Weekly Playlist

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Havoc » Mittwoch 17. Mai 2017, 21:28

34/100 bei Peter wenn ich richtig gezählt habe. :)
Benutzeravatar
Havoc
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 23753
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Holger Andrae » Mittwoch 17. Mai 2017, 22:09

26 mit Kubi.

Die Watchtower ist zwei Mal drin, weil ich zuerst den DL hatte bei dem ja zwei Songs fehlten und dann der physische Release kam. Die Kenn Nardi habe ich getrennt drin, weil ich wissen wollte, ob ich eine der beiden bevorzuge. Dem ist nicht so.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Benutzeravatar
Holger Andrae
Musikredaktion
 
Beiträge: 26381
Registriert: Dienstag 5. Januar 2010, 02:44

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Peter Kubaschk » Mittwoch 17. Mai 2017, 22:30

Holger Andrae hat geschrieben:26 mit Kubi.


:( - das ist wenig.
Benutzeravatar
Peter Kubaschk
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 21959
Registriert: Dienstag 5. Januar 2010, 10:16

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Holger Andrae » Mittwoch 17. Mai 2017, 23:00

Peter Kubaschk hat geschrieben:Meine Top100 seit 01.01.2008

01. COG - Sharing Space - 118
02. BIFFY CLYRO - Opposites - 95
03. THE BUTTERFLY EFFECT - Final Conversation Of Kings - 92
04. THE GRACIOUS FEW - The Gracious Few - 79
16. ARMORED SAINT - Win Hands Down - 48
28. LONG DISTANCE CALLING - Avoid The Light - 42
33. RAINBOW - Rising - 38
33. AUDREY HORNE - Audrey Horne - 38
37. RIVERSIDE - Anno Domini High Definition - 37
37. ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance - 37
43. FATES WARNING - Theories Of Flight - 35
44. REDEMPTION - The Art Of Loss - 34
44. ARMORED SAINT - La Raza - 34
52. THRESHOLD - For The Journey - 31
52. VAUXDVIHL - To Dimension Logic - 31
58. INDUKTI - Idmen - 29
58. ARGUS - Boldly Stride The Doomed - 29
58. FIFTH ANGEL - Fifth Angel - 29
58. AUDREY HORNE - Youngblood - 29
64. DOMMIN - Love Is Gone - 27
68. SUBSIGNAL - Beautiful & Monstrous - 25
73. GATE 6 - God Machines - 24
80. SECOND RELATION - Abiona - 23
80. WHILE HEAVEN WEPT - Vast Oceans Lachrymose - 23
93. ANATHEMA - We're Here Because We're Here - 21
99. FLOTSAM & JETSAM - The Cold - 20
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Benutzeravatar
Holger Andrae
Musikredaktion
 
Beiträge: 26381
Registriert: Dienstag 5. Januar 2010, 02:44

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 17. Mai 2017, 23:22

Peter Kubaschk hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:16. ARMORED SAINT - Win Hands Down - 48
28. LONG DISTANCE CALLING - Avoid The Light - 42 **
33. RAINBOW - Rising - 38
37. ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance - 37
43. FATES WARNING - Theories Of Flight - 35
44. ARMORED SAINT - La Raza - 34
52. VAUXDVIHL - To Dimension Logic - 31
56. VON HERTZEN BROTHERS - New Day Rising - 30
58. INDUKTI - Idmen - 29 **
58. ARGUS - Boldly Stride The Doomed - 29
58. FIFTH ANGEL - Fifth Angel - 29
68. SUBSIGNAL - Beautiful & Monstrous - 25 **
80. WHILE HEAVEN WEPT - Vast Oceans Lachrymose - 23
80. ENSLAVED - Axioma Ethica Odini - 23
99. FLOTSAM & JETSAM - The Cold - 20

Es sind sogar 15...


Ah, die Promos aus dem SC einst .... gut, an die habe ich nicht gedacht. - Ich hatte Armored Saint (2x), Rainbow, Arch/Matheos, VHB, Argus, Fifth Angel, WHW, Enslaved und Flotsis gezählt, also 10. Bei Fates Warning war ich nicht sicher, ob du die bereits hast. Ansonsten überrascht mich nur Vauxdvihl ein bisschen.


