Magnum

Magnum

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 5. November 2017, 22:24

Bild


Die 1972 in Birmingham gegründete Band rund um Tony Clarkin und Bob Catley versüßt mir gerade seit Wochen wieder die Gehörgänge. Da sind kompositorische Ergüsse zum niederknien. Melodienbedingte Gänsehautmomente die nahezu immer irgendwo im Kopf rumschwirren. Was diese veröffentlichungswütende Band seit mehr als 45 Jahren immer wieder und wieder auspacken hat einfach ausgedrückt ein so konstant hohes Niveau/Level, dass man sich gar nicht vorstellen kann das Magnum je was Schlechtes veröffentlicht haben.

Meine Berührung zur Band kam im letzten Jahr mit der Veröffentlichung von „Sacred Blood „Divine“ Lies“. Ich konnte noch nicht ahnen wie die Band bei mir einschlagen würde. Seitdem habe ich mir dann hergeholt was da war. „Chasing The Dragon“, dann kam „Escape From…“, „The Visitation“, „On the 13th Day“, „Vigilante“ und „Wings Of Heaven“. Und zwar genau in der Reihenfolge. Somit war ich erstmal bedient. Auch wenn ich lesen und mir anhören lassen musste, wie ich das „On A Storyteller’s Night“ nicht gleich besitzen konnte.

Eine Antwort dazu habe ich zwar auch nicht, da es über ein Jahr gedauert hab, bis diese in meinen Besitz gelangt ist. Aber ich freu mich tierisch, die Band weiterhin zu entdecken und genieße das vollkommen.

Warum ich Magnum aber vor allem jetzt so in Angriff genommen hab, ist die Ankündigung der neuen Platte „Lost On The Road To Eternity“ die im Januar 2018 erscheinen soll. Vor allem weil man weiß, dass das die erste Platte seit „Chase The Dragon“ ist auf der Mark Stamway, der seither für Tasten in der Band verantwortlich war, nicht mehr zu hören ist. „Lost On The Road To Eternity” erscheint am 19. Januar 2018 und soll wohl wieder etwas „proggiger“ sein und die Keyboards sollen ab und an wohl doch etwas dominieren. Ich bin gespannt wie sich das anhören wird und freue mich wahnsinnig drauf. Ebenfalls wird Magnum wohl auch auf Tour kommen. Darunter einige Daten in Deutschland mit u.a. München, Nürnberg, Stuttgart, Hamburg usw.
Ich werde mir das nicht entgehen lassen und besuche das Konzert in Stuttgart. Tourdaten stehen hier: Magnum Tourdaten 2018

Cover und Trackliste von "Lost On The Road To Eternity":
Bild
01. Peaches And Cream (4:54)
02. Show Me Your Hands (5:45)
03. Storm Baby (6:13)
04. Welcome To The Cosmic Cabaret (8:08)
05. Lost On The Road To Eternity (5:54)
06. Without Love (5:55)
07. Tell Me What You've Got to Say (6:27)
08. Ya Wanna Be Someone (5:56)
09. Forbidden Masquerade (5:02)
10. Glory To Ashes (5:35)
11. King Of The World (7:04)

Bonus Tracks:
1. Sacred Blood – Divine Lies 6:48
2. Crazy Old Mothers 5:35
3. Your Dreams Won’t Die 5:56
4. Twelve Men Wise And Just 6:21
Benutzeravatar
Pillamyd
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 14149
Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44

Re: Magnum

Beitragvon Peter Kubaschk » Sonntag 5. November 2017, 23:59

Ja, wirklich tolle Band, wobei mich "Sacred Blood "Divine" LIes" nicht ganz so begeistern konnte wie die drei Vorgänger, von denen ich wohl "The Visitation" am liebesten mag. Ganz komplett bin ich bei der Band aber auch noch nicht. Das Debüt und die Phase von "Goodnight L.A." bis "Breath Of Life" fehlt mir noch. Letztere hatte ich auch immer bewusst weggelassen, denn mir war so, als sei das die "Schwächeperiode" von Bob Catley & Co. Ist dem nicht so?

Du solltest dann übrigens auch auf die Jagd nach den Soloalben von BOB CATLEY gehen. Ich habe zwar nur "When Empires Burn" und "Spirit Of Man"; aber die sind beide bärenstark. Und wenn du damit durch bist, hörst du dir mal die ersten Alben von TEN an. Sehr MAGNUM beeinflusst, ohne zu sehr zu kopieren. Von "Ten" bis "Babylon" ist das auch alles super.
Benutzeravatar
Peter Kubaschk
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 21958
Registriert: Dienstag 5. Januar 2010, 10:16

Re: Magnum

Beitragvon Pillamyd » Montag 6. November 2017, 00:37

Peter Kubaschk hat geschrieben:Ja, wirklich tolle Band, wobei mich "Sacred Blood "Divine" LIes" nicht ganz so begeistern konnte...


