Der Kurzreview-Thread

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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Pillamyd » Montag 30. Januar 2023, 23:19

Um nochmal auf die Frage zurückzukommen:

Havoc hat geschrieben:Wie findest du denn die "Cosmogenesis" im Vergleich zur "Akroasis"?


Ich höre sie gerade und fühle mich an meine Meinung erinnert. "Cosmogenesis" finde ich im Vergleich etwas puristischer, verwurzelter im (melodischen) Death Metal. Natürlich gibt es da auch einige tolle Momente. Aber mir ist das im Gegensatz zu "Akróasis" noch zu wenig von den Alleinstellungsmerkmalen die letzteres zu einem richtigen Hammer macht.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Holger Andrae » Mittwoch 1. Februar 2023, 23:13

Pillamyd hat geschrieben:RAM | The Throne Within
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Ich mochte ja vor allem auch die „Svbversvm“ sehr gerne, weil die ordentlich schwingend durch die Boxen ihren Weg nach draußen gesucht hat. Das Teil war ja sogar schon fast tanzbar.

Aber nun habe ich in mein CD-Regal geschaut und bin bei „To The Throne“ hängengeblieben. Zuvor musste ich zwei Sachen feststellen. Zum einen, dass das Album viel jünger ist, als ich es vermutet habe. Zum anderen hätte ich aus dem Stegreif keinen Song der Scheibe nennen können bzw. eine Melodie mitsummen können. Dazu kam, dass ich dachte ich hätte dieses Album in meine damalige Bestenliste mit aufgenommen. Auch da…falsch gedacht. Also habe ich erschrocken die Scheibe aus dem Regal gezogen und konnte meine Gedanken dazu nicht wahrhaben. Interessant ein Album zu hören, das man in einem anderen Jahr verortet hat und dann auch ratlos zurückliegt, weil man keinen Song des Albums im Kopf hat.

„To The Throne“ hat eine andere Wirkung und einen, wie ich finde, etwas anderen Ansatz als die Alben zuvor. Und das liegt zum Teil an der Eingängigkeit und das Gefühl des „erwachsen Werdens“, welches das Album ausstrahlt. Ein Song wie „Fang And Fur“ zeigt das wie ich finde ganz gut. Das ist genau der hüftenkreisende Song wie „Holy Death“, bloß mit einer etwas seriöseren Herangehensweise. Weniger schriller, etwas dunkler, auch ausladender mit seinem ruhigen Part. Letzteres wird dann auch in einem ganzen Song ausgebreitet wie "You All Leave". Eine faszinierende Ballade, dass auch den Gesang von Oscar mal in ein anderes Licht rücken lässt. Das Album ist im übrigen auch gerade wegen der Produktion ein auditives Vergnügen.

Und trotzdem darf man bitte nicht vermuten, dass es sich hier um ein müdes Altherrenwerk handelt (wie denn auch, sie sind ja keine 70?). Denn das ist es mit Sicherheit nicht. Hier wird einem trotzdem ein Wurm nachdem anderen um die Ohren geschmissen. Allerdings auch öfters mal ums Eck, so dass es einige Zeit braucht bis diese richtig ankommen. Es bedarf also einige Versuche. Aber das macht die Langzeitwirkung aus. Manchmal erinnert es an die großen Helden wie Judas Priest, wenn die Noten lange gespielt werden oder aber auch an die Scorpions, wenn es um die rockige Art und um die Soli geht. Und dann galoppiert man wie in „No Refuge“ wie ein Berserker durch die Landschaft.

Ich fass es selbst nicht, dass ich das Album so lange nicht beachtet habe, obwohl es ständig vor meiner Nase verweilt. Das arme Ding, hat im Schrank bestimmt schon verstaubt um Hilfe gerufen. Band ist aber jetzt wieder definitiv im Blickfeld.


RAM ist für mich eine der hellsten Funzeln unter der Newcomern für mich, Ich würde mich freuen, wenn da zukünftig etwas mehr Abwechslung käme, Anyway , "Ligthbringer " ist ein moderner Klassiker, aber auch alle anderen sind sehr gut, Jetzt müsste Oscar nur nicht immer wieder durch Wortgulasch negativ auffallen.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Pillamyd » Mittwoch 1. Februar 2023, 23:48

Mir fehlen die ersten zwei Alben leider noch. Sollte ich dringend mal ändern.

Holger Andrae hat geschrieben:Jetzt müsste Oscar nur nicht immer wieder durch Wortgulasch negativ auffallen.


Ach, der auch? Irgendwie klingelt da was. Aber auf dem Schirm hatte ich das nicht mehr.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Pillamyd » Samstag 11. Februar 2023, 21:47

The Damned | Strawberries
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Die Band war insgesamt eine der Entdeckungen der letzten Jahre und auch hier, auf diesem Album finde ich die Band durchaus auch wegen ihrer musikalischen Vielseitigkeit und Ausrichtung sehr spannend. Da fällt mir unbedingt ein, dass ich noch die DVD zur Banddokumentation brauche.

