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Der Kurzreview-ThreadRe: Der Kurzreview-ThreadGöttlich, fürwahr!
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Der Kurzreview-Thread![]() Uriah Heep | Sonic Origami (1998) Ich kenne bei weitem nicht alles von der Band. Aber sie ist mir über die Jahre echt ans Herz gewachsen. Die Klassiker kennt jeder bzw. sollte jeder kennen. Deswegen möchte ich ein Album hervorheben, dass öfters zwar Anerkennung erfährt, im Allgemeinen aber dann doch leider untergeht. Das letzte Album, bevor die Band 10 Jahre später ihren zweiten oder dritten Herbst erlebt und seitdem fast kritiklos einen Hammer nachdem anderen an die Ohrmuscheln latzt, ist aber eigentlich nicht minder schlecht. Ich hatte das Album schon einmal angeschnitten im entsprechenden Thread. „Sonic Origami“ hat aber definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient. Das Album ist mit seinen 13 Songs bzw. 14 Songs auf der europäischen Version eine heftige Ansage mit über 70 Minuten Spielzeit. "Between Two Worlds" geht flott, aber fast schon poppig nach vorne. Mit vielen Melodien, Chören, flotten Gitarren kommt er in seinem geheimnisvollen Antlitz hervorragend rüber und verspricht dem Hörer eine wunderbare Zeit mit dem Album. Fantastischer Einstieg. Man könnte meinen der Songs sei in verschiedenen Parts unterteilt, so viele großartige Ideen beinhaltet der Song. Mal laut, mal leise. Mal schnell, mal langsam. Aber immer mit dem starken Händchen dafür, den roten Faden fest in eben diesen zu halten. Gitarrentechnisch läuft hier vor allem auch Solitechnisch alles einwandfrei. Aber auch (Halb-)Balladen wie „Heartless Land“ lassen Herzen höherschlagen. Mit diesem Touch von Stadionrock kommen auch AOR-Fans auf ihre Kosten. Es ist also auch kein Zufall, dass die Band auf dem Album auch einen Song von „Survivor“ gecovert haben. Man erkennt vielleicht jetzt schon, wie vielfältig dieses Album ausgefallen ist. Songs wie, das melancholische „Question“ oder das proggelnd/dramatische „Shelter From The Rain“ unterstreichen das einmal mehr. Vieles klingt anders als das, was man von der Band kennt, und trotzdem hört man unverkennbar heraus, wer hier am Werke ist. Und das macht es doch auch irgendwie aus. Vor allem finde ich die Produktion mehr als nur gelungen. „Sonic Origami“ hat ordentlich Dampf im Kessel, gleicht das aber aus mit einer kristallklaren Schicht. Der Bass ist immer präsent und begeistert mit seiner Verspieltheit, wie in „In The Moment“. Unterstützt wird dies von den wirklich lässigen Fellbearbeitungsprozesse, die den Songs einen Körper verschaffen, in dem so viel Platz ist, dass auch so viel passieren kann, wie oben erwähnt. Der Band ist etwas gelungen, was nur Wenigen gelingt: „Sonic Origami“ ist ein beispielloses ausbalanciertes Album, das jeden Ton Wert ist und dabei so kurzweilig klingt. Die über 70 Minuten vergehen wie im Flug. Der Klang legt sich wie Balsam auf die Ohren. Wer dieses Album noch nicht kennt und die Band sollte auf jeden Fall reinhören. Es lohnt sich!
Re: Der Kurzreview-ThreadTop-Platte! Bei URIAH HEEP Ist es zwar einfach, eine solche rauszuziehen, aber das ist schon eine echt gute Wahl!
Re: Der Kurzreview-ThreadIch war heute vor allem wieder sehr begeistert, als sie lief. Die Band werde ich auch demnächst wieder in den Fokus rücken wollen. Da fehlt mir noch so einiges. Von '74 bis einschließlich '80 und von '83 bis '95 bin ich komplett blank. Die Phasen interessieren mich sehr. Letztens habe ich ein Angebot dummerweise verstreichen lassen. Da gab es die "Into The Wild" für 5 oder 6 Euro. So billig komm ich da so schnell wahrscheinlich nicht mehr ran.
Re: Der Kurzreview-Thread
Puh. Ich bin da zwiegespalten. Ein ziemlich schwerer Knochen. Musikalisch finde ich dieses reduzierte nicht uninteressant. Mir gefiel ja auch schon die Waters´sche Neuinterpretation von Comfortably Numb ziemlich gut. Was einen wirklich runterzieht, sind die "verbalen Ergüsse" von Waters während der nahezu legendären Instrumentals. Bei laut.de hat der Rezensent geschrieben "Tom Waits auf Wish bestellt". Das hat Tom Waits wirklich nicht verdient. Ich wollte eigentlich auch nur die erste Hälfte hören, um mir ein grobes Bild zu machen. Aber dann dachte ich mir: "Fuck it. Den Rest nehme ich jetzt auch noch mit." Ein endgültiges Bild ist jetzt natürlich schwierig. Auch weil die Uhrzeit zum Zeitpunkt des Hörens schon fortgeschritten war und ich noch etwas im Freudentaumel über den Sieg vom FC St. Pauli bin. Drei bis Vier Mal werde ich die Scheibe bestimmt noch hören, aber wahrscheinlich nicht so schnell.
