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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Schaf » Samstag 1. April 2017, 19:35
I'm sitting here in a boring room it's just another saturday afternoon I'm wasting my time, I got nothing to do I'm hanging around, I'm waiting for you but nothing ever happens, and I wonder I'm surfing around in my favourite board I'm surfing too fast, and I'm surfing so forth I'd like to change my point of view I feel so lonely, I'm waiting for you but nothing ever happens, and I wonder (bam-bam-bam) I wonder how, I wonder why yesterday you told me 'bout the playlist hype and all that I can see is just a weekly playlist thread I'm banging my head up and down I'm banging, banging, banging, banging, banging around and all that I can see is just another playlist thread (und das reimt sich nicht einmal! ) ARCKANUM - AntikosmosNeben OFERMOD und SVARTSYN wohl mit das Beste, was schwedischer Black Metal heutzutage zu bieten hat. Eingängige Gitarrenläufe, kein unnötiges Hochgeschwindigkeitsgeballer, geht mit seinen Harmonien runter wie trve und frostgebissene Bvtter. Für Fans von rein gitarrenorientiertem BM à la TAAKE und MGŁA. Aber wozu schreibe ich das eigentlich? Der einzige, den das eventuell interessieren würde, weiß das doch eh Sú Vitran BÖLZER - HeroGanz nett, aber ich weiß noch nicht so recht, warum die Fachpresse so furchtbar feucht wird bei der Erwähnung des Bandnamens. Weil MASTODON und GOJIRA mittlerweile nicht mehr so klingen und die Schweizer für alle Fans von "Leviathan" und "From Mars to Sirius" einen adäquaten Ersatz liefern? Da braucht zumindest niemand mehr zu klagen, dass die Amis nur noch Stoner Rock und die Froschfresser nur noch schlechten Djent spielen. Moment, ist "schlechter Djent" eigentlich eine Tautologie oder ein Pleonasmus? Phosphor THE CHAMELEONS - Script of the BridgeIm Prinzip alles, was Post-Punk und Dream Pop ausmacht, in einem Album vereint. Man nehme JOY DIVISION, THE CURE, BAUHAUS, THE SOUND, ECHO & THE BUNNYMEN und COCTEAU TWINS, rühre sie in einem Topf gut um, lasse die Mischung ordentlich köcheln, gebe eine Prise "The Joshua Tree" drüber und schon erhält man eines der besten Pop/Rock/Gothic-Alben der 80er. Less Than Human CIRITH UNGOL - King of the DeadFette Riffs, extremer Gesang, schnuffelige Melodien und Unmengen von zweistimmigen Gitarrenläufen. Und man kann gut heraushören, warum REVEREND BIZARRE einen Song nach der Band (und nicht direkt nach dem Ort) benannten. Black Machine CIRITH GORGOR - Visions of Exalted LuciferNoch mehr Tolkien. Ach, jetzt hätte bei meiner alphabetischen Sortierung eigentlich Gorgor vor Ungol kommen müssen. Egal. Hier gibt es jedenfalls melodischen, eingängigen und unbekifften Black Metal aus den Niederlanden. Wesentlich polierter und aggressiver als oben genannte ARCKANUM , aber es braucht eine Weile, bis sich die Songs dem Hörer entfallten. Im Direktvergleich mit halbwegs ähnlichen Bands trver als DARK FORTRESS, glatter als neuere MARDUK (ältere wären keine Band zum vergleichen), auf Dauer (mMn) wesentlich spannender als GORGOROTH. Das Artwork stammt zudem eindeutig vom selben Künstler, der schon die Cover von NIDINGRs " The High Heat Licks Against Heaven", ORDER OF ORIAS' " Inverse" und BLUT AUS NORDs " 777 - The Desanctification" gemacht hat. Zwar gehen auch viele andere auf sein Konto, aber diese haben eindeutig einen