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von Drumtier » Donnerstag 5. Juli 2018, 12:53
Schaf hat geschrieben:Huch, das Forum lebt doch noch? Wer hätte es gedacht?
Grundsätzlich schon, ich geb nur zu, dass ich diesen Thread tatsächlich nicht verfolge und es daher ein außerordentlicher Zufall ist, dass ich hier meine namentliche Erwähnung gesehen habe. Sollte ich vielleicht aber um kleinere Teilmeinungen zu lesen, die es nicht in die entsprechenden Subforen schaffen. Schaf hat geschrieben: GORGUTS - Colored SandsSo geradlinig und melodisch klangen die Kanadier natürlich nie, aber irgendwo mag ich diese "neue" Band nach ihrer Reunion mehr als ihre Klassiker, auch wenn das Trommeltier verständnislos mit dem Kopf schütteln wird. Wahrscheinlich bin ich ein Weichei, das vor "Erosion of Sanity" und "Obscura" Angst hat. Und trotzdem nebenbei Sachen wie DEATHSPELL OMEGA und PORTAL hört. Vielleicht fehlt mir nur der schwarzmetallische Anteil in den alten Alben? Luc Lemay meinte, dass neue Zeug sei weniger technisch und mehr auf interessante Strukturen ausgerichtet, wohingegen seine "alte" Band mehr auf Gefrickel um seiner selbst Willen abzielte, weil er zu viel SUFFOCATION hörte. Da Lemay und ich einen recht ähnlichen Geschmack und ähnliche Empfindungen zu moderner schwermetallischer Musik haben, scheinen sich unsere Ansichten auf "Colored Sands" irgendwo zu treffen. Abgesehen von der Schreibweise von coloured. Böse Kanadier! Ihr seid Teil des Commonwealth! Die Queen ist ganz und gar nicht amused! > Forgotten Arrows GORGUTS - Pleiades' DustHabe ich ja schon gefühlte vierunddreißig Male dazu was getippt, was aber nicht verwundert, da ich in den letzten Monaten kein Album so oft gehört hatte wie dieses. Der Song von der STARKWEATHER/CONCEALMENT Split sollte genau wie diese EP hier separat mit allem drum und dran veröffentlicht werden. > Luc Lemay interview on writing "Pleiades' Dust"
Pleiades' Dust habe ich seit langer Zeit nicht mehr gehört, sollte ich aber wieder weil grandios. Auch Colored Sands habe ich sogar schon noch länger nicht mehr gehört, obwohl ebenfalls grandios. Die Band unterteile ich in Neu (Post-Reunion), Klassiker (Obscura + FWTH) und Frühphase (CD + TEOS) und wer die Neuphase über die Frühphase stellt, wird von mir Zustimmung ernten, das sehe ich genauso. Wer die Neuphase über die Klassiker stellt, okay, da würde ich einmal skeptisch nachfragen. Man hört natürlich wie sehr Luc in der Zeit als Musiker und Songwriter gewachsen ist und Einflüsse von außerhalb des Death Metal und Metal überhaupt aufgenommen und verarbeitet hat. Das hat nichts mit Weichei oder Angst zu tun, weil einem eine Pleiades' Dust doch genauso Angst machen könnte obwohl sie sich dann recht unterschiedlich zu Obscura entpuppt. Zur "U-Frage", ja, Kanada ist Teil des Commonwealth, Quebec aber nicht Teil von Kanada, nicht Teil des englischsprachigen Raums und von daher benutzen sie so wie der Rest der Welt meist die US-amerikanische Schreibweise. Find ich gut TRIPYKON/CELTIC FROST sollte ich auch wieder einmal hören, nicht weil ich mir viel aus Sound oder Produktion mache aber weil ich die Musik schon viel zu lange nicht mehr gehört habe.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 5. Juli 2018, 13:30
Drumtier hat geschrieben:Zur "U-Frage", ja, Kanada ist Teil des Commonwealth, Quebec aber nicht Teil von Kanada, nicht Teil des englischsprachigen Raums und von daher benutzen sie so wie der Rest der Welt meist die US-amerikanische Schreibweise. Find ich gut
Wie der Rest der Welt? Ich hab das immer eher genau anders herum wahrgenommen. Dachte immer, dass man in anständigen Schulen Oxford English gelehrt bekommt und "AE" nur als von Anglisten zu missbilligende Variante erwähnt (und verdammt) wird.
