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von Dekalog der Elemente » Montag 18. September 2023, 21:43
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Die offenen Posten lichten sich hier sehr langsam. Habe inzwischen 1999-2003 und ab 2020 physisch hier. Die bestehene Nichtverfügbarkeit der "Nektar 1" hindert meine Weitersammeleuphorie aktuell ein wenig.
Verstehe. Die Nektar I ist auch definitiv ein absolutes Must have. Mein persönlicher Fav ist ja nach wie vor die "Stille" obwohl Marcel die am wenigsten mag, Die Taverne war übrigens auch ein sehr schwer zu bekommendes Album.
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Dekalog der Elemente
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von Rüdiger Stehle » Montag 18. September 2023, 21:48
Jo, ich weiß schon. 1-3 haben mich auch ordentlich Geld gekostet, waren aber für ihren generellen aktuellen Marktwert dann doch fair bepreist. Hab glaube ich nen knappen Hunderter für alle drei bezahlt, vor ein paar Jahren. Ein Kreuz und ein Leiden, mit der Verfügbarkeit der Alben dieser Band. Wobei ich die Leute munkeln habe hören, dass Supreme Chaos da im kommenden Jahr was plane. Bin gespannt. Wenigstens Nektar sollte ja drin sein, das war ja ursprünglich schon bei SCR.
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von Rüdiger Stehle » Montag 18. September 2023, 23:10
Rüdiger Stehle hat geschrieben:[...] Mich interessieren solche Dinge, wie auch die Frage, warum Marduk bei uns im Soundcheck erster werden kann, Nocte Obducta aber den letzten Platz gebucht hat, obwohl ich zwischen beiden nicht diese Welten sehe, die die Kollegen entdeckt haben wollen.
Mich interessieren solche Themen, und es ist nie dazu gedacht, den einen Künstler auf- und den anderen abzuwerten. Mich interessieren einfach die Trigger, die solche Zu- und Abneigungen auslösen können.
Pillamyd hat geschrieben:Die Frage ist durchaus spannend. Vor allem weil sie auf so vielen Ebenen gemünzt werden kann. Bei Marduk und Nocte Obducta kann ich nur vermuten. Vielleicht, weil man bei Marduk unverkennbar im schwedischen schwarzmetallischen Boden verwurzelt ist. Ähnlich, wie "Whoredom Rife" den norwegischen Metal ala "De Mysteriis..." weitergesponnen haben hat die Band das mit ihrem Sound selbst in die Hand genommen. Das läuft einfach sehr gut geölt voran. Hinzu kommt, dass die Band unheimlich polarisiert. "Nocte Obducta" habe ich das letzte Mal gehört, als "Sequenzen Einer Wanderung" rausgekommen ist und die war, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, schon sehr anders. Ich weiß nicht ob die so einen "Signature Sound" haben, den man irgendwie sofort im Kopf hat, wenn man die Musik der Band hört. Vielleicht rede ich hier auch einfach quatsch und das hat damit so gar nichts zu tun 
Hmm, ja, N.O. hat schon gewisse Trademarks, variiert innerhalb der eigenen Bandbreite aber schon sehr stark, auch von Album zu Album, wobei bei Marduk zwischen "Panzerdivision" und "World Funeral" schon auch weite Räume liegen. Wo du einen Punkt hast, das ist, dass Marduk und Whoredom Rife schon sehr deutlich breit zielgruppenkompatible Musik machen, während Nocte Obducta weit mehr auf eine kleinere Nische zielt. Was dazu kommt, ist bei Nocte ein Phänomen, das mir sonst nur selten begegnet, nämlich, dass sehr viele Leute die Truppe sehr kritisch sehen, die m.E. die Band eigentlich mögen sollte, weil sie zu dem Szene und dem Stil sehr intensive Bezüge haben und selbst durchaus auch auf eher unkonventionellen Sound abfahren. Ich weiß nicht, und kapiere auch nicht so recht, was dahinter steckt. Für mich ist gerade die neue Scheibe "Karwoche" ein sehr schönes, schroffes, spannendes Album, und während ich natürlich verstehe, dass jemand an der Marduk mehr Freude hat, so sind die Differenzen zwischen den beiden Noten bei manchen Kollegen für mich schon frappierend. Gerade, wenn man nicht so sehr der Blackie ist, meine ich fast, dass man doch N.O. mehr mögen müsste, weil das nicht ganz so krass alles wegballert wie die Marduk. Verwirrend für mich.
