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von Rüdiger Stehle » Samstag 8. Juli 2023, 03:52
Heute auf dem Stadtfest zum 875. Jubiläum von Vöhringen, die sehr coolen Rockabilly-Schweinerocker 5 HORSE RODEO aus Ulm, die Veerenga-Lokalmatadoren der Metal-Deutschpunk-Legende DIE TAUCHER und... ähh... ja, Headliner FEUERSCHWANZ war auch da. So gut 2500 Leute am Start, Eintritt 10,- Euro.
Mit den Rodeoreitern und den Tauchern hatte ich wie immer wahnsinnig viel Spaß, und mit dem Headliner hatten viele andere Spaß, also passt alles. Der Bürgermeister war auch happy, und das Bayrische Rote Kreuz auch, das die Hälfte der Eintrittsgelder erhielt.
Feines Event.
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
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von Pillamyd » Mittwoch 12. Juli 2023, 21:11
Hellripper + Endlevel Schwarzer Keiler, Stuttgart 11.07.2023
Gestern ging es für uns nach Stuttgart in den Schwarzen Keiler. Die Band tobt sich ja gerade durch Europa, unter anderem mit "Midnight", lassen sich aber auch mal mit "Riot City" blicken. Jetzt stand ihr Konzert im Schwarzen Keiler an und ich war sehr gespannt was mich erwartet. Ich bin ehrlich gesagt, gar nicht so arg vertraut gewesen mit der Musik der Band. Aber ich dachte ich probiere auch mal eine andere Herangehensweise und checke die Band erst live aus. Aber zunächst einmal, stellte sich für mich gestern die Frage, wie zur Hölle man diese Hitze aushalten soll? Der Schwarze Keiler gab an, dass das Konzert ausverkauft sei. Also stellte ich mich mental schonmal auf eine Großraumsauna ein. Und wie gesagt, bekamen wir diese auch. Die Leute die da waren hatten aber mächtig bock und ordentlich spaß in den Backen. Pünktlich um 20:30 Uhr legte die Vorband "Endlevel" auf. Die aus Balingen stammende Band, knüppelte uns eine ordentliche Death/Thrash Metal Mische um die Ohren. Das war live schon sehr stramm und der Sänger überzeugte mit seinem heftigen Gesang. Da ich mir nicht sicher bin ob das meine Ohren waren oder tatsächlicher der Sänger musste ich gerade noch einmal nachhören. Und ja es gibt gequieke. Aber sehr sperrlich eingesetzt. Live ging das, wie gesagt, gut ab. Würde mich echt interessieren ob die mir auf Platte auch zusagen.
Kurze Pause und dann konnte man sich draußen fast schon abkühlen. Es begann zu Blitzen und vereinzelnd zu tröpfeln.
Dann bestiegen "Hellripper" die Bühne. Auch sie spielen eine Mischung aus Black und speedlastigem Metal. Auch hier gibt es musikalisch keine großartige Neuerfindung. Aber Musik mit Wirkung braucht keine Neuerfindung. Die Meute ging steil und die Songs haben echt Wirkung gezeigt. So unfassbar heiß es auch war, verpassen wollte ich keine Sekunde. Neben ausgedehnten Riffing und klirrenden Gitarren und voluminösen Gekeife des Sängers, viel mir das wirklich frische Songwriting auf. Das klingt alles ziemlich ungezwungen und nicht nach Kopie, obwohl man die Helden raushört. Ich wurde von dem live dargebotenen überzeugt und hatte wirklich großen, großen spaß! Gerne wieder!
