Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Montag 14. August 2023, 12:23

frankjaeger hat geschrieben:Ich war wenig online, wenn ich nicht etwas tun musste, deswegen bin ich etwas spät zu der Party.


Macht doch nichts! Das Forum ist ja 24/7 geöffnet :grins:

frankjaeger hat geschrieben:SOUL CAGES: Oh, wie unerwartet!


Weil die Band nicht oft Erwähnung findet, oder weil du sie bei mir nicht erwartet hast? :)
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon frankjaeger » Montag 14. August 2023, 18:45

Ersteres. Hört mehr Soul Cages!
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Nils Macher » Dienstag 15. August 2023, 13:29

frankjaeger hat geschrieben:Ersteres. Hört mehr Soul Cages!


:dafuer: Leider hat mir der Rüdiger im virtuellen Forumstreff letzte Woche die günstige "Soul Cages" weggekauft. Die anderen habe ich alle ...
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Holger Andrae » Dienstag 15. August 2023, 13:32

Nils Macher hat geschrieben:
frankjaeger hat geschrieben:Ersteres. Hört mehr Soul Cages!


:dafuer: Leider hat mir der Rüdiger im virtuellen Forumstreff letzte Woche die günstige "Soul Cages" weggekauft. Die anderen habe ich alle ...

Rüdiger hat bestimmt die "Schwaben-App" installiert, die sofort bimmelt wenn ein Schnäppchen irgendwo im Netz auftaucht.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 15. August 2023, 13:33

Sorry... das liegt halt im Blut... ;-)

Aber irgendwie schon nett, dass wir nicht mehr ganz jungen Herren durch diese wunderbaren Spielchen hier noch immer in einen akuten Kaufrausch verfallen können.

8-)
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Mittwoch 16. August 2023, 23:20

Platz 96

Bild
The Dictators | Bloodbrothers
Genre: Punk Rock
VÖ: 1978

Wieder so eine Band, die ich durch das Forum kennengelernt habe. Ihr werdet euch noch wundern, was für einen Einfluss dieses wunderbare Forum auf mich hatte und immer noch hat.

Der Auslöser mich mit Punkmusik im Allgemeinen zu beschäftigen, geschah eines Tages, sehr unverhofft. Ich erkannte irgendwann die Genialität der ersten beiden „Iron Maiden“ Alben und vor allem das Debüt hatte es mir ja ordentlich angetan. Jetzt mögen sich die Leser hier vielleicht wundern, wie ich diese Brücke schlage. Ich will damit nicht behaupten, dass man das, was man auf den ersten beiden Scheiben hört, purer Punk ist. Ist es nämlich nicht. In diesen beiden Alben blitzt aber vor allem die Attitüde des Punks hervor. Und das war wohl so etwas wie der Türöffner, mich mit Punkrock auseinanderzusetzen.

Und wie der Zufall so will, knallte man mir einen Song dieses Albums vor den Latz und ich war schlichtweg begeistert. Diese knackigen Songs, gespickt mit simplen Riffing, typischen langgezogenen Gesang, der für mich in der Musik irgendwie immer etwas Kindliches innehat. Dabei schwingt auf diesem Album auch oft etwas
Rock 'n' Roll der alten Schule mit. Ich sag nur „Baby Let’s Twist“. Aber auch die gespielten Soli, machen diesen Punkrock dann zu etwas besonderem, wie zum Beispiel in „No Tomorrow“. Ach ja, und wer da an der Gitarre spielt, fragt ihr euch? Richtig! Kein geringerer als Ross The Boss. Für mich war das eine wirklich Überraschung, weil ich den Ursprung nicht in dieser Musik vermutet hätte.

Ich finde die Band war zu diesem Zeitpunkt klangtechnisch auch wahnsinnig fortgeschritten. Man höre nur die Keyboards, die es ab und an zu hören gibt. In musikalischer Hinsicht auch ziemlich abwechslungsreich in den Grenzen in denen sich die Band bewegt hat.

Da ist es gar kein Einfaches, sich Songs rauszupicken, welche man am Ende als Beispiele setzen möchte. Denn ich finde das Album hat so viele Ausrufezeichen, die man am liebsten alle verlinken möchte. Trotzdem bleibe ich einfach bei zwei Songs und hoffe, dass der ein oder andere Interesse hat und sich vielleicht durchhört.

