111 Alben, die die Welt nicht braucht.

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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Eike » Montag 27. September 2010, 18:40

Bei BURZUM regiert einmal mehr die Langeweile (diesmal in Variation 'Hvis Lyset Tar Oss'), die ISIS ist ganz nett zum Delirieren, und den skeptischen Lederkerl im Aetherrausch (liest sich wie aus einem Ralf König-Comic) gebe ich mir ein andermal in dazu passender Doomstimmung. *gähn* Verzeiht, noch läuft BURZUM, ohweh...
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Jesus » Montag 27. September 2010, 18:58

Jhonny hat geschrieben:Skepticism ist mir, wie Frank einfach zu langsam.


Der Frank hat doch noch gar nichts zu Skepticism gesagt? Oder sind Skepticism Dir zu langsam, wie auch der Frank Dir zu langsam ist? Ist der Frank lahm? Hat er ein Holzbein? Ist er Phlegmatiker?
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Jhonny » Montag 27. September 2010, 20:18

Jesus hat geschrieben:
Jhonny hat geschrieben:Skepticism ist mir, wie Frank einfach zu langsam.


Der Frank hat doch noch gar nichts zu Skepticism gesagt? Oder sind Skepticism Dir zu langsam, wie auch der Frank Dir zu langsam ist? Ist der Frank lahm? Hat er ein Holzbein? Ist er Phlegmatiker?


Hups - du hast Recht - er hatte sich zu Esoteric geäußert.
Nun denn - das trifft halt leider auf recht viele Funeral Doom Sachen zu aus meiner Sicht - da dauert ein Riff fast ne gefühlte Minute, und groß Abwechslung wird nicht geboten.
Vielleicht bin ich da einfach zu ungeduldig beim Musikhören - aber das ist so mein Empfinden nicht bei allen, aber doch relativ vielen Nummern.
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Drumtier » Dienstag 28. September 2010, 16:48

DEAD SHELL OF UNIVERSE:
Solider, schneller Black den ich wahrscheinlich sofort verhaften würde, wenn ich etwas mehr Blackie wär. So kann ich jetzt zumindest den Namen ungefähr einordnen.
NICK CAVE AND THE BAD SEEDS:
Der wär auch ein Kandidat für den meistgenannten Künstler bei der Aktion, kann ich ja auch verstehen. Gute, unverkennbare Stimme, abwechslungsreiche Musik, könnt mir schon vorstellen, dass ich mir da mal was günstiges holen könnt!
SIGH:
Über die hört man ja wenn dann auch immer nur gutes. Hab auch in andren Listen reingehört, aber so weit ich mich erinnere waren das andre Alben. Das hier spricht mich nicht wirklich an.
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Jesus » Dienstag 28. September 2010, 17:00

MORGION - Cloaked by Ages, Crowned in Earth
Bild
Veröffentlichungsjahr: 2004
Land: Bild
Genre: Death Doom Metal

Gegen Ende der Liste wird's doomiger. Obwohl am Anfang war's ja auch schon doomig. Und zwischendrin ebenfalls. Man könnte vielleicht sagen, ich mag Doom. Besonders wenn er so wunderschön traurig ist wie dieser hier. Ein Sänger, der es versteht, tief zu grunzen und dann wunderbar zerbrechlich zu singen, jede Menge klarer Gitarrenpassagen (Schönklang!), ein paar folkige Elemente hier und da und natürlich auch schwere Doom-Riffs, das versteht sich von selbst. Ein für das Genre ungewöhnlich helles, klares, luftiges und warmes Album, welches selbst inmitten der tiefsten Melancholie erlösende Sonnenstrahlen durchscheinen lässt. Und der Gesang... bei Brahma, dieser Gesang. Zum Sterben schön. Mit bestem Dank an Einszwodreiunterstrichsieben formerly known as Einszwodreigleichheitszeichensieben, der das herrlich elegische 'The Mourner's Oak' auf meinem ersten Wichtelsampler verewigte.

A Slow Succumbing
The Mourner's Oak
She, the Master Covets


SWANS - Children of God
Bild
Veröffentlichungsjahr: 1987
Land: Bild
Genre: Post-Punk/ Industrial Rock/ Folk/ Dark Dream Pop (je nach Song...)

