|
|
von Pillamyd » Samstag 6. Februar 2021, 00:20
Havoc hat geschrieben:Platz 11E (VÖ: Oktober 2017, Spielzeit: ca. 50 min / 62 min mit Bonus) Dieses Album schon jetzt?...mag manch einer sicher jetzt denken. Dazu später mehr. Die Eröffnung des Albums bis hin zum Hornbläser plus Pferdegewieher ist einfach unfassbar geil. Ich kann mich noch erinnern, dass ich bereits nach den ersten zwei Minuten der Erstlauschung damals dachte „Was zur Hölle wird das für ein Album…Wow!“. Und bis heute ist wohl das eröffnende „Storm Son“ mein Favorit. Das Werk ist ja schon ein Einschnitt in der Karriere der Band, da es das erste seit langer Zeit ohne Herbrand Larsen (Clean-Vocals/Keyboard) ist. Man vermisst anfangs schon ein wenig seine Stimme, stellt dann aber schnell fest, dass auch sein Nachfolger Hakon Vinje ein Guter ist. Vielleicht war diese Veränderung für die weitere Karriere und den Sound sogar ganz gut. Das Werk schwebt mehr denn je in anderen Sphären und klingt wie aus einer wirren Wikingerparallelwelt. Man höre nur den Mittelteil von „Sacred Horse“. Famoser Stoff, der einen schweben und schwelgen lässt, wie kaum ein zweites Enslaved-Album. Mitunter ist es aber fast schon ein wenig zu verschwurbelt. In gewisser Weise erinnert es dadurch schon wieder an die arg verdrogte Überdosis namens „Monumension“. Bei „Axis Of The World“ und „Feathers Of Eolh“ (komplett ohne Grutle´s harschen Gesang) wird es mir dann tatsächlich auch fast eine Spur zu verdreht und abgespaced. Auch hier sei wieder gesagt, dass das natürlich Jammern auf Enslaved-Niveau ist. Andere Bands sind mit ihrem besten Album weit weg von dieser Qualität. Das Album ist super, aber zu meinem internen Liebling wird es dann wohl doch eher nicht mehr werden. Wobei es wirklich sehr stimmungsabhängig zu sein scheint. Ich hatte schon Durchläufe die ich als durchweg genial empfand. Auch das abschließende „Hiindsiight“ ist sehr stark und beinhaltet sogar einen Saxophonpart. Das Digi bietet einem dann zudem noch zwei Bonussongs. „Djupet“ finde ich richtig cool. Hätte man ruhig auch regulär drauf machen können. Der Pop-Coversong „What Else There“ ist auch mehr als gelungen und wäre auch als eigener Song durchgegangen. Was bleibt, ist am Ende die Erkenntnis, dass „E“ ein richtig starkes Album ist und ich mich fast ein wenig schäme es auf Rang 11 zu listen. Aber ich denke bei eigentlich allen noch folgenden Alben wird mir das so gehen (außer bei Platz 1  ). Ist halt schwierig, wenn die Creme de la Creme so früh beginnt. „E“ war indes von Anfang an nicht die ganz große Liebe. Von daher passt das irgendwo schon so ins Gesamtbild.
E: Ich habe das Album als mein Problemkind beschrieben. Für mich bleibt es aber auch genau das. Obwohl ich sagen muss, dass sich das, seit ich mich im November mit dem Album befasst habe, schon besser geworden ist. „Sacred Horse“ könnte zusammen mit „Storm Son“ mein Liebling auf der Scheibe sein. Die Verbeugung vor Bathory ist im erstgenannten Song direkt greif- und spürbar. Das bleibt aber beim Rest der Platte aus. Denn da greife ich immer ins Luftleere. Nicht dass das Album nicht packend ist. Das ist es nämlich schon auf eine Art und Weise. Ich habe das Gefühl ich schaue da als Außenstehender nickend zu kann aber nicht erklären was da vor sich geht. Ich kann das nicht (be)greifen. Ich beiße mir komplett die Zähne daran aus. Das ist Ausmaß der so neu für mich ist. Ich mein „E“ wächst schon. Aber langsam, sehr langsam und es fallen immer wieder ganz kleine Bröckel von dem "Ehwaz-Felsen" ab die mir ein neues Guckloch eröffnen, wo ich kurz durschielen darf. Bin ich aber zu unaufmerksam muss ich suchen wo die Stellen war, die mich kurz aufhorchen ließen. Da fehlt mir die Übersicht den Anschluss zu finden. Witzig übrigens, dass du hier die „Monumension“ als Vergleich ran ziehst. Eben weil ich da Genug Anhaltspunkte habe, wo es mir anders geht (kann man ja nachlesen). Ich finde das gar nicht so arg vergleichbar. Ja gut, es hat dieses sphärische in sich. Aber bis dato hat die Band das nie so krass ausgereizt wie hier. Man merkt es mir vielleicht an. Ein schwieriges und auch irgendwie ein faszinierendes Album. Es lässt mich verzweifeln. Es gibt mir aber auch - und das muss ich betonen - immer wieder neuen Mut um es immer und immer wieder zu mit der Scheibe zu probieren. Trotz allem landet das Teil eher auf den hinteren Rängen. Aber wer weiß, vielleicht ist dies das Album, bei dem ich mich irgendwann selbst fragen muss, warum ich das so tief gesetzt habe. Jetzt sieht das so aus. Mein Ranking: 2. Vikingligr Veldi 3. Monumension 4. Eld 6. Blodhemn 13. E
-

