Oranssi Pazuzu

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Beitragvon Vaillant » Dienstag 23. November 2010, 01:14

Hehe, der Meister des neugeschaffenen Threads muss noch einmal zuschlagen :grins:
Falls es hier Hörer von BERGRAVEN, CULT OF LUNA, RED HARVEST oder anderer experimenteller Bands der düsteren Post Rock-Szene oder BM-Schiene geben sollte, dann sind die verrückten Finnen von ORANSSI PAZUZU, auf welche ja bereits jüngst hingewiesen wurde, die richtige Wahl:

http://www.mescaline-injection.de/?p=7997

Man kann auch 9 geben :grins:
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Re: Oranssi Pazuzu

Beitragvon Vaillant » Montag 31. Oktober 2011, 21:54

Neues Album, düsterer Alien-Wabersound :)

http://www.mescaline-injection.de/2011- ... smonument/
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Re: Oranssi Pazuzu

Beitragvon Jesus » Dienstag 10. Januar 2012, 20:46

Ein feines zweites Album hat die Band da geschaffen. Nicht so klinisch-steril wie das Debüt (wobei das zur Sci-Fi-Thematik durchaus passte), sondern eher herrlich basslastig-verzerrt, knorrig-organisch, stoner-psychedelisch. Wie eine wabernde, mit Tentakeln bewehrte, fleischige Landschaft aus Gigers Albträumen - so als ob das Wesen aus John Carpenters "Das Ding aus einer anderen Welt" bereits die Hälfte Menschheit absorbiert hätte und nun sich über ganze Kontinente erstreckt. So richtig außerirdisch und ekelig. Dazu scheint sich die Band nicht immer ernst zu nehmen, wie das witzige, mithüpfbare "Komeetta" beweist. Immer wieder schön, wenn eine Band es schafft, originellen Black Metal zu spielen, ohne sich allzu weit über die Grenzen des Genres wagen zu müssen. Wer hören will, was passiert, wenn BERGRAVEN, HAWKWIND, SHINING und FAUST zusammen musizieren, sollte in "Kosmonument" reinhören.
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Re: Oranssi Pazuzu

Beitragvon Azmodes » Donnerstag 12. Januar 2012, 20:42

Das erste wird immer gern reingeworfen. Das zweite steht schon auf der Einkaufsliste.
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Re: Oranssi Pazuzu

Beitragvon Eike » Donnerstag 21. Januar 2021, 23:19

So, nun habe ich mich endlich auch erstmalig mit meinem ersten ORANSSI PAZUZU-Album, "Valonielu" beschäftigt.

Man sollte meinen, dass das Unterfangen, die schroffe Geschlossenheit von Black Metal der proto-Schule mit der mäandernden Offenheit von Psychedelic Rock mit post-Einflüssen zu vermählen, ähnlich problematisch anmuten würde wie der Versuch, mittels eines Drachenboots den interplanetaren oder gar interstellaren Weltraum durchmessen zu wollen. Doch genau solch eine mystisch-kosmische und doch physisch konkret nahegehende Visionäre-Traumreise-trifft-existentialistische-Grenzerfahrungs-Atmosphäre verströmt das vorliegende Werk. Experiment gelungen. Irgendwo zwischen mantrischem Stoner-Doom und pechschwarzer Kosmogonie wabert, dunstet, schroffelt und birst sich diese Musik im Grenzbereich zwischen Genie und Wahnsinn ihren Weg ins Gehör und fasziniert mich mindestens so sehr wie sie mich dann doch auch verstört. Trotz hochassoziativ ausuferndem Schrägie-Faktor ist da auch dieser hypnotische Groove, der alles zusammenhält und dann doch wieder zu einer, obschon ausufernden, Einheit verschmelzen lässt.

Dieses eigenwillige Grenzgängertum erinnert mich bisweilen an VOIVOD, bloß dass dort eben andere Zutaten, nämlich Prog-Rock, (Post-)Punk und Thrash-Metal in den Mix kommen, wobei das Ergebnis in beiden Fällen gleichermaßen seltsam und spacig, wenn auch ziemlich verschieden voneinander klingt; oder an KILLING JOKE, die sich zwar wiederum auf einen anderen Sound kaprizieren, der aber dennoch ähnlich wie VOIVOD primitivistische Elemente mit futuristischen, mystischen Tribalismus mit technoider Strenge verbindet, wobei ORANSSI PAZUZU als dritte im Bunde allerdings deutlich weniger technoid klingen. Aber das Grenzgängertum erscheint mir dennoch bei allen drei Bands vergleichbar im Ansatz, bei dem zum einen vermeintlich disparate Stile zu einem jeweils ganz eigenen Ding verquirlt werden und bei dem zum anderen aurales Chaos und strenge Konstruktion aufeinanderzuprallen scheinen, was allen genannten Bands eine besondere, gewissermaßen paradoxe Spannung zwischen Monotonie und Wahnwitz verleiht.

Es täte mich nicht wundern, wenn daran auch Rabe Rüdiger sein Gefallen fände.
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Re: Oranssi Pazuzu

Beitragvon Eike » Freitag 22. Januar 2021, 08:03

Unbedingt einmal da reinlauschen sollte wer mindestens der Hälfte der folgenden Bands etwas Positives abgewinnen kann: DARKTHRONE, HAWKWIND, KILLING JOKE, MONSTERMAGNET, OZRIC TENTACLES, SÓLSTAFIR, TANGERINE DREAM, VOIVOD, WHITEBUZZ, YAT-KHA.
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Re: Oranssi Pazuzu

Beitragvon Eike » Sonntag 24. Januar 2021, 10:46

Ah, ORANSSI PAZUZU hat gemeinsam mit der Psychedelic-Doom/Sludge-Band DARK BUDDHA RISING das Projekt WASTE OF SPACE ORCHESTRA gegründet. Beides liest sich spannend.
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Re: Oranssi Pazuzu

Beitragvon Eike » Montag 25. Januar 2021, 10:43

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Eike hat geschrieben:ORANSSI PAZUZU. Überschaubare Diskografie, prima Schnittmengen zwischen Black und Psychedelic, mehrere Fliegen mit einer Klappe.


Die hab ich schon auch auf dem Schirm, seit ich die mal besprochen, gruppentherapiert oder nur versoundcheckt habe, ich weiß es gar nimmer so genau. Auf jeden Fall eine sehr feine Band. Ich hatte damals auch schon so "Hawkwind des Black Metals"-Vibes im Kopf.
Das habe ich gerade mal nachgeschlagen, und siehe da: Du hast dem jüngsten, dystopischen Album über Propaganda und Totalitarismus 8,5/10 Punkte gegeben und dabei die Referenzen HAWKWIND, MASTER'S HAMMER, TORMENTOR, WALTARI erwähnt.
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Re: Oranssi Pazuzu

Beitragvon Eike » Donnerstag 18. März 2021, 17:36

Bandvorstellung + Interview in einem Artikel zusammengefasst; anscheinend ist das aktuelle Werk doch weniger Konzeptalbum mit klarer Aussage oder Story als vielmehr lose Motivsammlung, atmosphärisch inspiriert von Filmen wie Dr Mabuse oder so plus eine Prise apokalyptische Unausweichlichkeit und psychedelische Angstträume.
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