Als reine Punk Band sogar als eine der Vorreiter dieser Bewegung und des Genres, mag der ein oder andere die Band in den späteren Jahren nicht mehr erkennen. Mir wäre es genauso ergangen, hätte ich mir dieses Album ohne Vorwissen bestellt. Aber, die Band ist schon seit ihrem zweiten Album ein wandelbares Chamäleon. Vielleicht komme ich in naher Zukunft mal dazu, da näher drauf einzugehen.

Ein Album, dass doch sehr für sich steht und trotzdem unfassbar vielschichtig und abwechslungsreich daherkommt. Das mag an den Bläsern oder auch an den Orgelklängen liegen. Aber auch surft dir hier der Horror Punk durch den stark präsenten Bass Rockabilly-like durch die gruftig muffige New Wave. Die Songs sind aber trotz der schieren Flut an Abwechslungsreichtum so gelungen schlüssig, dass man sich doch fragt, wie man drauf sein muss, um solche Musik zu erschaffen. Wie man die offensichtlich hörbaren Einflüsse der Beatles im Refrains von "Generals" in einen solchen Soundgewand verpacken kann oder wie man in „The Dog“ stimmlich wie eine Mischung aus Glenn Danzig und Dave Gahan klingen kann, finde ich nicht nur beeindruckend sondern auch verlockend. Das macht das Album so reizvoll. Gerade diese Songs haben ihren besonderen Reiz und verleiten einen dazu, dass Album immer und immer wieder hören zu wollen.

Mit Sicherheit hat das Album auch eine poppige Schlagseite, die aber in keiner Weise störend wirken. Im Gegenteil. Denn die poppigen Elemente finden sich eher im Sound wieder, als das sie es auf Teufel komm raus darauf angelegt haben, die Songs so zugänglich zu machen wie nur nötig. Das ist definitiv nicht der Fall.
Ein wundervolles Album!

Generals
The Dog
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Havoc » Dienstag 21. Februar 2023, 17:31

Nils Macher hat geschrieben:DHG geht immer, würde ich sagen. Und irgendwie erinnert mich das vorgestellte Album daran, dass ich IHSAHN dringend mal komplettieren möchte. DS spricht einfach ähnliche Rezeptoren bei mir an.


Aufgrund des schicken Covers der "A Umbra Omega" und auch vor allem der neuen kommenden Scheibe habe ich mal in Erstere hier von Pilly besprochene reingehört. Puhh. Klingt wirklich nach einem schweren Brocken. Das schreckt mich eigentlich ja nicht ab, da ich bekanntermaßen ja auch ein großer Ihsahn-Fan bin. Aber vor allem der Gesang schreckt mich echt ab. Das klingt mehr als krank. Eher geisteskrank. Das muss ja nichts schlechtes bedeuten. Mir gefällt ja auch der Gesang eines Attila von Mayhem. Aber das hier ist irgendwie noch mal eine Spur verrückter und bekloppter. Tue mich auf Anhieb echt sehr schwer damit. Weiß nicht, ob ich mir das auf Albumlänge geben kann. Auf der Neuen ist sicher auch der gleiche Sänger zu hören oder?
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 23. Februar 2023, 02:37

Nein, leider nicht. Es singt meines Wissens Bandleader Vicotnik, ob allein oder mit anderen zusammen, weiß ich nicht.

Aldrahn - der Hauptsänger auf allen früheren Alben incl. Omega aber excl. Supervillain Outcast - ist für mich einer der besten BM-Sänger überhaupt, wenn nicht der beste, und er singt in der Tat nicht nur krank, sondern hat tatsächlich mächtig viele psychische Dinge hinter sich, was er auch wiederholt offen angesprochen hat. Dessen Hauptband ist aktuell URARV. Er war zwischenzeitlich auch bei THE DEATHTRIP, wo er aber auch wieder raus ist. Er wird - obwohl Gründungsmitglied - aktuell nicht im Line-up geführt, weshalb ich denke, dass er auf dem kommenden Album nicht oder allenfalls als Gast dabei sein wird. Aber wie gesagt, ich habe noch keine Details dazu gefunden.