Von VAUXDVIHL habe ich alle drei Scheiben, und dann auch noch die beiden Scheiben vom Nebenprojekt WURMS. Aus Franks Mailorder-Sortiment habe ich schon recht viel. Außerdem gilt gerade das Debüt ja schon als Prog-Metal-Untergrund-Standard, oder nicht?

Und jau, die mit ** sind Promos ausm Soundcheck, richtig. Von Fates Warning fehlt mir nur noch der Vorgänger der aktuellen. Der mit dem Origami-Kranich.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35308
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 17. Mai 2017, 23:24

Ächz, die RIVERSIDE und die Butterfliege habe ich auch als Promo. Da war ich mir jeweils bei dem Albumtitel nicht sicher. Langsam wird's inflationär.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35308
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Jhonny » Donnerstag 18. Mai 2017, 08:57

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Peter Kubaschk hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:16. ARMORED SAINT - Win Hands Down - 48
28. LONG DISTANCE CALLING - Avoid The Light - 42 **
33. RAINBOW - Rising - 38
37. ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance - 37
43. FATES WARNING - Theories Of Flight - 35
44. ARMORED SAINT - La Raza - 34
52. VAUXDVIHL - To Dimension Logic - 31
56. VON HERTZEN BROTHERS - New Day Rising - 30
58. INDUKTI - Idmen - 29 **
58. ARGUS - Boldly Stride The Doomed - 29
58. FIFTH ANGEL - Fifth Angel - 29
68. SUBSIGNAL - Beautiful & Monstrous - 25 **
80. WHILE HEAVEN WEPT - Vast Oceans Lachrymose - 23
80. ENSLAVED - Axioma Ethica Odini - 23
99. FLOTSAM & JETSAM - The Cold - 20

Es sind sogar 15...


Ah, die Promos aus dem SC einst .... gut, an die habe ich nicht gedacht. - Ich hatte Armored Saint (2x), Rainbow, Arch/Matheos, VHB, Argus, Fifth Angel, WHW, Enslaved und Flotsis gezählt, also 10. Bei Fates Warning war ich nicht sicher, ob du die bereits hast. Ansonsten überrascht mich nur Vauxdvihl ein bisschen.


Von VAUXDVIHL habe ich alle drei Scheiben, und dann auch noch die beiden Scheiben vom Nebenprojekt WURMS. Aus Franks Mailorder-Sortiment habe ich schon recht viel. Außerdem gilt gerade das Debüt ja schon als Prog-Metal-Untergrund-Standard, oder nicht?

Und jau, die mit ** sind Promos ausm Soundcheck, richtig. Von Fates Warning fehlt mir nur noch der Vorgänger der aktuellen. Der mit dem Origami-Kranich.



Den gibts aber doch oft recht günstig?



Nerdig, das alles hier... :narf: :grins: :grins:
Benutzeravatar
Jhonny
Musikredaktion
 
Beiträge: 36918
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 16:48
Wohnort: Landshut

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 18. Mai 2017, 09:01

Ist mir halt noch nicht über den Weg geflattert. Neuere FW-Sachen sind für mich nicht allzu dringlich.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35308
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Schaf » Sonntag 28. Mai 2017, 11:35

