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von Rüdiger Stehle » Dienstag 26. Januar 2021, 01:14
Havoc hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:1995 habe ich sie das erste Mal live gesehen. Mit Marduk und Krabathor auf der schwäbischen Alb in einem 500-Seelen-Kaff im Jugendhaus. "Winter War Tour 1995".
Coole Sache. Hättest du es da für möglich gehalten, dass die mal eine solch beachtliche Karriere hinlegen?
Das ist jetzt eine Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist. Ich glaube, dass ich damals gar nicht in solchen Größen wie "Karriere" oder "kommerzieller Erfolg" gedacht habe. Für mich war die Band schon damals ein Mythos. Die hatten die letzte Platte auf DSP veröffentlicht und waren aus dem Dunstkreis von Euronymous, und auf dem ihm gewidmeten "Nordic Metal"-Sampler... zusammen mit den jetzigen Labelmates Marduk. Das war eine sehr intensive Zeit, und ich glaube, wir haben damals gar nicht darüber gedacht, dass es bei Musik auch um Unterhaltung und um Karriere und um Geldverdienen geht. Man hat sich da eher ein bisschen gefühlt, als verließe man die normale Welt. Wenn ich jetzt alle Vernunft fahren ließe und das nur mit Herz und Seele beurteilen würde, dann müsste ich wohl sagen, dass sie nach dieser Tour, den allerbeachtlichsten Teil ihrer Karriere schon hinter sich hatten. Nämlich den Teil "Norge 1991-1996". Meine alte Romantik wieder, sorry. Die nüchterne Antwort ist: Nein. Aber nicht, weil ich der Band nicht Großes zugetraut hätte, sondern weil ich einfach nicht auf dem Schirm hatte, dass es auch im Black Metal um eine Karriere als Musiker gehen kann. Das hat sich damals nicht so angefühlt.
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von Loomis » Dienstag 26. Januar 2021, 09:36
Rüdiger Stehle hat geschrieben:1995 habe ich sie das erste Mal live gesehen. Mit Marduk und Krabathor auf der schwäbischen Alb in einem 500-Seelen-Kaff im Jugendhaus. "Winter War Tour 1995".
Thu Feb 16 1995 Stettener Keller in Stetten ob Lontal, Baden-Württemberg, Germany War das dieser Auftritt?
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von Rüdiger Stehle » Dienstag 26. Januar 2021, 10:37
Jupp. Genau.
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von Pillamyd » Dienstag 26. Januar 2021, 13:05
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Meine alte Romantik wieder, sorry.
Ich glaube nicht das man sich dafür großartig entschuldigen muss. Vor allem nicht wenn das so mit Herzblut rübergebracht wird, wie von dir. Havoc hat geschrieben:Soeben habe ich Folge 10 dieser "Heimvegen-Miniserie" namens "Viking Metal" geguckt. Da geht es allen voran um "Vikingligr Veldi" und "Frost". Das war bisher vielleicht die beste Episode. Die Live-Szenen! Mir war nicht bewusst, dass die damals auch live diese Kostüme getragen haben die sie auf den Backcover der Alben drauf haben. Wie geil ist das denn?! Bei youtube findet man sogar ein über 40-min Live Dokument von ich glaube 1995. Wat geil! Bin dann auch noch bei einem Konzert aus 2011 gelandet. Irgendein Waldfestival in Norwegen. Fand es schon beeindruckend wie die Band hier ihren Set runterzockt. Allen voran Grutle. Auch live echt stark. Auch wenn Ice Dale mir fast schon zu sehr den Rockstar gibt.