Pillamyd
- Metaller mit zu viel Zeit
-
- Beiträge: 14149
- Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44
von Havoc » Samstag 6. Februar 2021, 01:14
Pillamyd hat geschrieben:Das bleibt aber beim Rest der Platte aus. Denn da greife ich immer ins Luftleere. Nicht dass das Album nicht packend ist. Das ist es nämlich schon auf eine Art und Weise. Ich habe das Gefühl ich schaue da als Außenstehender nickend zu kann aber nicht erklären was da vor sich geht. Ich kann das nicht (be)greifen. Ich beiße mir komplett die Zähne daran aus. Das ist Ausmaß der so neu für mich ist. Ich mein „E“ wächst schon. Aber langsam, sehr langsam und es fallen immer wieder ganz kleine Bröckel von dem "Ehwaz-Felsen" ab die mir ein neues Guckloch eröffnen, wo ich kurz durschielen darf. Bin ich aber zu unaufmerksam muss ich suchen wo die Stellen war, die mich kurz aufhorchen ließen. Da fehlt mir die Übersicht den Anschluss zu finden. Man merkt es mir vielleicht an. Ein schwieriges und auch irgendwie ein faszinierendes Album.
Zu diesem Album scheinen wir eine relativ ähnlich Wahrnehmung zu haben. Ich würde es bei mir zwar nicht "verweifeln" nennen, aber das Teil ist schon schwierig und trotzdem auf seine Art teilweise richtig geil. Wie halt direkt der Beginn. Und dennoch ist es auch bei mir letzten Endes nur auf der 11 gelandet. Ich hatte echt schon ein wenig so meine Bedenken, dass sich das nächste Werk noch weiter in Richtung "Feathers Of Eolh" bewegen könnte. Aber diesen Fehler haben sie dann mit "Utgard" zum Glück eben nicht gemacht. Die sind schon echt gut im Ausloten der Grenzen die Herren. 
-

Havoc
- Metaller mit zu viel Zeit
-
- Beiträge: 23763
- Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10
von Pillamyd » Samstag 6. Februar 2021, 01:25
Havoc hat geschrieben:Die sind schon echt gut im Ausloten der Grenzen die Herren.
Ivar ist aber auch ein Schlitzohr Gerade in der Doku finde ich das immer wieder, das er aussieht wie einer. Übrigens dessen Scheiben mal gehört Einar Selvik mal einer gehört? Ich überlege gerade ob ich das brauche.
-

Pillamyd
- Metaller mit zu viel Zeit
-
- Beiträge: 14149
- Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44
von Havoc » Samstag 6. Februar 2021, 17:49
Soeben Folge 12 der "Heimvegen-Story" angeschaut. Diese trägt den Titel "Progresjon" und bildet dann einen schönen Abschluss der Reihe. Sollte man als Fan der Band echt mal gesehen haben. 
-

Havoc
- Metaller mit zu viel Zeit
-
- Beiträge: 23763
- Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10
von Pillamyd » Samstag 6. Februar 2021, 18:09
Ich hatte die erste Hälfte gesehen. Schau ich nachher dann den Rest. Das war tatsächlich sehr toll 
-