eigenen, markanten Stil. Salvator COCTEAU TWINS - GarlandsNoch nicht die beste CT, aber jeder fängt mal klein an. Irgendwo zwischen LOWLIFE, frühen THE CURE und JOY DIVISION schrammelt der verträumte Post-Punk-Minimalismus der Schotten mit arg verzerrtem Bass, irgendwo im Äther kratzenden Gitarrensaiten und zumeist weit entfernten Vocals — und wird damit die Blaupause für Bands wie MY BLOODY VALENTINE, SLOWDIVE oder LUSH. Wax and Wane HAIL SPIRIT NOIR - Mayhem in BlueWie ich Sally bereits sagte: BLACK FLOYD - "The Freezing Side of the Funeral Moon" wäre auch kein schlechter Name gewesen. Nicht mehr so viel Black Metal wie die Vorgänger und wenn man das Gekrächze weglässt, ist es einfach nur eine coole Psychedelic-Rock-Scheibe mit ein paar vereinzelten Black-Metal-Riffs hie und da. Lost in Satan's Charms KLABAUTAMANN - The Old ChamberNach der Ankündigung von "Smaragd" musste ich noch mal in dieses Album reinhören, weil es sich nicht so sehr in den Gehörgängen festsetzen wollte wie "Der Ort" und "Merkur". Was nicht zuletzt an der meiner Meinung nach unnötigen Rückkehr zu den englischen Texten lag. Aber auch musikalisch kommt es nicht mehr an die deutschsprachigen Alben heran. Stilistisch hat sich zwar nichts getan, aber ich finde es im Vergleich nicht ganz so einprägsam. Ein leichter Rückschritt also, auch wenn nach einigen Runden Songs wie 'Dying Night', 'Gloom' oder 'Dead Marshes' ganz schnuffelig sind. Aber der Vorgänger packt einen sofort bei den Eiern... so wie eure Freundin, wenn sie euch... also... naja, lassen wir das... und lässt einen dann nicht mehr los, versteht ihr? Mal schauen, was "Smaragd" bringt. Gloom SAINT VITUS - Born Too LateUnglaublich simpel gestrickter Sound ohne Zurschaustellung irgendwelcher Kunststückchen. Wino kann zwar singen, ist aber kein besonderer Sänger, die Drums halten nur den Rhythmus, die Gitarre spielt bluesigen SABBATH-Hard-Rock/Proto-Doom und fuzzt und buzzt und alles ist ziemlich schlampig gespielt. Und doch trifft jeder Song damit ins Schwarze. Born Too Late TROUBLE - Psalm 9Doom mit den schnellsten PURPLE-Riffs, thrashigen Momenten, priestigem Gesang und dicken, dicken Eiern? Im Prinzip ist das Album US Power Metal, der zumeist auf halber Geschwindigkeit abgespielt wird, damit er noch heavier wird, falls das überhaupt möglich ist. Assassin
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von Rüdiger Stehle » Samstag 1. April 2017, 20:28
Die Playlist-Threads waren immer das ultimative Highlight des uralten Helloween-Fanboards (Your Turn). Lebten aber natürlich davon, dass fast jeder jede Playlist der anderen kommentierte. Wenn's kein nennenswertes Feedback gibt, sind die Threads natürlich ähnlich spannend wie jeder andere Thread ohne Feedback. Schaf hat geschrieben: ARCKANUM - AntikosmosNeben OFERMOD und SVARTSYN wohl mit das Beste, was schwedischer Black Metal heutzutage zu bieten hat. Eingängige Gitarrenläufe, kein unnötiges Hochgeschwindigkeitsgeballer, geht mit seinen Harmonien runter wie trve und frostgebissene Bvtter. Für Fans von rein gitarrenorientiertem BM à la TAAKE und MGŁA. Aber wozu schreibe ich das eigentlich? Der einzige, den das eventuell interessieren würde, weiß das doch eh Sú Vitran
