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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Schaf » Freitag 14. April 2017, 08:44
THE CURE - Japanese WhispersJo mei, eine Compilation von Singles, Japan-Boni und B-Sides. Halt alles, was man nicht auf den regulären Alben findet. Nette Sache. Dementsprechend das mit Abstand poppigste Album der Briten. Klingt nach einer knuffigen Synth Pop Band, die in den 80ern abends in der Disco gespielt wurde. Hübschig, aber der klangliche Unterschied zur ein Jahr vorher erschienenen "Pornography" ist in etwa vergleichbar mit dem zwischen MY DYING BRIDE und den BEACH BOYS. Manchmal schwer zu glauben, dass hier die selbe Band am Werk war. Anhören: Lovecats THE CURE - DisintegrationJuden horten eigentlich nur Geld, vergiften ständig Brunnen und erzählen nichts als Lügen, aber diese kleine raffgierige Hakennase ist verdammt nah dran an der Wahrheit*  Anhören: Fascination Street* (Die Musik im Hintergrund ist übrigens eine mit einer Koto gespielte Akustikversion von 'Lovesong') EVANGELISTA - Prince of TruthAllround-Künstlerin Carla Bozulich (u.a. Gast bei LYDIA LUNCH, THE BOOK OF KNOTS uvm.) ist wieder einmal solo unterwegs und spielt... ähm... Drone Pop? Minimalist Rock? Singer/Songwriter Noise? Es klingt meist beklemmend ruhig und hinterhältig verstörend, als ob SCOTT WALKER und NINA HAGEN ein romantisches Dinner hätten, bei dem beide planen, danach dem jeweils anderen ein Messer in den Rücken zu stoßen. Das klingt ein bisschen wie der nächste Jim-Jarmusch-Film, nicht wahr? "The Romantic Deadly Dinner" starring Scott Walker & Nina Hagen, guest starring Tom Waits and Iggy Pop! Und wer will keinen neuen Film von Jim Jarmusch? Außer vielleicht Rabe, der muss erst einmal googeln, wer das ist. Ab und an klingt es aber auch, als ob NURSE WITH WOUND und DIAMANDA GALÁS miteinander vögeln. Brrrr, dieser Vergleich bringt definitiv ungewollte Bilder in meinen Kopf, da Frau Galás und Steven Stapleton beide über 60 sind... Ob Granny Porn eine Kategorie bei YouPorn ist? Und warum will ich das überhaupt wissen? Aaargh! Raus aus meinem Kopf!!! Anhören: You Are a Jaguar EVOKEN - Atra MorsEvoken ist natürlich immer großartig. Kritisieren kann ich einzig und allein, dass sich auf "Atra Mors" gegenüber "A Caress of the Void" und "Antithesis of Light" nicht allzu viel getan hat. Es sind halt "nur" 6 neue Songs. Nicht ganz so tonnenschwer, ein bisschen mehr auf Atmosphäre setzend, aber irgendwie hat man das alles schon mal in der einen oder anderen Form auf den vorangegangenen zwei oder drei Werken gehört. Im Vergleich bieten die anderen zwei Drittel der grabesdoomigen Dreifaltigkeit, SKEPTICISM und ESOTERIC, auf jeder neuen Platte ein oder in Extremfällen sogar zwei (gasp!) Überraschungen. Man kann sich natürlich die Frage stellen, ob man Überraschungen in dieser Sorte Metal überhaupt hören will. Es ist ja kein Prog. Wenn ich eine Evoken-Platte kaufe, suche ich Death/Funeral Doom. Keinen Operngesang, schon gar kein Mädchengeträller, kein Instrumentalgewichse, keine Hitsingle zwischendurch, kein Symphonicgetute, keine Hardcore-Riffs, keine Electro-Parts, keine...  