EDIT:
Habe mich entsprechend informiert:
- Aldrahn singt nicht auf dem Album und ist seit 2016 nicht mehr in der Band.
- Vicotnik singt so wie es aussieht alles alleine,
... man kennt ihn als Sänger auch von DOLD VORDE ENS NAVN, VED BUENS ENDE, STRID, <CODE> uvm.
- Gastmusiker gibt es scheinbar nur an der Flöte.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Eike » Mittwoch 21. Juni 2023, 23:21

FEEDER - "Echo Park"

Wie ordnet man diese Wundertüte an Dynamik, Eingängigkeit, Gefühl, Melodieseligkeit, Originalität, Punch, Rock und Schlagmichtot mit geilen Klangtexturen, die ebenso eigenwillig wie frisch klingen, bloß stilistisch ein? Hm, gar nicht so einfach! Vielleicht: New Rock. Ja, das könnte gehen... Es klang mehr als nur modern damals, als das Werk 2001 erschien; und das verrückte daran ist: Das tut es immer noch. Der Drive und der Eingängigkeitsfaktor dieser Musik sind mindestens so hoch wie bei dem damals angesagten New Metal - mindestens! - aber das war es dann auch schon fast an Parallelen. Und auf die ruhigeren, schwebenderen Stücke, Balladen trifft es einfach mal so gar nicht, bin ich dabei auch noch gar nicht eingegangen. Die klingen kristallklar. Überhaupt, der Sound ist hier einfach fantastisch, die Produktion ist durchdringend, aber eben mit Laut-Leise-Dynamik, nicht einfach bloß an. Und eben die Klangtexturen, mit denen hier gearbeitet wird, die haben Effekte, die haben es in sich, und die klingen niemals einfach nach Voreinstellung aus dem Synthesizer oder mal eben so zusammengeklickt. Nein, "Echo Park" rockt verflucht organisch, hat irre Wendungen wie 90er-Jahre-Alternative-Rock, aber eben in einem Sound, der fast schon nach außerirdischen Sphären klingt. 'Buck Rogers' anyone? It's 'Sattelite News'. Kein Song ist wie der andere auf diesem Werk, und doch klingt es so herrlich aus einem Guss, weil eben die Tightness des Ensembles und der tolle Gesang alles blendend gut zusammenhält. Hier wird die volle Gefühlspalette bedient. Hochemotional, und vor allem so dynamisch, dass selbst Bewegungsmuffel gar nicht merken, wie sie auf einmal im Takt wippen, denn es fühlt sich einfach alles total selbstverständlich an. Ist es aber nicht. Sondern: Unerhört gut! Wenn es einem so richtig mies geht: 'Under The Weather' auflegen. Wenn man gerade etwas zu melancholisch ist und sich etwas Aufbauendes ins Ohr laufen lassen muss, um den Hintern wieder hoch zu bekommen als sprünge man am liebsten Trampolin: 'We Can't Rewind'. Wenn man nach zu viel aufkratzendem Aktivismus erstmal wieder runterkommen muss: 'Oxygen'. Und so weiter und so fort... Nehmt den Glam und den Prog und das schwermütige Pathos raus aus "Origin Of Symmetry" von MUSE, packt noch mehr Farben rein, und noch frischeren Wind und ein noch beglückender treibendes Hochgefühl, und ihr bekommt eine Ahnung von dem, was FEEDER hier an musikalischen Feuerwerken abziehen. Vielleicht. Der Pop-Appeal ist da. Aber verdammt, wie geil der hier rockt!
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Loomis » Donnerstag 6. Juli 2023, 08:44

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Testament
The New Order (1988)

Neben Thrash-Göttergaben wie Trial By Fire, Into the Pit oder Disciples of the Watch, die auch heute noch häufig - zu Recht! - zur Setlist eines Testament-Gigs gehören befinden sich auf dem Zweitwerk der Band auch zwei melodische Instrumentals und mit Nobody's Fault eine Aerosmith-Coverversion. Diese letztgenannten Songs sind zwar meiner Meinung nach auch gelungen, allerdings waren sie wohl nicht gerade das, wonach die Thrash-hungrigen Fans 1988 gelechzt haben. Da hätten Testament sich wohl eher einen Gefallen getan, wenn sie stattdessen den brutalen Demo-Gassenhauer Reign of Terror mit aufs Album gepackt hätten.

Aber nichtsdestotrotz, aufgrund der genannten Highlights - auch der Titelsong sowie The Preacher sind sehr stark - ein unverzichtbares Album der Bay Area-Legende.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon mike » Donnerstag 6. Juli 2023, 10:16

Loomis hat geschrieben:Bild
Testament
The New Order (1988)

Da hätten Testament sich wohl eher einen Gefallen getan, wenn sie stattdessen den brutalen Demo-Gassenhauer Reign of Terror mit aufs Album gepackt hätten.


Aufgenommen haben sie den ja, aber leider nur für die B-Seite der "Trial By Fire" Maxi verwendet. Der hätte dem Album echt gut getan.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Loomis » Donnerstag 6. Juli 2023, 10:46

mike hat geschrieben:
Loomis hat geschrieben:Bild
Testament
The New Order (1988)

Da hätten Testament sich wohl eher einen Gefallen getan, wenn sie stattdessen den brutalen Demo-Gassenhauer Reign of Terror mit aufs Album gepackt hätten.


Aufgenommen haben sie den ja, aber leider nur für die B-Seite der "Trial By Fire" Maxi verwendet. Der hätte dem Album echt gut getan.

Ist das die selbe Aufnahme wie auf "Return to the Apocalyptic City"?
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