Pillamyd
- Metaller mit zu viel Zeit
-
- Beiträge: 14149
- Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44
von Pillamyd » Samstag 6. Februar 2021, 21:04
Havoc hat geschrieben:Platz 10Mardraum (Beyond The Within) (VÖ: Oktober 2000, Spielzeit: ca. 58 min) Das Album wird mal ganz geschmeidig mit einem psychedelisch anmutenden kalten sperrigen Zehnminüter eingeleutet. Aber was ist das eigentlich für ein geiler Song. Da ist so viel drin. Neben dem eher schwelgerischen Anfangsteil, Grutle´s sehr fiesen Vocals und auch Raserei dann sogar ein kurzes „Ugh“ ala Tom Warrior. Und dann noch Spoken Words. Krasses Stück Musik! Nach diesem Vorschlaghammer von einem Song geht es dann etwas „einfacher“ weiter. Wobei wirklich einfach eigentlich nix auf dem Album ist. Gerade auch der Sound klingt extrem kalt und metallisch. Schon noch ein wenig so wie auf dem Vorgänger „Blodhemn“. Aber „Mardraum“ geht noch viel weiter. Es ist das erste Album, auf dem die Norweger so richtig erkannt haben, was eigentlich in ihnen steckt und wo die Reise hingehen kann. Hier ist alles etwas proggiger, psychedelischer und sperriger. Ich denke man kann „Mardraum“ durchaus als ihr schwierigstes Album überhaupt bezeichnen. Dieses Ding wird ganz sicher nicht mehr zu Schwiergermutters Liebling. Und immer wieder diese genialen Übergänge in den Songs. Auch „Entrance“ beginnt eher wie ein Pink Floyd Song, aber dann setzen diese geil produzierten Drums ein. Lange Zeit war dieses Album gar nicht so extrem hoch bei mir im Kurs, aber in der letzten Zeit hat es sich enorm nach vorne gearbeitet. Tolles faszinierendes extremes Werk! Für eine noch höhere Platzierung allerdings schon fast eine Spur zu krass! Das kann man sicher nicht jeden Tag hören. Vor allem auch weil das Album zum Ende hin immer weniger melodisch wird und fast schon wieder in puren Blodhemn-Gewässern schippert. Platz 10 fühlt sich hier eigentlich auch viel zu schlecht an, aber die neueren Werke haben bei mir halt schon einen hohen Stellenwert. Von daher muss das Album leider schon jetzt an die Reihe kommen.
Mardraum (Beyond The Within): Was ist „Mardraum“ eigentlich für ein Album? Das ist die einzige Frage, die ich mir jedes Mal stelle, wenn ich es höre. Sowas spezielles und eigenständiges hört man selten. Man könnte meinen ich hätte hier auch so Probleme wie mit „E“. Aber das ist nicht der Fall. Was mich nämlich an diesem wechselhaften Bastard wirklich begeistert ist dieses Spiel mit dem ausloten der Extreme. Ich bin über Kopfhörer schon an vielen Stellen in den Tod hinein erschrocken, weil ich absolut überrascht werde. Und das jedes Mal! „Omgard“ ist da so ein Beispiel für. Das Album ist gespickt mit vertrackten, teils sehr sperrigen Passagen. Man höre sich nur den Titelsong an. Minutenlanges Geschreie in vollgas-sphärischen Rauschen. Das ist nämlich der Punkt. Das Album gibt dir keine Pause, es prescht durch. Wird von Schnell zu noch schneller. Die Vocals sind so extrem wie noch nie zuvor und spiegeln das oben genannte Spiel gut wider. Jede Extreme wird bis zum äußersten ausgelotet, und zwar in beide Richtungen. Vor allem der Gesang hat eine Gewichtung die unfassbar ist. Ich weiß nicht ob das andere auch so sehen. Aber wie Grutle seine Vocals innerhalb eines Songs so ins extreme fahren kann. Wie geht das? Wie kann man dieses extreme Gekreische von einem Part in den Nächsten nochmal auf eine höhere Stufe bringen? Das begreife ich echt nicht und lässt mich mehr als nur fassungslos zurück. Weil es auch einfach so ein verdammter Mehrwert ist für das Album. Ebenso hat das Album so eine „Laut & Leise“ Wirkung auf mich. Das ist gar nicht mal so einfach zu erklären aber immer, wenn es besonders sphärisch wird hat das so ein „Leise“ Gefühl auf mich, nicht langanhaltend und auch wenn man vermeintlich lautes zu hören bekommt, aber da kommen wieder diese Extreme wieder zum Vorschein, die mich stark beeindrucken. Ich denke einer der zugänglicheren Songs dürfte „Det Endelege Riket“ sein. Wobei der auch zum Schluss wieder völlig hektisch dir ins Gesicht springt. Hier muss ich allerdings sagen bin ich anderer Meinung als Havoc und finde das gerade zum Ende hin die songdienlicheren Songs stehen. „Stjerneheimen“, „Krigaren Eg Ikkje Kjende“ sind schon im Vergleich straighter, gerade auch wegen dem fabelhaften Solo im letzteren Song. Nun, aber auch ich, und da muss ich Havoc wieder recht geben, kann das Album nicht immer hören. Das muss schon passen. Deswegen landet es bei mir aber trotzdem höher als beim Havoc und auch höher als bei Rüdiger. Mein Ranking: 2. Vikingligr Veldi 3. Monumension 4. Eld 6. Blodhemn 8. Mardraum (Beyond The Within) 13. E
-

