Enslaved

Re: Enslaved

Beitragvon Havoc » Freitag 12. Februar 2021, 22:37

Pillamyd hat geschrieben:Mein Ranking:
1. Frost
2. Vikingligr Veldi
3. Monumension
4. Eld
6. Blodhemn
8. Mardraum (Beyond The Within)
9. Below The Lights
10. Utgard
13. E


Immerhin auf der 9...die gute "Below The Lights". 8-)
Also nur noch die 5 und die 7 sind etwas weiter oben offen. Mhh. Was da wohl hinkommen mag?
Bin gespannt. Bei mir sind ja nur noch 4 Alben offen. Ist nicht mehr so wahnsinnig spannend was?! :P
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Re: Enslaved

Beitragvon Pillamyd » Freitag 12. Februar 2021, 22:47

Oh ich glaube das wird noch spannend :grins:
Wenn du deinen nächsten Platz preisgibst, sag vorher bescheid. Ich würde gern raten.

Bei "Below The Lights" habe ich tatsächlich überlegt die nicht höher zu setzen. Aber ich hätte den fünften und siebten Platz nicht ohne schlechtes Gewissen verschieben können. Das ist so bockhart, dieses Ranking und trotzdem freut es mich so arg, dass du das angegangen bist :dafuer:
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Re: Enslaved

Beitragvon Havoc » Freitag 12. Februar 2021, 22:52

Pillamyd hat geschrieben:Wenn du deinen nächsten Platz preisgibst, sag vorher bescheid. Ich würde gern raten.


Der steht denke ich schon fest. Ich werde noch mal kurz überlegen, aber...nee. Eigentlich steht meine Top 4.
Hatte vor Platz 4 morgen Abend einzustellen, damit es hier nicht zu schnell geht. Raten kannst du aber eigentlich schon mal. ;-)
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Re: Enslaved

Beitragvon Pillamyd » Samstag 13. Februar 2021, 00:29

Also,
wenn ich tippen müsste, würde ich sagen kommt als nächstes die "In Times" :grins:
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Re: Enslaved

Beitragvon Havoc » Samstag 13. Februar 2021, 22:38

Platz 4

Axioma Ethica Odini (VÖ: September 2010, Spielzeit: ca. 58 min)

Bild

Gleich der Opener „Ethica Odini“ ist ein ganz feiner Song, der an das Vorgängeralbum anschließt und einfach toll geschrieben ist. Mega! Mit „Raidho“ und „Waruun“ geht es dann ähnlich gut weiter, bevor mit „The Beacon“ eine Art Hit an die Reihe kommt. Den Song fand ich von Beginn an cool. Nach dem kurzen Zwischenspiel „Axioma“ wird es dann mit „Giants“ etwas schwieriger aber nicht minder toll. Erst wird das Tempo etwas rausgenommen und Grutle darf ordentlich ins Mikro grunzen, bevor der Song Fahrt aufnimmt und wieder eher in den bisher gewohnten Sound eintaucht. Sehr stark! Herbrand Larsen ist mit seinen Clean-Vocals auf diesem Album gefühlt präsenter denn je. Würde mich nicht wundern, wenn dieses hier sein Lieblingsalbum ist. „Singular“ läutet dann den finalen Siebenminüter-Hattrick ein. Es fällt auf, dass das Album schon proggy ist, aber dennoch sehr eigenständige wiedererkennbare Melodien und Songs beinhaltet. Das ist insgesamt ein extrem starkes Songwriting und rein objektiv gesehen sicher eines der allerstärksten Werke der Band. Aber es geht in der Musik ja auch um andere Schwingungen. Ich kann mich noch erinnern, dass ich das Album zur VÖ zwar direkt spitze fand, dass es mir aber nicht diesen allerletzten Kick gegeben hat wie ein gewisses anderes Album, auf welches wir noch zu sprechen kommen. Das Stück „Nightside“ beginnt dann erst mal ziemlich ruhig, schwelgt etwas vor sich hin, geht dann doch ziemlich ab und mündet in eine der tollsten Stellen des Albums. Große Klasse! Der ist wohl mein Lieblingssong des Albums. Das finale „Lightening“ ist dann ein passender starker Rausschmeißer aus diesem nahezu perfekten Album. Hier kann man wirklich kaum etwas kritisieren. Für mich stellt es in gewisser Weise den Abschluss der mittleren Phase der Band dar. Wobei das nur so rein gefühlsmäßig meiner Wahrnehmung entspricht, da die Band eigentlich immer konsequent ihren Weg weiterverfolgt, den man nicht zwingend in Phasen einteilen muss. Als ich den Thread letztens noch mal gelesen habe stieß ich übrigens auf sehr kontroverse Meinungen zum Coverartwork. Also ich finde es immer noch schick und zur Musik passend. Ein rundum stimmiges Werk also. ;-) :)
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Re: Enslaved

