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Hundert schwarze Federn im RabenkleidRe: Hundert schwarze Federn im RabenkleidVerstehe ich. Ich denke, dass ich ja auch schon mal geschrieben habe, dass Darkthrone für mich ein Phänomen ist, das sich vor allem aus der Geschichte und der Entwicklung der Band erschließt. Wenn ich versuche, mich in die Situation des Quereinsteigers (in Sachen dieser speziellen Band) zu versetzen, dann wüsste ich wohl auch nicht, warum diese Retro-Tendenzen ausgerechnet bei Darkthrone so viel toller sein sollen, als bei zig anderen Bands. Wenn man die Band dagegen knapp 20 Jahre verfolgt und weiß, wo sie musikalisch her kommt, wohin sie zwischenzeitlich gegangen ist, und wohin sie nun wieder zurück kehrt, ohne dabei jemals am Puls der Zeit gewesen zu sein, dagegen oftmals den Puls der Zeit bestimmend, ist das schon sehr faszinierend. Und noch faszinierender ist für mich ganz persönlich, dass mich so ziemlich jede Wendung des Darkthrone-Sounds in einer Phase erwischt hat, in der ich selber mich in Sachen Musikgeschmack ähnlich entwickelt habe. Das ist fast unheimlich. Die Band war quasi musikalisch immer "bei mir", obwohl sie sich x-mal durchaus merklich verändert hat. Das ist verdammt cool. Und darüber hinaus finde ich, dass Fenriz und Ted einfach sehr authentisch und sympathisch wirken. Das wird heutzutage allenfalls dadurch verzerrt, dass gewisse Journalisten versuchen, Fenriz als Szenemaskottchen zu präsentieren. Ich glaube ja immer noch, dass der gute Herr Nagell sich dabei einfach eins grinst ...
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleid
Und genau so kenne ich den Fenriz ausschließlich - als omnipräsenten Kühnemund-Kumpel und Rock Hard-Rezensenten. Ich finde ihn dabei in keinster Weise unsympathisch, aber das ist halt alles was ich von ihm kenne und weiss. Ohne Hintergrundwissen kann das durchaus plakativ und "mediengeil" wirken. Das es wohl anders ist, ist mir durchaus bewusst, aber das geht dann nur über den Kopf.
Re: Hundert schwarze Federn im RabenkleidDARKTHRONE gehen mir nicht so ins Ohr. Ich störe mich mal wieder am Gesang.
Zu DIO und IRON MAIDEN muss man nicht viel sagen, bzw. ist schon alles gesagt worden. Zwei absolute Klassiker. ATTENTION YOUNGER GENERATION! Behold REAL music played by fingers, brains and bodies... Enjoy, enhance and carry the torch onward!
Re: Hundert schwarze Federn im RabenkleidDarkthrone, macht ansich genau die Musik, die ich komplett kacke finde, aber aus irgendeinen Grund gefällt mir das. Ich kann aber noch nicht mal sagen warum, musikalisch ist das halt schon sehr limitiert. Aber das wollen die beiden ja gar nicht anders.
Dio und Maiden sind natürlich Klassiker.
Re: Hundert schwarze Federn im RabenkleidIch finde Fenriz auch in RockHard-Interviews sehr authentisch und nehme ihm das ab, was er da sagt.
Und ich kann mir auch vorstellen, dass Götz ein gutes Verhältnis zu ihm hat, denn dass der auf solches Zeug steht sollte ja keinen überraschen, und lange genug dabei ist er auch.
Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleid
Das kann ich indes gut nachvollziehen, weil für mich echte Originale und Charakterköpfe eben auch das Talent haben, Hörer zumindest auf sich aufmerksam zu machen, die an sich dem gewählten Stil gar nicht anhängen. Mir geht das zum Beispiel mit Figuren wie Rob Zombie so. An sich ist dieser Industrial-Modern-Metal-Mix ein Stil, mit dem man mich jagen kann, aber durch einen Charakterkopf wie Rob Zombie wird das Ganze dann doch irgendwie interessant und hat einen gewissen Charme. Und was die musikalische Limitiertheit angeht, nimmst du es schon vorweg: Wer seine technischen Fähigkeiten bewusst nicht voll nutzt, um damit einen bestimmten gewollten Effekt zu erzeugen, der ist ja nicht wirklich limitiert, sondern er verfolgt ein Projekt der Reduktion. Aus seiner Sicht wohl treffend: Der Reduktion auf die Essenz. Das muss natürlich niemand gut finden, aber der - von manchen im Bezug auf Darkthrone durchaus ernsthaft erhobene - Vorwurf der musikalischen Limitiertheit, geht halt voll ins Leere, weil die Band eben nicht am eigenen Anspruch scheitert, sondern diesem vollauf gerecht wird. Interessant ist, dass Darkthrone durch dieses reduzierende Konzept mehrfach wesentliche Akzente gesetzt hat, und das extremmetallische Genre einige Male massivst im Mark erschüttert hat, was man von außen vielleicht gar nicht so wahrnimmt. Ganz egal, ob man die radikale Kurskorrektur von 1991, die gnadenlose Radikalisierung von 1994, das Hellhammer-Revival von 1995 oder die Metalpunk-Regression von 2006 ins Auge fasst: Es waren jedes Mal wirklich einschneidende Akzente, mit denen Darkthrone sich selbst