Eure letzten Live-Erlebnisse

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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Jakob » Montag 6. November 2023, 00:02

Ah, verstehe!
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Dekalog der Elemente » Montag 13. November 2023, 21:37

Am Freitag den 10.11. wurden folgende Bands im Backstage serviert:

HOULE: Female Fronted Black Metal, offensichtlich mit nautischem Bezug. Die Dame hat ne Bray Wyatt Gedächtnisfunzel dabei (na gut nicht ganz), am Mikro hängt entweder Seil oder Seetang und Meeresgeräusche gibts auch. Geboten wird atmosphärischer Black Metal auf französisch. Die Sängerin, singt, keift und flüstert und bei den gelegentlichen Iiiiiaaaaas reckt Cthulu kurz den Mitteltentakel nach oben. Dann wird tatsächlich auch noch ne Harpune geschwungen. Barney Stinson gefällt das.

UBUREN: Nein die haben nix mit Uiguren zu tun sondern kommen aus dem schönen Norwegen, werden Übüren ausgesprochen (heißt soviel wie "unbelastet") und behandeln thematisch Wikinger (passt ja zu den Seeleuten von Houle). Die machen Spaß, man hört den Einfluss von Bands wie TAAKE, KHOLD und SATYRICON durchaus raus. Methörnchen wurden allerdings nirgends gesichtet, weder bei der Band, noch im Publikum.

KANONENFIEBER: Kann man mögen, muss man nicht. Ich mag die Band, meine Kumpels finden*s Kacke. Einig sind wir uns aber immerhin dabei, dass die Fanboys mit der Faschingspickelhaube im Publikum eher peinlich sind. Geboten werden neben den Songs vom bisher einzigen Album auch Songs von den EPs.

Krzysztof Drabikowski's BATUSHKA: Kerzenständer - Check, brennende Kerzen - Check, Typen in Roben - Check, Alte Bücher in der Hand - Check, Totenschädel auf der Bühne - Check. Die dunkle Messe ist eröffnet und liefert ab. BATUSHKA sind zurecht Headliner nehmen die Halle mit auf einen Gottesdienst der schwarzmetallischen Art.

Schwarzmetallischer Nachschlag am 11.11.

AGASCH: Atmosphärischer Schwarzmetal mit Naturbezug, Weihrauch inclusive. Nicht übel, aber die Band ist leider auf der Bühne völlig unkommunikativ. Der Sänger muss nach jedem Song das Duftzeugs neu anzünden (oder zieht heimlich an ner Kräuterzigarette). Nichts desto trotz gefällt das musikalisch, also wird der Tonträger eingesackt und am Merchstand sind die Jungs deutlich kommunikativer. Im Gegensatz zur Bühne wirkte der Bassist abseits davon auch nicht chronisch schlecht gelaunt. Anmerkung: Anhören fein aber beim Texte lesen macht es zumindest bei mir gelegentlich "aua".

FAGUS: Gastgeber und Organisatoren des Black Metal Gatherings und ebenso wie AGASCH Lokalmatadoren. Anfangs leider von technischen Problemen geplagt, dann aber recht souverän und homogen. Trotzdem zwei - drei unprofessionelle Gedanken die mir durch den Kopf gingen - Ghaal ist an den Bass gewechselt? Der Gitarrist grinste zwischendrin so fröhlich wie ein Kerl dessen Nudel zum ersten Mal in den Mund genommen wurde (man möge mir diesen zutiefst sexistischen Vergleich verzeihen, aber eine bessere Metapher ist mir nicht eingefallen). Auf jeden Fall stark, auch hier wurde ein Tonträger eingesackt und die Jungs sind definitiv auch abseits der Bühne sehr sympathisch. Die werde ich im Auge bzw Ohr behalten.

BELTEZ: Die einzige Combo, die nicht deutschsprachig unterwegs war (und nein, das lag nicht daran, dass die aus Köln sind). Das die Herren schon länger im Biz sind merkt man auf jeden Fall. Hier ist man irgendwo zwischen US-BM und er Schweden-BM unterwegs. Leider ist der Sound dann irgendwann sehr Schlagzeuglastig und außer der Doublebass hört man nicht mehr viel von den anderen Instrumenten. Schade eigentlich.