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 14. Februar 2021, 00:52

Havoc hat geschrieben:Platz 6

Riitiir (VÖ: 2012, Spielzeit: ca. 67 min)

Bild

Das ziemlich proggige Album mit dem seltsamen Namen und dem hippen aber schönen Cover ist tatsächlich das Längste in der gesamten Karriere und startet gleich mit dem tollen Opener „Thoughts Like Hammers“ (Geiler Titel auch)!durch, der sphärisch aber auch stampfend/groovend daher kommt. Tolle Clean-Vocals auch mal wieder von Herbrand Larsen. Nach diesem grandiosen Einstieg kommen dann zwei gute Songs, die aber nur das Bindeglied zwischen dem Opener und dem noch besseren phänomenalen „Roots Of The Mountain“ darstellen. Dieser dürfte einer ihrer besten Songs der gesamten Karriere sein. Der Titeltrack indes war lange Zeit mein Lowlight des Albums. Bin mir nicht mehr sicher, ob es der schwächste Song ist, aber eines Titeltracks ist er hier irgendwie nicht ganz würdig. Ich finde es immer seltsam, wenn der Titeltrack eines Albums eher zu den schwächeren Songs gehört. Da fällt mir als weiteres Beispiel gerade das Album „The Art Of Loss“ von Redemption ein. Da ist das auch so. „Materal“ ist da wieder cooler. Der Einstieg erinnert einen an „We Will Rock You“ von Queen. Sehr geile Sache. Auch hier mag ich die klare Stimme von Herbrand. Mit „Storm Of Memories“ tue ich mich dann schon schwerer. Der Anfang ist seltsam. Man hat das Gefühl, dass hier die Regler nach unten gestellt wurden. Sehr komisch. Geht das nur mir so? Das mag so gewollt sein, aber mir hat das nie gefallen. Auch in der Folge reißt mich der Song zu wenig mit. Denke, das ist noch vor „Riitiir“ mein kleiner Ausreißer nach unten. Beim Finale will es die Band dann mit dem elfminütigen „Forsaken“ noch mal wissen. Ziemlich starkes Ding, aber die Songs Nr. 1 und vor allem 4 bleiben die besten Songs auf dem Album, welches schon eher eines der schwurbeligeren ist. In der Summe ist das aber ein bärenstarkes gerne mal unterschätztes Album mit zwar kleinen Schwächen aber dafür auch absoluten Highlights. Es dürfte durchaus zu meinen meistgehörten der Band zählen und hat daher immer ein wenig einen Stein bei mir im Brett. Aber es gibt trotzdem fünf Alben, die ich noch besser finde.


RIITIIR:
Das Album war das erste Album von „Enslaved“, dass ich mir gekauft habe. Es ist ja nichts unbekanntes, dass die ersten Berührungspunkte mit einer Band meistens die prägendsten sind und Alben, die unter diesem Spektrum fallen, oft die sind die man emotional auch hoch einordnet.

Meine anfängliche Begeisterung wich etwas, da mir das Album auf seine eigene Weise dann doch etwas zu sperrig war. Heute habe ich da etwas eine gefestigtere Meinung. Gerade auch weil ich im November das Album nach langer Zeit auch wieder gehört habe und festgestellt habe, dass mir das Album mal weniger, mal besser reinläuft. Ist wohl sehr Stimmungsabhängig. Trotzdem muss ich aber auch betonen, dass es schon überraschend war, wie viel mir von diesem Album dennoch im Gedächtnis geblieben sind. Da gibt es bestimmte Melodien, die sehr vertraut klingen. Obwohl ich das Album eine Weile nicht mehr gehört hatte.

