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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Pillamyd » Freitag 8. Dezember 2023, 16:03
Platz 81 The Sisters Of Mercy | First And Last And AlwaysGenre: Gothic Rock/ Dark Wave VÖ: 1985In meiner Top 100 wäre das vor vielen Jahren noch nicht drin gewesen. Und dass, Obwohl ich schon viele Jahre eine Band wie „Depeche Mode“ zum Beispiel regelmäßig höre. Jetzt mögen bei diesem Satz schon einige Spezialisten den mahnenden Zeigefinger ausfahren und mit Recht behaupten, dass es hier himmelweite Unterschiede gibt. Mit gothischen Klängen hat es bei mir ein wenig gedauert. Das müffelte mir damals noch zu stark. Wie sich aber rausstellt, kann sich parallel zum Hörorgan au der Riechkolben ändern. Ich mochte als Kind ja auch keinen Käse. So langsam wird alles klar. Heute bin ich fasziniert von diesem Sound. Da trifft massiver Pathos auf unterkühlte, meist in wenig fröhlicher musikalischer Form (bis auf „Logic“ vielleicht) aufeinander. Das Simple und meist zugängliche an dieser Musik liegt dann für mich in der Rhythmus Fraktion. Sowohl Schlagzeug als auch der unheimlich treibende Bass schieben mich seit langer Zeit durch diese musikalische Welt. Für mich die wahrscheinlich spannendste Genreabzweigung, nach meiner großen (offensichtlichen) Nummer eins. Das liegt Größtenteils daran, dass sich dieses Genre nie verbogen hat. Es hat schon einen unfassbaren roten Faden in seinem Spektrum und schafft es trotz der monotonen Übergewichtigkeit unfassbar abwechslungsreich daherzukommen. Diese Attitüde macht viel für mich aus und hat eine sehr starke Anziehungskraft. Man hört die Ursprünge deutlich. Die Trademarks sind immerzu gegeben. Und trotzdem ist das so eine heftige Interpretationssache, die es so vielfältig gestaltet. Und so ist „First And Last And Always“ auch irgendwo zu beschreiben. Der Gesang wirkt ziemlich in den Vordergrund gemischt und zeigt sich von einer herrlich charismatischen Seite. Trotzdem habe ich nicht das Gefühl, dass die Musik deswegen einen Millimeter von seiner Position abrückt. Dabei hört sich das auch nicht nach Kompromiss eines Kampfes bei den Aufnahmen an. Das muss genau so. Das ist natürlich eine reine Interpretationssache meinerseits. Aber ich mag es irgendwie, wie ich die Scheibe höre. Mit zum melancholischsten an dieser Scheibe dürfte der Abschlussong „Some Kind Of Stranger“, der sehr gefüllt von Keyboardklängen ist, ein wirkungsvolles Konzept hinter den Gitarren vermuten lässt. Bei dem der Sänger sich traut für ein paar Minuten aus seinem eng gelegten Rahmen zu springen. Eine echte Überraschung, die mich beim ersten Mal hören richtig aus den Latschen hat kippen lassen. Und natürlich darf der Album- bzw. Bandhit nicht unerwähnt bleiben. „Marian“ dürfte dabei den meisten ein Begriff sein. Prägnanter kann man einen Namen nicht singen. Ich habe lange überlegt, ob ich diesem Album einen Platz in meiner Top 100 einräumen lassen kann. Aber es soll ja auch ein Stückweit eine Liste sein, die auch das widerspiegeln darf, was mich die letzten Jahren so bewegt hat. Deswegen muss dieses Album einfach dabei sein. Hörgewohnheiten:MarianSome Kind Of Stranger
Zuletzt geändert von Pillamyd am Freitag 8. Dezember 2023, 16:07, insgesamt 2-mal geändert.
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Pillamyd
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von Holger Andrae » Freitag 8. Dezember 2023, 16:18
Klasse! Das Album sollte ich endlich mal in die Sammlung stellen. 'Marian' ist ein Klassiker. Hatte eine Phase, in der ich das ziemlich oft und gern gehört habe, habe allerdings nur eine Best Of in der Sammlung und zwei 12". Neben der bereits genannten Nummer wäre 'Lucretia' noch ein Favorit von mir. Aber kurz zurück zu 'Marian'. Es gibt tatsächlich eine Anekdote zu diesem Lied. Anfang der 90er waren wir oft mit Kollegenauf dem Kiez unterwegs. Für Nicht-Hamburger:Das ist das Gebiet um die Reeperbahn. Eines abends war unter anderem meine damalige Ausbilderin mit dabei und wir sind durch die Bars gehoppt. Sie sagt, dass die sich noch mit einer Freundin verabredet hat und so landen wir in irgendeiner mir nicht bekannten Lokalität.Dort treffen wir besagte Freundin Marianne. Als über die Beschallung 'Temple Of Love' erklingt müssen die beiden Mädels grinsen und es stellt sich heraus, was ihr sicherlich schon ahnt, Marianne ist die Dame aus besagtem Song. Sie hat ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert, was natürlich sehr unterhaltsam war. Aber das gehört hier nicht her.
