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von salisbury » Sonntag 19. Februar 2017, 23:31
Holger Andrae hat geschrieben:Um mal auf Thommys' "zeitgemäß" und "modern" zurück zu kommen. Ich verstehe sehr wohl, weshalb man den Begriff "modern" negativ besetzen kann, denn ich finde es schlimm, wenn alteingesessene Bands plötzlich wie Roboter klingen.
Ich werte dies als eine indirekte und für mich erste verwertbare Antwort auf meine Frage, was in euren Ohren moderner Sound ist. Ich notiere "klingt wie Roboter". Ich habe niemals nach neuen Stilen, es sei denn, diese neuen Stile erwachsen aus einem charakteristischen Sound. Ich finde übrigens selbst keinen bestimmten unverkennbaren Sound, den man den 00er und/oder 10er Jahre-Jahren zuordenen kann. Und ich finde, dass die für 70s/80s/90s trotz enormer Variabilität anders was.
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von Jakob » Montag 20. Februar 2017, 13:23
Die Antwort liegt doch eher darin, wie viele Samples, Trigger, Overdubs, Reamping, etc in der Produktion verwendet wurden oder? Je mehr, desto mehr "Roboter", um Holg zu zitieren.
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von salisbury » Montag 20. Februar 2017, 18:59
Jakob hat geschrieben:Die Antwort liegt doch eher darin, wie viele Samples, Trigger, Overdubs, Reamping, etc in der Produktion verwendet wurden oder? Je mehr, desto mehr "Roboter", um Holg zu zitieren.
Aber meist Du wirklich, dass dies "modernen" Sound ausmacht? Ich bin mir zumindest unsicher, denn neue Sounds waren immer mit neuen technischen Entwicklungen verbunden. Gitarren mit mehr Saiten, vor allem om Bass, dazu die Entwickung von Amps, die den veränderten Klang auch transparent umsetzen. Das würde ich allerdings schon in die 90iger verfrachten. Runtergestimmte Gitarren, auch im Bassbereich stark verzerrter Sound, dazu der Mix mit elektronischen Sounds. Klar wurde dies in den 00ern und bis heute perfektioniert (als Beispiel ANIMALS AS LEADERS) und ich würde den charakteristischen Djent-Sound durchaus auch als modern bezeichnen. Aber trotzdem ist es nur eine Fortführung von Alttbekanntem und kein eigenliches Trademark eines Musikzeitalters, welche ich hier ganz grob in die jeweiligen Dekaden versuche zu trennen. Und selbst wenn es so ist, wie Jakob sagt, eine Gleichsetzung von modernem Sound mit "Roboter"-Sound ist mir am Ende viel zu einfach gedacht. Wenn ich ausdrücken wollte, dass eine Band zu maschinenhaft wirkt, würde ich genau dies auch genau so sagen, aber nicht mit "modern" umschreiben. Dummerweise verwende ich selber diesen Begriff und erst jetzt fällt mir auf, dass ich gar nicht richtig beschreiben kann, was ich damit meine.... 
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von Schaf » Montag 20. Februar 2017, 19:09
Modern ist, als elektrische Verstärker erfunden und verwendet wurden, um den Klang von Gitarren zu verändern, damit so kleine Kiddies wie der junge Holg oder Frank ihre damalige Robotermusik hören und toll finden konnten. Alles, was einen Amp verwendet, ist modern. Ich dagegen höre nur akustische Instrumente, die einzig trve Musik.
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von Eike » Montag 20. Februar 2017, 19:19
Alles, was über vom menschlichen Körper direkt erzeugte Klänge hinausgeht, ist modern. Instrumente.... Pfui!
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von salisbury » Montag 20. Februar 2017, 19:34
Schaf hat geschrieben:Modern ist, als elektrische Verstärker erfunden und verwendet wurden, um den Klang von Gitarren zu verändern, damit so kleine Kiddies wie der junge Holg oder Frank ihre damalige Robotermusik hören und toll finden konnten. Alles, was einen Amp verwendet, ist modern. Ich dagegen höre nur akustische Instrumente, die einzig trve Musik.  und Den letzten Satz hab ich tatsächlich schon ein paarmal gehört. Vor allem von audiophilen Hörern, die elektrische Verzerrung und Veränderung das natürlichen Klangs als unangenehm und störend empfinden.
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von Rüdiger Stehle » Dienstag 21. Februar 2017, 01:45
Ich selber höre das nicht, bzw. ich höre es schon, was gemeint ist, aber ich kann die Phänomene nicht nachvollziehbar erklären, aber viele werden unter einem modernen Sound sicherlich auch die Loudness-War-Geschichte meinen, Kompression, "einfach nur AN". Der Unterschied im Klang zwischen einer "Feel The Fire" von OVERKILL und einer "Ironbound" von der selben Band. Beides der selbe musikalische Stil, aber vom Klangbild her liegen Welten dazwischen. Die FTF klingt nach Speed/Thrash der 80er. Die IB klingt nach einem modern produzierten Album des alten Stils und ganz sicher nicht nach den 80ern, obwohl der Stil nicht großartig anders ist.