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von Holger Andrae » Montag 18. September 2023, 23:21
Da das Thema ja jetzt schon ein bisschen im Forum herum geistert, habe ich jetzt in beide Alben hinein gehört. Das,w as ich von beiden Bands bisher kannte, gefiel mir alles nicht sonderlich. Bei Nocte Obducta bin ich sehr schnell vom grundsätzlich Klanggebilde abgestoßen. Die Saiteninstrumente klingen kratzig, aber auf eine unangenehme Art. Das Kreide/Tafel-Syndrom. Dazu diese (bewusst?) abstoßende Gesang. Alles eingebettet in so ein abstraktes Kunstgefüge, welches die Band für mich zu unangenehm überheblichen Hinunterschauern macht. Nee, gefällt mir nicht nur nicht, es nervt mich kolossal.
Anders die Panzerdivision Marduk. Vor allem in den marschierenden Stampfern durchaus kuschelig, aber auch beim blasten nicht nervig. Hier ist es ersteinmal der wunderbar druckvolle Klampfensound, der im Gegensatz zu N.O.-Saiten angenehm fett und gurgelnd klingt. Dann ein Gesangsstil, der wie Deckel auf Eimer passt, einfach mächtig angepisst klingt, Worte auhustet, die ich nie verstehe (weshalb Texte schreiben? Das hat Obituary doch schon richtig erkannt!), der dabei aber niemals an meinen Nerver zerrt.
Von daher: Für mich liegt ein Universum an Nervigkeit zwischen beiden Bands, was sich in mindesten 3 Punkten Unterschied zeigen würde.
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von Pillamyd » Montag 18. September 2023, 23:27
Ich habe jetzt vorhin kurz mal in ein Lied des neuen Albums reingehört. Das war gleich ziemlich heftig, wie ich finde. "Conamara Chaos" war es. Da kommt die schwärze gut durch. Ich finde den Sound sogar ziemlich zugänglich. Hmm...da habe ich wohl auch keine Antwort drauf Aber der Song hat mich tatsächlich neugierig gemacht. Ich selbst habe die Veröffentlichung mitbekommen und habe hier auch mitgelesen. Aber ich hab die Band kaum Beachtung geschenkt, seit...2008 Und weil ich es so lange nicht mehr gehört habe und ich wissen will, wie das Album heute auf mich wirkt, werde ich mal schauen ob ich irgendwo "Sequenzen..." herbekomme. Das Teil hat mir damals unwahrscheinlich gut gefallen.
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von Havoc » Montag 18. September 2023, 23:36
Ich denke die 'Sequenzen' ist schon ein außergewöhnliches Album innerhalb des Nocte-Kosmos. Sehr besonderes Ding.
Ein Vergleich zwischen Nocte und Marduk? Uii. Zwei völlig verschiedene Bands.
Ich denke Nocte haben mehr Potenzial anzuecken. Alleine schon wegen der deutschen Texte. Und möglicherweise hat Holg damit Recht, dass das mitunter hochtrabend und eher unsympathisch rüber kommen kann.
Zuletzt geändert von Havoc am Montag 18. September 2023, 23:37, insgesamt 1-mal geändert.
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von Rüdiger Stehle » Montag 18. September 2023, 23:37
Holger Andrae hat geschrieben:Da das Thema ja jetzt schon ein bisschen im Forum herum geistert, habe ich jetzt in beide Alben hinein gehört. Das,w as ich von beiden Bands bisher kannte, gefiel mir alles nicht sonderlich. Bei Nocte Obducta bin ich sehr schnell vom grundsätzlich Klanggebilde abgestoßen. Die Saiteninstrumente klingen kratzig, aber auf eine unangenehme Art. Das Kreide/Tafel-Syndrom. Dazu diese (bewusst?) abstoßende Gesang. Alles eingebettet in so ein abstraktes Kunstgefüge, welches die Band für mich zu unangenehm überheblichen Hinunterschauern macht. Nee, gefällt mir nicht nur nicht, es nervt mich kolossal.