Ja die lief heute auch bei mir. Vor allem geil, wie Ivar über sein altes Roland e15 spricht. Übrigens ist die "Vikingligr Veldi" so heftig bei mir eingeschlagen. Wahnsinn. "Lifandi Liv Undir Hamri" ist teilweise so ein heftiger Ohrwurm. Das Ding hat so einige Plätze verdrängt (auf der nicht erstellten Rangliste  ) Havoc, mach weiter! Ich habe schon sehr interessiert mitgelesen Werde mir aber noch für meine Gedanken etwas zeit lassen. Man könnte sich ärgern damals nicht dabei gewesen zu sein auf den Konzerten. Das war ja nur knapp eine Stunde von mir entfernt.
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von Havoc » Dienstag 26. Januar 2021, 23:55
Platz 13Monumension (VÖ: November 2001, Spielzeit: ca. 60 min) Es gibt denke ich sicherlich Freunde der Band, die dieses Werk ganz weit oben ansiedeln. Das kann ich sogar verstehen. So richtig hat dieses Album aber komischerweise nie meinen Nerv getroffen. Ich halte es bis heute wohl für das seltsamste Album der gesamten Diskografie der Norweger. Der Vorgänger war ja das erste Album, welches in eine deutlich andere Kerbe schlug und den Weg in eine andere Zukunft aufwies. Ich denke mit diesem Nachfolger wollte man dann vielleicht auch einfach etwas zu viel. Auch wenn es schon wie ein logischer Nachfolger klingt. Es ist keineswegs eine Kopie, sondern eher der schwächere kleine verrückte Stiefbruder von „Mardraum“. Es ist ähnlich wie mit „Eld“. Das ist nicht so richtig Fisch noch Fleisch. Alles wirkt ein wenig zu gewollt und etwas zerfahren. Es sind zwar durchaus auch richtig tolle Momente auf dem Album, aber es mag mich einfach nie so vollends und durchgängig packen. Weiterhin klingt kein Album der Band so „wie auf Drogen“ (wobei ich da nix unterstellen möchte) wie „Monumension“. Auch das Cover spiegelt das irgendwo wider. Das klingt jetzt irgendwie alles viel negativer als es eigentlich ist. Ich mag auch dieses Album, aber halt nicht so sehr wie die meisten anderen. Um vielleicht noch etwas Positives zum Schluss zu sagen…das finale „Self-Zero“ hat was, ist aber ebenfalls sowohl erdig wie auch abgespaced und somit dann doch auch wieder typisch Enslaved. Ein komisches aber durchaus bemerkenswertes Album.
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von Havoc » Mittwoch 27. Januar 2021, 22:16
Platz 12Vikingligr Veldi (VÖ: Februar 1994, Spielzeit: 51 min) Hach ja. Das legendäre und nur relativ schwer erhältliche Debüt habe ich ja erst vor kurzem zum quasi Normalpreis ergattern können. Seit Jahren war das wohl die Lücke in meiner Sammlung die ich am schmerzhaftesten empfand. Nun kann ich auch endlich mal guten Gewissens eine vernünftige komplette Liste aller Alben erstellen. Und obwohl ich das Album richtig stark finde kommt es bereits relativ früh an die Reihe. Es ist weniger Raserei drauf als ich es mir vorgestellt hatte. Aber hymnenhafter Viking Metal ist das halt auch nicht. Auch purer Schwarzmetall geht irgendwie anders. Enslaved waren schon beim Debüt eine etwas andere ungewöhnliche Band mit einem ganz eigenen Ansatz und Sound. Insgesamt ist mir das Album womöglich ein kleinwenig zu monoton. Vielleicht ist das aber auch so gewollt, da es einen halt auch dadurch in einen Trance-Strudel zieht. Kann durchaus sein, dass ich es irgendwann mal bereue, es nur auf den 12. Rang gesetzt zu haben, aber Stand heute muss ich halt noch elf weiteren Alben den Vortritt lassen. Auf einem solch starken Debüt-Fundament kann man ruhigen Gewissens eine Karriere aufbauen.