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von cgrage » Sonntag 16. Juli 2023, 09:51
Gestern Abend war Boss Time im ausverkauften Volksparkstadion. Die größten Sorgen bereiteten mit diverse Wettervorhersagen, die unwetterartige Gewitterschauer über Hamburg prophezeiten. Glücklicherweise traten diese nicht ein. Noch vor dem offiziell angekündigten Beginn um 19 Uhr betraten die Musiker der E-Street Band nacheinander die Bühne und nahmen ihre Plätze ein, als letztes Little Steven im Piratenoutfit. Und dann kam er: Bruce Springsteen, schnörkellos in Jeans, Arbeiterhemd (alles in schwarz) und mit Gitarre. Er trat ans Mikro und schmetterte ein: "Hellooooooooooo Haamburg!" ins weite Rund. Danach hieß es nur: "One, Two, Three Four" und "No Surrender" eröffnete den Abend. Vielleicht das einzige politische Statement, weil Little Steven zu dem Song eine Gitarre in den ukrainischen Landesfarben spielte. Und danach ging es Schlag auf Schlag weiter: Ghosts, Prove it all Night, Letter to you (mit deutschen Untertiteln, wie auch später Last Man Standing). Der Boss immer mit Augenkontakt zum Publikum und ist auch regelmäßig an den Bühnengraben für Handshakes und Geschenke verteilen. Er hat eine seiner Mundharmonikas an ein kleines Mädchen gegeben, die auf den Schultern ihrer Mutter saß und die nur überglücklich und mit Tränen in den Augen gen Himmel blickte. Nach dem Commodores Klassiker "Nightshift", wo auch die Backgroundsängerinnen und -sänger glänzen durften und "Mary's Place" wurde es etwas ruhiger: Das Intro zu "The River" löste Begeisterungsstürme aus. Darauf folgte "Last Man Standing", wo Springsteen als Einleitung über seinen Freund George Thiess erzählte, der eine Band hatte, wo Springsteen dann mit eingestiegen ist. Thiess ist vor einigen Jahren an Lungenkrebs gestorben und seitdem befasst sich Springsteen auch mit dem Thema Tod. Sehr eindringlich und stark vorgetragen. Nach "Backstreets" dann für mich das Highlight des Abends: Because the Night mit einem wahnsinnig genialen Gitarrensolo von Nils Lofgren, der dazu wie ein Derwisch über die Bühne wirbelte. Nach Badlands und Thunder Road ging es dann nahtlos in die Zugaben. Dazu wurde auch das Stadionflutlicht eingeschaltet und es wurde nochmal richtig Gas gegeben: Born to Run (bei den bisherigen Konzerten war an der Stelle immer "Born in the USA gespielt worden, schade), Bobby Jean, Glory Days, Dancing in the Dark (ohne Tanzeinlage mit Frau aus dem Publikum) und 10th Avenue Freeze-Out, wo auch Bilder und Clips der verstorbenen Danny Federici und Clarence Clemons gezeigt wurden. Mittlerweile hat Jake Clemons ja den Posten seines Vaters als Saxophonspieler in der E-Street Band übernommen. Danach hat der Boss die einzelnen Bandmitglieder verabschiedet, hing sich nochmal die Akustikklampfe um und spielte "I'll See You in My Dreams" als Rausschmeißer. Somit blieb die Show dann doch mit 2 Stunden 43 Minuten unter der magischen 3 Stunden Marke. Das und die Tatsache, das der Soundmix nicht ganz sauber klang (Springsteen ging dann doch öfter im Gesamtsound unter) sind eigentlich die einzigen Kritikpunkte, die man äußern kann. Komplette Setlist des Abends. https://www.setlist.fm/setlist/bruce-sp ... 77845.html
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von Pillamyd » Dienstag 25. Juli 2023, 20:05
Bruce Springsteen & The E Street Band Springsteen & E Street Band 2023 Tour München Olympiastadion 23. Juli 2023
Es sollte also endlich so weit sein. Seit 2009 war es ein großer Traum, den Boss einmal Live zu erleben. 14 Jahre später wurde dieser wahr.
Die Karten lagen über einem Jahr bei mir zu Hause und haben auf ihre Einlösung gewartet. Das ich Karten überhaupt bekommen habe. Von den ganzen Problemen, von denen ich lesen durfte, habe ich nichts gespürt. 10:00 Uhr in die Warteschlange und um 10:04 Uhr hatte ich die Karten eingetütet. Hättet ihr meinen Luftsprung damals miterlebt, als ich die Karten gekauft hatte, könnt ihr euch ungefähr ein Bild davon machen, wie sich meine Vorfreude bis zur letzten Minute vor Konzertbeginn steigerte.