Von allen protoindustriellen Bands der Post-Punk-Bewegung der späten 70er und frühen 80er dürften SWANS eine der ganz wenigen sein, die nicht nach 2 bis 3 Alben in der Versenkung verschwanden (wir hatten ja in der Liste schon die wesentlich kurzlebigeren BAUHAUS und JOY DIVISION...). Somit hatten SWANS genug Zeit, um sich zu entwickeln. An anderer Stelle hatte ich ja das wesentlich ruhigere Album "White Light From the Mouth of Infinity" vorgestellt. "Children of God" hingegen markiert den Wendepunkt vom schleifenden Krach der Frühtage hin zu mehr Melodie und Zurückhaltung. Natürlich gibt es immer noch ruppige Nummern wie 'New Mind' und 'Beautiful Child', aber auch die sind straffer geschrieben als ihre Vorgänger. Und unter dem Einfluss vom damaligen Neuzugang JARBOE an den Keyboards gab es auch vermehrt ruhigere und entrückte Stücke wie 'Blackmail' und 'In My Garden' als Kontrast. Auch Bandleader Michael Gira selbst versucht sich hier erstmals an folkigen Stücken wie 'You're Not Real, Girl', welche später typisch für ihn sein werden. Dadurch ist "Children of God" das bisher abwechslungsreichste Album der Band. Und auch mein persönlicher Liebling.

New Mind
In My Garden
Beautiful Child
You're Not Real, Girl
Blackmail


BURST - Lazarus Bird
Bild
Veröffentlichungsjahr: 2008
Land: Bild
Genre: Progressive Metalcore

Iiiiiih, Metalcore! IIIIIEEEEEHHHHHHH!!!! Weg damit, das ist nicht true! Das ist nicht mal Metal! Wo sind MANOWAR, wenn man sie mal braucht? Diese Wimps und Poser von BURST müssen die Hall leaven! Sofort! Na ja, zumindest sind sie Metal genug für die Metal-Archives... Nein, mal ernsthaft. War ich schon recht angetan vom Vorgänger "Origo", der gut gemacht Hardcore und Sludge miteinander verband, war dieses Album hier eine immens erfreuliche Überraschung. Intelligente Hartwurstmusik vom Allerfeinsten. Wer an einer Metalcore-Allergie leidet, stellt es sich einfach vor als Progressive Metal mit ein paar Hardcore- und Sludge-Elementen. Abwechslungsreiche Songs, fließend geschrieben, mit herrlich vertracktem Schlagzeugspiel, schön rifflastigen harten Parts, dann wieder entrückte Stellen mit unverzerrten Gitarren und Klargesang, aber nicht nach dem Schema gekreischte Strophe und tuffig gesungener Refrain, sondern wirklich progressiv im Wortsinne. Auch etwas bedächtigere und atmosphärischere Nummern finden sich zwischen dem Geballer. Ein großartiges Album, dessen einziges Manko vielleicht die etwas zu laute und polierte Produktion ist. Aber dadurch klingt es auf Youtube immerhin schön fett. Bei Vishnu, könnte Metalcore doch öfter so sein! Und jetzt entschuldigt mich, ich muss mir die Haare schwarz färben, übers halbe Gesicht kämmen, mir Tunnelohrringe verpassen und auf Konzerten unsichtbare Ninja bekämpfen.

I Exterminate the I
Cripple God
City Cloaked
I Hold Vertigo
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Eike » Dienstag 28. September 2010, 17:53

'She, The Master Covets': wirklich schöner, aber eben auch recht langwieriger Plätscherdoom.

'Beautiful Child' klingt kaputt. Das flache Klangbild ist aber eher YouTube geschuldet, oder?

Da ich mit Metalcore nicht viel anfangen kann, musste ich da gleich zwei Songs antesten, das nennt man Selbsterziehung. Also, 'I Exterminate The I' blubbert ja fast schon dubbig, mit diesem schwummrigen Bubble-Bass, auf dem der Rest schwimmt. Mein Ohr erkennt da auch mehr Post-Punk- als Hardcore-Erbschaft. Nun ja, die vocals gemahnen an modischen Metalcore, aber sonst ist das echt eher progressiver Rauhrock. Das finale groovet dann recht wuchtig und schroff daher, aber bis dahin fällt das eigentlich kaum noch auf, dass wir uns da in irgendwelchen Genregefilden bewegen. Critics shut up and let the music do the talking, und so... Nach dem Selbstexorzismus wurde es mir beim ebenfalls noch guten 'I Hold Vertigo' etwas schwindlig, das muss vom vielen Wegducken unter geschwungenen Enterhaken und Ohrwurmhooks und dem rauchenden Donner der Riffkanonen kommen. Beste Grüße vom unsichtbaren Piraten in mir! (Der mit dem vielen Mascara und dem schiefen Keith-Richards-Grinsen.)
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Jesus » Dienstag 28. September 2010, 20:45

Eike zum Thema MORGION hat geschrieben:'She, The Master Covets': wirklich schöner, aber eben auch recht langwieriger Plätscherdoom.