Ich finde trotz allem aber, dass „RIITIIR“ zusammen mit der „E“ das Album ist, das sehr lange braucht, um reinzukommen. Dieses abstrakte spiegelt sich nicht nur im Cover wider, es reflektiert die Musik auch ganz gut. Ganz interessant finde ich, dass zwischen beiden Alben eines erschienen ist, dass meilenweit zugänglicher ist. Interessante Wendungen in der späten Diskographie der Band. Da würde ich die Band auch gerne Mal fragen, ob sie das auch so sehen.
Sollte es zu einem Interview von powermetal.de kommen, wäre es großartig, diese Frage mal aufzugreifen.

Zum Album selbst: „Thoughts Like Hammers“ dürfte der einprägsamste Song des gesamten Albums sein, da es mit seinem stampfenden Tempo doch sehr eingängig wirkt. Die Songstruktur ist da einfach sehr prägnant.

Was mir zum Album auch aufgefallen ist und das ist eigentlich meine aktuellste Erkenntnis:
Der Klargesang wurde nochmal verfeinert. Immer fällt mir auf, dass dieser auch immer wieder in einer tieferen Tonlage eingesetzt wird. Das finde ich wahnsinnig spannend, weil ich nicht drum rumkomme den Gedanken zu fassen, dass dies der Musik noch eine weitere Tiefe schenkt. Ich spreche im Black Metal ja öfters auch von majestätischen oder erhabenen Attributen. Die sind bei „Enslaved“ mit Sicherheit in der Musik schon davor vorhanden gewesen. Aber im Gesang wurde da noch einmal eine weiter Nuance hinzugefügt.
Und wieder bekomme ich das Gefühl, dass „Enslaved“ sich zu jedem Album einen Aspekt aussuchen, um diesen zu verfeinern. Das wirkt nicht aufgesetzt, nicht erzwungen, aber trotzdem immer wieder sehr strukturiert. Das mag vielleicht nur ein Gefühl sein, aber bei keiner anderen Band spüre ich das so gezielt wie hier.

Zu meinen Lieblingen auf dem Album gehört definitiv „Death In The Eyes Of Dawn“. Mir gefallen die Gitarrenmelodien am Anfang so gut. Und auch hier die tiefen Gesangsmelodien. Irgendwie vibriert der Song (ich habe keine Ahnung, ob das im Ansatz verstanden werden kann, was ich hier versuche zu beschreiben) und ist dadurch einfach so unglaublich gut.

Dazu kommt natürlich „Roots Of The Mountain“, der mit das Highlight auf dem Album ist.
Aber es gibt auch Songs, die mir einiges auch erschweren und das Album zum harten Wellengang machen. „Veilbruner“ zum Beispiel ist so ein Song. Da setzt sich kein Widerhaken fest. Das läuft an mir vorbei.


Eine Kampfansage ist „RIITIIR“ nicht nur wegen der Spiellaufzeit. Mit etwas über 67 Minuten ist das schon ein ordentliches Stück Holz, das es zu verarbeiten gilt. Da kann man schnell aus der Puste kommen und sich überfordert fühlen. Dazu das vorher erwähnte abstrakte. Das ist schon eine schwerverdauliche Kombination. Gerade gegen Ende dieses Albums wird es schwierig. Da kann man schon den Gedanken entwickeln, hier ein Hammer(brett) vor sich zu haben (höhö).

Im Allgemeinen sehe ich das Album auf der Höhe mit „E“. Beides harte Nüsse, beide sehr abstrakt in seiner Wirkung. Trotzdem würde ich „RIITIIR“ noch etwas höher setzen und dann sehe das Ganze mit etwas Bonus so aus.

Mein Ranking:

1. Frost
2. Vikingligr Veldi
3. Monumension
4. Eld
6. Blodhemn
8. Mardraum (Beyond The Within)
10. Utgard
11. RIITIIR
13. E
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Re: Enslaved

Beitragvon Havoc » Sonntag 14. Februar 2021, 21:32

Pillamyd hat geschrieben:Ganz interessant finde ich, dass zwischen beiden Alben eines erschienen ist, dass meilenweit zugänglicher ist. Interessante Wendungen in der späten Diskographie der Band. Da würde ich die Band auch gerne Mal fragen, ob sie das auch so sehen. Sollte es zu einem Interview von powermetal.de kommen, wäre es großartig, diese Frage mal aufzugreifen.