Ach sooo, deswegen haben die meisten Bands damals Anfang der 90er nur ein Album veröffentlicht und sind dann auf Nimmerwiedersehen in der Versenkung verschwunden oder haben komplett das Genre gewechselt. Verstehe. Was will man danach noch machen? Die besagte Dreifaltigkeit sind ja Fossilien der ersten Welle des Death und Funeral Doom und alle drei lassen sich viel Zeit zwischen den Alben. Jetzt, in der zweiten Welle, gibt es Bands, die bereits halb so viele Alben veröffentlicht haben wie diese Dinosaurier während ihrer gesamten Lebensdauer und somit bald vor diesem Dilemma stehen. Wie spielt man diese Genres, ohne sich auf Dauer zu wiederholen oder seine Fans vor den Kopf zu stoßen? "Wäääh, ehemalige Lieblingsband, das klingt voll nicht mehr Dooooooom!!!"Wenn es zu Zeiten der frühen PARADISE LOST und ANATHEMA bereits Internet für alle gegeben hätte, hätten wir "Shades of God" und "Eternity" gnadenlos zerfetzt und uns nur aufgeregt: "shitty cavanagh bros r gofik fag selloutz no play deth doom anymoar ololo"Anhören: An Extrinsic Divide Evoken - A Caress of the VoidLay down your sooooouuuuullll to the gods of dooooooooooooommmm *schraammmmmmm* *schraammmmmmm* *schraammmmmmm* Anhören: Of Purest Absolution LYKKE LI - Wounded RhymesEin Album voll schnuckeliger, verträumter kleiner Pop-Bonbons, eines anders als das nächste, begleitet von einem stellenweise fast schon exotisch wirkendem, groovigem Schlagzeugspiel. Ein bisschen wie eine Kreuzung zwischen HOPE SANDOVAL und den poppigeren Stücken von PJ HARVEY. Die perfekte Musik, wenn einem der Sinn nach etwas Leichtem steht. Man kann ja nicht immer SUFFOCATION oder DEATHSPELL OMEGA hören, aber wenn einem NICKI MINARSCH oder BEYONCÉ auch noch einen Tick zu anspruchslos sind, schafft Fräulein Li Lykke Timotej Svensson Zachrisson (puh!) Abhilfe. Und natürlich bin ich furchtbar oberflächlich, von daher kann es auch nicht schaden, dass sie zufällig genau meinem Typ Frau entspricht *schnurrrr*  Anhören: Rich Kids Blues THE SOUND - JeopardyHmm, 1980 war ein richtig guter Jahrgang. Dieses großartige Schmuckstück hier, "In the Flat Field", "Closer", "Remain in Light", "Fresh Fruit for Rotten Vegetables", "Monarchie und Alltag" uvm. Da war was im Wasser. Ob es Kalium war? Genau, es war bestimmt Kalium. Anhören: Hour of Need THE VELVET UNDERGROUND - The Velvet Underground & NicoDenn Bananen enthalten viel Kalium und Kalium ist gesund und scheint die Kreativität anzukurbeln. Was soll man sonst zu einem der berühmtesten und einflussreichsten Alben der Rockgeschichte schreiben, was noch niemand in den letzten 50 Jahren bereits besser und ausführlicher geschrieben hat? Kennt doch eh jeder. Abgesehen von Rüdiger, versteht sich. Anhören: Venus in Furs THE VELVET UNDERGROUND - White Light/White HeatBereit auf diesem Album hört man dem epischen 'Sister Ray' an, worauf Lou Reed 40 Jahre später mit "Lulu" hinaus wollte. Leider war Mr. Reed anno 2011 auch mental bereits vom Alter gekennzeichnet und hat in Sachen Mitmusiker die schlechteste Entscheidung getroffen, die man hätte treffen können. Ein knapp sechzigjähriger Ex-Alki als Gastsänger, der miserabelste Drummer des Rock-Business, sowie zwei unauffällige Kerle, die wahrscheinlich nicht einmal während der Aufnahmen anwesend waren. Aber mit der richtigen Studioband und etwas mehr Zeit hätte aus der viel gescholtenen "Lulu" eine gu-...äh...hörbare Reed-Platte werden können. Keine gute Metal-Platte, denn aus der Ecke kommen ja die meisten schlechten Kritiken. Mit großem Getöse angekündigt wurde "Lulu" zur Enttäuschung des Jahres 2011 im gesamten Rock- und Metalbereich und zur Lachnummer der folgenden Jahre, weil die Hörer eine Metallica-Platte erwartet hatten. Doch egal, wie viel Mühe sich Lars und James gegeben hätten, es wäre trotzdem kein gutes Metallica-Album geworden und sollte es auch nie werden. Es sollte ein Lou-Reed-Album sein. Naja, vorbei ist vorbei. Ruhen Sie in Frieden, Mr. Reed. Sie waren