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von Jhonny » Donnerstag 28. Oktober 2010, 16:30
Das kann ich alles nicht soo nachvollziehen. Das man vielleicht mit Jodel-Euro-Metal nicht klarkommt schon eher, also mit Edguy, Stratovarius oder Sonata Arctica, aber gerade "richtig" deftige Bands wie Running Wild, Rage oder Grave Digger sollten doch auch Fans von US-Metal a la Metal Church begeistern können, denn sie sind mit viel power gespielt, haben einzigartige Sänger und tolle Hooks. Wenn sie aus Texas wären und der Gitarrist mal ein Demo mit Watchtower aufgenommen hätte wären sie sicher Kult und würden auf dem KIT spielen.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 28. Oktober 2010, 16:46
Jhonny hat geschrieben: [...] aber gerade "richtig" deftige Bands wie Running Wild, Rage oder Grave Digger sollten doch auch Fans von US-Metal a la Metal Church begeistern können, denn sie sind mit viel power gespielt, haben einzigartige Sänger und tolle Hooks. Wenn sie aus Texas wären und der Gitarrist mal ein Demo mit Watchtower aufgenommen hätte wären sie sicher Kult und würden auf dem KIT spielen.
Das glaube ich jetzt mal eher nicht, zumindest nicht bei den hier anwesenden Diskutanten. Da sind nämlich durchaus massive stilistische Unterschiede zwischen den genannten Teutonen und z.B. Metal Church. Mir fehlt es ein wenig an der Musiktheorie, um das genau festmachen zu können, aber auch die härteren - von dir genannten - Teutonen-Vertreter, klingen auch in meinen Ohren typisch deutsch-metallisch. Dass es für mich eher ein Gütesiegel und für Holg und Nick eher ein Makel ist, das ist die eine Sache. Aber daraus kann man m.E. echt nicht schließen, dass die beiden das wegen der Herkunft so sehen würden und die gleichen Bands als Kult feiern würden, wenn sie nur aus Texas kämen. So einfach ist die Sache nicht, weil die Bands - selbst im gleichen Härtegrad - ja schon tatsächlich deutlich anders klingen, als z.B. diverse amerikanische Bands. Was ich aber auch nicht raffe, ist die Sache mit unmetallisch, kitschig, seelenlos und der gesanglichen Zumutung. Für mich sind insbesondere Peavy, Kiske, Hansen und Kasparek allesamt großartige und eigenständige Sänger, die einen guten Teil der Sänger diverser US-Kult-Kapellen in die Tasche stecken, weil dort doch schon sehr viele Sänger sehr ähnlich und allesamt sirenig singen. Aber lassen wir das... die unterschiedlichen Wahrnehmungen verschiedener Leute kann man halt nicht immer rational erklären.
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von firestarter » Donnerstag 28. Oktober 2010, 18:18
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Nick
Kenn ich nicht. Zur Herkunft der Bands: Es ist völliger Unsinn zu meinen, dass es bei mir etwas mit der deutschen Herkunft zu tun hat - bin schließlich großer ACCEPT-, HOLY MOSES-, KREATOR-, WARRANT-, IRON ANGEL-, STEELER- und was weiß ich nicht noch- Fan. Die gesangliche Qualität von Hansen, Wagner und co. erschließt sich mir überhaupt nicht. Hansen klingt für mich z.B. steril und Wagner total uncool. Guter Gesang hat für mich auch nur sehr bedingt etwas mit Singen-Können zu tun, ich mag Paule Baloffs Vocals zig-mal mehr, als z.B. Russ Andersons (auf den ersten beiden Alben). Sireniger US Metal-Gesang gefällt mir übrigens auch nur in den seltensten Fällen richtig gut. Das Paradebeispiel (und der Vorreiter) dieses unsäglichen deutschen Kitsch-Metals sind eindeutig HELLOWEEN. Ich fand schon die erste EP bei VÖ schrecklich und es gab in meiner damaligen (nicht gerade kleinen) Metal-Clique genau einen HELLOWEEN Fan und der konnte sich pausenlos Spott anhören. Der Hammer war, dass Götz Kühnemund das Demo der Band, die ich in den 80ern ein wenig "gemanagt" habe, loben wollte und die Band als "nächste HELLOWEEN" bezeichnet hat. Was als großes Kompliment gemeint war, führte bei uns zu Entrüstung und der ernsten Frage, was wir wohl falsch gemacht hatten...