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von Havoc » Donnerstag 28. Januar 2021, 22:43
Hier wird es jetzt erst mal etwas zäher weitergehen. Ab jetzt wird es nämlich immer schwieriger. Und ich muss zwischendurch auch mal was anderes hören (z.B. Soen  ). Aber ich werde das hier auf jeden Fall zu Ende führen. 
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 28. Januar 2021, 22:59
Wir sind alle sehr gespannt auf die folgenden Alben. Gerade die Bewertung der späteren Werke interessiert mich, weil ich daraus vielleicht nochmal neue Anker finde, mich den Dingern erneut zu nähern. Die Sachen aus den Neunzigern hab ich ja eh schon intravenös.
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von Havoc » Samstag 30. Januar 2021, 22:49
Platz 11E (VÖ: Oktober 2017, Spielzeit: ca. 50 min / 62 min mit Bonus) Dieses Album schon jetzt?...mag manch einer sicher jetzt denken. Dazu später mehr. Die Eröffnung des Albums bis hin zum Hornbläser plus Pferdegewieher ist einfach unfassbar geil. Ich kann mich noch erinnern, dass ich bereits nach den ersten zwei Minuten der Erstlauschung damals dachte „Was zur Hölle wird das für ein Album…Wow!“. Und bis heute ist wohl das eröffnende „Storm Son“ mein Favorit. Das Werk ist ja schon ein Einschnitt in der Karriere der Band, da es das erste seit langer Zeit ohne Herbrand Larsen (Clean-Vocals/Keyboard) ist. Man vermisst anfangs schon ein wenig seine Stimme, stellt dann aber schnell fest, dass auch sein Nachfolger Hakon Vinje ein Guter ist. Vielleicht war diese Veränderung für die weitere Karriere und den Sound sogar ganz gut. Das Werk schwebt mehr denn je in anderen Sphären und klingt wie aus einer wirren Wikingerparallelwelt. Man höre nur den Mittelteil von „Sacred Horse“. Famoser Stoff, der einen schweben und schwelgen lässt, wie kaum ein zweites Enslaved-Album. Mitunter ist es aber fast schon ein wenig zu verschwurbelt. In gewisser Weise erinnert es dadurch schon wieder an die arg verdrogte Überdosis namens „Monumension“. Bei „Axis Of The World“ und „Feathers Of Eolh“ (komplett ohne Grutle´s harschen Gesang) wird es mir dann tatsächlich auch fast eine Spur zu verdreht und abgespaced. Auch hier sei wieder gesagt, dass das natürlich Jammern auf Enslaved-Niveau ist. Andere Bands sind mit ihrem besten Album weit weg von dieser Qualität. Das Album ist super, aber zu meinem internen Liebling wird es dann wohl doch eher nicht mehr werden. Wobei es wirklich sehr stimmungsabhängig zu sein scheint. Ich hatte schon Durchläufe die ich als durchweg genial empfand. Auch das abschließende „Hiindsiight“ ist sehr stark und beinhaltet sogar einen Saxophonpart. Das Digi bietet einem dann zudem noch zwei Bonussongs. „Djupet“ finde ich richtig cool. Hätte man ruhig auch regulär drauf machen können. Der Pop-Coversong „What Else There“ ist auch mehr als gelungen und wäre auch als eigener Song durchgegangen. Was bleibt, ist am Ende die Erkenntnis, dass „E“ ein richtig starkes Album ist und ich mich fast ein wenig schäme es auf Rang 11 zu listen. Aber ich denke bei eigentlich allen noch folgenden Alben wird mir das so gehen (außer bei Platz 1  ). Ist halt schwierig, wenn die Creme de la Creme so früh beginnt. „E“ war indes von Anfang an nicht die ganz große Liebe. Von daher passt das irgendwo schon so ins Gesamtbild.
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von Pillamyd » Sonntag 31. Januar 2021, 02:32
Kurz zur Doku: Selten so gelacht wie in Folge 11 Die Tour mit Marduk. Mein Gott, da wäre ich gern dabei gewesen.
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