Musikalische Erkenntnis des Tages

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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 28. Dezember 2023, 12:02

Jahreswechsel bedeutet in den Kammern von Nerdistan auch zumeist eine listenbasierte Rückbesinnung des abgelaufenen Jahres. Wenn ich dann sehe, dass ich kein Album mehr als 15 Mal in diesem Jahr gehört habe, komme ich mal wieder zu der Frage, ab welcher Anzahl von Album-Spins man sagen kann, man würde ein Album kennen. In diese Frage spielt sicherlich hinein, wie man Musik hört. Ist man dabei anderwertig beschäftigt oder konzentriert man sich gänzlich auf die Musik.
Ich komme mit 6 Alben im Tagesschnitt auf ein gutes Mittel, muss aber sagen, am besten kenne ich die Alben, die mehrfach beim Autofahren liefen. Während ich am Rechner unterm Kopfhörer konsumiere, entgehen mir Details, was ich beim Erstellen der Jahresendabrechnung für unserer Redaktionspoll mal wieder gemerkt habe. Tolle Alben werden toller, aber oftmals fehlt ein Favoriten-Song. So etwas habe ich bei Alben, die besprochen habe, denn da höre ich intensiver und ohne Ablenkung. Was allerdings trotz deutlich reduziertem Neu-Kauf-Wahn immer noch fehlt ist die Zeit, sich mit einem Album auf den Ohren in den Sessel zu pflanzen und unterm Kopfhörer das Textblatt zu studieren. Die Zeit wäre da, geht aber für das Schauen von Serien drauf. Obendrein fehlt auch manchmal die innere Ruhe fütr so etwas. Irgendwie schade. Geht es Euch ähnlich? Wie, wo, wann hört ihr Musik?
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Nils Macher » Donnerstag 28. Dezember 2023, 12:32

Holger Andrae hat geschrieben:Geht es Euch ähnlich? Wie, wo, wann hört ihr Musik?


Absolut. Die innere Ruhe versuche ich seit einigen Monaten dadurch herbeizuführen, dass ich die lang ersehnten Neuerscheinungen meiner Lieblingsbands direkt auch als Vinyl kaufe und die Erstbelauschung dann im Musikkeller durchführe. Dadurch habe ich bei einigen Alben gleich einen intensiveren Einstieg, der mir früher im Promo-Dopamin-Rausch viel zu oft durch die Lappen ging.

Eigentlich höre ich bei der Arbeit gerne Musik. Bei zuletzt vielen Dienstreisen und 50-80% Anteil von Videokonferenzen ging das oft nicht. Insofern wieder ein Grund mehr, öfter ins Büro zu fahren. Da habe ich pro Strecke ein kurzes bis mittellanges Album intus.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 28. Dezember 2023, 12:39

Ich glaube tatsächlich, dass ich nicht guten Gewissens behaupten kann, eine nennenswerte Anzahl von Alben der letzten 20 Jahre wirklich zu kennen, in dem Sinn, dass ich alle oder nahezu alle Songs irgendwie im Ohr hätte, wie das bei Alben aus den Achtzigern und Neunzigern der Fall ist, die ich gar nicht einlegen muss, um sie vor dem inneren Ohr hören zu können, und das obwohl es durchaus etliche Alben mit hohen zweistelligen Spin-Anzahlen aus denn 2000ern gibt.

Das ist möglicherweise auch gar nicht einmal von der Zahl der Spins abhängig, sondern auch vom Aufmerksamkeitslevel und - natürlich - von der Qualität des Songwritings, die ich tatsächlich in ganz arg vielen Fällen auch heiß und innig geliebter Bands heute zu einem großen Teil schwächer finde als in den jeweiligen Frühphasen der Bands. Die Ausnahmen sind da tatsächlich sehr überschaubar häufig. Es ist dabei zwar auch, aber nicht nur der enteuphorisierende Aspekt auf der Empfängerseite (nicht mehr so begeisterungsfähig, abgeklärt, keine 15 mehr, fehlender biographischer Aspekt), sondern auch auf der Senderseite (Routine, keine 20 mehr, aus Leidenschaft ist Beruf geworden, Zielgruppenorientierung statt kreative Selbstverwirklichung).