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von Holger Andrae » Donnerstag 28. Oktober 2010, 20:01
Rüdiger hat es bereits bestens erklärt: Mit der Herkunft an sich hat das bei mir wenig zu tun, sondern schon mit dem teutonischen Klangbild, wobei ich da auch klare Unterschiede sehe. zum Beispiel mag ich Erosion (klingen allerdings auch kaum Deutsch), Living Death, Paynes Gray, Kreator (manchmal), Xandril, Megace, Ragna Rök/Prklz, Iron Angel, Lanfear, Secrecy ... es gibt ausreichend deutsche Bands, die ich schätze. Peavy und Hansens Stimmen mag ich übrigens ebenfalls.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von mindreader » Donnerstag 4. November 2010, 01:26
Wenn sie aus Texas wären und der Gitarrist mal ein Demo mit Watchtower aufgenommen hätte wären sie sicher Kult und würden auf dem KIT spielen. Ich finde schon, dass da generell was dran ist, was Jhonny sagt, nicht unbedingt wegen des Stils, sondern eher, weil die Bands sich durch ihren im Metalbereich beachtlichen kommerziellen Erfolg als Insidertip oder Undergroundband einfach nicht mehr eignen. Um die Diskussion nicht zu allgemein werden zu lassen, lasse ich andere "Teutonenbands" wie Helloween oder Grave Digger mal aussen vor. Aber als ich mit dem Metal-Hören anfing (Anfang der 90er), war es total uncool, Rage o.ä. zu hören. Entweder musste es Nirvana sein oder Morbid Angel. Ich gehöre also nicht zu den Fans der ersten Stunde, eigne mich deshalb auch nicht sonderlich als "Fanboy" dieser Generation! Ich mache nämlich gerade unter Metalfans oft die Erfahrung, dass das "Fanboytum" belächelt wird, selbst aber eine bestimmte Zeit, meist die Jahre 80 - 85, derart abgefeiert wird, dass kaum jemand die Chance hat, dagegen anzukommen. Und wehe, jemand behauptet, eine damals schon aktive Band hätte später weit bessere Alben rausgebracht!!! Da wird man doch ziemlich schnell "belehrt". Totales "Fanboytum" in meinen Augen! Rage habe ich mit der "Black in mind" richtig kennen gelernt und daran anschließend hat die Band ja viele stilistisch verschiedene Wege genommen. Seit Smolskis Einstieg ging es in meinen Augen stets bergauf, bis die "Speak of the dead" erschien. Die beiden nachfolgenden Alben dann hielten dieses Niveau, eine stilistische Weiterentwicklung blieb ab da auch aus. Die brauche ich auch gar nicht, denn genau so gefällts mir am besten! Wo aber kommt das Argument her, dass es "zu viele Töne" gibt. Weiß schon, was gemeint ist, aber wenn man einen typischen aktuellen Rage- Hammer nimmt ("Purified") und vergleicht ihn mit dem absurden und völlig überladenen "That's human bondage", dann ist Purified um Längen eingängiger und wenn ein Song zu viele Töne hat, dann doch wohl eher "that's human bondage"! Von der allseits gelobten "Perfect Man" will ich gar nicht sprechen - das ist mir alles etwas zu unausgereift und überbewertet (aber beileibe nicht schlecht!). Mittlerweile habe ich- auch durch das Forum hier - ja einige kauzige, verquere oder "kultige" Bands kennen gelernt und es macht immer wieder Spaß, neues zu entdecken. Aber die Qualität von Rage erreichen wenige - die aktuelle Rage-Platte läuft daher auch öfter bei mir, als beispielsweise die letzte "Gates of Slumber" oder "Atlantean Kodex", die bestimmt tolle Bands sind, aber noch einen weiten Weg vor sich haben.