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von Drumtier » Freitag 6. Juli 2018, 15:29
Durchaus, ich meinte das aber in Bezug auf Musik und da kommt mir die amerikanische Variante schon als die bei Weitem verbreitetere vor.
Das soll aber nicht das Hauptthema sein, ich wollte eigentlich auch noch fragen was man zu FUNERAL MIST und der Neuen wissen sollte. Bin da noch unschlüssig ob das was für mich ist.
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von Havoc » Donnerstag 19. Juli 2018, 21:26
Dimmu Borgir: Eonian / CD Dimmu Borgir ist im Jahre 2018 ja sowas wie die Comeback-Band des Jahres bei mir. Und mir gefällt auch die neue Scheibe „Eonian“ richtig gut. Das Album ist etwas vielschichtiger aufgebaut als die beiden Vorgänger. Zudem wurden mehrere Chöre eingebaut. Musikalisch und kompositorisch finde ich das richtig stark, auch wenn es insgesamt nicht an die besten Werke der Band Ende der 90er Anfang der 00er herankommt. Das einige kleine Manko ist dieser mehrfach eingesetzte Klimperkeyboardsound. Dieser klingt in der Tat etwas zu kitschig und wurde auch manchmal etwas zu sehr in den Vordergrund gemischt. Aber zum Glück kommt dieses nicht bei allen Songs zum Einsatz. Mit der beste Song und daher mein Anspieltipp dürfte „Alpha Aeon Omega“ sein. Richtig starkes Comeback. Tendenz: 8,5! Immortal: Northern Chaos Gods / CD Das gilt auch für die Eiskönige aus dem Norden. Der Gesang strahlt zwar nicht diese kultige Kehligkeit eines Abbath aus, aber er ist gut und passt auch zu Immortal. Die Songs sind sehr typisch, aber auch richtig stark. Die Lyrics sind fast schon eine Spur zu typisch. Die Produktion finde ich nahezu perfekt. Fett aber auch organisch. Richtig geil. Wirklich auszusetzen gibt es hier nix. Und dennoch verfalle ich hier nicht so wirklich in eine richtige Euphorie. Warum? Nun. Es kann natürlich niemals mit einem Album wie „At The Heart Of Winter“ mithalten. Dafür sind mir die Songs zu „einfach“. Aber dennoch muss man hier von einer nahezu perfekten Rückkehr sprechen. Tendenz: 8,5! Obscura: Diluvium / CD Bisher kenne ich von der Band nur den sehr starken Vorgänger „Akroasis“. Und wie verhält sich das neue Album dazu? Mhh. Nach dem ersten Hördurchgang dachte ich….“Jo…alles beim alten…alles ziemlich ähnlich“. Aber nun nach weiteren Durchläufen bin ich wirklich etwas geflasht. Das scheint mir alles noch ausgeklügelter und genialer zu sein. Jakob hat das schon alles sehr gut in seinem tollen Review beschrieben. Hier passt alles zusammen. Die technischen Fähigkeiten der Band sind wirklich der Hammer und vielleicht sogar unerreicht. Ich weiß nicht ob ich schon mal was perfekteres gehört habe. Und dann diese Tempiwechsel. Man höre „Ethereal Skies“! Oh Mann. Was ist das geil. Dann eingestreute Orchesterpassagen. Und es passt echt alles. Ja. Mittlerweile bin ich mir fast sicher. Das ist wohl noch besser als „Akroasis“. Es wirkt noch fokussierter und geschliffener. Tendenz: Mhh…ich muss wohl die 9,5 zücken! Oder noch mehr???