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von Holger Andrae » Dienstag 21. Februar 2017, 02:03
Overkill ist ein wunderbares Beispiel. Da aktuellen Alben klingen natürlich "modern", aber doch auch "zeitgemäß", weil die Mehrheit das ja heute so hören möchte und weil ein Großteil der im Mainstream angesagten Stromgitarrenbands mit diesen Klangbildern arbeitet. Sneapes Phänomen.
Von daher darf ich das auch negativ behaftet sehen, denn oftmals werden doch auch(!) Unsauberkeiten dadurch weggebügelt. Will ich das denn? Soll das maschinell richtig klingen oder darf ein Drummer humanoide Schwankungen hörbar spielen? In einer Zeit, in der wir bald alte Konzerte per VR-Brille auf dem Klo sitzend nacherleben können, sollten wir doch froh sein über ein paar Relikte aus der Zeit, in der man Musik noch hadgemacht gespielt hat.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Rüdiger Stehle » Dienstag 21. Februar 2017, 02:17
Ich empfinde ein modernes Klangbild in der Regel auch eher als negativ denn als positiv, wobei es mich selten so sehr stört, dass es mir den Spaß an einer Scheibe verleiden würde. Bin da tendenziell ganz bei Holg. Ich muss zwar nicht immer einen atmenden, warmen 70er-Sound haben, keine analogen Retroproduktionen, aber speziell das Sneap-ing stört mich auch ein bisschen. Wenn alte, stilistisch traditionelle Thrash- oder Speed- oder Power-Metal-Bands plötzlich so klingen wie Fear Factory mit ballerndem Trigger-Schlagzeug, mit allzu flächig klingenden Gitarren, die nimmer knarzen und sägen, sondern nur noch drücken und eine Wall-of-Sound generieren; dann finde ich schon, dass viel vom Charme einer Band verloren gehen kann. Von daher bin ich tatsächlich auch dabei, wenn man sagt, dass ein zu fetter Sound tatsächlich auch ein zu glatter Sound sein kann. Eben weil alles in einer einzigen Wall of Sound versinkt, die dich einfach nur niederdrückt und die nichts mehr atmen lässt. Wenn dich die Produktion erschlägt, dann ist der Sound fett und glatt zu gleich. Wie 'ne Stahlplatte, die auf dich drauf fällt.
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von salisbury » Dienstag 21. Februar 2017, 07:29
Hey Holg und Rüdiger (und alle anderen).
Danke erstmal für die Antworten. Nur, das hat überhaupt nichts damit zu tun was ich wissen wollte. Ihr diskutiert, wie ihr ältere Klangbilder im Vergleich zu moderneren findet aber das ist mir sowieso von vorherein klar, was da für Antworten kommen, von fast jedem Forenmitglied. Als Beispiel für "modern" wird FEAR FACTOTRY/Trigger-Schlagzeug gebracht. Auch die Sneap-Art zu produzieren ist meines Wissen (Ende) Neunziger angewendet worden. Und immer noch wird dieser Klang mit "modern" gleichgesetzt. Das ist mein Punkt. Wir haben 2017. Wir beschreiben einen Sound, der in den 90ern seinen Ursprung hat, immer noch als modern. Ist das richtig? Gab es danach wirklich nichts anderes, moderneres mehr? Ein klangliches Merkmal der 00er und 10er Jahre ist ja tatsächlich weg vonm diesem "modernen", geradegerückten Sound. Analog-Equipment und live einspielen sind wieder mehr denn je gefragt, bei Musikern und Fans. Nun ist dies aber nicht modern sondern aus den 70ern abgeschaut, also retro. Oder doch? Ich frage mich, ob es wirkich nichts anderes, noch moderners gibt als dieses doch schon recht alte Bild eines "modernen" Klangs, oder ob da noch mehr ist. Offenbar nicht, sonst hätte ja schon längst jemand ein Beispiel genannt. Also kann man heute immer noch einen Klang wie z.B. auf FEAR FACTORYs "Demanufacture" (1995?) "modern" nennen? Ich find das fast ein wenig gruselig. In den 80ern waren BEATLES Oldies...
Versteht irgendjemand hier, nach was ich frage? Es ist keine Diskussion, was ihr besser findet, das haben wir allzu oft gehabt und ebenso statisch wie die offenbare Definition eines modernen Sounds.
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