gleichzeitig einer der einflussreichsten und masseninkompatibelsten Rockmusiker aller Zeiten. Anhören: Sister Ray WIRE - Pink FlagAaah, richtig guter Kauf. Artsy-fartsy Irgendwas-Punk, denn 1977 gab es keine genaue Definition, was dieses neue Genre "Punk" überhaupt ausmacht, noch war der kurz darauf erschienene Begriff "Post-Punk" annähernd definiert. Heute stellen wir uns halt bei "Punk" drei Kumpels vor, die in der Garage talentlos 2-Minuten-Songs mit drei Akkorden spielen und Post-Punk sind halt all die gotisch angehauchten, aber noch nicht ganz dem Gothic Rock zugeordneten Bands der späten 70er und frühen 80er. Je mehr Zeit vergeht, umso enger und strenger definiert werden Genregrenzen. WIRE agieren auf "Pink Flag" stilistisch irgendwo zwischen THE BIRTHDAY PARTY/THE STOOGES/THE CLASH/BAUHAUS/SUICIDE/TELEVISION gespielt von ein paar spießigen Studenten in Rollkragenpullis; ohne Iros, ohne zerfetzte Jeans, ohne Lederjacken, ohne Make-Up. Gewissermaßen die RADIOHEAD der 70er (buuuh!). Das ist quasi as punk as punk gets, weil die Band wie keine andere Punk-Band aussah oder klang. Hat schon seine Gründe, warum u.a. HENRY ROLLINS, MINOR THREAT und R.E.M. die Band gecovert haben. Anhören: Mannequin WIRE - Chairs MissingAuf ihrem Zweitling hat die Band von zwei oder drei Stücken abgesehen gewöhnliche Pop-Strukturen über Bord geworfen und kreiert nun verzerrte Krachhymnen mit klirrenden, ächzenden, in der Luft hängenden Gitarren und gebetsmühlenartig stampfenden Drums. Mal schnell und punkig, mal langsam und neubautig, sogar zwischendurch melodisch und atmosphärisch. Aber immer anders. Wer braucht schon außerhalb von Pop-Musik Struktur und Refrains? Ich nicht. Manche Bands versuchen das unverständlicherweise sogar in den Metal einzuschleusen?! Könnt ihr das glauben?! Das ist doch was für Muschis! Wer Metal ohne Struktur und Refrains nicht verkraftet, hat sich das falsche Genre ausgesucht! Metal ist für Männer! Männliche Männer! Männer hören Metal und trinken BRAWNDO! Denn es enthält Elektrolyte! Anhören: MercyUnd jetzt Spiegeleier aus bunten Schalen zum Frühstück. Denn aus bunten Schalen schmecken die viel, viel besser.
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Schaf
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von Eike » Montag 17. April 2017, 00:30
BEDŘICH SMETANA - "Má Vlast" BEDŘICH SMETANA - "Prodaná Nevěsta" BILLY BRAGG & JOE HENRY - "Shine A Light. Field Recordings From The Great American Railroad" EDGAR WASSER - "Tourette-Syndrom EP" GOD IS AN ASTRONAUT - "Origins" GOD IS AN ASTRONAUT - "The End Of The Beginning" UMSE - "Hawaiianischer Schnee"
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von Schaf » Freitag 21. April 2017, 13:31
Naja, dann halt freitags statt sonntags. Eine Woche ist eine Woche ¯\_(ツ)_/¯ BENT KNEE - Say SoBeim Sortieren eines Bücherregals fiel mir die übelst sympathische und knuffige Dankeskarte vom Kauf dieses Album in die Hufe, woraufhin ich es unbedingt mal wieder auflegen musste. An dieser Stelle auch noch mal ein dickes Dankeschön an Sally, der mich auf den Vorgänger aufmerksam machte. Eine Band, die mich mit ihrem avantgardistischen Stilmix an die leichter verdaulichen Stücke von THE BOOK OF KNOTS und SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM erinnern mag. Es muss ja nicht immer das ganz abgefuckte Zeug sein, manchmal möchte man abends auch ruhig einschlafen können und nicht an paranoiden Wahnvorstellungen leiden wie nach einer versehentlichen Überdosis Venlafaxin. Gegenüber dem Vorgänger ist die Scheibe sicher