Also wenn du mich fragst...ich finde das Album dazwischen zwar auch etwas eingängiger, aber ich sehe es denke ich nicht so extrem wie du. Von "meilenweit" oder einem "Bruch" würde ich da nicht sprechen wollen. Ich glaube das ist echt so ein Grenzen ausloten Ding. "Utgard" ist dann nach "E" ja auch wieder zugänglicher. Eigentlich zieht sich das schon durch die ganze Diskografie wenn man mal so drüber nachdenkt.

Und wieder bekomme ich das Gefühl, dass „Enslaved“ sich zu jedem Album einen Aspekt aussuchen, um diesen zu verfeinern. Das wirkt nicht aufgesetzt, nicht erzwungen, aber trotzdem immer wieder sehr strukturiert. Das mag vielleicht nur ein Gefühl sein, aber bei keiner anderen Band spüre ich das so gezielt wie hier.


Das kann gut sein. Ich glaube schon, dass sich ein Ivar sehr viele Gedanken darüber macht wie das nächste Album klingen soll, was man anders machen will und was man verbessern könnte.

Zu meinen Lieblingen auf dem Album gehört definitiv „Death In The Eyes Of Dawn“.


Der gehörte bisher nie so richtig zu meinen Favoriten. Muss ich beim nächsten Durchgang vielleicht noch mal verstärkt drauf achten. Kann aber noch was dauern. Werde in der nächsten Zeit wohl eher wieder etwas weniger Enslaved hören. Und wenn dann eher meine beiden alten Neuerwerbungen. ;-)

Eine Kampfansage ist „RIITIIR“ nicht nur wegen der Spiellaufzeit. Mit etwas über 67 Minuten ist das schon ein ordentliches Stück Holz, das es zu verarbeiten gilt. Da kann man schnell aus der Puste kommen und sich überfordert fühlen. Dazu das vorher erwähnte abstrakte. Das ist schon eine schwerverdauliche Kombination. Gerade gegen Ende dieses Albums wird es schwierig. Da kann man schon den Gedanken entwickeln, hier ein Hammer(brett) vor sich zu haben (höhö).


Ein Brett ist das schon, aber mir kam das Album eigentlich nie zu lang vor. Die Zeit vergeht hier sehr schnell wie ich finde. Auch ein gutes Zeichen. ;-)
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Re: Enslaved

Beitragvon Pillamyd » Mittwoch 17. Februar 2021, 09:53

Havoc hat geschrieben:Also wenn du mich fragst...ich finde das Album dazwischen zwar auch etwas eingängiger, aber ich sehe es denke ich nicht so extrem wie du. Von "meilenweit" oder einem "Bruch" würde ich da nicht sprechen wollen. Ich glaube das ist echt so ein Grenzen ausloten Ding. "Utgard" ist dann nach "E" ja auch wieder zugänglicher. Eigentlich zieht sich das schon durch die ganze Diskografie wenn man mal so drüber nachdenkt.


Na ja, von Bruch war ja nicht wirklich die Rede. Das mit den Grenzen ausloten hatten wir ja schon. Da waren wir ja einer Meinung. Genauso sehe ich das auch und nichts anderes wollte ich damit ausdrücken.
Ich würde das gerne mal bloß von der Band bestätigt bekommen.

Havoc hat geschrieben:Ein Brett ist das schon, aber mir kam das Album eigentlich nie zu lang vor. Die Zeit vergeht hier sehr schnell wie ich finde. Auch ein gutes Zeichen.


Das Gefühl habe ich halt leider nicht immer.
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Re: Enslaved

Beitragvon Pillamyd » Mittwoch 17. Februar 2021, 10:12

Havoc hat geschrieben:Platz 5

Isa (VÖ: November 2004, Spielzeit: ca. 51 min)