Immerhin erinnerst du ihn an dieser Stelle daran, dass ihm mit dieser Scheibe hier und "Sviga læ" noch zwei Studioalben der uralten Schweden fehlen. Für mich war Arckanum immer ein Stück weit eine Auf-und-ab-Band; oft folgte auf einen echten Brecher ein eher durchwachsenes Album. Da die "Antikosmus" zwischen zwei sehr starken Scheiben steht, wäre die ja eigentlich auf einer Talsohlen-Position, wie auch die doch recht schwache "Sviga læ", die ich kenne, aber bisher noch nicht wollte, weil sehr deutlich schwächer als der Vorgänger und der Nachfolger. Die letzte Scheibe ist auch schon 4 Jahre her... was isch då los? BÖLZER - HeroGanz nett, aber ich weiß noch nicht so recht, warum die Fachpresse so furchtbar feucht wird bei der Erwähnung des Bandnamens. Weil MASTODON und GOJIRA mittlerweile nicht mehr so klingen und die Schweizer für alle Fans von "Leviathan" und "From Mars to Sirius" einen adäquaten Ersatz liefern? Da braucht zumindest niemand mehr zu klagen, dass die Amis nur noch Stoner Rock und die Froschfresser nur noch schlechten Djent spielen. Moment, ist "schlechter Djent" eigentlich eine Tautologie oder ein Pleonasmus? Phosphor
Für mich war die Scheibe ein Ohrenöffner. Hat mich aus dem Stand ziemlich beeindruckt. Davor war mir die Band entgangen, weil ich den Bandnamen völlig doof fand. Hab mir dann, als das Ding im SC war, spontan die Diskographie geordert. Ja, doch, ist echt gut. Außerdem erfüllt die Band natürlich über alle Maßen swastische Fetische... CIRITH UNGOL - King of the DeadFette Riffs, extremer Gesang, schnuffelige Melodien und Unmengen von zweistimmigen Gitarrenläufen. Und man kann gut heraushören, warum REVEREND BIZARRE einen Song nach der Band (und nicht direkt nach dem Ort) benannten. Black Machine
Beschde. CIRITH GORGOR - Visions of Exalted LuciferNoch mehr Tolkien. Ach, jetzt hätte bei meiner alphabetischen Sortierung eigentlich Gorgor vor Ungol kommen müssen. Egal. Hier gibt es jedenfalls melodischen, eingängigen und unbekifften Black Metal aus den Niederlanden. Wesentlich polierter und aggressiver als oben genannte ARCKANUM , aber es braucht eine Weile, bis sich die Songs dem Hörer entfallten. Im Direktvergleich mit halbwegs ähnlichen Bands trver als DARK FORTRESS, glatter als neuere MARDUK (ältere wären keine Band zum vergleichen), auf Dauer (mMn) wesentlich spannender als GORGOROTH. Das Artwork stammt zudem eindeutig vom selben Künstler, der schon die Cover von NIDINGRs " The High Heat Licks Against Heaven", ORDER OF ORIAS' " Inverse" und BLUT AUS NORDs " 777 - The Desanctification" gemacht hat. Zwar gehen auch viele andere auf sein Konto, aber diese haben eindeutig einen eigenen, markanten Stil. Salvator
Polierter und aggressiver? Ich wähne mich in blauanimalischen Attributlabyrinthen. Trotz des tollen Bandnamens hab ich mich tatsächlich noch nie näher mit der Band befasst. Höre heute vielleicht mal hinein, wenn der Schöpfer mich lässt. HAIL SPIRIT NOIR - Mayhem in BlueWie ich Sally bereits sagte: BLACK FLOYD - "The Freezing Side of the Funeral Moon" wäre auch kein schlechter Name gewesen. Nicht mehr so viel Black Metal wie die Vorgänger und wenn man das Gekrächze weglässt, ist es einfach nur eine coole Psychedelic-Rock-Scheibe mit ein paar vereinzelten Black-Metal-Riffs hie und da. Lost in Satan's Charms