etwas glatter produziert und zwar nicht strukturell, dafür in Sachen Melodien etwas poppiger, doch deswegen nie schwächer. Poppiger bedeutet nicht zwangsläufig schlecht, schließlich spielt die Band keinen Metal, wo poppige Elemente nicht hineinpassen würden. Und laute, dissonante Ausbrüche gibt es immer noch, der Hörer bleibt also durchaus gezwungenermaßen auf den Zehen und kann sich nie ganz zurücklehnen. Aber Sally bringt es eigentlich gut auf den Punkt und ich sehe es mal ausnahmsweise ebenso wie er, da wir zumindest bei dieser Sorte Musik recht ähnliche Antennen haben. Im Juni erscheint übrigens das neue Album "Land Animal". Fleißig, fleißig, die Damen und Herren. Anhören: Eve/The Things You Love (Medley) CONVERGE - All We Love We Leave BehindSchrammelschrammelschrammelschreddschreddtrommeltrommelplängplängplängwuuääärghschrammelplängplängtrommeltrommel *headbang*Was auch immer Stäbchenmagier Ben Koller in den schnelleren Stücken an Fill-Ins zurechtzaubert, bekomme ich auf meinem kleinen Elektroschlagwerk selbst in tausend Jahren nicht hin. Schnüff. Der ist genauso gemein zu mir wie Brann Dailor. Zum Glück drückt die Band zwischendurch auf die Bremse, um Platz für... ähm... Schmuseballaden wie 'Coral Blue' zu schaffen, denn Mädels (und schlechte Schlagzeuger) brauchen ja auch ab und an was zum Mitsingen. Hat schon seine Gründe, warum es im Hardcore-Bereich mehr Fräuleins gibt als im Metal, nicht wahr? Okay, es könnte natürlich auch schlicht und einfach daran liegen, dass die Subkultur generell nicht so furchtbar homoerotisch und eskapistisch geprägt ist, sondern im hier und jetzt lebt, anstatt mit perfekt muskulösem, eingeöltem, nacktem Oberkörper und Rapunzelfrisur auf Drachen gen Schwarzwurzelreich zu reiten um mittels zwölfseitiger Würfel gegen Orks und Trolle zu kämpfen. Kein Wunder, dass man Metalheads für peinliche Nerds hält und diese dann wiederum mit Pentagrammen, Schädeln, Blut und Satanshuldigung überkompensieren, damit die Gesellschaft wieder Angst vor ihnen hat, anstatt sie als Schwächlinge, ewige Jungfrauen und Schwuchteln wahrzunehmen. Und dann wundern sich die Mettler auf einmal, dass man sie für böse hält und nicht einmal in die Nähe von irgendjemandes Kinder lässt, nur weil man gerade zuuufällig ein T-Shirt von "Butchered at Birth" trägt. Dabei ist man so ein kinderlieber Mensch. Wie man's macht, macht man's eben falsch. Anhören: Aimless Arrow (Der Fan mit der Topffrisur ist klasse: "Hach, Jakob, ich liiiebe dich!!! haaashtag nohomooo!!!") CROWBAR - Symmetry in BlackJoah, halt ein solider Kuhfuß, der einen wundern lässt, warum Kirk seine Antidepressiva nicht schluckt. Ach so, die Nebenwirkung von Venlafaxin hatte ich weiter oben erwähnt. Naja, es gibt ja noch andere. Schlechte Alben können Herr Windstein und Co. sowieso nicht schreiben. Aber himmelhoch jauchzend auf jeden neuen Rundling freuen tut man sich eben irgendwann auch nicht mehr, wenn man schon drei oder vier von der Sorte hat. AC/DC-Syndrom halt. Wenn ich mich recht entsinne, lächelte mich diese Scheibe im Saturn nebenbei an (trotz ihres miserablen Covers) und da kann man nichts falsch machen, denn wo Crowbar drauf steht, ist auch fucking Crowbar drin. Ich sehe gerade, dass die 2016 sogar eine weitere Platte veröffentlicht hatten. Hatte ich das nicht mitbekommen oder schlicht und einfach wieder vergessen? Ach, wen juckt's. Klingt eh wieder genau wie alle anderen zuvor. Aber vielleicht findet die sich ja auch bald günstig beim Stöbern im Saturn... Anhören: A Wealth of Empathy FIDES INVERSA - Mysterium