Das ist nichts, was ich Bands vorwerfe, und es führt noch nicht einmal dazu, dass ich deren neue Alben nicht mehr mögen würde. Ich gebe da bisweilen trotzdem sehr hohe Wertungen, teils ist da auch heute noch die Zehn drin, und ich höre die Alben auch oft und gerne, aber trotzdem werde ich sie in den allerseltensten Fällen noch so gut kennenlernen können, dass ich echt sagen kann: "Das Album kenne ich [so gut oder fast so gut, wie die Klassiker meiner Stahlvita]!"

Dabei gibt es die Textblatt-Exkurse bei mir schon noch. Dieses Jahr beispielsweise bei der neuen Jag Panzer und der neuen Virgin Steele, weil mich da einfach die Konzepte wahnsinnig interessiert (und in weiten Teilen auch begeistert) haben. Außerdem sind da natürlich noch Cirith Ungol und auch Cruachan. Gerade bei den Letzteren ist sogar der sehr seltene Fall eingetreten, dass eine 30+x Jahre alte Band ein neues Album abgeliefert hat, bei der ich mich ganz ernsthaft frage, ob es nicht wirklich das Beste ihrer Karriere ist.

Es gibt also noch die eine oder andere Band, bei der das mit dem KENNEN noch funktioniert, wobei das nicht einmal so sehr mit der schieren Zahl an Spins zusammenhängt. Es gibt nach wie vor Bands, deren Songwriting einfach für mich so gut funktioniert, dass ich gar nicht anders kann, als deren Songs zu verinnerlichen, einfach weil sie Hooks schreiben, die für meine Ohren geschaffen scheinen. Manowar ist dafür das Idealbeispiel. Egal ob es ein stumpfer Song ist oder ein komplexeres Epos: Einen Manowar-Song muss ich einmal hören, maximal zweimal, und ich vergesse ihn nie wieder. Das ist auch bis heute die einzige Band überhaupt, von der ich ohne Nachhören jeden Song der ganzen Diskographie im Ohr habe und euch was davon vorsingen könnte, oder den Text wenigstens teilweise oder auf Stichwort zitieren bzw. ein Zitat vervollständigen könnte. Das klappt NUR bei Manowar, nicht einmal bei Cirith Ungol, wobei die Band dann ganz knapp dahinter kommt.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Jens Wilkens » Donnerstag 28. Dezember 2023, 12:46

Leider ist mein Verstärker vom Hersteller bewusst so reduziert konstruiert, dass ich keine Kopfhörer anschließen kann. (Für den Plattenspieler brauchte ich auch eine Phonobox.) Das ganz intensive Hörerlebnis fehlt dadurch, denn über den MP3-Player ist es nicht dasselbe.
Das Textblatt, wenn es denn überhaupt eines gibt, lese ich auch nur noch selten. Ich muss mir schon etwas von den Texten versprechen, bei AOR-Süßholzgeraspel oder Rock'n'Roll würde ich die Texte nicht mitlesen wollen. Insofern freue ich mich auch auf die neue ATTIC, da gibt es bestimmt wieder eine interessante Geschichte.
Zum Bügeln oder Spülen läuft hauptsächlich AOR oder Doom (STYX oder BLUE ÖYSTER CULT gehen da auch immer).
Die Tage in der Woche, an denen ich nicht zu Hause bin, sind für Rezensionen reserviert. Da kann ich abends ein Album gleich mehrfach hören.
2023 habe ich nur zwei Alben unter den Neuerscheinungen ca. zwanzig Mal gehört.
Dafür läuft, seit sie hier physisch steht, die letzte CANDLEMASS rauf und runter.
Vinyl lege ich wegen meiner Faulheit generell seltener auf als CDs.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Kenneth Thiessen » Donnerstag 28. Dezember 2023, 13:35