So habe ich den Olympiapark, diesjährig, zum zweiten Mal in meinem Leben besucht und von beiden Seiten sehen dürfen. An der U-Bahn-Station zum Olympiazentrum holten wir uns erst einmal etwas zu trinken und erst dort merkte ich so richtig, wie heiß das eigentlich ist. Die meiste Zeit bewölkt, aber hitzig. Finde ich ja meistens besonders gefährlich, weil man das gerne auch mal unterschätzt, diese Art von Wetter. So wurde der Wasserhaushalt regelmäßig aufgefüllt. Auch wenn das ordentlich ins Geld ging. Aber wenig trinken ist einfach nicht drin bei dem Wetter. Gut auch, dass wohl an den Wellenbrechern (ich habe das nur ganz vorne gesehen), auch Wasserboxen verteilt wurden.
Der Einlass ging pünktlich voran. Es waren „strengere“ Kontrollen angekündigt, so dass es erst etwas schleppend voranging. Insgesamt aber dann doch recht zügig, so dass wir uns zwar fragten, wo wir in FOS 1 Bereich reinkommen, aber auch da war die Security so aufmerksam, dass man noch nicht mal fragen musste. Die haben das Gespräch aufgeschnappt und gezeigt, in welche Richtung man gehen muss. Top!
Die 3 Stunden bis Konzertbeginn, vergingen wie im Flug. Die überdachte Seite des Stadions schützte uns auch vor der Sonne.
Ja und dann kurz vor 19 Uhr hörte man schon den vorfreudigen Jubel der Sitzplätze, die die Band Richtung Bühne haben laufen sehen und kurze Zeit später dann das komplette Stadion. Nach und nach kam die E-Street Band auf die Bühne und das wollte gar nicht aufhören.
Ein kurzes „Gruß Gott“, das Anzählen auf 3 und dann füllte die Band das Stadion mit den ersten Tönen von „No Surrender“. Ab diesem Moment war klar: Die Band ist gut drauf. Egal in welche Gesichter man blickte, jede einzelne Person auf dieser Bühne hatte ein Lächeln und Grinsen über beide Ohren. Um mich herum zog das Publikum auch alle Register. Es wurde getanzt, es wurde geklatscht und mitgesungen, die Hände in die Luft gereckt. Und wenn ich ehrlich bin, konnte ich erst gar nicht anders, als jeden Einzelnen auf der Bühne zu beobachten. Da sitzt also Max Weinberg und da steht Jake Clemons, Nils Lofgren, STEVEN VAN ZANDT und BRUCE „THE BOSS“ SPRINGSTEEN. Endlich! Was ein Gefühl! Und das sehr nah…ganz nah!
Mit dem zweiten Song „Ghost“ konnte ich dann auch so richtig mitgehen. Der Song fügte sich nahtlos in die Klassiker ein und beweist, wie großartig „Letter To You“ als Album einfach ist. Ab da war das ein einziger Genuss, gefüllt mit 2 Stunde und 36 Minuten voller Glücksgefühle.
Bruce selbst ist unfassbar Fannah und kam gefühlt zu jedem Song einmal vor und ging die erste Reihe Auf und Ab. Tauschte (ich glaube Schoki) gegen Plektrum, verschenkte seine Mundharmonika an eine sehr junge Zuschauerin. Unfassbar bei der Größenordnung. Ohne großartige Sicherheit. Und er hat es genossen. Zu jeder Sekunde. Die ganze Mimik von Bruce strahlte eine so angenehme Power aus, die er in unnachahmlicher Art aufs Publikum übertragen konnte. Und spätestens bei „Prove It All Night“, zeigte auch ein Bruce, dass er auch an der Gitarre absolut begnadet ist. Seine Soli Eskapaden waren so emotional und voller Gefühl, dass es herrlich war, das anschauen zu dürfen.
Das erste Mal „The Promised Land“, „Out In The Street“, Kitty’s Back“, „The River“ und die ganzen Klassiker live gehört haben zu dürfen, waren für mich wirklich jedes Mal Momente, in denen ich mir dachte, dass das doch nicht wahr sein darf. So sprachlos und fasziniert war ich von dem dargebotenen.