Woran liegt das genau?
Vielleicht am Sound? Das einzige was mir einfallen würde ^.-

Das Debüt Album habe ich heute günstig geschossen. Müsste die Tage dann ankommen. "Breath Of Life" habe ich auch erst seit gestern, weshalb ich dazu noch gar nicht viel sagen kann. Die von dir angesprochene "Schwächeperiode", ist wohl tatsächlich die. Zumindest liest man von eben dieser immer mal wieder gerne bzw. dass diese Alben zu der Zeit zu den schwächeren gehören soll. Was mir bei der Orientierung mal sehr geholfen hat war das "Earmageddon" im Deaf Forever. Heftnummer...habe ich keine Ahnung. Aber ich glaube das war in dem Heft drin, auf der das grenzwertigste Heftcover überhaupt zu sehen war :P


Bob Catley Alben stehen schon auf der Einkaufsliste. Und in "Ten" werde ich wohl mal reinhören. Danke für den Tip :dafuer:
Peter Kubaschk hat geschrieben:Von "Ten" bis "Babylon" ist das auch alles super.

Und danach nicht mehr?
Benutzeravatar
Pillamyd
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 14149
Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44

Re: Magnum

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 6. November 2017, 00:56

Danach wurde TEN etwas arg plüschig, was daran liegt, dass Gitarrist Vinnie Burns nicht mehr dabei war. Bestes Album von TEN ist "Spellbound".
Benutzeravatar
Peter Kubaschk
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 21958
Registriert: Dienstag 5. Januar 2010, 10:16

Re: Magnum

Beitragvon Pillamyd » Montag 6. November 2017, 01:15

Habe deshalb gefragt, weil ich währenddessen nach Ten gegoogelt habe und dabei gesehen hab, dass die dieses Jahr auch ein Album veröffentlicht haben.

Aber zurück zu Magnum. Die ersten zwei Alben sollen ja wohl eher "proggiger" sein als der Rest der Band. Diese Phase interessiert mich natürlich auch sehr. Zu der Zeit zwischen "Goodnight L.A." und "Breath Of Life" hört bzw. liest man ja auch sehr unterschiedliche Meinungen. Wobei ich zum Beispiel die "Rock Art" sehr toll finde. Außerdem muss man ja auch beachten das zwischen "Rock Art" und "Breath Of Life" die Trennung der Band war. Was ich relativ verzichtbar halte ist die "Keeping The Nite Light Burning". Die beinhaltet ja wohl akustische Neuaufnahmen älterer Songs und nichts neues. Interessiert mich wirklich am wenigsten.
Benutzeravatar
Pillamyd
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 14149
Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44

Re: Magnum

Beitragvon frankjaeger » Montag 6. November 2017, 10:42

Wie wahrscheinlich die meisten wissen bin ich großer MAGNUM-Fan seit 1985. Also sag ich mal etwas dazu:

Proggig: War MAGNUM nie wirklich. Auf dem Debüt sind nur der Opener und der Titelsong etwas proggig. Der Rest ist straighter Hard Rock mit ein paar echten Perlen wie The Bringer, Invasion und Lords Of Chaos.

Frühe Phase: Sind für mich das Debüt und "II". Gute Scheiben, aber noch tief in den Siebzigern verwurzelt, auch vom Sound her.

Dann kommt die epische Phase von "Chase The Dragon" bis "Vigilante", wobei letztere sehr seicht geraten ist.

Schwächephase: Ja, die gibt es, absolut. "Goodnight L.A" finde ich noch stark, aber durchaus schwächer als die fulminanten fünf Vorgänger. Danach wird es schwierig. "Sleepwalking" hat drei großartige Songs ('Sleepwalking', 'The Flood' und das umwerfende 'Stormy Weather', einen der absolut größten MAGNUM-Songs überhaupt). "Rock Art" finde ich tatsächlich nicht gut. Die Lieder sind für MAGNUM einfach schwach.

Nach der Reunion: "Breath Of Life" ist wieder richtig gut. Zwar wurde die Band danach noch besser, aber das macht "Breath Of Life" nicht schlecht. Ab "Brand new Morning" ist die Band besser denn je und jede Platte ein Volltreffer. Meine liebste Scheibe ist wahrscheinlich "13th Day", aber ich finde auch "Sacred Blood, Divine Lies" großartig.

Was braucht man noch von MAGNUM, wo nicht MAGNUM draufsteht:

HARD RAIN: MAGNUM gab es nicht meht, aber Clarkin und Catley machten mit dem neuen Basser Al Barrow unter neuem Banner weiter. Die erste Scheibe ist sehr gut mit einigen Mitsingnummern, die zweite weniger spektakulär, aber durchgehend gehobener Hard Rock. Beide nicht ganz auf MAGNUM-Niveau.