Bild
ARTHUR BROWN'S KINGDOM COME - Journey
Der einzig wahre God of Hell Fire, der Erfinder des Corpsepaint, der bereits 10 Jahre vor einer der schlechtesten kommerziell erfolgreichen Rockbands der Welt eine mit Make-Up, Feuer und Kostümen verzierte Bühnenshow darbot, liefert auf "Journey" das erste Album, welches komplett mit einer Drum Machine eingespielt wurde. Natürlich hört man das heraus, die Drums klingen irgendwie scheiße, anno '73 kann keiner eine perfekte Maschine à la DEATHSPELL OMEGA erwarten (falls es denn eine ist... uuuuhhuuuuhuuuu *unheimliche Musik abspiel*), aber zumindest war es wegweisend. Dafür entschädigt musikalisch der Rest schon eher, wenngleich es kein Album ist, das man als Ganzes öfter auflegt. Psychedelisch, wabernd, orgelnd, stoisch. Immer dann am besten, wenn Herr Brown seine Stimmbänder auspackt und diese nicht elektronisch verzerrt sind. Ganz ehrlich, die ersten beiden Songs waren anno 1973 wahrscheinlich nur cool, weil die meisten Brown-Fans noch genug Gras aus den 60ern übrig hatten, um sich vorher die Kante zu geben. Hat man diese ersten zwölf Minuten überstanden, fängt das Album zum Glück richtig an. Technisch wegweisend für seine Zeit, was da an Mellotron und Synthies ausgepackt wurde, trotzdem ist die experimentelle und improvisierte Natur der meisten Stücke wohl selbst für Krautrock-Fans eher Geschmackssache. Es ist ja absolut verständlich, dass sich Herr Brown nicht wiederholen wollte, denn alle drei Alben von KINGDOM COME sind unterschiedlich, aber ein wenig mehr Struktur oder Melodie oder Gitarre hätte niemandem geschadet. Die guten Stücke sind dafür wirklich klasse; was dazwischen wabert, war jedoch wahrscheinlich nur 1973 spektakulär, weil sich selbst "The Dark Side of the Moon" sowas nicht traute; erscheint heute doch eher irgendwie fragwürdig. Vielleicht fehlt es mir auch einfach an entsprechenden Hilfsmittelchen? Am besten sollte ich den Dealer meines Vertrauens nach ein paar Gramm 'White Widow' fragen. Oder 'White Window', wie Herr Pastewka sagen würde. Erinnert sich noch jemand an diese Serie? Ich fand die ja richtig, richtig gut. Wesentlich besser als "Vikings". Und das mit einem Bruchteil von deren Budget. Ist es fair, Comedy mit Action/Drama/Fantasy zu vergleichen? Ist das wie ein Vergleich zwischen CAPTAIN BEEFHEART und MOONSORROW? Und wenn die Beefheart eben besser geschrieben ist?
Anhören: Come Alive

Bild
DRAGGED INTO SUNLIGHT - Hatred for Mankind
iTunes wollte mich erinnern, den Nachfolger "WidowMaker" zu hören, weil ich den über die Jahre vernachlässigt habe und mit ihm im Gegensatz zu diesem Album nichts verbinde, doch als ich kurz reinhorchte, fiel mir wieder ein, dass jenes Album quasi nur eine künstlich in die Länge gestreckte EP bestehend aus zwei belanglosen B-Seiten und einem viertelstündigem Intro war. Darum wendete ich mich wieder dieser Scheibe zu: Die perfekte Symbiose aus Death Doom, Sludge, Grind und Black Metal. Die totale Zerstörung, Hass in Form von Musik. Herrlich. So muss Metal. Kein tuntiges Tralala, keine Fire-Desire-Reime, keine Feen-Land-Melodien, einfach nur pures Riff-Gemetzel ohne Überreste von irgendwelchen 80er-Schwulitäten oder 90er-Brofist-Nu-Grooves. Quasi das Metal-Destillat schlechthin, worauf harte Gitarrenmusik fünf Jahrzehnte lang hingearbeitet hat. Egal, ob ein Song zwei oder zwölf Minuten dauert, hier bleibt kein Stein auf dem anderen und das möchte man bei einem Album mit dem Namen "Hatred for Mankind" auch erwarten, oder?
Anhören: Buried with Leeches

Bild
GAZA - No Absolutes in Human Suffering
Tz, da hat aber jemand schlechte Laune. So klinge ich auch, wenn ich nicht genug Schlaf bekommen habe und am Samstagmorgen der Postbote klingelt. Aggro-Core vom Feinsten. Ein bisschen Grindcore, ein bisschen Crustcore, ein bisschen Hardcore, etwas Mathcore, nicht zuviel Noisecore, eine Prise Sludge — von allem die richtige Dosis. Da hat sich jemand trotz schlechter Laune klammheimlich auf Zehenspitzen in meine Küche geschlichen und meine Maßbecher gemopst. Und alles grandios verpackt von Kurt Ballou höchstpersönlich, neben Steve Albini einem der besten Produzenten und Tonmeister im Umfeld der harten Gitarrenmusik. Beide zusammen würden wahrscheinlich die perfekte Produktion erstellen. Doch dann würde Andy Sneap spontan in Flammen aufgehen.
Anhören: The Truth Weighs Nothing