WALDGEFLÜSTER: Auf die Herren hab ich mich persönlich am meisten gefreut und wurde nicht enttäuscht. Atmosphärischer BM von Hochdeutsch bis Bayrisch. Winterherz ist n ursympathischer Fronter und der Club gibt nochmal richtig Gas.
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon frankjaeger » Dienstag 14. November 2023, 11:26

Puuh, gar nichts für mich, aber KANONENFIEBER fand ich auf dem Summer Breeze künstlerisch ganz interessant, auch wenn auf Dauer eher eintönig. Aber thematisch und vom Auftreten her gehört das Projekt live zu den für mich spannenderen Sachen im Black Metal.
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 27. November 2023, 13:03

Vorgestern DEADLY SILENCE im örtlichen Schützenheim, bei der Weihnachtsfeier der Stahlwerke Weihungstal. War ein hübscher kleiner Gig.

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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon cgrage » Sonntag 10. Dezember 2023, 10:16

Am Freitag war ich in Hamburg beim ausverkauften Konzert von Till Lindemann.
Als Supports fungierten PHANTOM VISION und AESTHETIC PERFECTION, die jeweils eine knappe halbe Stunde spielen durften.
Um 21:20 Uhr betrat dann der Zeremonienmeister Lindemann mit Band die Bühne und eröffnete die Show mit dem Titelsong des aktuellen Albums "Zunge". Ein sehr gewöhnungsbedürftiges Erlebnis. Die meisten visuellen "Geschmackslosigkeiten" kannte man ja schon, wenn man der letzten Tournee beigewohnt hat oder die DVD/BD bei sich im Regal stehen hat. Beim Song "Allesfresser" wurde das Publikum in den ersten Reihen mit Torten beworfen. Bei "Fish on" waren es Fische, die zuerst geworfen wurden, danach wurde eine Luftdruck-Kanone benutzt damit auch die weiter hinten stehenden Zuschauer etwas davon haben.
Bei "Platz Eins" ließ sich Till Lindemann auf einer Sänfte durch den Zuschauerraum tragen.
Nach 90 Minuten war der "Spaß" vorbei. Es hatte irgendwie was von einem Autounfall. Du weißt, das es schlimm ist, aber Du siehst trotzdem hin. Musikalisch hat die Band einen tollen Job gemacht. Besonders die Keyboarderin zeigte viel Körpereinsatz weil sie neben der Tastenarbeit noch ab und zu an einer integrierten Poledancestange turnte.
Es kam natürlich auch zu einer Protestkundgebung, von der ich erst durch die Medien erfahren habe.
Bericht im Hamburg Journal:
https://www.ardmediathek.de/video/hambu ... jAwNjJmM2I
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon lenbert » Sonntag 10. Dezember 2023, 11:19

Das klingt nach einem Erlebnis, allerdings nicht nach einem Konzerterlebnis, das ich haben möchte. Ich kenne Till Lindemann als Solokünstler nicht und habe mich auch nicht viel mit RAMMSTEIN beschäftigt, aber alleine deine Beschreibung des Abends macht mir die Person nicht sympathischer.
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Jhonny » Montag 11. Dezember 2023, 10:01

Till Lindemann hat natürlich das Recht, Musik zu machen.

Ich habe aber auch das Recht, sie nicht zu mögen, und vieles, was du beschreibst wirkt für mich so eklig, wie man es nach der Lektüre von LINDEMANN / RAMMSTEIN-Texten vermuten würde.

In Bamberg war einer meiner Brüder bei der Protestaktion dabei. Auch wenn ich selber vielleicht nicht mitgegangen wäre, finde ich es gut, dass es solche Kundgebungen gibt.
Das ist keine Cancel Culture - solange der Musiker weiter auftreten darf, muss er mit Gegenwind leben.


Dass RAMMSTEIN Ende der 90er / Anfang der 00er Jahre ein paar veritable Hits produziert haben, steht außer Frage, und die kann ich mir auch weiter gut anhören, wenn sie mir irgendwo über den Weg laufen. Ich hab da zum Glück bei 'Engel', 'Sonne' oder 'Amerika' kein Kopfkino. Bei anderen Texten wäre das vielleicht schon anders.



Trotzdem habe ich bei Lindemann einen großen Ekel - selbst dann, wenn ihm juristisch nichts nachgewiesen werden kann von den Anschuldigungen des Sommers 2023.