Im Gegensatz zu den anderen Konzerten in Deutschland, hatten wir zwar einen Song weniger („Working On The Highway“) und bekamen anstatt „Mary’s Place“ und „Thunder Road“ aber „Johnny 99“ in einer flotten rock 'n' rolligen Version und „Trapped“, ein Cover von Jimmy Cliff, dass bei mir ganz in vergessenheit geraten ist. Dabei ist das eine unfassbare Perle, die es allerdings, soweit ich das weiß, nur auf dem "The Essential Bruce Springsteen" Compilation auf der dritten Bonus Disc verewigt wurde. Beides unfassbar geil in der Wirkung im Stadion. Aber mal ganz ehrlich, sie hätten auch das Telefonbuch musikalisch aufarbeiten können und ich hätte es in vollen Zügen genossen.
Das die Band mit „Kitty’s Back“, das ältestes Stück der Diskographie auspackten, hat mich wahnsinnig gefreut, ist es doch eines meiner liebsten Stücke der frühen Phase. Und dann Live vor allem auch noch so schön ausladend dargelegt. Da wurde Rag-Time, Soul, Blues und Jazz in einer Kombination zelebriert, wie ich mir das nie hätte vorstellen können und vor allem hätte ich nicht zu träumen gewagt, diesen Song überhaupt einmal live zu hören. Man was war das phänomenal! Kaum in Worte zu beschreiben.
So richtig melancholisch wurde es dann mit „Last Man Standing“. Bruce erzählt von alten Freundschaften, von Zeit und Vergänglichkeit. Und man nimmt ihm jedes Wort ab. Sichtlich berührt, war da nicht nur Bruce himself, auch ich fand das so dermaßen berührend, dass ich einen Kloß im Hals hatte, der dann später tatsächlich noch platzen sollte.
Die Band agierte mit einer Spielfreude, sowas habe ich noch nie, wirklich noch nie, so in der Form gesehen. Die Interaktion innerhalb der Band, diese stille Kommunikation. Ein so unfassbar eingespielte Gemeinschaft. Jeder darf hervorstechen, jeder darf einmal. Es war so atemberaubend das ansehen zu dürfen. Hervorzuheben ist hier auch „Nightshift“, das schon fast Gospelartig mit den Backgroundsänger/innen hervorgetragen wurde.
„Backstreets“, „Because The Night“, „The Rising“ und „Badlands“ sind die Hits, die der Boss sich zu Recht bis in den hinteren Teil der Show aufgehoben hat und das zu Recht. Die Hütte brannte, die Zuschauer außer sich.
Steven und Bruce legten ebenfalls eine Comedyeinlage der ersten Güte ein und zeigten abermals, wie sehr die Chemie stimmt.
Das Zugaben Set ließ an weiteren Klassiker eigentlich nichts vermissen. Nein, sogar entdeckte ich einen lang vergessenen Song wieder. Dieses Set bestand aus 3 weiteren Songs vom „Born In The U.S.A.“ Album. Dazu gab es „Born To Run“ auf die Ohren. Ich hätte mir eigentlich keine bessere Setlist für mein ersten Springsteen & E Street Band Konzert aussuchen können. In „Tenth Avenue Freeze-Out“ wurden dann auf der riesigen Leiwand Federici und Clemons mit alten Bildaufnahmen gewürdigt.
Und als man dachte, das Konzert sei vorbei, kam Bruce allein nochmals auf die Bühne und präsentierte „I’ll See You In My Dreams“ in einer Akustikversion, die unter die Haut ging. Meine Haut musste an diesem Tag ordentlich was durchmachen. Sonne, Hitze, Schweiß und dann im 5 Minuten Takt eine Gänsehaut nach der anderen.
Als Bruce sichtlich gerührt von der Rückmeldung war und die Bühne verließ, war ich dann emotional so aufgeladen, dass ich zum Schluss dann doch auch nicht mehr an mich halten konnte. Irgendwie muss ich den ganzen anderen Berichten zugestehen, dass das etwas nach Abschied geklungen hat. Ich hoffe nicht. Aber mal ehrlich, wundern würde es auch nicht. Obwohl Bruce mit 73 Jahren wirklich fit aussieht und so agiert und vor allem gesanglich hier so hundertprozentig ablieferte, irgendwann ist halt mal Schluss. Aber egal. Bruce Springsteen wirkt das ganze Konzert so smart, so genießerisch, so gentleman-like.