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von Jakob » Donnerstag 19. Juli 2018, 22:20
Allesamt drei Alben, die auch hoch in meiner Gunst stehen Danke für die Blumen bzgl OBSCURA! Hat bei mir echt eingeschlagen und läuft täglich! Das Review schrieb sich fast von selbst  Bei DIMMU bin ich anfangs zu pessimistisch rangegangen, "Eonian" ist wirklich sehr gut geschrieben und macht Laune! Und IMMORTAL höre ich sehr ähnlich wie du.
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 22. Juli 2018, 00:17
So, seit der Balingen-Abreise vorletzten Donnerstag lief quasi nichts. Keine Zeit zu gar nix. Gut, ein bisschen was schon, und da ich gerade meine Playlist-Tabelle mit den versprengten Tonträgern ergänze, die sich in den letzten 8 Tagen in meinen Player verirrt haben, will ich auch mal wieder posten: ORIGINAL SIN - Sin Will Find You Out EXORCIST - Nightmare Theatre  => Metalploitation! Frank und ich hatten es auf unseren Reisen vom und zum BYH!!! unter anderem von David DeFeis und seinen Jugend- und Alterssünden. Das hier sind zwei davon. Weil David und sein langjähriger Partner Ed Pursino wohl dem einen oder anderen Studiobesitzer oder Produzenten noch was schuldeten, haben sie zugestimmt, unter Pseudonymen zwei Alben zu komponieren und in zwei Tagen einzuspielen, damit diese die als eigenständige Bands verticken konnten. ORIGINAL SIN war der Legende nach eine recht satanische "All-Girl-Band" (David und Ed komponierten und spielten, Davids Schwester sang); während EXORCIST eine Death/Thrash/Speed-Combo mit vier Maskenmännern war. Auch hier alles Pursino und DeFeis; wobei DeFeis auch selbst sang; allerdings durch eine Bierdose oder so... Das gleichzeitig Tolle und Bedrückende: Die Alben waren in all ihrer Simplizität und eiligen Eintrümmerung einfach doch recht coole Brecher mit eingängigen Songs und passablem Sound. Dass DeFeis das mit Virgin Steele seit bald 20 Jahren nimmer hinbekommt, gibt zu denken. Die beiden Scheiben aus den Achtzigern sind aber coole US-Metal- bzw. Speed/Thrash-Kuriositäten, die man durchaus haben darf. POWERWOLF - Preachers Of The Night  => Weil die saarländisch-transilvanischen Vampirfledermäuse ein sehr würdiger und cooler BYH!!!-Headliner waren, lief mal wieder meine aktuellste Kraftwolf-Platte die ich daheim habe. Im Gegensatz zu allerlei Kadern der traditionellen Szene mochte ich die Band ja schon immer. Klar ist das kitschig, aber ich steh auf Pomp, lateinische Choräle und Kirchenorgeln, und ja, das überzeichnete Image der Band finde ich auch schön. Eingängige Songs haben sie eh, und als Headliner haben sie in Balingen einfach beeindruckt. Werde ich wohl demnächst mal die Diskographie komplettieren. DARKTHRONE - The Wind Of 666 Black Hearts  Wie schon im Thread des Throns geschrieben: Bei manchen Bands muss ich halt wirklich jedes schimmlige Demo haben. Das hier gefällt mir besonders, weil das Booklet aufgemacht ist, als wäre es eines der Kultalben der Jahre 1991-1994. Schöne Fotos, schöne Linernotes; zu hören sind die Rehearsal-Versionen der Songs von "A Blaze In The Northern Sky" und "Under A Funeral Moon". Acht von zehn sind instrumental; macht aber nix. Trotzdem fein zu haben. THE GATE - Earth Cathedral  Gerald "Preacher" Warneckes (ex-Running Wild) kurzfristige Rückkehr zum Metal. Dass auf der Scheibe einiges an Riffing und Leadguitarwork aus frühen RW-Zeiten verbraten wurde, hört man immer wieder deutlich heraus, aber die Scheibe ist kein so offensichtlicher RW-Abklatsch, wie er aus Schweden oder Finnland bisweilen zu uns über die Ostsee schwappt. Ein cooles Album zwischen RW-Teutonik, einem guten Schuss NWoBHM und recht rauhbeinigem Gesang. Passt, auch wenn's nun kein absoluter Geheimtipp sein mag. DEATH ANGEL - The Ultra-Violence  => Muss ich nicht viel dazu sagen, oder? Endlich mal auf CD gegönnt, das Dingens, und daher lief es die Woche auch ein paar Mal.