Eine war mal im Soundcheck. Die war sehr hübsch. Seither ist die Band irgendwo im hintern Stübchen mit Post-it versehen. Muss ich mal nochmal einen Anlauf nehmen. KLABAUTAMANN - The Old ChamberNach der Ankündigung von "Smaragd" musste ich noch mal in dieses Album reinhören, weil es sich nicht so sehr in den Gehörgängen festsetzen wollte wie "Der Ort" und "Merkur". Was nicht zuletzt an der meiner Meinung nach unnötigen Rückkehr zu den englischen Texten lag. Aber auch musikalisch kommt es nicht mehr an die deutschsprachigen Alben heran. Stilistisch hat sich zwar nichts getan, aber ich finde es im Vergleich nicht ganz so einprägsam. Ein leichter Rückschritt also, auch wenn nach einigen Runden Songs wie 'Dying Night', 'Gloom' oder 'Dead Marshes' ganz schnuffelig sind. Aber der Vorgänger packt einen sofort bei den Eiern... so wie eure Freundin, wenn sie euch... also... naja, lassen wir das... und lässt einen dann nicht mehr los, versteht ihr? Mal schauen, was "Smaragd" bringt. Gloom
Ich finde, dass die Scheibe schon deutlich anders ist als ihre Vorgänger. Es ist für mich die deutlichste Annäherung der Band an den Frühneunziger-Norwegersound. Direkter, weniger verspielt, weniger aufwändig. Ich mag's sehr. Auf die Neue freue ich mich auch sehr. SAINT VITUS - Born Too LateUnglaublich simpel gestrickter Sound ohne Zurschaustellung irgendwelcher Kunststückchen. Wino kann zwar singen, ist aber kein besonderer Sänger, die Drums halten nur den Rhythmus, die Gitarre spielt bluesigen SABBATH-Hard-Rock/Proto-Doom und fuzzt und buzzt und alles ist ziemlich schlampig gespielt. Und doch trifft jeder Song damit ins Schwarze. Born Too Late
Auch Beschde! Ganz tolle Scheibe, die wie kaum eine andere den Doom atmet. Allein der Text des Titelstücks ist Hymne einer ganzen Szene. TROUBLE - Psalm 9Doom mit den schnellsten PURPLE-Riffs, thrashigen Momenten, priestigem Gesang und dicken, dicken Eiern? Im Prinzip ist das Album US Power Metal, der zumeist auf halber Geschwindigkeit abgespielt wird, damit er noch heavier wird, falls das überhaupt möglich ist. Assassin
Eric Wagner ist auch ein Traum von einem Sänger. Ich mag die "Run To The Light" noch lieber, aber Trouble ist immer gut.
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von Schaf » Sonntag 2. April 2017, 07:44
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Polierter und aggressiver? Ich wähne mich in blauanimalischen Attributlabyrinthen.
Wieso schließt das eine das andere aus? Ich kann doch einen aggressiven Menschen in einen hübschen Anzug stecken, ihn schminken und seine Haare stylen und er bleibt aggressiv und haut jedem ins Gesicht, der ihn schief anguckt. Ebenso kann ein Mensch in dreckiger, zerfetzter Kleidung und ungepflegtem Vollbart ganz nett und sympathisch sein. Oder in einem Beispiel, das vielleicht der schwarze Vogel der Finsternis versteht: Die Gitarren auf Mahems "Chimera" kennen die Worte "Verzerrung" oder "Dreck" bestenfalls aus dem Duden und Höllenklöppels Schlagzeug kommt komplett aus dem Computer und klingt nach einer schlechten Electroband der späten 70er. Nichts an diesem poliertem Sound klingt nach Metal. Nichtsdestotrotz ist es wohl das aggressivste und angepissteste Album der Norweger. Arckanum klingt eben dreckig, schludrig verzerrt, wie ein Sumpf voller knorriger kahler Bäume bei Nacht. Die Cirith Gorgor klingt dagegen glattpoliert wie ein frisch gewachster neuer Ferrari in der Garage. Dafür ist die Musik auch schneller, brutaler und komplexer als Arckanum.
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 2. April 2017, 09:45
Schaf hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Polierter und aggressiver? Ich wähne mich in blauanimalischen Attributlabyrinthen.