Man liest vielleicht raus, dass das für mich etwas ganz besonderes war und ich werde diese Erinnerungen immer mit mir tragen. Dieses Konzert gehört definitiv zu dem Besten, was ich jemals erleben durfte. Ganz sicherlich...
Und die Nachwirkungen sind noch so unfassbar groß, dass ich immer noch inne halte, wenn ich das Konzert gedanklich noch einmal abspule (was sehr oft passiert seit gestern).
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von Holger Andrae » Dienstag 25. Juli 2023, 21:18
Wow! Einfach nur WOW!
Da hat man ja beim Lesen schon den Entenparka an. Ganz toll, wie Du die Emotionen in Worte kleidest. Da ist ja beinahe in der ersten Reihe. Ich bin mit Bruce nie so ganz warm geworden, habe mir irgendwann diese Cardsleeve-Box geholt und nach einiger Zeit keine Muße gefunden, mich intensiver damit zu beschäftigen. Vielleicht sollte ich das doch noch einmal angehen, denn ich mag ja schon die Hits. Alle. Neben "Born In The USA" (jaja) war da aber "Darkness" mein bisheriger Favorit. Ich weiß, dass das auch textlich immer ganz großes Kino ist, muss aber gerade hier viel nachholen. Bin da ja eher auf solche melancholischen Schrägies wie Nick Cave gepolt. Den muss ich auch noch mal live erleben. Habe einige Bekannte in meiner FB-Community, die teilweise mehrere (alle!) Konzerte mitgemacht haben und die jedes Mal komplett aus dem Häuschen waren. Gerade diese Interaktionen, diese Jam-Sessions sind bestimmt ganz wundervoll. Wobei ich mich ja zumeist mit diesen riesengroßen Hallen und Leinwänden nicht gut anfreunden kann. Liest sich aber so, als sei das hier weniger ein Problem, denn ich schätze Dich auch eher als hautnahen Konzertfreund ein.
Vielen Dank fürs Teilen und noch viele Stunden des Zehrens von dieser tollen Erinnerung!
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Pillamyd » Dienstag 25. Juli 2023, 21:48
Holger Andrae hat geschrieben:Vielen Dank fürs Teilen und noch viele Stunden des Zehrens von dieser tollen Erinnerung!
Dankeschön Holger! Freut mich sehr, dass ich die Erlebnisse rüberbringen konnte "Darkness On The Edge Of Town" ist auch mein Platz 2 in der Diskographie. Ich schätze, ich werde demnächst im entsprechenden Thread mal näher auf den Herren, seine Band und seine Diskographie eingehen. Das Zehren wird, so schätze ich, noch eine Weile anhalten, ja Ich habe bei der Rückfahrt gestern natürlich etwas über die Musik und das Erlebte sinniert. Jetzt mag man hier vielleicht meinen, dass ich hier alles unfassbar gut kenne und mich auch auskenne. Aber beim Bruce lernt man eigentlich nie aus. Das Konzert hat mir nochmal einen ordentlichen Schub gegeben. Bruce hat aber einfach die Gabe, Musik so rüberzubringen, auch in solch großen Dimensionen, als wenn du mit ihm am Küchentisch sitzt und er erzählt dir einen Schwank aus der Jugend oder gibt dir einen weisen Ratschlag. Und man nimmt ihm alles ab, weil er so belesen wirkt, wie ein sehr reflektierter Mensch, der seine Erfahrungen im Leben gemacht hat und alle dran teilhaben lassen möchte. Nicht weil er sich als was besonderes profilieren will, sondern weil er diese Erfahrungen mit auf den Weg geben mag. Hinzu kam der Gedanke, dass die Musik vielleicht, wenn man tiefer Einsteigen möchte, vielleicht auch erstmal gar nicht so zugänglich ist. Weil dann doch versteckt so viel passieren kann. Wenn der Knoten geplatzt ist, gibt es aber Songs in Hülle und Fülle und man erkennt was für grandiose Kompositionen hinter alldem steckt. Bruce gibt den Raum um dies entdecken zu