Ein ganz spannendes Thema, dass du hier ansprichst, Holg. Musik hören wir ja sowieso alle, vielleicht nicht im selben Maße, aber, so würde ich meinen, alle mit einem gewissen Anspruch von Tiefgang beim Hören. Als Rauschen nebenbei hört wohl keiner von uns die Musik und doch ist es zum Beispiel bei mir ziemlich selten so, dass ich mich voll und ganz auf die Musik konzentriere, in dem Sinne, dass ich nebenbei zum Beispiel gerade diese Antwort verfasse, etwas für die Uni lese, Dart spiele, Dart schaue (Sport1-Kommentar will ich mir nicht antun), oder was man sonst noch so nebenher tun kann. Dabei steht für mich in der gedachten und gefühlten Hierarchie die Musik über der tatsächlichen Tätigkeit.
Dass ich mich bewusst und hundertprozentig auf die Musik konzentriere passiert bei mir meist Scheiben, die ich für Reviews hören muss oder Alben von Bands, die mir wirklich wichtig sind. Zuletzt war das so richtig mit MEGADETH der Fall, auf deren 2022er-Scheibe ich ein Jahr lang gewartet hatte. Da konnte mich von Durchlauf zu Durchlauf allein die Musik ziemlich gut beschäftigen.

Den von Nils angesprochenen "Promo-Dopamin-Rausch" kann ich ziemlich gut nachvollziehen. Natürlich würde man sich Alben von Lieblingsbands gerne früher anhören, aber dabei geht für mich irgendwie die ganze Spannung verloren. Deswegen bin ich froh, dass ich zum Beispiel entspannt an die neue NECROPHOBIC rangehen kann, in dem Wissen, dass ich keine Rezension dazu schreiben muss. Das führt dann auch zu dem Punkt der intensiven Hörerlebnisse, denn als ich mir die MEGADETH-Scheibe letztes Jahr zum Release-Tag ins Regal stellte, war die Bindung nochmal stärker. Gerade weil man dann direkt etwas in den Händen hatte, im Booklet blättern konnte usw. Zwar habe ich mir danach vorgenommen, das für kommende Releases auch zu machen, habe es danach aber nicht geschafft.
Auffallend fand ich in diesem Jahr aber, dass zwei Scheiben ("Et Hav Av Avstand" und "Crux Simplex"), die ich schon öfter gestreamt hatte, nochmal deutlich in der Spin-Zahl anstiegen, nachdem ich mir sie dann auch physisch geholt habe. Leider habe ich keine wirkliche Statistik darüber gemacht, in welchen Anteilen ich dieses Jahr gestreamt oder CD gehört habe, aber ich denke, dass wohl deutlich mehr in Kategorie 1 fallen würden, da ich einfach vieles noch nicht besitze, was ich gerne höre und da ich auch immer wieder durch ganze Diskographien höre und es da schwer wäre, mir dafür alle Alben physisch anzuschaffen.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 28. Dezember 2023, 13:38

Ich hab gestern Abend einen ähnlichen Gedanken gehabt und mich gefragt, wie sehr mein Top 10 davon abhängig ist, wie oft ich ein Album gehört habe.

Holger Andrae hat geschrieben:Wenn ich dann sehe, dass ich kein Album mehr als 15 Mal in diesem Jahr gehört habe, komme ich mal wieder zu der Frage, ab welcher Anzahl von Album-Spins man sagen kann, man würde ein Album kennen.


Das sehe ich allerdings ziemlich entspannt. Das Jahr dreht sich nicht nur um die Veröffentlichungen in diesem Jahr. Hier zählt für mich die Erstbegeisterung und der Ersteindruck auch eine große Rolle. Ich zum Beispiel, habe ein paar Diskographien durchgehört, mich mit einer Band massiv beschäftigt. Da fällt dann auch das Hören (gefühlt) für die neuen Dinge oftmals weg. Trotzdem habe ich einen Weg gefunden, welches mir das Gefühl gibt, die wenigen Alben die ich aus diesem Jahr gekauft habe so gut zu kennen, dass ich mich wirklich intensiv mit einer Platzierung auseinandersetzen kann und da ist es dann irgendwie völlig wumpe ob ein Album, dass ich 9 Mal gehört habe, vor einem Album liegt, dass ich bspw. 12 Mal gehört habe. Da lass ich dann auch ein wenig Bauchgefühl zu. Mit dem Schreiben, filtert sich dann dementsprechend sogar noch etwas heraus. Ich finde das sogar etwas fokussierter in diesem Jahr. Es sind keine 30 Alben die ich zur Verfügung habe. Ich bekomme nicht einmal eine Top 20 hin. Eigentlich wollte ich mir noch ein paar Alben aus diesem Jahr zulegen. Aber es hätte keinen Platz mehr für eine Top 10. Für den Jahrespoll kann es sein, dass ich die 20 noch voll mache. Aber, dass dann ziemlich unverkrampft.