Bild
ISVIND - Gud
Irgendwie knuffig, wie die anderen alten Norweger mittlerweile in ganz anderen Sphären musizieren und nach anderthalb Jahrzehnten Pause kommen die hier aus dem Nichts und tun so, als wäre es 1994. Mit 1.21 Gigawatt Grimness zurück in die Vergangenheit!
Anhören: Himmelen (wenn man genau hinhört, singt Goblin am Ende sogar "back to nineteen-ninety-four!" ;) )

Bild
NAILS - You Will Never Be One of Us
Hatte ich gesagt, die Jungs von GAZA hätten schlechte Laune? Pffff. Kindergeburtstag. Das hier ist ein herrlich kurzes FUCK YOU!!! und ich frage mich, ob der Anwalt von NAPALM DEATH Anklage erhob und nur abgewiesen wurde, weil keinerlei Death-Metal-Elemente enthalten sind oder weil Millionen zweitklassiger Grindcore-Bands wesentlich stärker nach ND klingen. Natürlich auch produziert von Kurt Ballou. Der Mann hat ein Ohr für alles Corige.
Anhören: Life Is a Death Sentence

Bild
NIRVANA - In Utero
Danke, Erasmus. Aaah, Hidden Tracks. Kennt ihr das noch? Als ihr eine CD in der Musikanlage gehört habt und das Album wollte nach dem letzten Song nicht aufhören? Das gibt es heute nicht mehr, weil es echt nervig ist, den letzten Song erst als .wav zu rippen, den dämlichen Hidden Track abzuschneiden und dann den Rest als .mp3 zu rippen, während man das übrige Album bereits als .mp3 gerippt hat! Toller Sound von Steve Albini und die wohl beste Scheibe von Kurt, Krist und diesem Schlagzeuger, der es bestimmt zu nichts bringen wird. Naja, was soll man noch zu einem Album sagen, das außer Rüdiger eh jeder kennt?
Anhören: Rape Me

Bild
RÓISÍN MURPHY - Hairless Toys
Ich dachte immer, für ein Dance-Pop-Album braucht man nur höchstens zwei Jahre Produktionszeit? Erst lässt Frau Murphy ihre Fans acht Jahre warten und dann sind auch noch nur acht Songs enthalten!? Songs, die sechs, sieben, fast zehn Minuten lang sind? Was soll das werden? Artsy-Fartsy Indie Minimalist EBM? PORTISHEAD meets TANGERINE DREAM? Zum Vorgänger "Overpowered" konnte ich noch tanzen, doch jetzt muss ich auch noch das Gehirn einschalten und auf die Texte achten, weil die alte Schachtel nicht mehr sexy genug ist, um sich in ihren Musikvideos in viel zu knapp geratenen Lederröckchen zum Beat zu räkeln? Seufz. Die Welt ist ungerecht. Ich lege jetzt besser NICKI MINAJ auf, schalte das Gehirn aus, groove zu den sinnbefreiten Songs und werfe einen interessierten Blick auf ihren netten Wackelhintern (wobei ein Blick dafür wahrscheinlich nicht ausreichen wird).
Anhören: Uninvited Guest

Bild
SWANS - The Glowing Man
Das verlangt noch nach 57 weiteren Umdrehungen, bevor ich mehr dazu sagen kann außer anstrengend und überwältigend, wunderschön und schwer zu begreifen. Das ist keine Musik, bei der man sich einen Song nebenbei zum Hören spaßeshalber raussucht.