Das finde ich wirklich spannend, denn genau das nehme ich immer wieder so wahr, dass N.O. für eine demonstrativ intellektuelle, überheblich artsy fartsy inszenierte Truppe gehalten wird, und zwar ganz oft auch von Leuten, die ich als Menschen wahrnehme, die eigentlich gerne mal ein wenig verkopftes, hirniges, verschrobenes Material mögen, das andere für selbstverliebt oder selbstzweckunzugänglich halten. Das gilt für dich ebenso wie für Julian, und ihr bringt beide bei N.O. exakt diesen Kritikpunkt an. Mir kommt das tatsächlich nicht in den Sinn, dass die Band sich hier als überheblicher Show-off inszeniere. Das Kreide/Tafel-Syndrom kann ich indes eher nachvollziehen. Holger Andrae hat geschrieben:Anders die Panzerdivision Marduk. Vor allem in den marschierenden Stampfern durchaus kuschelig, aber auch beim blasten nicht nervig. Hier ist es ersteinmal der wunderbar druckvolle Klampfensound, der im Gegensatz zu N.O.-Saiten angenehm fett und gurgelnd klingt. Dann ein Gesangsstil, der wie Deckel auf Eimer passt, einfach mächtig angepisst klingt, Worte auhustet, die ich nie verstehe (weshalb Texte schreiben? Das hat Obituary doch schon richtig erkannt!), der dabei aber niemals an meinen Nerver zerrt.
Dass Mogge & Co. die Kuschel(-panda-)Bärchis der BM-Szene sind, darüber sind wir uns ja einig. Ich hab die auch total lieb. Holger Andrae hat geschrieben:Von daher: Für mich liegt ein Universum an Nervigkeit zwischen beiden Bands, was sich in mindesten 3 Punkten Unterschied zeigen würde.
Ist mit dem erläuterten Hintergrund sehr gut nachvollziehbar, auch wenn ich es naturgemäß anders höre.
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von Holger Andrae » Montag 18. September 2023, 23:43
Ob das inszeniert ist, vermag ich nicht einmal zu sagen. Vielleicht ist das auch authentisch. Dann wären das für mich so Hornbrillen tragende Besserwisser-Studenten  Um das jetzt mal auf andere Musikwelten zu übertragen: Ich mag Element Of Crime und auch Eisntürzende Neubauten (nicht alles und nicht immer). Das sind auch zwei Kapellen, denen so etwas gern mal vorgehalten wird und wo ich das sogar verstehen kann. Wenn auch von völlig unterschiedlichen Winkeln angehend, sind das schon beides Bands, die Musik/Texte als Kunstform betrachten und somit gern mal als arg intellektuell abgewatscht werden. Stört mich bei beiden Bands überhaupt nicht. Da habe ich aber auch keinen Klangkosmos, der mich derartig abstößt, fast schon akustisch anekelt.
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von Rüdiger Stehle » Montag 18. September 2023, 23:55
Ich denke mir halt manchmal, dass man über mich vielleicht auch bisweilen denkt, dass sich meine Texte "zu intellektuell" lesen. Keine Ahnung.
Das mit dem Klangkosmos verstehe ich ein Stück weit, weil NO natürlich schon bewusst maximal garstig klingt. Aber auf der anderen Seite ist MARDUK sicherlich balleriger und mehr "an", was ja sonst auch mal eher ein Turn-off für dich ist. Daher hätte ich mir auch vorstellen können, dass der weit reduziertere No-Fi-Ansatz von NO vielleicht weniger erdrückend ist.
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von Julian Rohrer » Mittwoch 20. September 2023, 15:55
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Das gilt für dich ebenso wie für Julian, und ihr bringt beide bei N.O. exakt diesen Kritikpunkt an.
Ich habe einen ziemlich stark ausgeprägten, äußerst subjektiven Bullshit-Geigerzähler. Und der schlägt bei dieser Band und ihrem Umfeld enorm aus. Man könnte versuchen, das zu elaborieren. Für mich ist es das Gesamtpaket, das mir schrill ins Gesicht schreit: aufgesetzt. Und da bin ich dann raus.
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