können, auf eigene Faust. Er drückt einem nichts auf. Deswegen vielleicht auch dieser unfassbare Output den der Mann hat. Wahnsinn! Du weißt, Nick Cave finde ich auch ziemlich toll. Und auch er steht noch auf meiner Liste. Ich glaube tatsächlich, dass die Melancholie in beiden innewohnt. Sie haben bloß andere Kanäle dies auszudrücken. Deswegen, ich würde mich so freuen, wenn das mit dir und Bruce noch einmal auf musikalischer Ebene, klappen würde. Ich habe auch Menschen um mich rum gehabt, die Tour Shirts aus den 80er und frühen 90er getragen haben. Menschen, die die Band schon zig mal live erlebt haben und immer noch so strahlende Gesichter in sich trugen. Einer hatte mich sogar während dem dritten oder vierten Lied auf den Rücken geklopft und gefragt: "Und? Geil, oder?". Meine Antwort war ein grinsenden, schweigendes, aber emotionsvolles nicken Rießengroße Hallen und Leinwände sind tatsächlich auch immer weniger meins. Aber er hat das Stadion zu einem Wohnzimmer gemacht. Nicht nur weil Bruce ständig an der ersten Reihe vorbeigelaufen ist und Hände geschüttelt hat, teilweise Textzeilen weggelassen hat, damit er mit den Fans interagieren kann. Ich habe es einfach schon sehr lange nicht mehr gesehen, dass dann so abgegangen wird. Dieser Nachhall, weil das komplette Stadion mitgesungen hat. Phänomenales Erlebnis. Wenn das immer so wäre, hätte ich auch weniger Probleme mit so eine Größenordnung. Aber die Garantie hat man halt leider nie! Es menschelte einfach sehr an diesem Ort.
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von Havoc » Dienstag 25. Juli 2023, 21:51
Ja. Top Pilly! Klingt nach einem echten Traumerlebnis für dich. Steven van Zandt?!...aus meiner Lieblingsserie 'The Sopranos'!! Krass. Das war mir echt nicht klar. Wußte zwar, dass er noch was mit Musik am Hut hat...aber das ist ja mal echt krass. 
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von Holger Andrae » Dienstag 25. Juli 2023, 21:56
Pillamyd hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:Vielen Dank fürs Teilen und noch viele Stunden des Zehrens von dieser tollen Erinnerung!
Dankeschön Holger! Freut mich sehr, dass ich die Erlebnisse rüberbringen konnte "Darkness On The Edge Of Town" ist auch mein Platz 2 in der Diskographie. Ich schätze, ich werde demnächst im entsprechenden Thread mal näher auf den Herren, seine Band und seine Diskographie eingehen. Das Zehren wird, so schätze ich, noch eine Weile anhalten, ja Ich habe bei der Rückfahrt gestern natürlich etwas über die Musik und das Erlebte sinniert. Jetzt mag man hier vielleicht meinen, dass ich hier alles unfassbar gut kenne und mich auch auskenne. Aber beim Bruce lernt man eigentlich nie aus. Das Konzert hat mir nochmal einen ordentlichen Schub gegeben. Bruce hat aber einfach die Gabe, Musik so rüberzubringen, auch in solch großen Dimensionen, als wenn du mit ihm am Küchentisch sitzt und er erzählt dir einen Schwank aus der Jugend oder gibt dir einen weisen Ratschlag. Und man nimmt ihm alles ab, weil er so belesen wirkt, wie ein sehr reflektierter Mensch, der seine Erfahrungen im Leben gemacht hat und alle dran teilhaben lassen möchte. Nicht weil er sich als was besonderes profilieren will, sondern weil er diese Erfahrungen mit auf den Weg geben mag. Hinzu kam der Gedanke, dass die Musik vielleicht, wenn man tiefer Einsteigen möchte, vielleicht auch erstmal gar nicht so zugänglich ist. Weil dann doch versteckt so viel passieren kann. Wenn der Knoten geplatzt ist, gibt es aber Songs in Hülle und Fülle und man erkennt was für grandiose Kompositionen hinter alldem steckt. Bruce gibt den Raum um dies entdecken zu können, auf eigene Faust. Er drückt einem nichts auf. Deswegen vielleicht auch dieser unfassbare Output den der Mann hat. Wahnsinn! Du weißt, Nick Cave finde ich auch ziemlich toll. Und auch er steht noch auf meiner Liste. Ich glaube tatsächlich, dass die Melancholie in beiden innewohnt. Sie haben bloß andere Kanäle dies auszudrücken. Deswegen, ich würde mich so freuen, wenn das mit dir und Bruce noch einmal auf musikalischer Ebene, klappen würde. Ich habe auch Menschen um mich rum gehabt, die Tour Shirts aus den 80er und frühen 90er getragen haben. Menschen, die die Band schon zig mal live erlebt haben und immer noch so strahlende Gesichter in sich trugen. Einer hatte mich sogar während dem dritten oder vierten Lied auf den Rücken geklopft und gefragt: "Und? Geil, oder?". Meine Antwort war ein grinsenden, schweigendes, aber emotionsvolles nicken Rießengroße Hallen und Leinwände sind tatsächlich auch immer weniger meins. Aber er hat das Stadion zu einem Wohnzimmer gemacht. Nicht nur weil Bruce ständig an der ersten Reihe vorbeigelaufen ist und Hände geschüttelt hat, teilweise Textzeilen weggelassen hat, damit er mit den Fans interagieren kann. Ich habe es einfach schon sehr lange nicht mehr gesehen, dass dann so abgegangen wird. Dieser Nachhall, weil das komplette Stadion mitgesungen hat. Phänomenales Erlebnis. Wenn das immer so wäre, hätte ich auch weniger Probleme mit so eine Größenordnung. Aber die Garantie hat man halt leider nie! Es menschelte einfach sehr an diesem Ort.
Genau so liest es sich auch. Dieses "menscheln" ist für mich bei Konzerten auf das A und O. Auch wenn ich selbst zumeist nicht abgehe (das Alter!), fängt bei einem guten Konzert auch bei mir der Körper irgendwann an zu wackeln. Viel wichtiger finde ich aber die Interaktionen. Nicht nur zwischen Musiker und Publikum, auch innerhalb des Publikums.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Pillamyd » Dienstag 25. Juli 2023, 22:12
Havoc hat geschrieben:Ja. Top Pilly! Klingt nach einem echten Traumerlebnis für dich. Steven van Zandt?!...aus meiner Lieblingsserie 'The Sopranos'!! Krass. Das war mir echt nicht klar. Wußte zwar, dass er noch was mit Musik am Hut hat...aber das ist ja mal echt krass. 
Ja, das war es. Ja, Steven Van Zandt aus "The Sopranos" Der ist schon seit 1975, also seit dem Album "Born To Run" ein Teil der E-Street Band. Aber was glaubst du wie ich mich gefreut habe, den Kerl mal live gesehen zu haben. Gerade weil ich auch die Sopranos so klasse fand als Serie Ein paar Fakten: Max Weinberg, z.B. hört man auch auf dem ersten "Bat Out Of Hell" Album, war auch als Musiker bei Conan O'Briens Late Night Show lange Zeit zu sehen. Sein Sohn übrigens, ist der aktuelle Drummer von "Slipknot". So mal die Fakten.
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von Pillamyd » Dienstag 25. Juli 2023, 22:14
Holger Andrae hat geschrieben:Genau so liest es sich auch. Dieses "menscheln" ist für mich bei Konzerten auf das A und O. Auch wenn ich selbst zumeist nicht abgehe (das Alter!), fängt bei einem guten Konzert auch bei mir der Körper irgendwann an zu wackeln. Viel wichtiger finde ich aber die Interaktionen. Nicht nur zwischen Musiker und Publikum, auch innerhalb des Publikums.
Exakt gleiche Einstellung dazu! Schön, wenn es das noch gibt Muss man auch mal so gesagt haben.
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