sind?) und trinke ein paar Humpen Starkbier. Instant-Bart-und-Brusthaarwuchs ist garantiert.

Die AUTUMNBLAZE wollte ich schon vor Ewigkeiten mal kaufen, aber dann geriet das in Vergessenheit. Wird gleich mal auf der Einkaufsliste höher gesetzt.

Die COVEN ist toll. Hab ich auch.

Diese TORI habe ich zwar nicht, aber sollte ich mal im Hinterkopp behalten.
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Re: Eikes eilig erstellte eindrucksvolle Einhundert

Beitragvon Eike » Dienstag 14. September 2010, 14:16

Corrosion Of Conformity. Sehr cool - irgendwie diese Southern lastigen Metal-Bands, auch Down, Black Label Society usw scheinen alle ziemlich geil zu sein
Von B. L. S. kann ich das (mitunter dennoch recht rockige) Balladenalbum "Hangover Music Vol. VI" wärmstens empfehlen, das nur knapp an dieser Liste hier vorbeigeschrappt ist. Das war auch mein Erstkontakt mit der Band. Weitere Alben, die ich ancheckte, hatte alle nicht diese Harmonie oder Wärme, das war halt immer so karger, harter, schrappiger (Hard-)Rock, dem für mein Empfinden immer irgendwas fehlte (vielleicht der Bluesunterton?).

COC hatte ich wesentlich hardcore-lastiger in Erinnerung. Aber das ist auch nicht uninteressant. Rockt. Meat and Potatoes Metal ohne Schnickschnack. Dazu trage man ein Holzfällerhemd, esse ein paar Holzfällersteaks (woraus die wohl gemacht sind?) und trinke ein paar Humpen Starkbier. Instant-Bart-und-Brusthaarwuchs ist garantiert.
Jaha, allerdings wird man davon nicht Pepper Keenans markante Knollennase bekommen. ;-) Hardcorelastiger war die Band ja auch mal. Vor allem, bevor Keenan dazustieß. Der hat dort anfangs auch noch nicht gesungen, mittlerweile ist er hauptamtlicher Mikrofonchecker. Verrat am Hardcore? Vielleicht. Aber was kümmert mich das? :D
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