Pillamyd
- Metaller mit zu viel Zeit
-
- Beiträge: 14149
- Registriert: Freitag 19. Februar 2010, 22:44
von Havoc » Samstag 6. Februar 2021, 21:39
Pillamyd hat geschrieben:Hier muss ich allerdings sagen bin ich anderer Meinung als Havoc und finde das gerade zum Ende hin die songdienlicheren Songs stehen. „Stjerneheimen“, „Krigaren Eg Ikkje Kjende“ sind schon im Vergleich straighter, gerade auch wegen dem fabelhaften Solo im letzteren Song.
Die songdienlicheren vielleicht schon, aber dennoch halt nicht einfach in dem Sinne. Erinnert mich schon ein wenig an "Blodhemn". Sehe es eigentlich auch so, dass die erste Halbzeit eher die noch sperrigere und proggigere ist. Nun, aber auch ich, und da muss ich Havoc wieder recht geben, kann das Album nicht immer hören. Das muss schon passen. Deswegen landet es bei mir aber trotzdem höher als beim Havoc und auch höher als bei Rüdiger.
Das ist in der Tat so ein Album, dass man kaum in so eine Reihenfolge zwängen kann. Manchmal fasziniert es einen so dermaßen, dass man es aufs Treppchen packen könnte und ein anderes Mal nervt es einen fast. Nunja. Habe es dann halt auf die 10 gepackt. Es gab auch schon Durchgänge, bei denen ich durchaus "Monumension" etwas stärker fand. Hachja. Egal. Es geht ja auch um die Besprechung ansich. Eine Reihenfolge macht es halt etwas interessanter, auch wenn die gerade bei einer Band wie Enslaved halt wohl nie in Stein gemeißelt ist. Sie sagt dennoch immerhin ein wenig aus. Aber ich glaube ich könnte wirklich fast jede nur erdenkliche Reihenfolge die jemand hier aufstellt irgendwo nachvollziehen.  Falsch ist da nie was! Ach ja...ich denke gerade "Mardraum" ist so ein Album, dass Rüdiger noch mal auflegen sollte, falls er dies länger nicht mehr getan hat. Ich denke das würde bei ihm auch was höher landen.
-

Havoc
- Metaller mit zu viel Zeit
-
- Beiträge: 23763
- Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10
von Havoc » Samstag 6. Februar 2021, 22:11
-