Bild
SWANS - Swans Are Dead
Die meisten Live-Alben sind schnell vergessen, weil sie im Prinzip nur Best Ofs mit Publikumsgeräuschen sind. Mal ehrlich, was alles an Live-Alben erscheint, könnt ihr gar nicht aufzählen und die Live-Alben, die ihr namentlich nennen könnt, gehören bereits zu dem elitären Kreis der schätzungsweise 0,001%, die wirklich musikalisch nennenswert sind, wie "In Rock" oder "Unleashed in the East" (trotz Overdubs, die wir mal großzügig vergessen). Oder das Album ist trotz beschissenem Sound aus historischen Gründen interessant, weil auf dem Cover der ex-Sänger der Band die Wände des umliegenden Raums mit seinem Gehirn neu gestrichen hat. Manche Live-Alben unterscheiden sich bei den Songs selbst nicht allzu sehr von den Studio-Versionen, leben aber von der dargebotenen Energie, wie z.B. "Decade of Aggression" oder "Another Lesson in Violence". Und dann gibt es die ganz seltenen Live-Alben, die dermaßen komplett anders sind, dass sie quasi ein neues Studio-Album mit Publikumsgeräuschen darstellen. Und so eines ist "Swans Are Dead". Ein grandioser komplett neuer Song, ganze 17 Minuten, als Opener, der auf keinem anderen Album enthalten ist; Songs von jedem Nebenprojekt der Schwäne (schließlich war es als Abschied gedacht), auf SWANS-Style getrimmt; die ganz alten Schwarten, wie man sie zuvor noch nicht erlebt hat, wie die von Fräulein Jarboe statt von Herrn Gira gesungene Version von 'I Crawled', die ich wesentlich mehr mag als die 1984er Version; an anderer Stelle wird ein introspektives Singer/Songwriter-Stück zum rotzigen Punk-Rocker oder ein schnuffeliger Dream-Popper der Marke COCTEAU TWINS mutiert zum arg verzerrten Drone Blues à la EARTH meets JOHNNY CASH (irgendwie klingt der Vergleich wie die 2014er Kollabo zwischen SUNN O))) und SCOTT WALKER) u.ä. Man erwarte das Unerwartete. Und selbst die Songs, die ungefähr so klingen wie ihre Studio-Pendants, sind mindestens so gut wie das Original, wenn nicht gar besser. Behaupte zumindest ich. Und ich habe in Sachen Musik sowieso immer recht, während ihr alle eh keine Ahnung habt. Okay, "alle" ist vielleicht übertrieben, wollen wir mal nicht so harsch sein. Ihr habt fast alle keine Ahnung von Musik, von Fabi, Nils und Eike mal abgesehen. Klingt doch netter, nicht wahr? Aber zurück zum Thema: Also während das zuvor erschienene Studio-Album "Soundtracks for the Blind" gewissermaßen ein Best Of mit neuen Songs ist, weil es jeden Stil der Band abdeckt, bildet "Swans Are Dead" das entsprechende Gegenstück: Ein ganz neues Album mit alten Songs.
Anhören: Feel Happiness

Bild
WHITE LIES - To Lose My Life...
Post-Punk war über 20 Jahre tot — doch kann man kein Rock-Genre wirklich auf ewig töten, nicht wahr? Rock'n'Roll ist halt untoter als von Vampiren gebissene Zombies auf einer Schlagerparty gehostet von Jürgen Drews mit Hits von Udo Jürgens. Zugegeben, die Notlügen gehen recht eingängig-poppig vor und sind ein ganzes Stück entfernt von Meilensteinen wie "Closer", "Jeopardy" oder "Disintegration", aber wer späte THE CHAMELEONS oder späte THE SOUND oder THE TELESCOPES oder generell britischen Post-Punk von Bands mit THE im Namen der mittleren bis späten 80er mag — eben als das Genre poppiger wurde und sich etwas mehr dem Mainstream anbiederte — ist hier definitiv richtig. Jeder Song bleibt hängen, jeder ist anders, jeder lädt zum Mitsingen und Kopfnicken oder gar Tanzen ein. Die elektronischen Elemente sind so herrlich Eighties, dass einem ein Vokuhila wächst und man aus der hintersten Ecke des Kleiderschranks das eingestaubte rosa Don-Johnson-Hemd mit Schulterpolstern hervorholt und die DAVID-HASSELHOFF-Vinyl-Single auflegen möchte, die einem niemand bei den letzten drei Flohmarkt-Verkäufen für einen Euro abnehmen wollte. Hach, ich bin einfach zu jung, um diese Zeit so richtig geschätzt und genossen zu haben. Andererseits dauerten die Achtziger streng genommen im Ostblock bis etwa Frühjahr '95 an.
Anhören: A Place to Hide

