Weekly Playlist

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Weekly Playlist

Beitragvon salisbury » Sonntag 2. April 2017, 13:08

Und was meint "steril"?

Als alter Molekularbiologe zuallerst mal "keimfrei" :grins: .

Wenn ein Sound steril ist, dann ist er...hmm...schwer zu beschreiben. Oft fehlt hier die Dynamik. Wenn sich der Sound kaum ändert. Das ist für mich meist genreunabhängig. Aber ich tu mich schwer der Begriff in Musik zu übersetzen. Keimfreie Musik? Da denk ich zuallererst an AOR :grins: (wobei, da geht es ja oft um Weiber flachlegen und so...)
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Schaf » Sonntag 2. April 2017, 14:07

salisbury hat geschrieben:Und was meint "poliert"? Und was meint "steril"?


Das sind für mich in diesem Kontext teilweise deckungsgleiche Begriffe. Der Klang einer glattgelackten Produktion. Gitarren, denen man nicht anhört, dass sie von menschlichen Wesen mit Hilfe von Verstärkern gespielt werden; Schlagzeuge, die eindeutig getriggert sind. Dimmu Borgirs 'Blessings Upon the Throne of Tyranny' oder Niles 'As He Creates So He Destroys' sind Beispiele für Songs, die ihre eigene Härte komplett über Board werfen, indem die Produktion alles glatt poliert. Warum sind die Trouble und die Cirith Ungol so viel härter, obwohl die Alben 20 bis 30 Jahre älter sind? Obwohl dort nicht geblastet wird, bis den Schlagzeugern Hände und Füße abfallen? Mh? Weil die Musiker und Produzenten nach den Aufnahmen nicht sechs Monate lang jede winzige scheinbare Ungereimtheit am Computer ausradiert, perfektioniert und fünzigmal jegliches Leben aus der Tonkonserve getilgt haben.
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 2. April 2017, 14:10

Schaf hat geschrieben:
salisbury hat geschrieben:Und was meint "poliert"? Und was meint "steril"?


Das sind für mich in diesem Kontext teilweise deckungsgleiche Begriffe. Der Klang einer glattgelackten Produktion. Gitarren, denen man nicht anhört, dass sie von menschlichen Wesen mit Hilfe von Verstärkern gespielt werden; Schlagzeuge, die eindeutig getriggert sind. Dimmu Borgirs 'Blessings Upon the Throne of Tyranny' oder Niles 'As He Creates So He Destroys' sind Beispiele für Songs, die ihre eigene Härte komplett über Board werfen, indem die Produktion alles glatt poliert. Warum sind die Trouble und die Cirith Ungol so viel härter, obwohl die Alben 20 bis 30 Jahre älter sind? Obwohl dort nicht geblastet wird, bis den Schlagzeugern Hände und Füße abfallen? Mh? Weil die Musiker und Produzenten nach den Aufnahmen nicht sechs Monate lang jede winzige scheinbare Ungereimtheit am Computer ausradiert, perfektioniert und fünzigmal jegliches Leben aus der Tonkonserve getilgt haben.

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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 2. April 2017, 14:54

Auch wenn wir diese unsägliche Thematik, die schon wieder am Rande von Objektivitätsbeurteilungskriterien herum jongliert, 4711 Mal durch gekaut haben, finde ich es wichtig zu sehen, in welchem übergeordneten Genre man die Begriffe benutzt. Von daher ist sind Begriffe wie "poliert" im Rock'n'Roll mal eben unpassend. Das Schaf hat den Rest erneut wunderbar erklärt.
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Schaf » Sonntag 2. April 2017, 15:21

Holger Andrae hat geschrieben:...finde ich es wichtig zu sehen, in welchem übergeordneten Genre man die Begriffe benutzt. Von daher ist sind Begriffe wie "poliert" im Rock'n'Roll mal eben unpassend.


Der Begriff "poliert" oder das, was der Begriff (subjektiv) verkörpert? Denn meinen Indie Pop oder Downbeat mag ich durchaus mit diesem Klang. Lykke Li, Kimbra oder Röyksopp sollen nicht klingen wie frühe Kreator, Khanate oder Ævangelist. Von daher ist der Begriff auch nicht zwangsläufig etwas Schlechtes.

Doch wenn Khanate sich reformieren würden, ihre neuen Alben nach den Aufnahmen im Studio so lange "polieren", bis sie klingen wie Röyksopp, hat irgendjemand das Prinzip von Metal nicht verstanden. Dann hätten die Bandmitglieder auch einfach unter einem anderen Namen Electronic Pop spielen können. So hatte ich das ursprünglich gemeint. Wenn du den Begriff unpassend findest, nenne ich es einfach zukünftig "es vermittelt meinen Ohren das Gefühl wie im Studio monatelang nachbearbeitet, bis es nicht mehr klingt wie die ursprüngliche Aufnahme", um solchen Missverständnissen vorzubeugen. Ich finde halt nur, dass "poliert" sich schneller tippen lässt.
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 2. April 2017, 15:31

Schaf hat geschrieben:
Holger Andrae hat geschrieben:...finde ich es wichtig zu sehen, in welchem übergeordneten Genre man die Begriffe benutzt. Von daher ist sind Begriffe wie "poliert" im Rock'n'Roll mal eben unpassend.


