Sodele:
Ich habe mich nun tatsächlich noch einmal durch den kompletten
KATATONIA-Thread hier gelesen und die für mich interessantesten Punkte herausgegriffen, zitiert, kommentiert - und ergänzt.
Here goes!
Früh-, Wandlungs- und mittlere Band-Phasen: Havoc hat geschrieben:Wie findest ihr eigentlich die "Brave Murder Day"?
Da grunzt ja auch der Herr Opeth.
Peter Kubaschk hat geschrieben:Letzendlich ist das [...] eine andere Band als alles, was ab "Tonight's Decision" kam.
Jesus hat geschrieben:Die "Night Is the New Day" habe ich sogar und finde sie ganz nett, aber mehr auch nicht. 'Liberator' ist recht smart. Der Rest ist sicherlich nicht schlecht, aber auch irgendwo gleichförmig und manchmal etwas dröge. Gerade dieses ewig gleiche Schema von der ruhigen Strophe und dem rockenden Refrain wirkt auf Dauer ermüdend.
Ebenso besitze ich die "Brave Murder Day", welche ich trotz Herrn Åkerfeldt so gut wie gar nicht auflege und die [...] wirklich unterhaltsame und interessante "Dance of December Souls". In Rüdigers Worten: "Damals waren die noch gut"
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Die neueren Scheiben sind Valium pur...
"Dance Of December Souls" ist dafür richtig toll.
Holger Andrae hat geschrieben:Die Dezember-Tänze sind toll.
"Dance Of December Souls" interessiert mich - als möglicher Kaufkandidat - auch
sehr.
Eine enge Freundin mit teils ähnlichem Geschmack wie ich schätzt von KATATONIA vor allem dieses Album sowie "Brave Murder Day", kann aber mit demneueren KATATONIA-Sound danach nicht mehr wirklich etwas anfangen, was wohl auch am leidenden Klargesang und der späteren Riff- bzw. dann zunehmend auch Prog-Orientierung liegt.
"Brave Murder Day" aus der (späten) Frühphase sagt mir, wie erwähnt, auch noch sehr zu; danach kann ich die von Jesus erwähnten Kritikpunkte gut nachvollziehen
- bis dann eben mit "The Fall of Hearts" (dazu habe ich den, meinen bislang einzigen, Patch auf meinem Rucksack) aus meiner Sicht, stimmlich wie auch klangdynamisch, wieder deutlich interessanter wurde bei KATATONIA. Aus der
Zwischenphase sagen mir eher einzelne Songs als Alben zu, da der Signatursound der Band nach einigen durchgängig gehörten Stücken aus jener Phase dann doch etwas ermüdend auf mich wirkt. Ausnahme: Die reduzierten, atmosphärischen
Live-Aufnahmen auf "Sanctitude"! salisbury hat geschrieben:Mit "Discouraged Ones" komm ich weniger klar. Das ist so ein typisches Übergangsalbum einer Band, die den alten Stil nicht mehr spielen will und den neuen noch nicht beherrscht. Vor allem Jonas kämpft noch arg mit seiner Stimme. Es gibt dennoch sehr gute Lieder, was vor allem deutlich wird, wenn sie sie live spielen.
Übergangsalbum habe ich da auch schon vermutet, jedenfalls habe ich es immer als
sperrig und seltsam/schwach produziert erlebt. Vielleicht kann ich es mir ja auch - noch tiefer eindringend - schön hören, um hinter die Sperrigkeit bis auf den Grund des
Songwriting vorzudringen. Oder gibt es - der Kompilationskatalog bei KATATONIA mit all den Boni-, Live-, Neueinspielungs- und Remaster/Remix-Sachen ist ja etwas unüberschaubar
- irgendeine erwerbbare Live-Aufnahme schwerpunktmäßig aus der frühen Ära "Dance...", "Discouraged...", "Brave..."? Peter Kubaschk hat geschrieben:'I Am Nothing' ist tatsächlich ein großartiger Song. Neben 'The Future Of Speech' mein liebster.