Tremendum et FascinansAh, si, molto bene, ausse Italia komme nichte nur schwule Power "Metelle", sondern inne seltene Fälle auche richtige Metelle, nichte wahre? *macht italienische Handbewegung* Für ihren "orthodoxen" Black Metal schauen diese Itaker nun hauptsächlich nach Schweden, denn ihre Riffs setzen auf ihrem Zweitling weniger auf französische Dissonanz, sondern treten auf eher traditionelle Art kräftig Arsch und bieten Melodien, wie man es von der Szene um WATAIN, FUNERAL MIST, ONDSKAPT und Co., aber auch den Kollegen von Übersee, INQUISITION, kennt. Das Ganze natürlich gepaart mit viel magischem Hokuspokus, huhuhuuuuhuuu, zwecks Atmosphäre. Ganz ohne geht es nicht. So wie ein Michael-Bay-Film nicht ohne Explos-... okay, schlechtes Beispiel. So wie ein Kubrick-Film nicht ohne Zentralperspektive auskommt. Klingt schon besser, nicht wahr? Ich will jetzt nicht behaupten, dass Fides Iversa so gut sind wie Stanley Kubrick, aber doch wesentlich besser als Michael Bay. Was die Jungs jedoch auf alle Fälle besser können als so manche anderen Black Metaller wie z.B. MAYHEM, ist Latein. Zumindest in dieser Hinsicht macht sich die italienische Herkunft bezahlt. Oder im Gegensatz zu Mayhem können Fides Inversa schlicht und einfach mal ein Lateinwörterbuch aufschlagen und liefern dementsprechend nicht solch arg bedenkliche Wortakrobatik wie "Mediolanum capta est" oder "Ordo ad Chao". Merkt euch, Kinder: Grammatik-Nazismus ist das halbe Black-Metaller-Leben! Und richtiger Nazismus die andere Hälfte! Niemand nimmt euer böses, finsteres, tiefschwarzes Album ernst, wenn der Titel kompletter Blödsinn ist und ihr zu dumm ward, Google Translate zu benutzen! Anhören: IV FUNERALIUM - Deceived IdealismPutting the "fun" back into "funeral doom"! Das passt so schön zum Frühlingswetter, besonders wenn der Himmel grau ist, die Schneeflöckchen fallen, Autos deswegen von der Fahrbahn abkommen und daraufhin schrecklich entstellte Unfallopfer blutig auf der Autobahn liegen, um Hilfe ächzen und grausamst qualvoll verenden... Was sehr gut den Sound der Platte beschreibt. Für einen Haufen Froschfresser doch äußerst gut gelungen, wenn man bedenkt, dass bereits dieses zweite Album ein Doppeldecker geworden ist. Andererseits scheint so langsam die französische Szene aus ihrer schwarzmetallischen Monotonie zu erwachen mit Bands wie ATARAXIE, THE AUSTRASIAN GOAT oder EIBON. Waren die Baguettes eigentlich früher für irgendetwas bekannt außer Black Metal? Sicher nicht für Thrash oder Death Metal und Power Metal mit französischem Akzent oder gar auf Französisch ist ja quasi noch schwuler als zuvor, falls das überhaupt möglich ist: "Oui, rapide comme le vent... äh... nous... ride... sur le dragon... towards Mordooooor!" *gniedelfiedel en le 'ighspeed* Nee, das muss ich mir nicht geben. Anhören: Hang These BastardsIch hätte ja viel lieber den übelst eingängigen Titeltrack als Sample verlinkt, aber den gibt es nicht separat auf YouTube und zudem geht er 25 Minuten, von daher hört sich den eh keiner an. Gut, streng genommen hört sich sowieso keiner an, was ich hier verlinke bzw. es liest keiner, was ich hier schreibe, aber es macht mir halt Spaß, okay? Oh Gott, bin ich einsam...  FURIA - Księżyc Milczy LutyHmm, vielleicht hatte ja Sally doch nicht ganz unrecht, als er aus einem Song ein paar nicht ganz schwarzmetallische Elemente heraushörte. Die Band war schon mal trver. Ein wenig...  ... NEUROSIS und vor allem SWANS hat sich in den Sound eingeschlichen. Ich wollte das wohl überhören, weil die Jungs früher für Trve Polski Czarny Metali standen. Aber das hier ist schon ein kleines bisschen anders. Nicht körnerfressend, ohne poppiges Tralala, ohne progressive experimentelle Parts, aber strukturell doch nicht mehr ganz die reine schwarze Lehre. Wobei eine Black-Metal-Band, die wie SWANS klingt, natürlich immer noch (oder gerade deswegen) evil as fuck sein kann, wie JUTE GYTE oder ALTAR OF PLAGUES so schön beweisen. Anhören: Ciało KREATOR - Phantom AntichristKann man sich anhören, besonders Herr Bogrens Produktion liegt angenehmer im Ohr als die von Herrn Sneap. Zwei oder drei Songs sind gut genug, um sie live zu spielen und nur noch einzig und allein dafür werden diese Alben von Mille kreiert. Hehe, kreiert. Ich bin ja so clever. Der Rest ist halt professionell, solide, unterhaltsam; und höchstwahrscheinlich bald wieder vergessen. Vielleicht braucht es ein gewisses Maß an Naivität oder Jugend, um Thrash Metal mitreißend zu spielen? Naja, zumindest das Cover ist arschgeil. So richtig fucking Metal. Fehlen eigentlich bloß noch Titten. Also natürlich nicht am Kreator-Dämon, versteht sich. Anhören: The Few, the Proud, the Broken KRIEGSMASCHINE - Enemy of ManKREATOR sind also der Feind Gottes und KRIEGSMASCHINE der Feind des Menschen. Fehlt bloß noch der Feind der Tiere: McDonald's! Ach nee, deren Burger enthalten ja so gut wie kein Fleisch und wenn, dann sind es sicherlich nur Abfälle... Dann PETA! Tarnen sich als Tierfreunde, schläfern daraufhin ihre Schützlinge ein und verkaufen die Leichen danach wahrscheinlich wieder an McDonald's. Egal, Thema Kriegsmaschine. Etwas gedrosselteres Tempo als deren Hauptprojekt MGŁA, mit komplexerer Schlagzeugarbeit. Wo beim Nebelwerfer die Drums eher hypnotisch-monoton flott ballern, darf Herr Kowalski bei der Kriegsmaschinerie alle seine vier Arme auspacken und mehr technische Finesse zeigen. Die Gitarrenarbeit von Herrn Żentara ist dissonanter, wesentlich unheimlicher als die doch sehr auf Harmonien bedachte Hauptband, wodurch die Musik in Verbindung mit mit dem tiefen Gesang des Bassisten manchmal an weniger chaotische DEATHSPELL OMEGA erinnert. Die Herren wissen halt, wie man zwei Black-Metal-Projekte führt, die unterschiedlich klingen. Anhören: Lies of the Fathers NEUTRAL MILK HOTEL - In the Aeroplane Over the SeaVerdammte Hipstermucke. Versucht SUFJAN STEVENS einen auf BOB DYLAN mit Streichern und Blechblasinstrumenten zu machen? Also wenn, dann macht er das gar nicht mal schlecht, denn der teilweise leicht schiefe, aber extrem emotionale Gesang und die psychedelischen, BEATLES-artigen Melodien sind allererste Sahne. Sänger-Gitarrist Jeff Mangum holt aus seiner Akustikklampfe mehr Melodien raus als manche Metalbands mit drei E-Gitarren. Doch der Folk ist nicht minimalistisch á la NICK DRAKE und wird nicht allein von Mangums Saiten und Stimme getragen, sondern diese sind nur Teil eines kleinen Akustikorchesters. Irgendwas fiedelt oder tutet oder orgelt ständig im Hintergrund, was sicher gewöhnungsbedürftig ist, aber auch genau den Sound der Band ausmacht. Wer seinen Folk gerade etwas schlichter mag, hört eben SIMON & GARFUNKEL. Anhören: Oh Comely WEDERGANGER - Halfvergaan OntwaaktWenn die Holländer komplett den Klargesang auspacken wie auf 'Dodendans', erinnert das stark an URFAUST, aber abgesehen davon wechseln die Jungs stilistisch sehr stark hin und her. Hier erinnert es mal ein bisschen an diese und dort ein wenig an jene und irgendwie nie so ganz an irgendeine Band. Das ist doch in der heutigen Zeit recht beeindruckend, nicht wahr? Ein Strauß bunter Blumen