Wieso schließt das eine das andere aus? Ich kann doch einen aggressiven Menschen in einen hübschen Anzug stecken, ihn schminken und seine Haare stylen und er bleibt aggressiv und haut jedem ins Gesicht, der ihn schief anguckt. Ebenso kann ein Mensch in dreckiger, zerfetzter Kleidung und ungepflegtem Vollbart ganz nett und sympathisch sein. Oder in einem Beispiel, das vielleicht der schwarze Vogel der Finsternis versteht: Die Gitarren auf Mahems "Chimera" kennen die Worte "Verzerrung" oder "Dreck" bestenfalls aus dem Duden und Höllenklöppels Schlagzeug kommt komplett aus dem Computer und klingt nach einer schlechten Electroband der späten 70er. Nichts an diesem poliertem Sound klingt nach Metal. Nichtsdestotrotz ist es wohl das aggressivste und angepissteste Album der Norweger. Arckanum klingt eben dreckig, schludrig verzerrt, wie ein Sumpf voller knorriger kahler Bäume bei Nacht. Die Cirith Gorgor klingt dagegen glattpoliert wie ein frisch gewachster neuer Ferrari in der Garage. Dafür ist die Musik auch schneller, brutaler und komplexer als Arckanum.
Es schließt sich natürlich nicht zwingend aus, nur so, als Begriffspaar, fand ich es ein wenig seltsam. So wie wenn für Thommy in Sachen Power Metal "symphonischer und kraftvoller" ganz selbstverständlich Hand in Hand gehende Attribute sind. Würde da eher zu "steriler" oder "technoider" oder "unnatürlicher" neigen, um das zu beschreiben, was du meinst. Ist jetzt aber kein Dogma, sondern nur eine etwas andere Assoziation. Klar, man kann natürlich auch mit chromblinkendem und hochglanzpoliertem Waffenarsenal äußerst aggressive Werke verrichten, keine Frage. 
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von salisbury » Sonntag 2. April 2017, 11:07
Rüdiger Stehle hat geschrieben: So wie wenn für Thommy in Sachen Power Metal "symphonischer und kraftvoller" ganz selbstverständlich Hand in Hand gehende Attribute sind. Exactly  Die geschickte Kombination zweier kraftvoller Elemente (Orchester;Metal-Innstrumentarium) für zu einer Verstärkung "Power"-Eindrucks.  . "Poliert" ist für mich auch immer ein gutes Attribut, denn nur wenn ich etwas klar und präzise höre, kann sich Emotion dahinter auch in meinem Kopf ausbreiten. Oder so 
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von Schaf » Sonntag 2. April 2017, 12:37
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Es schließt sich natürlich nicht zwingend aus, nur so, als Begriffspaar, fand ich es ein wenig seltsam. So wie wenn für Thommy in Sachen Power Metal "symphonischer und kraftvoller" ganz selbstverständlich Hand in Hand gehende Attribute sind. Würde da eher zu "steriler" oder "technoider" oder "unnatürlicher" neigen, um das zu beschreiben, was du meinst. Ist jetzt aber kein Dogma, sondern nur eine etwas andere Assoziation. Klar, man kann natürlich auch mit chromblinkendem und hochglanzpoliertem Waffenarsenal äußerst aggressive Werke verrichten, keine Frage. 