'I Am Nothing' mag ich auch sehr; und dass du, bei deiner Vorliebe für nahezu konstant im Raum stehende Klangwände (siehe
AMPLIFIER), auch 'The Future Of Speech' zu würdigen weißt, wundert mich gar nicht. Ich bevorzuge -
wegen zumindest etwas mehr Lautstärkendynamik - die Live-Aufnahme von 'The Future Of Speech' aus "Last Fair Day Gone Night".salisbury hat geschrieben:Drumtier hat geschrieben: Für mich wirkt das so, als wären sie sich schon beim Schreiben der Dead End Kings nicht sicher gewesen ob sie das nicht gleich in der abgespeckten Version machen sollten (was sie glaube ich auch gesagt haben?) haben sich aber zuerst nicht drüber getraut und eine "normale" Version aufgenommen. [...]
[...] Unsicherheit der Band kann ich verstehen [...] .
Möglicherweise war "Dead End Kings" ja tatsächlich als reduzierte Version gedacht. [...] NATÜRLICH sind KATATONIA unsicher. Das ist das Wesen ihrer Musik. [...] [K]lingt die Mucke etwas nach selbstbewussten Menschen? Und warum finden wir, Du, ich, andere, KATATONIA so toll? Wer oder was ist denn dieser "Dead End King"? [...] Ich persönlich finde wie gesagt toll, das Album als zwei völlig konträre Statements zu besitzen. Ich finde generell nichts Spannenderes als wenn eine Band versucht, eine gute Komposition in allen denkbar möglichen Aspekten zu beleuchten. Deshalb bin ich riesiger Fans der Band ARCHIVE, die ihre Songs gerne in verschiedensten Gewändern präsentiert. Neben der Studioversion gibt es Aufführungen mit Orchester, Akustikversionen, verschiedene Sänger, verschiedene Bestztungen, es werden Instrumente getauscht und und und...das ist immer hochspannend und total super.
Für mich wäre da - vermutlich! - die
"Dethroned And Uncrowned" die weitaus interessantere Version der "Dead End Kings", da mich bei KATATONIA oftmals die
beschränkte Lautstärkendynamik der Studioaufnahmen stört. Das mag live und in akustischer/gemäßigter/reduzierter Produktion generell etwas besser sein(?).
Drumtier hat geschrieben:Der Schnitt zwischen Dance Of December Souls und Brave Murder Day hin zu Discouraged Ones war ganz sicher ein schärferer als der zwischen den beiden Dead End King Versionen.
Pillamyd hat geschrieben:Seitdem ich "Dead End Kings" besitze, wächst es mit jedem Durchlauf. Obwohl ich finde, dass man sehr gut in das Album einsteigen kann. Und trotzdem wächst und wächst und wächst es. Schönes Album, mit vielen Krachern. Dabei kenn ich von der Band fast gar nichts. Jetzt ist die Band für mich jedenfalls sehr interessant geworden und gehört wohl zu den Entdeckungen des Jahres...
Jüngere Band-Phase: Drumtier hat geschrieben:Auflösung in Sachen neues Album/neue Mitglieder:
"[...] "The Fall Of Hearts" was recorded in Stockholm’s Studio Gröndahl & Tri-lamb Studio, and was self-produced by Anders Nyström & Jonas Renkse. Mixing and mastering duties were carried out by Jens Bogren (Opeth, Ihsahn, Devin Townsend) at Fascination Street Studios, with Karl Daniel Lidén (Switchblade, The Ocean, Greenleaf) brought in as engineer. This is the first record to feature new drummer Daniel ’Mojjo’ Moilanen and recently recruited guitarist Roger Öjersson (Tiamat), who came in just in time to sprinkle some blistering solos on the album. [...]"Bin jedenfalls hoffnungsvoll

Und genau das ist dann auch ein Punkt, den man dem Album anhört, finde ich: Dass die Band da einen ureigenen
Sound gefunden hat, der eben auch wieder
differenzierter ist
als alle Studioalben davor (und nach "Brave Murder Day").
Peter Kubaschk hat geschrieben:Mir gefällt "The Fall Of Hearts" auf die ersten Umdrehungen auf jeden Fall besser als die Vorgänger.