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Nach einem recht kurzen sphärischen Intro folgen mit „Lunar Force“ und dem Titeltrack gleich zwei ziemlich Hitverdächtige starke Songs. Aber der Sound ist alles andere als poppig oder soft. Vielmehr etwas reduzierter und ziemlich kalt. Da könnte man sogar glatt wieder ein wenig an alte „Mardraum“-Zeiten denken, auch wenn dieses Album schon deutlich anders ist. Es geht den mit „Below The Lights“ eingeschlagenen Weg nämlich uneingeschränkt und konsequent weiter. Nach den beiden sogenannten Hits geht es aber dann deutlich sphärischer und proggiger weiter. Ja. Enslaved sind im Jahre 2004 tatsächlich erstmals richtig proggy. Es dürfte einige alte Fans geben, die vielleicht den Vorgänger noch zähneknirschend schön gehört haben, hier dann aber nicht mehr mitkamen. Die verpassen aber coolen Stoff wie „Bounded By Allegiance“. In dem Stil geht es weiter bis zum äußerst coolen Instrumental „Secrets Of The Flesh“. Ich liebe das Ding. Ebenso auch das abschließende elfminütige „Neogenesis“. Was ein genialer Longtrack. Ein Highlight der gesamten Diskografie. Dennoch war das Album bei all seiner Klasse immer ein Stück weit im Windschatten meiner absoluten Favoriten unterwegs. Für ganz oben hat es nie gereicht. Und so ist es auch jetzt. Dennoch ein nahezu makelloses phantastisches Album. Ab hier konnte die Band eigentlich fast alles machen, solange es noch nach Enslaved klingt. Und das bekommt halt kaum eine andere Band so toll hin. Ein Album, das wohl mehr als jedes andere wie aus einer düsteren kosmischen nebligen Wikinger Parallelwelt klingt. Entrückt, kalt und sphärisch, aber (ganz wichtig!) eben nicht „verschwurbelt“.


Isa:
Das Album ist für mich immer so ein bisschen – das schwarze Schaf wäre falsch ausgedrückt– aber zumindest jenes, welches am wenigsten Beachtung geschenkt wird. Oder: Das Album wird kaum angesprochen.

Ich gehe völlig konform mit, dass es den Weg von „Below The Lights“ konsequent weiterverfolgt. Auch, dass das Album wieder viel kälter wirkt und reduzierter an manchen Stellen.

Was für mich das Album zu einem sehr Interessanten in der Diskographie macht, ist diese tiefkühle Ausrichtung im Sound. Der Titel ist da sehr passend gewählt.
Mein Augenmerk liegt allerdings auch auf diverse Tasteninstrumente, die ihren Weg aufs Album gefunden haben. Das bemerkenswerte hierbei ist nämlich, wie diese eben in die Songs eingewebt wurden. Manchmal springen sie einem förmlich ins Gesicht und an den Stellen, wo es eben sein muss, hält es sich im Hintergrund auf, aber so passend, dass es wieder eine Freude ist, sich genau darauf zu konzentrieren. Das passiert mir bei diesem Album sehr oft. Diese Art wie damit umgegangen wird auf „Isa“, öffnet dem gesamten Sounduniversum der Band wieder viele Türen und tut gerade auf diesem Album einfach auch Not. Es verleiht der Musik die nötige Fülle in der doch sehr distanzierten Eiseskälte auf dem Album.

Es fängt also die Elemente der ersten beiden Alben mit dem Synthesizer wieder auf und geht aber völlig anders heran. Ich würde das als Brückenschlag zu „Isa“ beschreiben, dessen Weg aber konsequent von „Monumension“ und „Below The Lights“ fortsetzt. Vielleicht erklärt das auch ein wenig meine Platzierungen dieser Alben in meinem persönlichen Ranking.

Völlig grandios, um mal den ein oder anderen Titel zu erwähnen, ist für mich „Lunar Force“. Dieser dramaturgische Aufbau von Sekunde 0 an ist so eine übermacht. Wenn dann bei ca. Minute 1 die Gitarren schlagartig umschwenken hauts mich echt vom Hocker. Was ein Einstieg in ein Album.

Ebenso finde ich den Titeltrack unglaublich intensiv. Wenn Grutle „Isa“ aus seinem tiefsten inneren herauskreischt, dann überkommt mich immer wieder ein kalter Schauer und ich sitze bibbernd da. Ebenso müssen Songs wie „Bounded By Allegiance“ und der Longrack „Neogenesis“ erwähnt werden, ganz klar. Die Glanzstücke des Albums.


Mein Ranking:

1. Frost
2. Vikingligr Veldi
3. Monumension
4. Eld
5. Isa
6. Blodhemn
8. Mardraum (Beyond The Within)
10. Utgard
11. RIITIIR
13. E

Somit ist die Top 6 schonmal gefestigt. Spannend….
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Re: Enslaved

Beitragvon Havoc » Mittwoch 17. Februar 2021, 20:50

Wir haben also beide die 'Isa' auf der 5. Cool. Die hätte ich bei Dir weiter unten erwartet. Frag aber nicht warum. ;-)
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