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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 1. Dezember 2010, 01:07
Ungewöhnlich finde ich schön.
Allesgutfinder ist vielleicht auch ein bisschen übertrieben. Nichtsschlechtfinder trifft es eher.
Ich glaube, dass man es so am besten zusammen fassen kann: Ich finde die Vielfalt, die Menge der Charakterköpfe, der einzigartigen Sänger und der dickköpfigen Ihrdingdurchzieher in der Metalszene so faszinierend, dass ich mich über jeden freue, der dieses Genre dadurch bereichert, dass er einfach das macht, was er macht. Klar, jeder hat seine Lieblingsbands und favorisierten Genres, aber auch darüber hinaus bin ich immer wieder begeistert, wenn ich was höre, das markant ist. System Of A Down sind so ein Beispiel. Ich war nie ein großer Fan allzu moderner Sounds oder stilistischer Crossover-Geschichten, aber der Serj Tankian als Sänger und die Band von ihrem Stil her sind so prägnant und so charakteristisch, dass mich das sofort in den Bann gezogen hat. Und auch Leute wie Udo Dirkschneider oder Peavy Wagner sind für mich einfach Unikate, die ihr Leben lang für ihren Sound standen und ihren Kopf durchgesetzt haben, und davor habe ich irre viel Respekt. Weil mich letztlich das Phänomen "Hard'n'Heavy" in seiner ganzen musikhistorischen Weite so sehr fasziniert und begeistert, bin ich vielleicht auch extrem offen für alles, was zu dessen Ausdifferenzierung, Verzweigung und sonstiger Bereicherung beiträgt. Meistens sind es vor allem die Sänger. Lass einen Sänger eigenständig und unverkennbar klingen, und die Chance, dass ich mit der Band warm werde geht gegen 90 %.
EDIT: Wobei die Grenzen meiner Begeisterung außerhalb metallischer Gefilde dann schon recht schnell erreicht sind. Gerade beim Alternative, beim Emocore, beim Nu Metal, beim Crossover wird es dann doch eng. Aber auch hier sind es dann öfters Mal die Sänger, die mich dann doch aufhorchen lassen.
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von salisbury » Mittwoch 1. Dezember 2010, 02:33
Hm, lustige Diskussion; "allesgutfinden" führt zu dem Dilemma "alleshabenmüssen". Dagegen denke ich bin ich gefeit. Selbstbmeine "Lieblingsbands" müssen sich immer wieder ausfs Neue beweisen. Wen Schrott, dann nix kaufen  . Da bin ich vieleicht mejr Schwabe als Rüdiger. Aber wirklioch nur da  Aus diesem Grund habe ich fast keine Diskographie vollständig. Weder Rush noch Savatage noch Fates Warning noch Dream Theater. Shit in, shit out....
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 1. Dezember 2010, 02:43
Treue geht vor Sparsamkeit.  Nein, im Ernst: Es ist ja nicht so, dass ich die neuen Scheiben meiner Lieblingsbands kaufen würde, obwohl sie mir nicht gefallen, sondern es ist tatsächlich so, dass ich sie mag und wirklich gut finde. Vermutlich habe ich einfach die Gabe (oder die Unart?) mich - unbewusst - an die Entwicklungen "meiner" Bands anzupassen. Klar mag man mal das Frühwerk und mal das Spätwerk noch lieber, aber ich habe es bei den Band, die echte Lieblingsbands von mir sind, immer wieder gemerkt, dass ich alle Stiländerungen und Entwicklungen nachvollziehen und früher oder später auch genießen kann. Es gibt also bis heute keine Band, bei der ich definitiv sagen würde: "Bis hierhin und nicht weiter!" - In den Neunzigern hatte ich das noch, weshalb ich mich unter anderem von Ulver oder Helloween getrennt habe, aber selbst hier kam ich (Helloween) oder komme ich (Ulver) langsam aber sicher zurück ins Boot.
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von Holger Andrae » Mittwoch 1. Dezember 2010, 08:50
Lustige Diskussion, die völlig am Threadthema vorbei rotiert. Da sie aber vom Listenersteller selbst eingeläutet wurde, sceue ich mich nicht, auch noch mal was dazu zu schreiben. Aus dem Vollständigkeitswahn bin ich ziemlich raus. In den frühen 90ern musste ich alles von Tori, DT, QR, Waltz, Primus etc haben. Also auch Maxis und teils sogar Boots. Schnell wieder abgestellt, was aber entweder daran lag, dass sich die Band aufgelöst hat oder die Qualität der Musik in eine andere Richtung ging als mein Wohlfühlempfinden. Und andere Bands, bei denen ich so euphorisch war, kamen danach nicht mehr. Ob es an meinem reiferen Alter oder weniger guten Newcomern lag, vermag ich nicht zu sagen. Zum Thema Euro-Metal: Außer frühe Helloween mochte ich diesen Würfel Metal noch nie. Gleiches gilt ja auch für neoklassischen Metal. Dann lieber Hustensaft-Black-Metal. Aber gerade im Bereich Ruhrpott Thrash war ich mal sehr begeisterter Hörer:Living Death (!), Kreator etc stehen schon in meiner Sammlung. Nationales Hauptaugenmerk ist aber natürlich die progressivere Schiene, die mit Paynes Gray, Secrecy, Povertys No Crime, Sunblaze, Variety No Arts, Detterrent, Frantic, Drowning In Real etc. sehr viel zu bieten hat(te). Ich glaube, mich stört beim stampfenden Teutonen Metal neben der Gleichförmigkeit auch das Umfeld ein wenig. Klingt jetzt nach elitärem Snobismus, ist es vielleicht auch ein Stück weit, aber das Publikum bei Konzerten der deutschen Helden ist irgendwie seltsam *hust* "prollig". Das empfind eich schon seit gut 15 Jahren so. Da ist eine Distanz entstanden. @salibury: die Rush, die man nicht braucht, musst du mir noch mal vorspielen. Die kenne ich wohl nicht. 