BOB CATLEY: Die ersten drei Scheiben sind absolut brillant. Die anderen drei nur noch großartig.
Bob Catley war auch bei anderen Projekten aktiv und immer ein Hightlight, sei es auf den AVANTASIA-Alben, bei denen er nahezu komplett mit von der Partie war, wie auch bei AYREONs Fußball-Toto-Album (ich meine natürlich 01011001). Außerdem hat er mitgesungen bei ONCE AND FUTURE KING, einem 2-Alben-Projekt von Gary Hughes von Ten, der auch die ersten drei Soloscheiben Catleys geschrieben hat. Mit dabei sind auch noch andere tolle Sänger, die beiden Platten lohnen sich auch, wenn sie auch nicht durchgängig auf dem gleichen Niveau sind: Dougie White, Harry Hess, Damian Wilson und mehr. Die anderen Gary Hughes-Soloscheiben sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Die letzte, "Veritas", ist ein ganz schöner Stinker.

TEN: Hat nun mit MAGNUM eigentlich nichts zu tun, ist aber eine schöne Bombast-Kapelle. In der Tat manchmal etwas arg plüschig, aber schwach ist eigentlich keine Scheibe. Ich kenne allerdings nicht alle, aber was ich noch nicht habe, ist auf meiner Kaufliste. Nur muss ich die nicht für jeden Preis kaufen, dazu ähneln sie sich dann doch zu stark.
Benutzeravatar
frankjaeger
Musikredaktion
 
Beiträge: 16786
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 22:29
Wohnort: Burtenbach

Re: Magnum

Beitragvon Jhonny » Montag 6. November 2017, 15:42

Geniale Band - ich kenne bisher nicht alles, aber alles, was ich kenne ist stark!
Das neue Album ist schon vorbestellt...
Benutzeravatar
Jhonny
Musikredaktion
 
Beiträge: 36886
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 16:48
Wohnort: Landshut

Re: Magnum

Beitragvon Pavlos » Mittwoch 8. November 2017, 22:41

Eine meiner absoluten Lieblingsbands!!!!

Ganz besonders mag ich die Phase vom Debüt bis zur Storyteller.

Ansonsten hat der Frank ja schon alles (richtig) gesagt.
Benutzeravatar
Pavlos
Teilzeitrocker
 
Beiträge: 711
Registriert: Donnerstag 8. März 2012, 00:29

Re: Magnum

Beitragvon Pillamyd » Freitag 10. November 2017, 18:09

Pavlos hat geschrieben:Eine meiner absoluten Lieblingsbands!!!!


Zu dieser Erkenntnis komme ich auch immer näher.

Danke Frank für die die Zusammenfassung. Gestern bekam ich die "Kingdom Of Madness" zugeschickt. Hab es aber noch nicht geschafft hineinzuhören.
Ich werde demnächst mal etwas ausführlicher über die Eindrücke der Scheiben aus meiner Sicht schreiben. Hab da gerade richtig Bock drauf.
Benutzeravatar
Pillamyd
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 14149
Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44

Re: Magnum

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 31. Januar 2019, 23:31

Demnächst ist auch schon eine gute Weile her. Hab gerade meine Festplatte entrümpelt und somit bin ich auf einige Dateien bezüglich Magnum gestoßen. Hab da zu ein paar Alben etwas geschrieben. Und da ich mir die Mühe nicht umsonst machen will, teile ich sie hier einfach mal. Beginnt hiermit also mit Magnums ersten Output "Kingdom Of Madness"

Bild
Magnum | Kingdom Of Madness
(1978)

In The Beginning (07:52)
Baby Rock Me (04:05)
Universe (03:45)
Kingdom Of Madness (04:25)
All That Is Real (03:48)
Bringer (04:58)
Invasion (03:22)
Lords Of Chaos (03:21)
All Come Together (04:52)

Magnums erstes Werk wurde erst zwei Jahre nach Beendigung der Aufnahmen herausgebracht. Ich führe das allerdings auf den fehlenden Plattenvertrag und den wenigen Live Auftritten die die Band zu der Zeit hatte zurück.

Das Album ist vom Soundbild her noch stark in den 70ern verwurzelt. Wofür später Magnum alle lieben werden, lässt sich hier nur vereinzelt raushören. Trotzdem ist die Mischung, welche die Band hier geschaffen hat äußerst interessant. So ist der Eröffnungstrack schon sehr ausladend und meiner Meinung schon leicht proggy. Wobei es im zweiten Song schon weniger gemäßigter zugeht. Hier höre ich zumindest auch Queen raus.
Wobei der Titeltrack für mich auch tatsächlich das Highlight dieser Platte ist.

Ich möchte hier erwähnen, dass ich Magnum hier nicht als progressive Rockband sehe, die es in den 70ern gab wie Sand am Meer. Diese frühe Phase der Band zeigt einfach gut gemachte melodiöse Rockmusik mit manch ansatzweise ausladenden Teilchen in den Songs.

Zum Abschluss bleibt mir nur zu sagen, dass ich Kingdom Of Madness wahnsinnig gern höre. Vor allem weil es zeigt woher die Band kommt und die Entwicklung bis zu den bekannten Klassikern sehr spannend ist.

Weitere Anspieltipps:
The Bringer
All Come Together
Benutzeravatar
Pillamyd
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 14149
Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44

Nächste

Zurück zu Prog / Rock / Hard Rock

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 10 Gäste