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Musikalische Erkenntnis des TagesRe: Musikalische Erkenntnis des TagesJon Aldara kann nicht nur gut singen, er hat auch nicht nur eine schöne Stimme oder kann gut brüllen.Nein! Es wird nun immer deutlicher, dass er ein echter Ausnahmesänger ist. Sowohl was den heroischen Klargesang angeht als auch das ultratiefe kräftige Gegrowle. Und das im steten Wechsel. Hinzu kommen dann auch noch andere Varianten des Singens. Anklagende rauhe Schreie. Der Mann ist eine Wucht. Das war mir anfangs noch nicht so klar, als ich mich erst mal an ihn als neuen Sänger bei BARREN EARTH gewöhnen musste. Aber die aktuelle IOTUNN hat mir die Augen und Ohren geöffnet. Ganz tolle Vocals. So toll, dass ich mir auch gleich noch was von HAMFERD holen musste. Und was soll ich sagen. Auch hier singt er Weltklasse. Zu diesem düsteren langsamen episch angehauchten Doom passt seine Stimme vielleicht sogar am allerbesten. Ebenfalls auch abseits seiner Vocals eine starke Band. Das könnten echt meine neuen Doomlieblinge werden. Auch und vor allem wegen Jon Aldara!
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Re: Musikalische Erkenntnis des TagesIch könnte es auch in den Bandthread schreiben, der ja gerade mal wieder weiter oben ist, aber auf der anderen Seite ist's auch eine schöne Erkenntnis, die sich zwar seit Langem anbahnte, aber sich von Jahr zu Jahr deutlicher manifestiert.
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von ALICE IN CHAINS. Die beiden Akustik-EPs aus den Neunzigern ("Jar of Flies" und "Sap") sind hier angekommen und bekamen beide etliche Durchläufe, und da sind schon etliche ganz große Songs mit drauf. Ich mag die Singer/Songwriter-Note ja eh, und wenn dann auch noch ein Hauch Americana/Country mitkommt, der durch die Stimmung und die teils ziemlich bittere Lyrik eine ganz besondere Note bekommt, dann ist das richtig großes Kino. Gerade die "Sap"-EP ist da ein echter Hammer... die ersten beiden Stücke sind wahnsinnig intensiv. Ferner lief auch noch zwei- oder dreimal das aktuelle Werk "Rainier Fog", das ich ja gerade nachentdecke, weil ich es 2018 verpasst hatte, und darauf entfalten sich schon ruckzuck, nach wenigen Durchläufen echte Songperlen mit wahnsinnig guten Hooklines. Die Bridge des Openers 'The One You Know' ist der völlig Wahnsinn, ebenso das Bass-Break beim Titelstück. Die Laut-Leise-Dynamik der Scheibe finde ich absolut klasse, ebenso die Produktion insgesamt, klar, differenziert, aber doch auch wahnsinnig heavy und erdig, wo es passt. Das ganze Album offenbart erneut ein großartiges Gespür der Musiker für Hooks und Melodien. Hätte mir das 1993 jemand gesagt, dass ich mal so etwas über diese alten Jammerlappen aus Seattle schreiben würde, dem hätt' ich im Zweifel einfach 'F.O.A.D.' von Venom vorgesungen. Man sieht, dass es manchmal gar nicht schlecht ist, die Scheuklappen ein bisschen zu lüften. Ich stelle mir gerade vor, es wäre heute Abend ein AIC-Konzert. Das wäre schön, glaube ich. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Musikalische Erkenntnis des Tages
Cool, wie du das mit sich viel Begeisterung schreibst! Ich kenne ihn nur von HAMFERD, das war schon stark. Die anderen beiden Kombis kenne ich noch nicht.
Re: Musikalische Erkenntnis des TagesHach, das freut mich, Rüdiger. Gerade die Akustiksachen von A. I. C. finde ich auch richtig toll. Schön, dass du die nun auch für dich entdeckt hast.
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Musikalische Erkenntnis des Tages
BARREN EARTH und IOTUNN sind sich schon relativ ähnlich. Tatsächlich gefallen sie mir alle sehr gut.