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von Jhonny » Donnerstag 4. November 2010, 09:37
Ich hoffe ja, das Atlantean Kodex und Gates Of Slumber kaum entwicklung vor sich haben, die sind doch aktuell so, wie es sein soll Persönlich finde ich Rage so um 1990 rum schon stärker als heute, bin aber weit davon entfernt, aktuelles zu verteufeln.
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von mindreader » Donnerstag 4. November 2010, 15:46
Um Gottes Willen, die sollen mal alle ihren eigenen Stiefel spielen, aber: Dass mir AK und Gates of Slumber gefallen, so wie sie sind, heisst ja nicht, dass sie sich nicht entwickeln dürfen! Ich jedenfalls werde mich davor hüten, heute schon eventuelle Weiterentwicklungen zu verteufeln, nur, weil sie heute schon geil sind!
Worum es geht ist aber doch, dass ich bei aller Liebe zu den aktuellen Newcomern oder In-Bands wie Gates of Slumber nicht umhin komme zu erkennen, dass ich aktuelle Rage, Accept, Maiden oder Grave Digger Platten öfter auflege, ja, dass diese Platten, allen voran eben Rage,bei mir eine wesentlich längere Halbwertszeit haben als die "abgefeierten" Bands. Da spielt natürlich die Zugänglichkeit des Materials eine entscheidende Rolle. Und da sinds eben doch nicht zu viele Töne pro Song, die Smolski & Co aus ihren Instrumenten pressen - leicht zugänglich bleibts und von dieser Spielart des Metals hab ich scheinbar immer noch nicht genug!
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von hellknulf616 » Samstag 6. November 2010, 12:15
Hab' aufgrund dieses Threads mal wieder die beiden Scheiben abgestaubt, die ich habe - "Trapped!" und "XIII" - und dabei gemerkt, dass ich die immer noch ziemlich gut finde. "Trapped!" ist fantastisch zum Autofahren und hat trotz ihres Alters einige erstaunlich aktuelle politische/gesellschaftliche Anliegen, was ich positiv finde. Das Englisch ist zwar unter aller Sau, aber bei prototypischen Songs wie "Solitary Man" oder den für mich RAGE-typischen melodischeren Sachen ("Take Me To The Water", "Body Talks") kommt gute Laune von allein.
"XIII" finde ich vom Songschreiberischen her ebenfalls gut, weniger Metal zwar, aber dafür mit einer größeren Bandbreite. Und das Englisch ist besser. Die Coverversion von "Paint It Black" ist dank der Streicher richtig groß, insgesamt finde ich den brütenden orchestralen Unterton ziemlich faszinierend. Ist zumindest ein Album, welches für die billigen Auftritte im Fernsehen und bei Autorennen entschädigt.
Finde aktuell auch die Stimme richtig gut - mal sehen, ob man da albentechnisch noch etwas nachlegen kann.
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von Eike » Samstag 6. November 2010, 15:21
Hehe, ja das Englisch auf "Trapped!" ist echt miserabel. Aber die Musik ist halt geil.
Music is the only religion that delivers the goods. (Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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von Chavo89 » Donnerstag 19. Januar 2012, 15:44
Der Smolski ist ja schon ein ziemlich geiler Macker. Hier ist ein Studio-Video zum neuen Album: KLICK!Klingt wirklich überzeugend. Ich werde das mal im Auge behalten. Desweiteren sind Rage im März mit einem wirklich interessanten Package auf Tour. Nämlich mit Communic und Týr. Und Scar of the Sun (kenne ich nicht). Ich habe mir schon eine Karte besorgt! 
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