Re: Der Kurzreview-ThreadSULPHUR AEON - Seven Crowns And Seven Seals
![]() Es handelt sich um meinen Erstkontakt mit der Band. Im Blick hatte ich die aufgrund der Beschreibungen längst. Und siehe da, es gefällt mir richtig gut. Der wichtigste Punkt ist wohl erst einmal, dass mir die Vocals gut reinlaufen. Das ist der Fall. Stark. Sowohl das Geschrei als auch der klare Gesang. Die Musik klingt so, wie man es aufgrund der vielen Beschreibungen erwarten konnte. Atmosphärischer schwarzer Death Metal. Verpackt in Geschichten rund um Ctulhu. Passt eigentlich alles. Mein Lieblingssong ist das finale lange "Beneath The Ziqqurats". Die Jungs können definitiv lange Songs. Toller Aufbau. Zienlich unvorhersehbar und flüssig komponiert. Klingt etwas nach Euphorie oder? Leider bleibt diese bisher aus einem mir nicht so ganz erklärbaren Grund ein wenig auf der Strecke. Eigentlich dache ich, ich müsste nun sofort alles von der Band haben. Aber dem ist nicht so. Das Album reicht mir erstmal. Vorerst zumindest. Die teils überschwänglichen Lobpreisungen kann ich vielleicht halbwegs nachvollziehen, denn das hier ist schon richtig stark, aber so vollends erwischt und umgeblasen hat mich das Album dann nun doch nicht. -> 8,5
Re: Der Kurzreview-ThreadHm, ich hatte das ja schon in der GT geschrieben: Im Songwriting würfelt die Band mehr, das macht es zwar teilweise unvorhersehbar, da bin ich bei dir, aber eben nicht auf die guten Art und Weise. So richtig nachhaltig ist da nix komponiert.
Re: Der Kurzreview-Thread
Das sehe ich tatsächlich anders. Wirkt auf mich alles andere als zusammengewürfelt.
Re: Der Kurzreview-Thread![]() Fish | Internal Exile (1991) Letztes Jahr hatte ich es endlich in Angriff genommen. Ich wollte mich unbedingt mit den Solopfaden beschäftigen, die Fish eingeschlagen hat, nachdem er 1988 „Marillion“ verlassen hat. Ich war zunächst erst ziemlich fokussiert auf das Debüt Album „Vigil In A Wilderness Of Mirrors“. Aber das Ding stellte sich als ziemlich sperrig heraus und entfaltete sich nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Mit „Internal Exile“ kam dann aber der erhoffte Durchbruch. Das gleich der Opener „Shadowplay“ mit seinem sechseinhalb Minuten so zünden würde hätte ich nicht gedacht. Ein ziemlich düstere Begegnung, die einen Synthweg einschlägt, der die Transparenz des Songs auf voller Länge hält. Dessen Gesangsmelodien so vertraut klingen. Da ist es wieder: Diese typische Art von Fish, den großartigen Kompositionen diese bestimmte Note zu verleihen, die einen direkt erkennen lassen, wer da singt. Die Art der Betonung, wie er diesen Worten Ausdruck verleiht, so verspielt und doch so gekonnt, so ernst und so leidenschaftlich. Manchmal frage ich mich, ob ein Sänger, wie "Fish" es ist, einen Einfluss auf John Arch hatte. Jetzt mag der ein oder andere erst einmal verwundert dreinblicken. Und ich fürchte ich muss diesen gedanklichen Aneinanderfügung erklären. Nicht, dass da in der Klangfarbe parallelen auftauchen würden. Das nicht unbedingt, aber die Masse an Texten in relativ kurze Songs zu verpacken, ohne das Gefühl zu haben, mit überambitionierten Songs konfrontiert zu werden, darin sehe ich Ähnlichkeiten. Diese Variabilität im Gesang, die Phrasierungen, jeder natürlich auf seiner Art. Aber genug, von diesen Gedanken, der für viele vielleicht zu weit geht. Würde mich trotzdem interessieren, ob ich da in eurer Meinung zu weit entfernt bin. „Internal Exile“ ist für seine 50 Minuten sehr kurzweilig. Spielt mit mystischen Klängen wie in „Favourite Stranger“, die teilweise an World Music erinnern. „Shadowplay“ geht da in eine ähnliche Richtung. Und in "Tongues" wird das ganze dann in einem Höhepunkt verpackt, der nicht nur an eine dramatische Untermalung eines Theaterstücks erinnern lässt. Dem entgegen, stehen aber dann zum Beispiel solche Songs wie "Internal Exile", der Folk Einflüsse beinhaltet, die ziemlich positiv daherkommen, dass es schon fast als Lagerfeuer Musik dient, wenn alle mitklatschen, mitsingen und mittanzen würden. Unfassbar mitreißend, herzerwärmend und gute Laune verbreitend. Und das obwohl der Song ja auch irgendwie einen ernsteren Hintergrund hat, wie man in der Verlinkung zu dem Song in der Infbox lesen kann. Die Mischung auf diesem Album ist der entscheidende Unterschied zu allen anderen Alben, die ich bis jetzt hören konnte. Es kommen, nicht nur durch den Gesang, Erinnerungen an alte Tage hoch. Nein, Fish spielt auch gerne mit poppigen Elementen. Wirkt zugänglicher. Agiert dabei, wie er es halt tut. Seine Aussprache im Gesang ist so zwingend vorgetragen. Internal Exile Shadowplay
Re: Der Kurzreview-ThreadSchönes Album, ja. Die beiden Anspieltipps hätte ich auch so rausgesucht.
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