auf einem Black-Metal-Album? Darf denn das überhaupt sein? Darüber muss ich erst einmal nachdenken  Anhören: Wera-Wulfa THE WHITE STRIPES - ElephantVerdammte Hipstermucke. Kann man auflegen und macht dann Spaß! Wo gibt es denn sowas?! Anhören: Ball and Biscuit WIRE - 154Warum ausgerechnet "154"? Was ist das? Die fehlende Zahl von "Lost"? Die Nummern meiner Lieblingsbestellung vom Asiaten um die Ecke? Ich dachte, das wären 15 und 91? Garnelensuppe und Garnelencurry mit Reis, beides nach Thai-Art. Ich mag halt Meeresfrüchte und Thai-Küche. Aber es geht um WIRE. Die haben ihre Punk-Roots auf ihrem dritten Album komplett hinter sich gelassen und schreiben das "Post" in "Post-Punk" besonders groß, indem sie spärliche, minimalistische, disharmonische Klanglandschaften erzeugen, mit denen sie dem Hörer eher Angst einjagen wollen, anstatt wie noch auf dem Debüt "Pink Flag" dreistimmige Melodien zum Mitsingen zu liefern. Refrains? Strukturen? Harmonien? Pfff, alles für Anfänger, dachte sich wohl Sänger-Gitarrist-Keyboarder Colin Newman und schuf eine Symphonie des industriellen Schreckens, wie sie Lou Reed kaum dissonanter hinbekommen hätte. Nur eben mit besserem Gesang. I am sorry, Mister Reed. May the Flying Spaghetti Monster bless your soul and your awful vocal chords. Anhören: A Touching Display
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von Feamorn » Freitag 21. April 2017, 13:58
Schaf hat geschrieben: THE WHITE STRIPES - ElephantVerdammte Hipstermucke. Kann man auflegen und macht dann Spaß! Wo gibt es denn sowas?! Anhören: Ball and Biscuit
Die habe ich auch viel zu lange nicht mehr aufgelegt... Was bedauere ich, die Beiden nicht mehr live geschaut zu haben, bevor Schluss war. 
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von Eike » Sonntag 23. April 2017, 13:32
 ANGIE STONE - "Black Diamond"  DENDRITES - "Dendrites"  HELLHOOKAH - "Endless Serpents"  OF MONSTERS AND MEN - "Beneath The Skin"
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von Rüdiger Stehle » Montag 15. Mai 2017, 00:35
Ich verkünde hiermit feierlich das vierte Scheitern meines Playlist-Projektes. Habe seit 04.05.2017 die Liste nicht aktualisiert und nicht mehr die geringste Ahnung, was ich in den letzten zehn Tagen wann angehört habe.
Dieses Mal hat's also gut vier Monate gehalten.
Ich glaube, ich lasse es einfach.
Schade. War aber absehbar.
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von Schaf » Montag 15. Mai 2017, 06:08
Aha.
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von Havoc » Montag 15. Mai 2017, 11:30
Schaf hat geschrieben:Aha.
Was für ein "Aha" ist das? 1.) War ja klar, dass das so kommt 2.) Zur Kenntnis genommen, interessiert mich aber nicht die Bohne 3.) Verwunderung darüber, dass es wieder nicht geklappt hat 4.) Ein noch anderes "Aha". Deswegen ist die heutige Kommunikation so schwierig. Jeder liest E-Mails und SMS anders und interpretiert dann auch irgendwas rein. Naja. Das hier war mal ein gutes Beispiel dafür.
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von Schaf » Montag 15. Mai 2017, 11:50
Havoc hat geschrieben:Was für ein "Aha" ist das?
Ein "Ich hatte keine Ahnung, dass es so ein Projekt gibt und nun tut der Rüdiger so als ob wir alle davon wüssten"-Aha 
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von Havoc » Montag 15. Mai 2017, 13:51
Achso. Doch. Ich wusste davon. Rüdiger hatte Anfang des Jahres mal davon berichtet und selbst gemutmaßt wie lange er wohl dieses Mal durchhalten wird etc. 
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