Re: Musikalische Erkenntnis des Tages
Das stimmt sicher. Erstere sind dem Doom ein wenig näher. Zweitere dem Prog und auch Heavy Metal. Aber gerade IOTUNN sind wirklich schwer zu klassifizieren. Das ist nicht so wirklich Progmetal. Death Metal oder Heavy Metal aber auch nicht. Schon eine sehr interessante eigenständige Band die so richtig irgendwie in keine Schublade reinpasst. Auch Extreme Metal passt nicht. Weil...so extremes oder wirres Zeug ist das ja auch nicht.
Re: Musikalische Erkenntnis des TagesIch mochte die Growls bei IOTUNN nicht. Aber ich mal Growls sehr oft nicht. Ansonsten ist das schon eine ganz coole Band, die sicher noch weiter nach oben kommen kann. Für gesteigertes Interesse reicht es momentan noch nicht.
Realer Name: Thomas Becker
Re: Musikalische Erkenntnis des TagesKennt ihr Patreon? Was haltet ihr davon?
Ich bin kurz davor, Patron zu werden. Es gibt viele Kategorien, die niedrigeste die es noch gibt ist 3 Euro im Monat. Künstler haben's grad schwer und man hat sein Geld schon für größeren Scheiß ausgegeben. Ich brauch die ganzen Gimmicks zwar nicht und auch keine exclusiven News. Aber Patron sein für etwas, das man sehr mag, hat doch was. Was sagt ihr? Realer Name: Thomas Becker
Re: Musikalische Erkenntnis des TagesIst im Grundsatz eine gute Sache. Viele kleinere oder inzwischen auch größer gewachsene Projekte können/konnten so die kritische Kapitalmasse finden, um überhaupt zur Marktreife zu gelangen, noch bevor oder ohne dass die Entwickler sich mit persönlicher Haftung in existentiellem Umfang einer Bank verschreiben mussten. Im Gegenzug können Patrone sich teils mit Anregungen/Vorschlägen einbringen und/oder limitierten Merch vorab erwerben oder sich für Special Editions zumindest vormerken lassen, für den Fall, dass diese überhaupt zustande kommen. Zumindest im Bereich der Gesellschaftsspiele sind solche Crowdfundingplattformen inzwischen ein den Markt um Vielfalt und kommerziell riskantere aber eben auch interessantere Experimente bereichernder Faktor. Und auch mancher aufstrebenden Band kann das die entscheidende Starthilfe sein, oder auch einer mit (sonst erfolgender) Zwangspause wegen juristischer Labelwechselprobleme, naiven Fehlkalkulationen, mit der Bandkasse nach Südamerika durchgebranntem Manager oder unversichert abgefackeltem Studio nebst Equipment (etc.) über fiese Durststrecken helfen und ein vorzeitiges Aus verhindern. Vielleicht würde auch ein Chuck Schuldiner heute noch leben, wenn es so etwas früher gegeben hätte. Schließlich erreichen Onlineplattformen mit direkter Suchmaschinenanbindung und eingebautem Könntenochvoninteresseseinalgorithmus viel breitere Zielgruppen als bloß den ganz harten Kern. Außerdem sind es sicherlich auch gute Jagdgründe für Talentscouts, denn hier sieht man ja auch erste Anzeichen dafür, wie groß das Interesse an bestimmten Projekten ist und wie gut sich ihre Macher zu präsentieren wissen.
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(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Musikalische Erkenntnis des Tages
Der Vergleich mit Chuck Schuldiner ist zynisch und inhaltlich falsch. Chuck Schuldiner starb ja bitte nicht, weil seiner neuen und aufstrebenden Band das Equipment gestohlen wurde. Man könnte argumentieren, dass Chuck Schuldiner noch leben würde, wenn er Europäer gewesen wäre, aber das wäre Spekulation und ein völlig anderes Thema. Patreons finde ich auch eine gute Sache. Hab zwar selber noch sehr selten mitgemacht, aber ich denke mir immer wieder, dass es für gewisse kleine Bands eine viel zu selten genutzte Möglichkeit ist.
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