Denn wer ein pornografisches Video macht, in dem Gewalt gegen Frauen zelebriert wird, der lebt in einer ganz anderen moralischen Welt als ich.
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Eike » Montag 11. Dezember 2023, 17:42

Zur Person mag ich nicht mehr viel sagen oder gar begründen, self-evitable sofern man dieses Jahr informationsmedial nicht unter einem Stein verbracht hat. Das Solowerk ist mir unbekannt, aber die "Hauptband" hat sich in den letzten rund 20 Jahren künstlerisch in erster Linie selbst kopiert/parodiert bzw. kreative Nachlassverwaltung zelebriert, ohne noch etwas von Substanz hervorzubringen - soweit ich das über das Autoradio eines Bekannten mitbekommen habe. Ein Fadeout über Jahrzehnte, sozusagen. Kann man machen, insbesondere wenn das Hauptaugenmerk nicht mehr auf Alben sondern auf Touren, vor allem aber auf horizontal aufgestellten Produktreihen der Diversifikation des Konzerns liegt. Daher "Band" auch nur in Anführungszeichen, denn viel mehr als sozusagen Werbe-Jingles für die sonstigen Produkte - a lá es gibt uns übrigens immer noch - kam da halt nicht. Seelenlose Zombiekapelle, aber als solche halt auch nicht totzukriegen. Als Showact allerdings wohl rampensauig genug, hört und liest man ja immer wieder, und das ist - neben der Althitparade/Nostalgie - wohl auch der Hauptgrund für deren anhaltenden Erfolg.
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Dekalog der Elemente » Freitag 15. Dezember 2023, 22:18

Huch da muss ich ja noch was nachtragen.

Am 1.12 gings ins Feierwerk zu AMENRA und CORECASS

CORECASS -
CORECASS ist ein Solomusikprojekt der Hamburger Multiinstrumentalistin Elinor Lüdde. Mit mehreren Instrumenten wie Harfe, Orgel, Schlagzeug und Gitarre kreiert sie eine filmische, elegisch düstere und atmosphärische Musik jenseits des üblichen Ansatzes. Mit ihrem umfangreichen Sound entfesselt CORECASS ein breites Spektrum an emotionalen Ebenen und Bewegungen.


Äh joa....von Bambi bis PSYCHO hatte ich da mehrere Filme im Kopf, die meiste Zeit war das aber eher langweilig. Man möge mich nicht falsch verstehen, handwerklich war das gut gemacht, hätte aber eher auf ne Vernisage gepasst als auf n AMENRA Konzert. Immerhin war Elinor hübsch anzusehen und stand später mal kurzzeitig neben mir im Publikum.

AMENRA - Was soll man sagen...wer sie kennt, der kennt sie. Die gewohnte Kulisse mit Leinwand und einem Sänger der seine Issues fühlt und ans Publikum transportiert. Man kanns drüber finden, oder lässt sich drauf ein und genießt.


Weiter gings dann am 4.12 mit einem weiteren BM 4er-Pack

WRANG - Die Holländer hatten beim ersten Song mit einem etwas matischen Sound zu kämpfen, danach wurde es deutlich besser. TAAKE ist wohl der Haupteinfluss, die Band spricht kein Wort mit den Leuten und der Patronengurtträger am Mic lässt selbiges nach dem letzten Song einfach fallen und geht.

HELLERUIN - Auch Niederländer und zum Teil auch WRANG Mitglieder. Hier ohne Patronengurt, dafür mit Killernietenarmband, etwas zu viel Doublebass aber insgesamt gefällt mir das besser als die Band davor. Kommunikativ ist man hier aber auch nicht unbedingt.

DARVAZA - Japp auch hier wird nicht groß kommuniziert, aber die italienischen Musiker mit dem norwegischen Fronter sind bis jetzt der Höhepunkt des Abends. Da hat jemand Hass gefressen und speit den wunderschön in Publikum (Album wurde gekauft).

MISÞYRMING - Ah herrlich, das ist feinster Isländischer Black Metal, da lässt man sich reinfallen, mittragen, von roher Schönheit umschmeicheln und verprügeln gleichzeitig. Das 75 minütige Set erscheint mir viel kürzer und ein bisschen bin ich traurig, als die Lichter angehen.
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Re: Eure letzten Live-Erlebnisse

Beitragvon Susanne Schaarschmidt » Samstag 16. Dezember 2023, 20:18

1.12. war ich auch vor Ort, nachdem ich mich durch den Schnee gekämpft hatte. Teile deine Einschätzung insbesondere hinsichtlich dem Support. War auch neugierig aufgrund der Beschreibung, fand es aber auch deplatziert vor AMENRA. Stellenweise fand ich es ganz gut, aber auch bei mir kam mitunter Langeweile auf. Zum Glück hat AMENRA danach entschädigt, wodurch sich Hin- und Rückfahrt trotz Schwierigkeiten gelohnt haben.
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