Havoc
- Metaller mit zu viel Zeit
-
- Beiträge: 23763
- Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10
von Havoc » Sonntag 7. Februar 2021, 00:32
Platz 7Below The Lights (VÖ: April 2003, Spielzeit: ca. 46 min) Hier haben wir es mit dem allerersten Album zu tun, welches wirklich die sogenannte Neuzeit der Band einläutet. Und es ist das erste, auf dem Arve Isdal (Ice Dale) solieren darf. Enslaved klingen hier erstmals so richtig fluffig und fließend nach einer verwobenen Black/Prog-Einheit mit Viking Wurzeln. Man könnte sagen, der Schmetterling entfaltet sich nach dem langen Verwandlungsprozess erstmals in seiner ganzen Pracht und fliegt langsam aber schon ziemlich selbstbewusst, stolz und stilsicher los. Ein Höhepunkt ist ganz klar das neunminütige „The Crossing“, das mit Akustikgitarren eröffnet wird und dann immer weiter aufgebaut wird. Auch wegen dieses Songs stand „Below The Lights“ eine lange Zeit sehr weit oben in meiner Rangliste. Aber es wurde nach und nach doch noch von vermutlich besseren Alben überholt. Und dann der Beginn des nächsten Songs „Queen Of Night“! Wie kommt man darauf? Irgendwie genial. Ganz stark. Das folgende „Havenless“ beginnt dann wieder ganz anders und eigen. Ein besonderes Album ist es in der Tat, da es die Schnittstelle zwischen Alt und Neuzeit am besten verkörpert. Und ich habe schon oft festgestellt, dass gerade diese Alben oft Highlights oder auch einfach etwas Besonderes sind. Definitiv auch eines der allerwichtigsten Alben in meinem Prozess dahingehend, nachhaltig ein Enslaved-Fan zu werden und zu bleiben. Das Cover ist so gesehen perfekt. Es ist zweigeteilt. Man könnte es tatsächlich so interpretieren, dass man ein Stück weit noch in der „schwarzen“ Vergangenheit verwurzelt ist, und dennoch zu neuen (helleren) Ufern aufbricht. Ich denke aber mal, dass das wohl eher Zufall ist. Vielleicht auch nicht. 
-

Havoc
- Metaller mit zu viel Zeit
-
- Beiträge: 23763
- Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10
von Havoc » Dienstag 9. Februar 2021, 22:48
Platz 6 Riitiir (VÖ: 2012, Spielzeit: ca. 67 min) Das ziemlich proggige Album mit dem seltsamen Namen und dem hippen aber schönen Cover ist tatsächlich das Längste in der gesamten Karriere und startet gleich mit dem tollen Opener „Thoughts Like Hammers“ (Geiler Titel auch)!durch, der sphärisch aber auch stampfend/groovend daher kommt. Tolle Clean-Vocals auch mal wieder von Herbrand Larsen. Nach diesem grandiosen Einstieg kommen dann zwei gute Songs, die aber nur das Bindeglied zwischen dem Opener und dem noch besseren phänomenalen „Roots Of The Mountain“ darstellen. Dieser dürfte einer ihrer besten Songs der gesamten Karriere sein. Der Titeltrack indes war lange Zeit mein Lowlight des Albums. Bin mir nicht mehr sicher, ob es der schwächste Song ist, aber eines Titeltracks ist er hier irgendwie nicht ganz würdig. Ich finde es immer seltsam, wenn der Titeltrack eines Albums eher zu den schwächeren Songs gehört. Da fällt mir als weiteres Beispiel gerade das Album „The Art Of Loss“ von Redemption ein. Da ist das auch so. „Materal“ ist da wieder cooler. Der Einstieg erinnert einen an „We Will Rock You“ von Queen. Sehr geile Sache. Auch hier mag ich die klare Stimme von Herbrand. Mit „Storm Of Memories“ tue ich mich dann schon schwerer. Der Anfang ist seltsam. Man hat das Gefühl, dass hier die Regler nach unten gestellt wurden. Sehr komisch. Geht das nur mir so? Das mag so gewollt sein, aber mir hat das nie gefallen. Auch in der Folge reißt mich der Song zu wenig mit. Denke, das ist noch vor „Riitiir“ mein kleiner Ausreißer nach unten. Beim Finale will es die Band dann mit dem elfminütigen „Forsaken“ noch mal wissen. Ziemlich starkes Ding, aber die Songs Nr. 1 und vor allem 4 bleiben die besten Songs auf dem Album, welches schon eher eines der schwurbeligeren ist. In der Summe ist das aber ein bärenstarkes gerne mal unterschätztes Album mit zwar kleinen Schwächen aber dafür auch absoluten Highlights. Es dürfte durchaus zu meinen meistgehörten der Band zählen und hat daher immer ein wenig einen Stein bei mir im Brett. Aber es gibt trotzdem fünf Alben, die ich noch besser finde.
-

Havoc
- Metaller mit zu viel Zeit
-
- Beiträge: 23763
- Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 12:10
Zurück zu Thrash / Death / Black Metal
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.deTime : 0.118s | 11 Queries | GZIP : Off
|
|