Der Song geht keine fünfeinhalb Minuten und Du findest das langwierig? Wo ist Deine Geduld für Klänge, die sich erst nach den für Radiomusik üblichen 3 Minuten offenbaren? Gerade von Dir würde ich dafür mehr Verständnis erwarten; im Gegensatz zu den Leuten, für die ein Riff, das eine Minute dauert, grundsätzlich schlechter ist als ein Riff, das zehn Sekunden braucht, selbst wenn das längere Riff in jeder Hinsicht besser ist.

Eike zum Thema SWANS hat geschrieben:'Beautiful Child' klingt kaputt. Das flache Klangbild ist aber eher YouTube geschuldet, oder?


Die Quali auf YT zerstört viele gute Songs. Aber ich gestehe auch, dass SWANS sich nie eine besonders gute Produktion leisten konnten, von daher klingt "Children of God" wirklich etwas schwachbrüstig. Kaputt trifft es trotzdem gut. Auch manchmal schöngeistig. Wenn ich mal meine insignifikante Meinung einbringen darf, so würde ich behaupten, dass SWANS von allen Bands in meiner Liste - abgesehen von jenen, die Du bereits kennst und magst - womöglich noch am ehesten Deinen Geschmack treffen könnte. Wenngleich man sich die Band und ihren sehr speziellen Sound erst sehr mühselig erarbeiten muss.

Eike zum Thema BURST hat geschrieben:Mein Ohr erkennt da auch mehr Post-Punk- als Hardcore-Erbschaft.


Schön. Klingt gut. Aber sag mir, was konkret macht den Unterschied? Beides entsprang zur selben Zeit der selben Wurzel ;)
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Eike » Dienstag 28. September 2010, 21:45

Ja schon. Kann man so sehen. Wobei sich die Hardcoreler aus der Innensicht wohl eher als rechtmäßige Fortschreiber des schönen, guten, wahren Punk denn als Erben seines Scheiterns sahen, oder? Ist aber auch egal. Ich meinte, es geht eher in die künstlerisch progressive als in die punkkonservative bzw. veganhartpogende Richtung. ;-)

Joah, die Aufmerksamkeit. Ist jetzt nicht so, dass mich da großartig überfordert gefühlt hätte. Vielleicht war ich auch einfach nicht in der Stimmung, wobei ich ihn ja schon nett fand. Gegen langwierigen Plätscherdoom ist ja auch erstmal nix zu sagen. Nur weil der Song fünf Minuten brauchte, um mir letztlich nicht mehr zu sagen als ein kürzerer, muss er ja nicht schlecht sein, und so war das auch nicht gemeint. Etwas ambient, etwas wenig fesselnd, aber nicht schlecht. In träumerischer Stimmung auf dem Bett kommt das sicher besser als während der Nachrichtenlektüre am PC sitzend.
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon 123_7 » Dienstag 28. September 2010, 22:39

Die Morgen hier und auch noch so weit anzutreffen freut mich natürlich extrem. Kommt bei mir auch noch. Dauert aber ne Weile. Auf welchem Platz sind wir denn bei dir mittlerweile?
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Re: 111 Alben, die die Welt nicht braucht.

Beitragvon Holger Andrae » Dienstag 28. September 2010, 23:39

123_7 hat geschrieben:Die Morgen hier und auch noch so weit anzutreffen freut mich natürlich extrem. Kommt bei mir auch noch. Dauert aber ne Weile. Auf welchem Platz sind wir denn bei dir mittlerweile?


Platz 26 müsste es sein.

Acid Bath: Von denen habe ich sogar etwas, da mein ehemaliger Chefredakteur beim "Lärmbelästigung" die so toll fand. Da komme ich allerdings weniger gut klar mit. Ist sicherlich hochgradig eigenständig, etwas kapütt, vom Soundbild her irgendwie eine Mische aus Sludge und Punk'n'Roll. Nee, auch nicht wirklich. Keine Ahnung. Es ist auf jeden Fall originell.

VdGG: Ich verstehe die Begeisterung für den Grafen, kann diese allerdings nicht so recht teilen. Gläserne Nilpferde im Ballettröckcken blasen Tubas. Hm. Ambitioniert, aber in diesem Fall für mich (über) ambintioniert.

Burzum: Da soll eine Stimmung erzeugt werden. Langeweile? Unverständnis, was an eindimensionaler, unproduzierter Klirrklampfe und verrotztem Gehuste toll sein könnte? Da habe ich tatsächlich schon Songs von Vargie gehört, dene ich mehr abgewinnen konnte. Rüdiger wird sich erinnern, welche das waren.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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