Musikalische Erkenntnis des Tages

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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Raphael Paebst » Dienstag 27. Juni 2017, 12:03

Trummer würde so nen Blödsinn nicht von sich geben, der will ja eher, dass echter Metal Underground bleibt, habe ich den Eindruck.

Bart Gabriel posaunt das gern mal raus, gibt da aber noch ein paar Kandidaten, die davon regelmäßig reden.

Ich hab sogar ein Sacred Steel Shirt, auf dem hinten noch die Textzeile "Im Metal's dead the dead walk the earth." draufsteht, aber gut, das ist halt Sacred Steel.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Peter Kubaschk » Dienstag 27. Juni 2017, 12:09

Raphael Paebst hat geschrieben:Trümmer würde so nen Blödsinn nicht von sich geben, der will ja eher, dass echter Metal Underground bleibt, habe ich den Eindruck.


Das wäre übrigens der Tod des Metals. Ich würde schätzen, dass etwa 95+% der "Untergrund-Metaller" über Iron Maiden, Judas Priest, Black Sabbath oder meinetwegen Iced Earth, Blind Guardian & Co. zum Metal gefunden haben. Ohne diese Bands keine Fans. Ohne Fans, keine neuen Bands. So einfach ist das.

Raphael Paebst hat geschrieben:Bart Gabriel posaunt das gern mal raus, gibt da aber noch ein paar Kandidaten, die davon regelmäßig reden.


Jo, ist natürlich völliger Unsinn. Dafür muss man sich nur mal anschauen, wie viel Leute auf die kleineren Events gehen.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Raphael Paebst » Dienstag 27. Juni 2017, 12:20

Peter Kubaschk hat geschrieben:
Raphael Paebst hat geschrieben:Trümmer würde so nen Blödsinn nicht von sich geben, der will ja eher, dass echter Metal Underground bleibt, habe ich den Eindruck.


Das wäre übrigens der Tod des Metals. Ich würde schätzen, dass etwa 95+% der "Untergrund-Metaller" über Iron Maiden, Judas Priest, Black Sabbath oder meinetwegen Iced Earth, Blind Guardian & Co. zum Metal gefunden haben. Ohne diese Bands keine Fans. Ohne Fans, keine neuen Bands. So einfach ist das.

Das ist unbestritten, aber das ist ja auch nicht der Metal, um den es geht, wenn gewisse Leute von echtem Metal reden, das ist der traditionelle Underground, wie er auf KIT, HOA und so stattfindet. Scheint mir übrigens ein ausgemacht deutsches Phänomen zu sein, etwa in Griechenland oder Portugal auf den Festivals mit ultratruem Line-Up wird das deutlich lockerer gesehen.

Hierzulande wird irgendwie eine Begeisterung für die Musik mit einem eingeengten Musikgeschmack gleichgesetzt und die ganzen Sauf- und Randale-Eskapaden mit der Kirmes etwa in Wacken oder auf dem Summer Breeze in einen Topf geworfen, so nach dem Motto, wer ein echter truer Underground Metalfan ist, der schaut sich jede Band an und zündet keine Zelte an. Ist natürlich völliger Blödsinn, Musikgeschmack und -Begeisterung haben nur sehr am Rande etwas mit Benehmen und so zu tun.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Holger Andrae » Dienstag 27. Juni 2017, 12:49

Ich dachte auch sofort an den Trummer:)

Wenn ich die Einstiegsfrahe im DF beim Atlantean Kodex Interview lese, muss ich laut lachen. Die Antwort bestätigt dann auch wieder alle meine (Vor) Urteile über diese musikalisch sehr tolle Band.

Dass man das Echtheitszertifikat für wahren Metal über einen Underground Status bezieht, ist natürlich Unsinn. Genau wie der Wunsch danach, dass Metal Underground bleiben soll. Ich bin ja auch gegen Metal-Tourismus, weil das meinem Gedanken über diese Musik widerspricht, aber es gibt ja ein sehr breite komerzielle Grauzone zwischen Ausbeutung und Anti-Kommerz. Siehe auch Wacken. Da bin ich in erster Linie nicht hin, weil sich das Preis/Leistung-Gefüge nicht mehr gerechnet hat und weil da zuviel Kirmes drumherum ist. Ich kenne aber Leute, die da hingehen und auscschließlich wegen der Bands dort sind. Dass man zu einem Festival auch wegen der Atmosphäre und den Leuten geht, kann wohl keiner absprechen. Das ist ja beim KIT auch nicht anders und genau hier sehe ich gerade eine seltsame Verschiebung. Nicht wenige Stimmen über "Fan Verarsche" werden laut und ich kann es sogar bedingt verstehen.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Siebi » Dienstag 27. Juni 2017, 17:50

Sehen wir die Fakten. Egal ob KIT oder WOA, egal ob kleiner Veranstalter oder Großunternehmer, egal ob Undergroundlabel oder Major, es ist ein Geschäft und Geschäfte werden gemacht. Und alle machen mit, ich ebenso.