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Jhonny » Mittwoch 1. Dezember 2010, 09:50
Hmm, wenn ich eine Band mag will ich eigentlich schon auch alle Studio-Alben. Bei Manowar, Hammerfall, Iron Maiden, Dream Theater bin ich komplett - bei Judas Priest, Helloween, Running Wild, Savatage, Iced Earth, Dio, Blind Guardian, Manilla Road, AC/DC und einigen mehr auf dem Weg dahin. Da sind dann auch Scheiben dabei, die ich mir unter anderem Namen nie kaufen würde (z.B. Judas Priest - Nostradamus), aber in der Regel reichen mir schon die Trademarks wie Steve Harris' Bassspiel, Eric Adams Gesang oder Jon Schaffers Riffing, um der Scheibe zumindest einiges gutes abgewinnen zu können. Vollständigkeit mit Maxis, Live-Scheiben und Vinyl ist mir völlig egal, aber die offiziellen Studio-Alben meiner Lieblingsbands will ich eigentlich schon immer. Manchmal warte ich aber ein wenig, bis sie günstiger werden 
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von Martin van der Laan » Mittwoch 1. Dezember 2010, 10:06
@Holg: Ja, was den deutschen Prog angeht, bin ich ganz bei dir. Schön, dass der Name SECRECY zum Beispiel mal wieder fällt.
@Rüdiger: Bei mir ist es halt anders herum: Ich habe eine bestimmte, aber nicht an Oberflächlichkeiten wie stilistische Ausrichtung fest zu machende Vorstellung von Ästhetik, Atmosphäre und Niveau und ich gucke, wo ich das finde. Schon früh habe ich eben festgestellt, dass ich halt sehr häufig im Bereich Metal fündig werde. Ich liebe die Energie, die kontrollierte Aggression, das Erhabene wie das Verspielte, das Unverbogene, Eigensinnige und Frische des Heavy Metal. Das baut mich auf, das zieht mich hoch, das lässt mich schlechte Tage überleben und gute Tage noch mehr genießen. ABER: die Trennlinie vorläuft quer durch den Heiligen Garten. Ich bin vermutlich der einzige Mensch der Welt, dessen Sammlung zu 40-50% aus Metal der klassischen Schule besteht, ohne dass was von JUDAS PRIEST dabei ist (Okay, eine Nice-Price-Best-of, aber das zählt nicht). Macht mich einfach nicht so richtig an. Frag mich nicht warum. Dann gibt andere Bands, von denen fast jeder sagen würde, dass die doch genau so klingen, und die finde ich dann toll, weil die Vibes, die Ausstrahlung, die klanglichen Feinheiten eben etwas subtiler und ausgewogener daher kommen. Crossover/Hardcore/Punk/Nu-Metal etc interessiert mich z.B. halt überwiegend nicht, weil mir dieses Straßengang-Getue, das Gehüpfe und Gedröhne von ästhetischen Standpunkt her nichts geben, meine Art der sinnlichen Wahrnehmung nicht weiter bringen. Es sei denn, die Bands haben was ganz Eigenes, Besonderes. Das gilt für die SPERMBIRDS genauso wie für die DEAD KENNEDIES oder den Chicagoer Extreme-Jazz-MetalCore-Haufen YAKUZA. Und es gilt genau so für Streichquartette von Prokofjev, für ElectroJazz ala ST. GERMAIN und für das Swing-Album (aber auch nur für das!) von Robbie Williams. Somit kann man auch diverse so genannte "Hard'n'Heavy"-Klassiker zwar nicht scheiße, aber doch langweilig finden.
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von salisbury » Mittwoch 1. Dezember 2010, 13:49
die Rush, die man nicht braucht, musst du mir noch mal vorspielen
Vollkommen d'accord  . Hier habe ich einfach Lücken, weil die Diskographie so groß ist. Und nicht weil es schlecht ist.
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von firestarter » Mittwoch 1. Dezember 2010, 17:44
Holger Andrae hat geschrieben:Zum Thema Euro-Metal: Außer frühe Helloween mochte ich diesen Würfel Metal noch nie. Gleiches gilt ja auch für neoklassischen Metal.
Was wäre für dich "neoklassischer Metal"?
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von Martin van der Laan » Mittwoch 1. Dezember 2010, 17:57
Vor allem: Was ist "Würfel-Metal"???
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 2. Dezember 2010, 01:09
firestarter hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:Zum Thema Euro-Metal: Außer frühe Helloween mochte ich diesen Würfel Metal noch nie. Gleiches gilt ja auch für neoklassischen Metal.
Was wäre für dich "neoklassischer Metal"?
Alles was in Yngwie Malmsteens, J.S. Bachs und W.A. Mozarts Fußstapfen herumfuddelt vielleicht? Also Sachen wie Majestic Vanguard, Narnia, Signum Regis, Stratovarius, Rhapsody, Michael Angelo Batia, The Great Kat (*gg*), Trampled Underfoot, TSO, Artension, Concerto Moon ...
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