Ich müsste einmal ausrechnen, was ich am Tag so im Schnitt gehört habe. Gerade am Anfang des Jahres war es ziemlich wechselhaft. Da ist es passiert, dass in einer Woche mal gar nichts lief oder nur eine handvoll Alben. Dann gab es Momente, da liefen an die 12 Alben am Tag. Diese Wechselseitigkeit, könnte spannend im Endergebnis sein.

Bestimmt entgehen mir auch Details, wenn ich am Rechner sitze und währenddessen Musik höre. Aber ich glaube solche Forenspiele, bei denen ich Musik höre und versuche, dass zu beschreiben was ich da höre schon die Konzentration ein bisschen fördert, so dass ich da kaum abgelenkt bin. Ich hatte schon ein paar Momente, an denen ich innegehalten habe, meine Tätigkeit für einen besonders geilen Part, kurz liegen hab lassen. So baue ich mir wahrscheinlich Brücken und lerne Alben und Songs kennen. Außerdem läuft bei mir auch sehr viel Musik über Kopfhörer, wenn ich meine Spaziergänge mache. Das mag für den ein oder anderen ein Unding sein...Natur und so. Aber ich kann da am besten abschalten und mich auf die Musik konzentrieren (und nein, verlaufen habe ich mich dabei noch nie :grins: )
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 28. Dezember 2023, 17:34

Nils Macher hat geschrieben:
Holger Andrae hat geschrieben:Geht es Euch ähnlich? Wie, wo, wann hört ihr Musik?


Absolut. Die innere Ruhe versuche ich seit einigen Monaten dadurch herbeizuführen, dass ich die lang ersehnten Neuerscheinungen meiner Lieblingsbands direkt auch als Vinyl kaufe und die Erstbelauschung dann im Musikkeller durchführe. Dadurch habe ich bei einigen Alben gleich einen intensiveren Einstieg, der mir früher im Promo-Dopamin-Rausch viel zu oft durch die Lappen ging.

Eigentlich höre ich bei der Arbeit gerne Musik. Bei zuletzt vielen Dienstreisen und 50-80% Anteil von Videokonferenzen ging das oft nicht. Insofern wieder ein Grund mehr, öfter ins Büro zu fahren. Da habe ich pro Strecke ein kurzes bis mittellanges Album intus.


Promo-Dopamin: Um diesem entgegen zu wirken, höre ich Promos von Bands, auf die ich besonders heiß bin, erst, wenn ich wirklich Zeit dafür habe. Das führt erstens nicht dazu, plötzlich nur noch ein Album in Dauerschleife zu hören und zweitens, es entsteht schon vorher ein gewisser Spannungspegel, der einer früheren Begeisterung nahe kommt.

Die Variante mit Vinyl ist cool. Ich höre tatsächlich Vinyl bewusster als jede andere Form des Konsums. Wenn ich einmal groß und schlau bin, werde ich verstanden haben, wie ich die Daten vernünftig auch digital verarbeitet bekomme, damit ich solche Musik dann auch mobil weiter hören kann.
Projektplan 2024: Ich werde mich durch alle Alben durch hören, die ich nur auf Vinyl habe. Da die in einem anderen Raum stehen und die CDs eben schneller greiffbar sind, höre ich somit viele Vinyls einfach zu selten (oder gar nicht). Das wird spannend, denn da werden lange nicht gehörte Perlen zum Vorschein kommen.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 28. Dezember 2023, 17:40

Pillamyd hat geschrieben:Ich hab gestern Abend einen ähnlichen Gedanken gehabt und mich gefragt, wie sehr mein Top 10 davon abhängig ist, wie oft ich ein Album gehört habe.