Okay, "steriler" ist auch ein hübsches Adjektiv. Kann man übernehmen. "Technoid" klingt mir zu sehr nach Loveparade (ntz-ntz-ntz TITTIES! ntz-ntz-ntz) und "unnatürlich" wäre mir zumindest in diesem speziellen Fall ein wenig zu vage gewesen. Love, Peace 'n Harmony  salisbury hat geschrieben:"Poliert" ist für mich auch immer ein gutes Attribut, denn nur wenn ich etwas klar und präzise höre, kann sich Emotion dahinter auch in meinem Kopf ausbreiten. Oder so 
Hm. Ich mag ein bisschen Dreck in meinem Sound. Die "Psalm 9" z.B. tönt roh und die Instrumente sind nicht "präzise" wie Küchenmesser. Doch das Album hat den perfekten Klang für Heavy Metal. Schnuffeligst. "Poliert" wäre hier ein negatives Attribut und bei der Cirith Gorgor wäre mir ein bisschen mehr Rohheit und Dreck auch ganz lieb gewesen. Ich weiß nicht, warum sich nur dann Emotionen ausbreiten können, wenn es wie frisch aus dem Computer klingt. Wer das so empfindet, sollte vielleicht keinen Metal hören und sich ein anderes Genre suchen? Andererseits gibt es sehr vielen Technical Death Metal mit diesen perfekten, sterilen Produktionen, wo jedes Instrument makellos einzeln herausgeschnitten und einwandfrei zu hören ist. Das wäre z.B. das einzige, was ich an der letzten Scheibe von GORGUTS ("Pleiades' Dust") bemängeln würde. Dieser polierte, staubfreie Sound ist wie ein 150-Millionen-Dollar-CGI-Spektakel im Kino. Da kann der Film noch so gut sein, auf Dauer wäre es ermüdend und deshalb bin ich froh, dass das Album nur eine halbe Stunde geht und bevorzugte in Sachen Death Metal entsprechend im letzten Jahr die HOWLS OF EBB ("Cursus Impasse: The Pendlomic Vows") mit ihrem herrlich rauen Klang. Die Jungs sind musikalisch keinen Deut weniger talentiert als Gorguts und können das durchaus unter Beweis stellen wenn sie wollen, aber oftmals lassen sie ihre Musik lieber zu einem primitiven Wirbel verschmelzen, aus dem sich die Instrumente und der Gesang nicht mehr so klar und präzise heraushören lassen. Und das erzeugt ebenso Emotionen. Um zum Film-Vergleich zurück zu kommen: Wenn der 150-Millionen-CGI-Blockbuster "Interstellar" ist, dann ist die HOB eben "Memento". Trotz eines beträchtlichen Unterschieds im Budget erzeugen beide Film im Zuschauer Emotionen. Und stammen auch noch beide von Christopher Nolan, fällt mir auf...
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von Eike » Sonntag 2. April 2017, 12:44
...sind also beide Metal?
Music is the only religion that delivers the goods. (Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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von salisbury » Sonntag 2. April 2017, 12:55
Schaf hat geschrieben: Die Jungs sind musikalisch keinen Deut weniger talentiert als Gorguts und können das durchaus unter Beweis stellen wenn sie wollen, aber oftmals lassen sie ihre Musik lieber zu einem primitiven Wirbel verschmelzen, aus dem sich die Instrumente und der Gesang nicht mehr so klar und präzise heraushören lassen. Und das erzeugt ebenso Emotionen.
Du hast dabei natürlich völlig recht. Musik und Emotion auf nur einer einzigen Ebene zu beschreiben und wahrzunehmen, ist absurd. Und ich könnte durchaus viele Beispiele finden, wo mir verwaschene Sounds sehr viel Atmosphäre geben. Ich versuche halt immer, so Begriffe wie "Rohheit und Dreck", oder Glätte und Politur mit einer einer musikalischen Umsetzung in Einklang zu bringen. Was muss man tun, um beim Hörer die Assoziation "Rohheit und Dreck" hervorzurufen? Man kann einfach mal so drauf los trümmern und eigentlich von Tuten und Blasen keine Ahnung haben wie KREATOR auf ihrem ersten Album, oder man kann es so tun, wie von Dir oben beschrieben mit THE HOWLS OF EBB (sollte ich vllt mal anhören). Das ist aber für mich ein ganz entscheidender Unterschied, der am Ende zu "gut finden" oder "schlecht finden" führt. 
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von Schaf » Sonntag 2. April 2017, 12:57
Eike hat geschrieben:...sind also beide Metal?

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von salisbury » Sonntag 2. April 2017, 13:00
Und was meint "poliert"?
Ich verstehe darunter, dass man die Feinheiten herausarbeitet, dass man die Instrumente insbesondere die Vocals glänzen lässt ("to let the vocals shine") , dass man der Aufnahme einen Feinschliff verpasst. Das kann doch gar nicht negativ sein?
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