Mir hat "Bloodbrothers" in den letzten 2 Jahren unglaublich viel Freude bereitet hat und ich möchte es an dieser Stelle mit dem 96. Platz einfach auch würdigen.

Hörbeispiele:
Baby Let's Twist
No Tomorrow
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Chavo89 » Donnerstag 17. August 2023, 07:57

VIPER steht noch auf meiner To-Do-Liste. Danke für die Erinnerung! Wobei ich wahrscheinlich mit dem Debüt anfangen würde. 'Rebel Maniac' macht mit seiner ansteckenden Fröhlichkeit definitiv Laune. 'Still The Same' ist allerdings der spannendere Song, finde ich. Großartiger Bass.

Auch mit TYPE 0 NEGATIVE wollte ich mich immer mal beschäftigen, bisher nicht passiert. Hat aber auch keine Priorität. Denn sonst müsste man sich ja Meinungen bilden zum Peter und so. Wenn man gar nichts kennt, ist das gemütlicher. 'Everyone I Love Is Dead' gefällt mir auch den ersten Hör eigentlich ganz gut. Ich mag ja so manche Gothic-Geschichte, die Stimmung und die Stimme passen mir also. Den Sound finde ich jetzt auch nicht durchschlagend gut. Das ist bei mir aber nie so ganz wichtig. Müsste ich wohl auf Albumlänge hören.

Die SOUL CAGES steht noch nicht so lange hier, eine richtige Meinung habe ich dazu bisher nicht. Müsste wohl mal etwas intensiver unterm Kopfhörer belauscht werden. Ich hoffe, ich denke bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit daran.

Punk ist nur manchmal meine Baustelle. Die DICTATORS kenne ich immerhin namentlich. 'Baby Let's Twist' überrascht durchaus mit seinen Keyboards. Generell ist die Bridge ziemlich cool. Ansonsten ist mir das etwas zu rocknrollig. Punk hört man, meine ich, eher der Stimme an und er darf sicher den Texten entnommen werden. Davon abgesehen, finde ich die beiden Songs hier schon eher hartrockig.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 17. August 2023, 11:31

Die DICTATORS landeten durch den markanten Querverweis zu meiner ersten Lieblingsband natürlich schon recht früh im Fokus meiner Aufmerksamkeit, und daher werden sie von mir auch immer mal wieder gerne in Spielen und Wichteleien genommen.

Es freut mich, wenn das verfängt und Freude macht. Wobei ich selbst tatsächlich bis dato auch nur die "Bloodbrothers" und die Livescheibe "Viva Dictators" gekauft habe. Müsste ich auch mal nachlegen, denke ich. Ach ja, für mich ist das schon Punk, aber halt instrumental und produktionstechnich etwas aufwändigerer. Von der Attitüde und vom Drive her, vom Gesang her eh, hat das durchaus Punk und Oi in der DNA.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 17. August 2023, 14:41

Rüdiger Stehle hat geschrieben: der Attitüde und vom Drive her, vom Gesang her eh, hat das durchaus Punk und Oi in der DNA.


Schade. ist wohl in meinem Geschreibe dann wohl nicht so rübergekommen bei Chavo. Genau das ist es nämlich.
Und trotzdem hat es viel Würze drin, dass es für mich etwas besonderes darstellt.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 17. August 2023, 21:37

Pillamyd hat geschrieben:Platz 97

Bild
Soul Cages | Soul Cages
Genre: Progressive Metal
VÖ: 1994



Heute angekommen, und es ist nun der Erstdurchlauf im Gange. Kommentare on the fly:

Schönes Intro, das mit Dynamik spielt. Man ist versucht, die Anlage laut zu drehen, um dann den Föhn zu bekommen. Der Einstieg blubbert im rhythmusbereich lebensfroh und positiv vor sich hin, durchaus vertrackt, dabei nicht wirklich hektisch, sondern eher auf eine relaxte Weise jazzig. Der Fadeout des Openers ist etwas abrupt, da hätte ich ein zu Ende komponiertes Lied erwartet.