Havoc hat geschrieben:[D]as
entspannt melancholische mit Sirenen unterlegte
'Shifts' hat es mir von Anfang
an angetan und tut es immer noch. Tolles Album wieder mal.
Peter Kubaschk hat geschrieben:Der ganze Sound ist auf "The Fall Of Hearts" in meinen Ohren etwas leichter und weniger erdrückend. Mehr Hits hat die Scheibe sowieso.
Pillamyd hat geschrieben:Auf ["City Burials"] habe ich tatsächlich [L]ust. Und mit den zwei neuen Songs die bis jetzt veröffentlicht wurden bin ich höchst zufrieden.
LacquerBehind The Blood"Lacquer" ist total ruhig und der Gesang kommt sehr gut zur Geltung. "Behind The Blood" hat schon mehr drive. Geht mehr nach vorne. Hat tolle Gesangsmelodien.
Hast du denn inzwischen mehr kennen gelernt?
Du hast ja auch bei anderen Bands - sehr schöne! - nach Alben gestaffelte
(Teil-) Diskographien ins Forum geschrieben; böte sich das nicht auch bei KATATONIA an?
Ich lese diese Texte immer unheimlich gerne (obschon ich bei den meisten, wegen meiner relativ kleinen Sammlung, kaum mitreden kann).
Du bist für mich schon ein
verkappter Redakteur...
KATATONIA allgemein: salisbury hat geschrieben:Jhonny hat geschrieben:Ich höre grade meine erste KATATONIA Scheibe und finde es echt stark! Die Band hätte ich mal früher entdecken sollen...
Welche, wenn man fragen darf?
Schaf hat geschrieben:Eine von diesen drei:
Das sind sicherlich drei Alben, die - zusammen mit
"The Fall Of Hearts" - die
vier Essentials darstellen, will man die
Hauptveränderungen im Bandstil nachvollziehen.
Zwischen
Dark Metal &
Progressive Rock haben - in fluktuierender Besetzung um das bis heute konstant bestehende Kern-Duo (Anders Nyström & Jonas Renkse) - die Melancholie-Musiker von KATATONIA unterschiedlichste Einflüsse aus
Black, Death, Doom & Heavy Metal, Gothic & New Wave Postpunk sowie eben besagtem
Progrock zu ihrer ganz eigenen Melange kombiniert, die aus der heutigen Metal-Welt kaum noch wegzudenken ist. Am ehesten ist ihr Werdegang wohl noch mit denen von Bands wie
AMORPHIS,
ANATHEMA oder
OPETH vergleichbar, die ebenfalls - zunächst und zuvorderst noch deutlich inspiriert von extremeren Formen des Metals - sich in immer filigranere, leichtere, so melancholische wie progressive Sphären (bis hin zum Artrock) vorwagten.
Aus ihrer über dreißig Jahre langen Karriere habe ich "Brave Murder Day" (1996), "Discouraged Ones" (1998), "The Black Sessions" (2005), "
Sanctitude" (2015),
"The Fall Of Hearts" (2016) und
"City Burials" (2020) in meiner Sammlung. Besonders mag ich die Alben aus '96,'16, '20.
Aus meiner Sicht braucht "man" von dieser Band: "Brave Murder Day" (1996).
"Sanctitude" (2015).
"The Fall Of Hearts" (2016).
"City Burials" (2020).
Darüberhinaus denke ich ernsthaft darüber nach, mir über kurz oder lang auch noch zuzulegen:
"Dance Of December Souls" (1993).
"Dethroned & Uncrowned" (2013).
"Sky Void Of Stars" (2023).
Neuerscheinungen & aktuelle Re-Releases: Aktuell hat Nils Macher ihren Bassisten Niklas Sandin
interviewt zum aktuellen Album
"Sky Void Of Stars" (2023); zudem erschien unlängst die MC-&-mehr-Box
"Melancholium" (2022), welche (inklusive Historienbuch & raren Aufnahmen) ausführliches (nicht nur Ton-) Material der Anfangs-und-Umbruch-Zeit rund um
"Brave Murder Day" beinhaltet.
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)