Der Begriff "poliert" oder das, was der Begriff (subjektiv) verkörpert? Denn meinen Indie Pop oder Downbeat mag ich durchaus mit diesem Klang. Lykke Li, Kimbra oder Röyksopp sollen nicht klingen wie frühe Kreator, Khanate oder Ævangelist. Von daher ist der Begriff auch nicht zwangsläufig etwas Schlechtes.

Doch wenn Khanate sich reformieren würden, ihre neuen Alben nach den Aufnahmen im Studio so lange "polieren", bis sie klingen wie Röyksopp, hat irgendjemand das Prinzip von Metal nicht verstanden. Dann hätten die Bandmitglieder auch einfach unter einem anderen Namen Electronic Pop spielen können. So hatte ich das ursprünglich gemeint. Wenn du den Begriff unpassend findest, nenne ich es einfach zukünftig "es vermittelt meinen Ohren das Gefühl wie im Studio monatelang nachbearbeitet, bis es nicht mehr klingt wie die ursprüngliche Aufnahme", um solchen Missverständnissen vorzubeugen. Ich finde halt nur, dass "poliert" sich schneller tippen lässt.


Okay, ich merke gerade wieder, wie misverständlich dieses Thema ist. Offensichtlich impliziere ich den Begriff je nachdem, wer ihn benutzt, unterschiedlich. Wenn Sally diesen Begriff auf "Heavy Metal" anwendet, klingt es falsch für mich, weil ich weiß, dass er damit die Art von Metal beschreibt, die ich oftmals nicht mag. Bei Dir, Onkel Schaf, lese ich das anders. Subjektive Wahrnehmung. My fault.
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Schaf » Sonntag 2. April 2017, 15:44

Holger Andrae hat geschrieben:Wenn Sally diesen Begriff auf "Heavy Metal" anwendet, klingt es falsch für mich, weil ich weiß, dass er damit die Art von Metal beschreibt, die ich oftmals nicht mag.


Uffz... also ich kann damit Musik beschreiben, die ich mag oder nicht mag. Das hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, kann allerdings durchaus das Zünglein an der Waage sein. Es ist ja eher Teil der Produktion. Ich weiß jetzt nicht, wie Sally das meint und warum er scheinbar nur eine Sorte Heavy Metal damit beschreibt.


Holger Andrae hat geschrieben:Bei Dir, Onkel Schaf, lese ich das anders. Subjektive Wahrnehmung. My fault.


Jetzt weiß ich zumindest so langsam, wie ich mich auszudrücken habe, um möglichst wenig Missverständnisse herbeizurufen. Und objektive Wahrnehmung wäre natürlich auch mal interessant, liebster Holgo Bild
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon salisbury » Sonntag 2. April 2017, 18:09

Schaf hat geschrieben:
salisbury hat geschrieben:Und was meint "poliert"? Und was meint "steril"?


glatt poliert... nicht sechs Monate lang jede winzige scheinbare Ungereimtheit am Computer ausradiert, perfektioniert und fünzigmal jegliches Leben aus der Tonkonserve getilgt haben.


Oh, liebes Schaf, hier ist ein riesiger sematischer Unterschied, auch wenn es nur 5 Buchstaben sind.

"Glatt" politert ist das negative Ergebnis wenn man den Polierjob, den ich oben beschrieben habe, nicht richtig macht. "Glatt" kann natürlich subjektiv empfunden werden. Und wenn es zu glatt wird, wird es oft auch steril.

Dass polishing mit "Härte" antikorreliert, wage ich ganz stark zu bezweifeln.
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Eike » Sonntag 2. April 2017, 19:08

Zuletzt liefen hier mehr oder weniger glatt ins Ohr:

ABBA - "The Name Of The Game"
ALL THEM WITCHES - "Dying Surfer Meets His Maker"
ALL THEM WITCHES - "Sleeping Through The War"
ELBOW - "Leaders Of The Free World"
FAITH NO MORE - "Live At The Brixton Academy"
FISCHER Z - "Building Bridges"
IGGY POP - "Post Pop Depression"
KING GIZZARD AND THE LIZARD WIZARD - "Flying Microtonal Banana"
SLADE - "Feel The Noize - Greatest Hits"
SYNAPTIK - "Justify And Reason"
THE JAM - "Compact Snap"
VARIOUS ARTISTS - "Refugees Welcome. Gegen jeden Rassismus"

Auf jeden Fall alles recht fluffig, was doch eher positiv gemeint ist.
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Schaf » Sonntag 2. April 2017, 19:41

Vielleicht sollte ich "fluffig" auch in mein "Wörterbuch der Musikbeschreibungen" aufnehmen. Wobei ich mir noch nicht hundertprozentig sicher bin, was ich damit definieren würde, denn Faith No More oder Iggy Pop würde zumindest mir nicht bei dem Begriff einfallen.
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