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von Jhonny » Montag 23. Juli 2018, 09:26
EXORCIST und ORIGINAL SIN habe ich auch jeweils. Da waren mir auf den Rereleases jeweils zu viele Versionen des gleichen Albums drauf. Da hört man dann letztlich drei Mal das gleiche...
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 25. Juli 2018, 17:44
Jo. Die liefern halt alle Mixes; musst ja nicht alles hören, sondern kannst den hernehmen, der dir am besten gefällt.
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 29. Juli 2018, 15:31
Letzte Woche habe ich in zeitlicher Hinsicht tatsächlich sehr viel Musik gehört (etliche lange Autofahrten haben dies begünstigt), allerdings nicht viele verschiedene Alben. Das ist eine gute Sache, denn es tut gut, Alben wieder besser kennen zu lernen. Diese Kleinodien hier liefen in mehr oder minder dauernden Schleifchen: GATE, THE - Earth Cathedral  => Gefällt mir immer besser, das Running-Wild-Spin-off des Predigers. DEATH ANGEL - The Ultra-Violence DEATH ANGEL - Frolic Through The Park  => Eine der Peinlichkeiten des Business schlechthin, dass diese Überwerke des Bay-Area-Thrashs nicht regulär zu bekommen sind. Grandiose Platten! U.D.O. - Dominator U.D.O. - Celebrator  => Jetzt fehlt mir von U.D.O. nur noch die (noch) aktuelle Scheibe "Decadent". Die "Dominator" - unser Soundchecksieger August 2009 - ist immer noch eine richtig gute, überzeugende Scheibe mit einigen veritablen Hits. Damit also auch mit Test-of-Time ein würdiger Monatssieger. Die "Celebrator" ist eine schöne 2-CD-Raritätensammlung zum 30. Jubiläum (Single-B-Seiten, Japan-Bonustracks u.v.m.), ein cooler Service für Song-Komplettisten, die dennoch nicht jede Special Edition haben müssen. HAVE MERCY - The Years Of Mercy  => Die kompletten Demos der Maryland-Speed/Thrasher mit den schrillen Vocals. Feines Zeug. Die einzige EP sollte auch gerade auf dem Weg zu mir sein. DIAMOND HEAD - Canterbury  => Es kam gestern Post aus Japan und hat meine CD-Sammlung der klassischen Phase von DIAMOND HEAD vervöllständigt (nur die Alben von 2005 und 2007 fehlen mir noch; "Canterbury" hatte ich vorher nur als Platte ohne Cover; mal für 1,- DM mitgenommen). Seither lief das Ding jetzt neunmal am Stück. Ein seltsames Album, in nahezu jeder Hinsicht. Dabei würde ich nicht einmal behaupten, dass es schlecht ist oder keine guten Songs hätte. Das Gegenteil ist der Fall. Aber im Kontext dessen, was auf "Lightning to the Nations", "Borrowed Time", "Am I Evil?" und den Singles zu hören war, ist das schon irgendwie sehr schräg. Dass der Basser und der Trommler plötzlich nimmer Bandmitglieder sondern "additional musicians" waren, ist das eine; die deutlich reduzierte Heaviness, das präsente Keyboard und die Backing Chöre das andere. Das Album zerfällt in die Einflüsse von einerseits "Epic Prog" (tolle Songs wie 'Kingmaker', 'To The Devil His Due', 'Knight Of The Swords', 'Ishmael' und 'Canterbury') - womit das Werk streckenweise so etwas ähnliches ist, wie es "British Standard Approved" und "The Plague" für DEMON waren - und andererseits "Schnulzencockrock" (Songs wie 'One More Night', 'I Need Your Love'). Dabei ist das Album dann auch noch recht clean und poppig produziert, was hier aber keine Schmähkritik sein soll, denn das Ding klingt schon sehr gut, sehr transparent, sehr differenziert. Man hört Einflüsse von Led Zeppelin, Hawkwind und Queen; einen Hauch Wave, sogar. Ja, ein sehr interessantes Ding, und wer Arioch besingt, gewinnt eh. Von daher... Daumen hoch auch für "Canterbury"!