Bild
ZØRORMR - Corpus Hermeticum
Polen orientierte sich in den 90ern noch sehr an Skandinavien, was zu eher peinlichen Ergebnissen führte, aber mittlerweile haben unsere slawischen Nachbarn einen eigenen und vor allem sehr rifflastigen Stil entwickelt, mit riesigen, metallenen Eiern zwischen krummen Beinen (ein bisschen so wie Scarlett Johannson im neuen "Ghost in the Shell") und fett produzierten Riffs aus drölfzig Lagen Damaszener Stahl. Nicht dieses dünne Klirren aus anderthalb Noten und taktlosem Pfannenklopfen dazwischen, wie es in den 90ern noch en vogue schien, weil man die trvesten Aspekte der untalentiertesten nordischen Spitzbübchen kopieren wollte, obwohl diese nur so extrem waren, weil die vierzehnjährigen Bjørn und Anders gerade erst ihre Instrumente zu spielen gelernt hatten. Zum Glück haben haben Pjotr und Wladisław mittlerweile verstanden, dass Black Metal sich nicht durch mangelndes Talent definiert. Mit gerade mal einem Album haben ZØRRO sich in mein grimmiges und frostgebissenes Herz gespielt und dort zwischen den Landsmännern MGŁA, KRIEGSMASCHINE, und Co. einen Platz gefunden zeigen ihnen, wie man fette Heavy-Metal-Riffs spielt und gleichzeitig black as fuck ist. Einzig den dämlichen und unaussprechlichen Namen hätte man sich schenken können, aber irgendwas muss halt immer sein im BM. Wenn es kein beschissener Name ist, dann ist entweder die Produktion scheiße oder das Bandlogo zu leserlich oder zu viel Farbe auf dem Cover oder die Band kommt aus Frankreich (das schlimmste aller Verbrechen, wenn ihr mich fragt). Die perfekte BM-Band gibt es eben nicht. Wo war ich eigentlich stehengeblieben?
Anhören: This I Command!
Benutzeravatar
Schaf
Metalhead
 
Beiträge: 3250
Registriert: Samstag 4. Oktober 2014, 18:45
Wohnort: Das Herz Preußens

Re: Weekly Playlist

Beitragvon Teichfrosch » Montag 5. Juni 2017, 15:00

SSIO - "0,9"

Ist einfach verdammt witzig. Das ist das schöne, der Kerl nimmt sich selbst nicht so furchtbar ernst, darüber kann ich lachen und so das ganze Proletengelaber absolut feiern.

SLOWDIVE - "Slowdive"

Gelingt nicht vielen Bands, nach so langer Zeit noch relevante Alben abzuliefern. Sehr gelungen.

ALTER BRIDGE - "The Last Hero"

Meh. Es ist eigentlich wirklich richtig gut gemacht, aber es ist einfach nicht meine Machart. Schade eigentlich, die Band war mir sehr lange sehr wichtig, aber bis auf die ersten beiden Alben höre ich davon einfach nichts so wirklich.

BARE WIRE SON - "Gently"

Klasse Entdeckung einer Freundin, Drone/Doom/Noise (oder sowas) der ruhigeren Machart, sehr schön.

PORTICO QUARTET - "Portico Quartet"

Schöne Musik zum entspannen. Alternativer Anstrich, aber nicht unnötig verschwurbelt.

PRIEST - "Priest"

Bin wirklich absurd auf diesem Album hängengeblieben. Könnte daran liegen, wie süß die Künstlerin ist:

Bild

*rrrr*

Ist aber auch abgesehen von dem überaus niedlichen Gesicht sehr hübsche, absolut harmlose, höchst eingängige Musik für Träumer. Macht momentan 90% meiner Musikkonsumzeit (gibts das Wort?) aus. Eignet sich einfach auch wunderbar um dazu nebenbei zu arbeiten, weils so kantenlos und flauschig ist.

SUBLIME - "Sublime"

Auf Empfehlung eines Freundes... naja, ich hätte direkt wissen müssen, dass das nichts ist, was ich mir privat anhören möchte. Und so ist es dann auch. Klar, wenn alle irgendwie betrunken sind und mitsingen möchten oder so, ist das klasse. Musikgenuss ist das aber dennoch nicht. Ska halt, prinzipiell verzichtbar.

IMMORTAL - "In The Heart Of Winter"

Geht immer mal, wenn man gute Laune braucht. Und das meine ich nicht ironisch, da steigt meine Stimmung wirklich, wenn ich mich zum Beispiel von Ska erholen muss.
Benutzeravatar
Teichfrosch
Metalhead
 
Beiträge: 3170
Registriert: Montag 17. Mai 2010, 00:18

VorherigeNächste

Zurück zu Die Rockbar

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste