Der Kurzreview-Thread

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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 6. Juli 2023, 10:55

Hat mal die - etwa - gleiche Spielzeit.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 6. Juli 2023, 10:56

Jau, ist die gleiche Version:

"Reign of Terror" had been floating about the Legacy/Testament live setlist since late 1984, and appeared on the first Legacy demo. The version here was recorded in 1988 with Chuck on vocals but never made it onto The New Order, appearing as a b-side on the Trial by Fire single.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Loomis » Donnerstag 6. Juli 2023, 11:01

Danke! Ansonsten ist der Song als Neuaufnahme auch auf "First Strike Still Deadly".
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 6. Juli 2023, 23:15

Ja, tolles Album. Ich habe mich immer gewundert, warum das Album manchmal so als ein deutlicher Qualitätsabfall im Vergleich zum Debüt gesehen wird. Aber wahrscheinlich sind deine Punkte genau die Gründe dafür. Ich mag das Album jedenfalls sehr gerne. Ich durfte übrigens vier Songs live erleben...

Disciples Of The Watch
Eerie Inhabitants
Into The Pit
The New Order

..und das waren auch mit die Highlights. Könnte ich mal wieder hören. Wird vorgemerkt.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Loomis » Freitag 7. Juli 2023, 17:43

Echt "Eerie Inhabitants"? Sonst spielen sie doch eher "Trial By Fire".
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Pillamyd » Freitag 7. Juli 2023, 18:41

Joa, war auf der Tour 2020 hat die Band mit dem Song eröffnet.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Loomis » Freitag 7. Juli 2023, 18:57

Cool, hätte ich gerne gesehen und gehört.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Kenneth Thiessen » Sonntag 30. Juli 2023, 16:28

So, hier nun die versprochenen Worte zu einem ganz besonderen Album...

MYSTICUM: In The Streams Of Inferno
Bild

Bei einer gemütlichen Runde des Songduells erwähnte Rüdiger MYSTICUM im Zusammenhang mit REVERORUM IB MALACHT, von denen ich im Spiel gerade einen Song des aktuellen Albums ("Kyrie Eleison") nominiert hatte. Das fand ich natürlich spannend, da ich jetzt so keine Band kannte, die so klang wie die Christen aus Schweden. Natürlich war erwartbar, dass MYSTICUM nicht genauso klingen würde, wie die Schweden, aber ich hatte keine Ahnung, was für den werten Rüdiger der Tertium Comparationis der beiden Bands war. Nachdem ich dann nach ein paar Tagen, die "Kyrie Eleison" dann für das Review nochmal rotieren ließ, kam mir der Vergleich wieder in den Sinn und ich hab dann einfach mal in "In The Streams Of Inferno" reingehört.

Kurz zu den Eckdaten: "In The Streams Of Inferno" ist das Debütalbum der norwegischen Band MYSTICUM, die seit 1993 unter eben jenem Namen besteht, das 1996 erschien und neben "Planet Satan" (2014) der einzige Studio-LP-Output der Band ist. Abseits davon veröffentlichte die Band auch einige Demos, ein Livealbum und zwei Splits ("Mysticum/Ulver" mit ULVER und "Black Magic Mushrooms/The Habit Of Fear" mit AUDIOPAIN), wobei die komplette Diskographie von Darkness Shall Rise in ein Kasettenboxset gebracht wurde, dass sogar von unserem Marcel besprochen wurde. Sehr lesenswerter Artikel!

Das Album kommt bei 6 vollwertigen Tracks plus Intro und Outro auf eine Länge von 36 Minuten, die aber wie im Flug vergehen, wenn man den auf die kreierte Atmosphäre steht, denn die hat es in sich. Insgesamt habe ich auch das Gefühl, dass das "In The Streams Of Inferno" weniger auf einzelne Hits als auf eine zusammenhängende, süchtigmachende Atmosphäre aus ist, wobei sich auch hier waschechte Black-Metal-Hits finden. Der Reigen wird mit 'Industries Of Inferno' losgetanzt, das ziemlich genauoso klingt, wie man es sich vorstellen würde. Man hört einfach nur irgendwelche Maschinen, die gerade am Arbeiten sind, was aber im Kontext des Albums schon stimmig sein kann, wobei ich mir beim Hören weniger eine Maschinenhalle im Industriegebiet, sondern eher einen Schneesturm vorstelle, was auch der Grund dafür ist, dass ich die Wahl des Covers der Neuauflage nicht ganz verstehe. Das originale Cover ist meiner Meinung nach schon sehr gut gewählt. Jedenfalls geht dann (musikalisch) der metallische Teil dann mit 'The Rest' los, wo man direkt von Beginn an die Besonderheit an der ganzen Sache heraushören kann - Die Drums! Die sind nämlich programmiert und auch wenn das den einen oder anderen stört, muss man der Band zugute halten, dass das Schlagzeug zu keinem Zeitpunkt so klingt, als wollte man ein echtes, organisch-klingendes Set nachahmen. Vielmehr ist der komplett computerhafte, unmenschliche Klang gewollt, was auch an keiner Stelle irgendwie versteckt wird. Gerade am Anfang des Tracks 'The Rest' klingt die Rhythmussektion sehr nach Techno, während die Gitarren in bester Norwegermanier durch die Gegend klirren. Hier könnte man diesen Text zum Album nun schon abbrechen, denn genau diese beiden Zutaten machen für mich die Faszination aus. Einerseits rasen die Gitarren mit ihrem klirrenden, frostigen, sägenden, dünnen Klang alles kurz und klein, doch dann kommen noch die Drums dazu, die einfach nur unmenschlich schnell und auf ihre Art genial programmiert sind. Gerade in den Momenten, wo man auf der einen Seite das Techno-Feeling mit der Frostiger-Wald-im-Winter-Atmosphäre verbindet, ist das unfassbar mitreißend und einnehmend.
Dazu kommen noch die krächzig, garstigen Vocals von Prime Evil und Cerastes, die diese Kälte nur noch unterstreichen und verschiedene Synth-Klänge, die besonders in 'Crypt Of Fear' und 'Where The Raven Flies' eine wichtige Rolle spielen und dort sogar die Melodieführung für ein paar Momente übernehmen. Diese beiden Tracks und 'Wintermass' sind auch für mich die absoluten Highlights, wobei es mir hier trotzdem noch vorrangig um die Atmosphäre des Ganzen geht, die auch immer wieder durch stimmig eingesetzte Breaks an Dynamik und Tiefe gewinnt.
'Crypt Of Fear' besticht durch einen epischen Refrain mit toller Hookline und starken Akzenten durch die Synths, während 'Wintermass' mit einem ganz fetten Groove-Part aufwarten kann, der zum fröhlichen Schütteln des Kopfes quasi zwingt. Als letztes sei noch 'Where The Raven Flies' genannt, der wohl aufgrund des Namens auch Rüdigers Lieblingstrack sein könnte. Dieser präsentiert sich epischer und melodischer als die anderen und berauscht durch seine fast schon melancholische Keyboard-Melodie gegen Ende.

Abgerundet wird diese Langrille dann vom fünfminütigen Outro 'In The Last Of Ruins We Search For A New Planet', das wohl als Prolepsis zum Zweitling "Planet Satan" gesehen werden kann, der 18 Jahre später erschienen ist. Als vielberufene Ruhe nach dem Sturm schließt dann dieser Track das Album sehr gelungen ab, wobei bei mir dann meist ein weiterer Durchlauf folgen musste.
Insgesamt ist also zu sagen, dass das ursprüngliche Songduell mir durch diese indirekte Empfehlung einen neuen Zweig im Metal bzw. im Black Metal aufgemacht hat. Denn MYSTICUM sehen sich als Erfinder des Industrial Black Metal, den ich bisher nicht wirklich wahrnahm. Aber da ich "In The Streams Of Inferno" mächtig spannend fand, hab ich mich dann mal in der stilistischen Umgebung umgehört und bin auf ABORYM gestoßen, deren Album "With No Human Intervention" mich auch direkt beim ersten Durchlauf überzeugen konnte. Danke, Rüdiger, einerseits dafür, dass sich mir durch deine MYSTICUM-Empfehlung ein neues Subgenre aufgemacht hat und auch dafür, dass sich meine Einkaufsliste wieder verlängert hat. ;)
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 1. August 2023, 01:42

Sehr gerne. Danke Dir für die ausführliche Rückmeldung und das schöne Review.

Es freut mich sehr, dass die Band, das Album und das Genre angekommen sind. Bei Gelegenheit auch mal "Planet Satan" antesten, und ja, "Planet Satan" wurde tatsächlich schon 1996 angekündigt. Dass es 18 Jahre gedauert hat, nun ja, was will man machen? Dafür herrscht es komplett.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Loomis » Donnerstag 31. August 2023, 13:17

Heute vor 25 Jahren erschien dieses Wunderwerk:

Bild
DEATH - The Sound of Perseverance

Kenner der Band konnten natürlich schon damit rechnen, was auf der Platte geboten wurde, aber mir als DEATH-Neuling fiel damals die Kinnlade herunter als ich das erste Mal "Scavenger of Human Sorrow" hörte. Zu meinem damaligen Bandkumpel sagte ich "die haben in einem Song mehr Ideen als wir in allen unseren Liedern zusammen". Und auch heute noch bin ich begeistert wie eh und je, wenn DEATH's letztes Album läuft.
Neben Göttergaben wie "Spirit Crusher", "Flesh and the Power it Holds" oder der fast-Ballade "Voice of the Soul" - die allesamt Melodie und Härte perfekt verknüpfen - lassen mich vor allem die Songs "Scavenger of Human Sorrow" und "Painkiller" (ja, ein Judas Priest-Cover mit unfassbarem Gesang) staunen, sind sie doch so eine Art zwei Seiten derselben Medaille. "Scavenger..." klingt wie der verschollene Bruder von "Painkiller", ohne eine Kopie zu sein.

So kann und will ich gar nicht anders, als für dieses Album die 10 Punkte zu zücken.
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