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von Schaf » Donnerstag 23. August 2018, 17:44
Seit der letzten Playlist sind nicht ganz zwei Monate vergangen und heute wurden all meine Termine abgesagt, also was macht man bei Langeweile? Richtig! Im Garten auf die Schaukel legen und ausprobieren, wie weit das eigene WLAN reicht: RUNEMAGICK - Evoked from Abysmal SleepNach über einem Jahrzehnt Auszeit ist mein liebstes schwedisches Ehepärchen zurück, um der Welt seinen langsam schlurfenden Todesmörtel zu bringen. Vielleicht muss Bassistin Emma jetzt einen Kinderwagen mit auf Tour nehmen und Sänger-Gitarrist Nicklas hat jetzt einen Bierbauch und eine beginnende Glatze. Es kann viel passieren in einer Dekade! Doch irgendwie erschienen mir die 11 Jahre seit dem letzten Album gar nicht so lang. Die 11 Jahre zwischen den letzten beiden PORTISHEAD-Alben oder die 12 Jahre seit der letzten TOOL bzw. fast 18 Jahre seit der letzten guten TOOL erscheinen eher wie eine Ewigkeit. Doch um den soeben verlorenen Faden wieder aufzunehmen, lässt sich sagen, dass sich im Hause RUNEMAGICK rein musikalisch eigentlich nicht allzu viel getan hat. Seit "Darkness Death Doom" spielt die Band ähnlich wie andere todesbleierne Landsmänner ihren Schuh gekonnt mit kleinen Variationen runter und daran ist nichts schlecht, aber auch nicht besonders bemerkenswert. Ich freue mich einfach über ein neues Album. Nicht gerade OMG ALBUM OF TEH YEAR!!!11 aber manchmal mag man seine Musik einfach nur so, wie man es kennt. Das nennt sich übrigens musikalisches Stockholm-Syndrom (echt jetzt) und ist der Grund, warum moderne Pop-Musik dermaßen gleichförmig klingt. Moment, habe ich soeben versehentlich RUNEMAGICK indirekt verglichen mit Sachen wie BEYONCÉ, IGGY AZALEA und NIKKI MINAJ? Vielleicht sind Lyrics über Satan und den Tod doch nicht viel cleverer als solche über Partys, wackelnde Ärsche und Partys, auf denen mit dem Arsch gewackelt wird? Evoked from Abysmal Sleep VARATHRON - Untrodden Corridors of HadesWeil demnächst das neue Album "Patriarchs of Evil" erscheint, musste ich den 2014er Vorgänger herauskramen und während die Scheibe so gemütlich vor sich hin rotierte, stellte sich mir die Frage, warum ich von einer 30 Jahre alten Black-Metal-Band mit einem halben Dutzend Langrillen und ebenso vielen EPs nur ein einziges Album besitze. Die Griechen werden gerne mit ihren Landsmännern ROTTING CHRIST verglichen, aber RC ist so eine von diesen populären Bands, die man angeblich mögen muss, aber mich nicht so richtig ansprechen wollte. VARATHRON hingegen triggert mit ihrem melodischen Black Metal in meinem Hörzentrum eher die gleichen Synapsen wie die Schweden von OFERMOD. Diese oftmals im Mid-Tempo walzenden tonnenschweren Riffs und beschwörenden Vocals, die häufig repetitiv wie ein dunkler Priester finstere Dämonen anrufen, sind beiden Bands gemein. Aber meine Ohren sind eh bekanntermaßen schief. Nicht unbedingt blau-schief oder Holg-schief, aber