Der zweite Song ist dunkler, verträumter, die Drumpatterns auf der Ride sind cool. Hatte ich mich im Opener noch gefragt, wo denn hier der angesprochene Frauengesang sein soll, finde ich ihn jetzt. Ist ein schönes Duett, das fein ins Gitarrensolo führt. Ja, gut, natürlich schon genreproggig par excellence, aber das macht ja nichts, wenn es gut ist, und das ist gut. Der Bass schiebt schön hinterher nach dem Gitarrensolo. Kann was. Hoffentlich nicht wieder Fade-out... wäre schade bei knappen Siebenminüter... yeah, auf de Punkt im Zupfgitarrenfinale. Topp!

Off-beat-Bass zum Einstieg der Nummer 3. Wieder dieses rhythmische Blubbern in der Art und Weise eines Zimmerspringbrunnens, wie er in den Achtzigern Mode war. Erinnert ihr euch? Egal. Nimmt Fahrt auf. Härtester Song bisher, zumindest in Teilen, gerade am Anfang stehen schöne Riffs als Break-Marker da. Das Mittelstück ist dafür trippig, neoproggy, britisch angehaucht. Der Bass arbeitet hier schön dominant die rhythmische Struktur heraus, bis die Klampfe wieder übernimmt, die frikkeljazzige Elemente allerdings nur andeutet und nicht voll durchzieht, wie dies etwa bei Civil Defiance der Fall wäre.

'Mindtrip' bahnt sich an, mein bisheriger Favorit zu werden. Das hat ein bisschen dieses Bardenhafte, auf das ich ja total abfahre. Die voluminöse, akustische Bassgitarre ist toll, und hier finde ich den Gesang von Beate richtig bereichernd. Wunderschön arrangiert. Ist das ein Oboen-Sample? Auch hübsch. Allgemein mag ich als doch ein wenig gesangsfixierter Mensch, dass bei diesem Song beide Stimmen sehr stark im Vordergrund stehen. Bardenstil ist halt einfach meins.

Die erste Halbzeit ist vorbei, weiter geht's mit 'Actors Of No Return', das sich direkt anlässt, wieder etwas heavier zu werden und auch die Stromgitarre wieder nach vorne rücken lässt. Hier ist der Duett-Gesang etwas quirky, als Sängen sie gegen einander an, mit der einen oder anderen gewollten Dissonanz. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, da es den harmonischen Fluss etwas stocken lässt, gerade im Zusammenspiel mit der widerborstigen Rhythmik. Hmm... zum Ende hin wird es flüssiger und harmonischer.

So, nun noch das große Finale: Die Bandhymne mit Intro und Outro, wenn man so will. Der Auftakt mit der gezupften, echobeladenen Steelguitar und dem Synth ist fein, sehr schwelgerisch, so Sachen mag ich; das Hauptmotiv erinnert mich etwas an "The Sound of Silence". Der Hauptsong fängt ein wenig mathematisch an, von der Rhythmik her, und ein bisschen scheinen sich beim ersten Hören die Rhythmik und der Flow im Wege zu sein. Der Refrain scheint ein bisschen zu stocken, weil für mein Empfinden der Sprachduktus einen kleinen Tick zu gekünstelt wirkt, um die emotionalen Lyrics richtig an den Empfänger "Herz" zu liefern, aber das kann sich noch verwachsen, bei weiteren Durchläufen. Das Gitarrensolo fegt schön über den rhythmischen Teppich hinweg und verliert sich ein wenig im Trippigen, was ich aber hier sehr gelungen finde.

Erster Eindruck ist, dass ich es hier mit einem schönen, vielschichtigen und interessanten Album zu tun habe, dass ich es aber ein Stück weit so empfinde, als sei die Band zu dem Zeitpunkt noch nicht ultimativ von der Muse geküsst. Will sagen, dass sie - um eine Analogie zur Literatur zu wählen - hier noch mehr Songbuilder als Songgrower zu sein scheinen. Die Stücke wirken handwerklich sauber und kompositorisch spannend konstruiert, aber die Ambition, viele Facetten einzubauen, geht für mein spontanes erstes Gefühl noch ein bisschen zu Lasten des natürlichen, vitalen Flusses mancher Passagen.

Aber das Interesse ist geweckt, sowohl an weiteren Durchläufen des Debüts als auch an der weiteren Entwicklung auf den folgenden Alben.

Daher nochmals danke für den Tipp!
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