WOA kenne ich nicht, das KIT bzw. generell Festivals jeglicher Coleur sind für mich nicht mehr das, was sie einmal waren bzw. bedeuteten. Ist nicht nur deren Entwicklung, sondern auch meiner Alterung bzw. abnehmenden Begeisterung stückweise geschuldet, weil mich Ticket- und Billinggeyhpe immer mehr befremden oder amüsieren, je nach Gemütslage.

Vinylpreise steigen in schwindlige Höhen, weil die Kaufkraft scheinbar vorhanden ist, die Preise letztendlich bezahlt werden. Regt's mich auf? Ja und nein. Ja, weil ich gerne Vinyl kaufe, aber bei Preisen von 20 EUR für einfaches schwarzes Vinyl ohne DLC oder CD-Beilage immer zur CD greife, die meist nach wenigen Monaten oder gar Wochen, je nach Vertriebsaktion, verramscht werden. Sinnig oder nicht, irgendwie fehlen mir leicht desillusioniert die Worte einer schlüssigen Erklärung. Gerade aus der Perspektive des Kunstschaffenden fühlt sich das als unwertschätzend an, wenn seine Kreation für den berühmten Appel mit Ei durch einen lässigen Mausklick das Kunstgut frei Haus geliefert wird.

Es mag für viele idiotisch klingen, aber mir gefiel das Entdecken der Musik in Plattenläden oder dank überspielter Kassettten von Freunden oder aus der örtlichen Bücherei. Was haben wir oder auch allein in ELPI, WOM, Karstadt und Co. zugebracht, um vielleicht auch nur mit der Erkenntnis eines tollen Hörerlebnisses ohne Geldscheinzücken nach Hause zu lustwandeln. Ich denke sehr gerne an diese Zeit Mitte der 80er bis Anfang der 90er zurück.

Ob mir Musik gefällt oder nicht, ich schätze die vielen lieben Menschen, die ich durch diese Leidenschaft kennenlernen durfte, hier wie andernorts. Auch wenn sich in Sachen Musik die Meinungen teilweise arg spalten, am Ende zählt der Mensch, that's it. In der Musik gilt keine Kompromisse, kein Gepose, sei ehrlich zu Dir selbst, dann schätzt dich auch der Gegenüber. Ob das Vinyl jetzt in 30 Farben erscheint oder mir Watchtower rein gar nix geben oder Kiss der heißeste Scheiß ist, ein Ei drüber und sich des Lebens gefreut. In diesem Sinne, Prost!
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Drumtier » Mittwoch 28. Juni 2017, 10:07

Holger Andrae hat geschrieben:
Peter Kubaschk hat geschrieben:Oh ja, das war nicht so wirklich toll Gerade auch optisch. Auch eine Band, die sich viel kaputt gemacht hat mit ihren Live-Auftritten. Aber hören solltest du das Album mal wieder. Ist immer noch fantastisch. Nur nicht die Augen schließen.

Ja, das war eine absolute Gesichtsgrätsche. Aber ich habe sie mal raus gezogen. Allein "Sarah Williams" ... hach ...

Also ich weiß zumindest warum ich von der Band noch nie gehört habe, stimme euch aber zu, das kann was. Sowohl Kinescope als auch Sarah Williams, bei dem ich schon auf eine Ballade gehofft habe und nicht enttäuscht wurde ;-)
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Erasmus » Mittwoch 28. Juni 2017, 12:15

Wenn ich die Einstiegsfrahe im DF beim Atlantean Kodex Interview lese, muss ich laut lachen. Die Antwort bestätigt dann auch wieder alle meine (Vor) Urteile über diese musikalisch sehr tolle Band.


Warum die Heiterkeit? Und in wie fern bestätigt die Antwort deine Vorurteile? Ich hatte den Eindruck, dass sich Becker hier ganz charmant aus dieser potentiell fettnäpfchenaffinen Lage manövriert ^.-
Auch bekannt als: Jakob Schnapp

http://www.musik-sammler.de/sammlung/erasmus-desiderius

Seasons fade while willows sway
It is you that you betray
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 28. Juni 2017, 16:18

Gibt es die Möglichkeit, uns ohne Überschreitung der Grenzen des Zitatrechts über den Streitstand zu informieren? Kurz gesagt: Worum geht's?
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Holger Andrae » Freitag 30. Juni 2017, 00:50

Immer, wenn ich einen Celtic Frost/Triptykon-Phase habe, wirkt ale andere Musik labberig.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Havoc » Freitag 30. Juni 2017, 20:50

Holger Andrae hat geschrieben:Immer, wenn ich einen Celtic Frost/Triptykon-Phase habe, wirkt ale andere Musik labberig.


Es fällt mir auch kaum eine Musik ein die schwerer, finsterer, brachialer und mächtiger ist als das. 8-)
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