doch leicht verkrümmt. Mein HNO meint, das wäre gerade noch im Bereich des Normalen. Arcane Conjuring AKERCOCKE - Renaissance in ExtremisNoch so eine Band, die 10 Jahre weg vom Fenster war, aber im Gegensatz zu RUNEMAGICK hat sich ein bisschen was getan im Sound und der generellen Ästhetik der Briten. Möglicherweise hat Drummer und Urmitglied David Gray ein bisschen was eingebracht von VOICES und THE ANTICHRIST IMPERIUM ‒ den beiden Bands, in die AKERCOCKE nach dessen Trennung zerfiel. Warum die Jungs nicht die Möglichkeit wahrnahmen, ihre beiden Bands einfach AKERCOCKE OF FIRE und AKERCOCKE INC. zu nennen, muss ich wohl nicht verstehen. Egal. Würde Sänger Jason Mendonça (von nun an ohne diese wundervollen langen Jahre und sexy Schnauzer *schnüff*) nicht zwischendrin grunzen und röcheln wie ein asthmatischer Kampfhund, könnte das Album als frickelnde Melange von THE CURE und BAUHAUS durchgehen. Das dürfte definitiv die unangebrachten OPETH-Vergleiche zum Schweigen bringen, mit denen sich die Band aufgrund ihres Meisterwerks "Words That Go Unspoken, Deeds That Go Undone" herumschlagen musste. Dafür habe ich nun beim Hören von "Renaissance in Extremis" manchmal das Gefühl, dass jemand Sound-Schnipsel von CRYPTOPSY willkürlich in mein neues PETER MURPHY-Album reingeschnitten hätte. Das könnte man natürlich auch progressiv nennen, aber ich kann nachvollziehen, warum Mendonça hier recht selten das ganz tiefe Gegurgel auspackt, obwohl er ein paar der besten Growls in der gesamten Szene hat. Tatsächlich dürften die gegrowlten Parts zusammen auf allenfalls 3 Minuten kommen, denn der Death Metal der Anfangstage passt nicht mehr ganz zum restlichen Sound, den die Band hier für sich zu kreieren versucht. Obwohl die Band schon vorher mit jedem Album etwas Neues bot und sich konstant weiterentwickelte, bemerkt man auf "Renaissance in Extremis", dass dieses "neue" Line-Up sich in etwas weniger extrem-metallischen Gefilden wohler zu fühlen scheint. Auch lyrisch bietet die Bands nicht mehr die für sie so typischen Lobhudeleien auf den gehörnten Fürsten der Finsternis oder Beweihräucherungen von vollbusigen Femme fatales, sondern eher introspektive und persönliche Themen ‒ und schlägt damit offenbar ein neues Kapitel in ihrer Geschichte auf. Hm... wenn ich das ein wenig umschreibe, wäre das fast schon ein Review... andererseits hat Jhonny schon eins geschrieben... One Chapter Closing for Another to Begin UNWOUND - Leaves Turn Inside YouIch mag ja UNWOUNDs frühere Post-Hardcore-Scheiben, aber die stilistische Nähe von "Leaves Turn Inside You" zu SLINTs "Spiderland" mit seinen detaillierten, arg verkopften und auf Atmosphäre bedachten Stücken krault meinen Neocortex mehr. Und auch wenn die brachial punkigen Riffs von Alben wie "New Plastic Ideas" einen zum wilden Herumhüpfen und Herumbrüllen animieren, braucht mein Cerebellum eben auch mal Pause. Terminus FUGAZI - The ArgumentÄhnlich wie UNWOUND, deren "Leaves Turn Inside You" passenderweise im gleichen Jahr erschien, haben die Herren um Ian MacKaye fast allen Hardcore aus ihrem Post-Hardcore entfernt und spielen verkopften rotzigen Indie Rock für Veganer, Hipster und RADIOHEAD-Fans. Also die drei schlimmsten Zielgruppen der Rockmusik! Ex-Spectator FUNERAL MIST - HekatombHat alles, was der Misanthrop von heute braucht. Komplett ohne Firlefanz wird geblastet und gerifft und jede aktuelle MARDUK weggepustet. Shedding Skin ASCENSION - The Dead of the WorldDa kürzlich ein neues Album der schwarzwurzelnden Anhaltiner erschien, welches demnächst in meinem Briefkasten aufschlägt, musste der Vorgänger aus dem Regal gezerrt und auf den (kleinen digitalen) Plattenspieler gelegt werden. Black Ember THY DARKENED SHADE - Liber Lvcifer I: Khem SedjetNach VARATHRON nochmals μελανο μέταλλο, weil man aus der Ägäis nie genug davon bekommen kann. Mystischer und komplexer, nicht allzu weit entfernt von den Kollegen aus Frankreich, frickelt sich der Chef von ACRIMONIOUS und ACHERONTAS durch zehnminütige Epen mit mehr Riffs als auf einem ganzen SLAYER-Album zu finden sind und mehr Basslinien als John Myu---ähm... naja, zumindest mehr als Joey DeMaio und Gene Simmons zusammen je geschrieben haben. Wir wollen ja nicht übertreiben. Ich mag jedenfalls die recht abwechslungsreiche Bass-Arbeit auf dem Album sehr, was bei einem Black-Metal-Album sicherlich ein recht selten geäußertes Lob ist. Währenddessen leistet Hannes Grossmann an den Kesseln zwar gute Arbeit, fühlt sich jedoch wahrscheinlich ganz furchtbar unterfordert und denkt beim Spielen bereits an die nächste BLOTTED SCIENCE oder OBSCURA. Aber auch ein Schlagzeuger muss von etwas leben und seine Miete bezahlen. Saatet-ta Renaissance FIONA APPLE - TidalMeine manchmal leicht bläulichen Ohren wollen kuscheln und Fiona macht das mit ihren abwechslungsreichen und teils experimentellen Songs und tollen Melodien richtig gut. Criminal FIONA APPLE - The Idler Wheel...Heirate mich, Fiona! Du bist die Einzige für mich! Hot Knife SLOWDIVE - SlowdiveDas versüßt mir immer die morgendliche Busfahrt mit luftigen Klängen. Die Erinnerungen an das Konzert letztes Jahr sind immer noch sehr intensiv und kommen bei jeder Umdrehung wieder hoch, besonders wie Rachel Goswell aus dem Glockenspielspielen (hach, deutsche Sprache) eine Kunstform macht  Heirate mich, Rachel! Du bist die Einzige für mich! No Longer Making Time THE CHAMELEONS - Script of the BridgeEines der besten Post-Punk-Alben ever. Damals war irgendwas im Trinkwasser der britischen Inseln. Heirate mich, Mark Burgess! Du bist... ähm... naja... du weißt schon MonkeylandRüdiger Stehle hat geschrieben:DEATH ANGEL - The Ultra-Violence DEATH ANGEL - Frolic Through The Park  => Eine der Peinlichkeiten des Business schlechthin, dass diese Überwerke des Bay-Area-Thrashs nicht regulär zu bekommen sind. Grandiose Platten!
Bitte was? Nicht zu bekommen? 
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