Zurück zu den Sisters: Einmal live erlebt, was sehr langweilig war, da Andrew offenbar keine Lust hatte. Danach war meine Begeisterung verflogen. Von daher ein dickes Danke fürs Erinnern.
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von Pillamyd » Freitag 8. Dezember 2023, 16:32
Haha, Schöne Anekdote  War bestimmt ein grandioser Abend. Es ist gar nicht so einfach gewesen, sich für zwei Songs zu entscheiden. "Logic", "Black Planet" oder der Titelsong. Alle großartig. Das Album ist voller Hits. "Some Kind Of Strangers" ist da vielleicht noch der Song der da ein bisschen heraussticht. Ich wollte sie dieses Jahr live sehen, habe da aber schon nichts gutes gelesen. Gründe dafür hast du genannt. War aber dann auch, soweit ich weiß, ausverkauft. PS: Danke Rüdiger 
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von frankjaeger » Samstag 9. Dezember 2023, 11:04
Holger Andrae hat geschrieben:Einmal live erlebt
Ja, ich auch. Erlebt ist korrekt, denn gesehen habe ich kaum etwas wegen des dichten Nebels während des ganzen Auftritts.
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von Eike » Samstag 9. Dezember 2023, 14:21
THE SISTERS OF MERCY ist mindestens interessant, von mir persönlich auch geschätzt. Pilles Beschreibung trifft mehr oder weniger mein Empfinden, ziemlich gut sogar. Vor allem der Gesang, teils auch die Saitenfraktion, bringen hier eine Wärme und Rockigkeit hinein, die den näher am Punk orientierten bzw. auch den artsieren/avantgardistischeren davon abstammenden Postpunkbands wie JOY DIVISION und CHRISTIAN DEATH bzw. auch BAUHAUS oder THE BIRTHDAYY PARTY eher abgeht. Obwohl es zumindest BAUHAUS nicht an Pathos mangelt, aber eben kühler, zerklüfteter; und THE BIRTHDAY PARTY klingt eben komplett zerrissen und (selbst-) destruktiv, gänzlich ohne romantisierendes Pathos. Wenn man (wie bei den Sisters nur noch latent postpunkiges/) gothisches Pathos plus Kälte schätzt, dieses Substrat jedoch eher metallisch als als rockig übertüncht, empfehle ich an dieser Stelle (dieses eine!) Album von (vergesst die Vorurteile!) LACRIMOSA: "Stille". Das klingt auch mehr aus einem Guss als andere Werke der Band. Vor allem mag ich andere Werke kaum noch oder gar nicht mehr hören, bin da irgendwie "rausgewachsen"; aber unlängst lief dieses eine, besondere Album mal wieder - und hat mich überraschend stark aus den Socken gepustet.
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von kingdiamond » Samstag 9. Dezember 2023, 14:28
Ich setz hier diese Woche mal aus. TSOM ist nicht meine Baustelle. Aber da sich Pille dieses WE über tolle Coverversionen freut: CREMATORY - Temple Of Love WARREL DANE - Lucretia My Reflections Beide toll, jeweils besser als das Original  *duck*
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von Martin van der Laan » Samstag 9. Dezember 2023, 17:19
kingdiamond hat geschrieben:CREMATORY - Temple Of Love ....besser als das Original 
I respectfully disagree. CREMATORY war und ist aber auch so gar gar gar nicht meins...
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von Holger Andrae » Samstag 9. Dezember 2023, 21:24
An Crematory kann man sehr viel nicht gut finden. 
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von kingdiamond » Samstag 9. Dezember 2023, 21:29
Holger Andrae hat geschrieben:An Crematory kann man sehr viel nicht gut finden. 
Richtig, ich mag Crematory auch so rein gar nicht. Dass mir der Coversong besser als das Original gefällt, sollte dann klar machen, warum ich aussetze. 
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von Pillamyd » Samstag 9. Dezember 2023, 22:27
Du setzt damit ja irgendwie so gar nichst aus. Dein Standpunkt machst du damit zum wiederholten male klar. Kann man so machen. Ich finde es aber schon irgendwie schade, wenn dann kein "Warum" kommt. So finden hier leider keine Gespräche statt und das finde ich einfach bedauerlich. Selbst wenn man die Band oder Musik nicht mag, geht das auch irgendwie anders. Nur ein Cover einer Band als Antwort zu geben, die man selbst nicht gut findet, das Cover aber besser als das Original findet. Das finde ich dann ehrlich gesagt eher...na ja. Ich hätte es halt gern am liebsten, darüber, diskutiert. Auf so kurze Statements, finde ich keine Antwort. Was denn auch? Verstehe mich nicht falsch, ich finde deine Beiträge in vielen Fällen sehr humorvoll und kann dann auch grinsen. Selbst, wenn mir selbst dann gar nicht viel drauf einfällt Aber vielleicht kann ich das auch einfach nicht nachvollziehen, weil ich ganz anders mit solchen Listen umgehe. Die Scheuklappen wirken da ziemlich rießig bei dir. Aber das kann ich eben auch nicht fundiert äußern, weil das "Warum?" einfach fehlt. Und ich möchte es auch nicht unterstellen Holger Andrae hat geschrieben:An Crematory kann man sehr viel nicht gut finden. 
Also, alles 
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