neu erfand, und sowohl die Szene als auch die Anhängerschaft oftmals massiv mit dem Hammer vor die Stirn schlug. Davor habe ich einfach unheimlich viel Respekt, weil es eben genau das Gegenteil von "Nummer Sicher" und "am Puls der Zeit" war. Dass die Journaille dann 20 Jahre nach Bandgründung auf den Zug aufspringt und Fenriz plötzlich zum Szeneguru ausruft, kann man als ziemlich peinlichen Versuch werten, zu vertuschen, dass man zuvor aufs falsche Pferd gesetzt und eine essentielle Band verbummelt hatte, oder als späte Gerechtigkeit. Mich juckt es im Endeffekt nicht, weil ich die Publikationen, die jetzt mit Fenriz hausieren gehen, nicht lese. Für mich ist es nach wie vor die Band, die ich seit 1991 wie kaum eine zweite aktive Band schätze. Interessant finde ich es im Übrigen, Darkthrone mit Judas Priest zu vergleichen. Beide Bands haben die Szene und zahlreiche Nacheiferer massiv beeindruckt, und beide Bands haben ihre stilistische Ausrichtung mehrfach einschneidend korrigiert. Was sie unterscheidet, ist meiner Ansicht nach, dass Darkthrone kommende Trends antizipiert, während Judas Priest sich mehrfach - sehr geschickt - von aktuell bestehenden Trends inspirieren ließen und so ihren Stil modifizierten, dass sie ihr bestehendes Spektrum in Richtung des Trends öffneten (z.B. "British Steel" zur NWoBHM, "Turbo" zum 80er-Synthie-Pop, "Painkiller" zum Thrash, "Jugulator" zum Neo Thrash, "Demolition" zum New Metal und "Nostradamus" zur Euro-Bombast-Rockoper). Kein Vorwurf an Priest - ich mag die Alben alle unheimlich gerne - schlicht eine Feststellung des trotz bestehender Parallelen unterschiedlichen Ansatzes zweier Bands.
Dagegen will ich gar nichts sagen. Ich glaube Götz auch, dass er mit Fenriz gut auskommt und auf Darkthrone (zumindest auf die neueren) abfährt. Für einen alten Darkthrone-Fan und ehemals langjährigen Rock-Hard-Leser hat es halt einen faden Beigeschmack, weil man noch gut in Erinnerung hat, wie das Rock Hard in den Neunzigern gegen Darkthrone Propaganda gemacht hat. Da war von "Satano-Faschisten" die Rede und es wurde offen zum Boykott aufgerufen, statt dass man sich schon damals die Mühe gemacht hätte, zu erforschen, ob da nicht doch jemand einfach nur mit dem Holzhammer provoziert. Schlimm ist das nicht, weil es ja Darkthrone im Endeffekt nicht entscheidend geschadet hat, aber man kann sich halt ein Kopfschütteln nicht verkneifen, ob der Fähnlein, die man da im Winde flattern sieht. Aber besser eine späte Erkenntnis als gar keine. Mir ist allenfalls die Überkompensation etwas zu plakativ. ![]() alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Hundert schwarze Federn im RabenkleidSo, nach einiger Zeit wieder etwas Nachschlag:
40. ![]() SAVATAGE "Streets" (c)1988 - Atlantic USA Nicht zum ersten Mal genannt, tausendfach besprochen und diskutiert. Daher nicht zu viele Worte: Für mich die ultimativ perfekte Rockoper, die vor allem deswegen so toll ist, weil Jon Oliva hier ein ganzes Stück weit sein Leben erzählt... zumindest kommt mir das so vor. Authentischer kann eine Rockoper nicht sein. Ganz großes Kino! 'Jesus Saves' - http://www.youtube.com/watch?v=7lF9Rp9ZwwA (official Clip) 'Believe' - http://www.youtube.com/watch?v=EGn8_g_fG1g 'Tonight He Grins Again' - http://www.youtube.com/watch?v=rVlo5u0A1KM alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleidja, die ist ganz okay.
Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleid39.
![]() JUDAS PRIEST "Sad Wings Of Destiny" (c)1976 - Gull Records England Dass ich riesiger Priest-Fan bin, der auch wirklich alle Phasen der Band toll findet, das dürfte sich herum gesprochen haben. In meine Top-100 haben es leider nur drei Alben der Band geschafft, und die erste, die ich hier nennen möchte, ist der Zweitling aus dem Jahre 1976. War das Debüt noch tief im Rock der 60er und frühen 70er verwurzelt und wies kaum einen Hauch von Metal auf, so steigerten sich die Herren aus Birmingham in Sachen Härte gleich um etliche Stufen. Klar, auch hier gab es noch leicht psychedelischen und sanfteren Rock, doch einige Stücke sind für die Zeit schon unerhört hart und die Screams eh sehr metallisch. Dazu kommt eines der besten, ja, vermutlich das beste Artwork der Bandgeschichte, und in Sachen Songs Wunderwerke für die Ewigkeit: http://www.youtube.com/watch?v=yKqzBRmjYK8 - 'Victim Of Changes' http://www.youtube.com/watch?v=iuymA8f0qg4 - 'The Ripper' http://www.youtube.com/watch?v=X_ZsERw4pWo - 'Tyrant' (mein ewiger Priest-Lieblingssong) alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleid"Genocide"... "Island Of Domination", waren das Zeiten
Da waren sie gut, die Buben.
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