Holger Andrae hat geschrieben:Wenn ich dann sehe, dass ich kein Album mehr als 15 Mal in diesem Jahr gehört habe, komme ich mal wieder zu der Frage, ab welcher Anzahl von Album-Spins man sagen kann, man würde ein Album kennen.


Das sehe ich allerdings ziemlich entspannt. Das Jahr dreht sich nicht nur um die Veröffentlichungen in diesem Jahr. Hier zählt für mich die Erstbegeisterung und der Ersteindruck auch eine große Rolle. Ich zum Beispiel, habe ein paar Diskographien durchgehört, mich mit einer Band massiv beschäftigt. Da fällt dann auch das Hören (gefühlt) für die neuen Dinge oftmals weg. Trotzdem habe ich einen Weg gefunden, welches mir das Gefühl gibt, die wenigen Alben die ich aus diesem Jahr gekauft habe so gut zu kennen, dass ich mich wirklich intensiv mit einer Platzierung auseinandersetzen kann und da ist es dann irgendwie völlig wumpe ob ein Album, dass ich 9 Mal gehört habe, vor einem Album liegt, dass ich bspw. 12 Mal gehört habe. Da lass ich dann auch ein wenig Bauchgefühl zu. Mit dem Schreiben, filtert sich dann dementsprechend sogar noch etwas heraus. Ich finde das sogar etwas fokussierter in diesem Jahr. Es sind keine 30 Alben die ich zur Verfügung habe. Ich bekomme nicht einmal eine Top 20 hin. Eigentlich wollte ich mir noch ein paar Alben aus diesem Jahr zulegen. Aber es hätte keinen Platz mehr für eine Top 10. Für den Jahrespoll kann es sein, dass ich die 20 noch voll mache. Aber, dass dann ziemlich unverkrampft.

Ich müsste einmal ausrechnen, was ich am Tag so im Schnitt gehört habe. Gerade am Anfang des Jahres war es ziemlich wechselhaft. Da ist es passiert, dass in einer Woche mal gar nichts lief oder nur eine handvoll Alben. Dann gab es Momente, da liefen an die 12 Alben am Tag. Diese Wechselseitigkeit, könnte spannend im Endergebnis sein.

Bestimmt entgehen mir auch Details, wenn ich am Rechner sitze und währenddessen Musik höre. Aber ich glaube solche Forenspiele, bei denen ich Musik höre und versuche, dass zu beschreiben was ich da höre schon die Konzentration ein bisschen fördert, so dass ich da kaum abgelenkt bin. Ich hatte schon ein paar Momente, an denen ich innegehalten habe, meine Tätigkeit für einen besonders geilen Part, kurz liegen hab lassen. So baue ich mir wahrscheinlich Brücken und lerne Alben und Songs kennen. Außerdem läuft bei mir auch sehr viel Musik über Kopfhörer, wenn ich meine Spaziergänge mache. Das mag für den ein oder anderen ein Unding sein...Natur und so. Aber ich kann da am besten abschalten und mich auf die Musik konzentrieren (und nein, verlaufen habe ich mich dabei noch nie :grins: )


Ich sehe das entspannter als es hier den Anschein hat. Natürlich spielt das Bauchgefühl eine ziemlich große Rolle beim Erstellen einer Bestenliste. Da sind reine Spin-Zahlen maximal als Anhaltspunkt zu verstehen. Es gibt Musik, die ist sehr stimmungsabhängig und läuft daher vielleicht seltener, sit dafür aber umso intensiver.
Wenn es ein Album oder ein Song schafft, mich aus der anderen Tätogkeit herauszureißen, ist das ein gutes Zeichen. Meist wird das nochmal angehört.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 28. Dezember 2023, 19:50

Dann scheine ich das wohl missverstanden zu haben. Sorry...
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Havoc » Donnerstag 28. Dezember 2023, 20:35

Holger Andrae hat geschrieben:...komme ich mal wieder zu der Frage, ab welcher Anzahl von Album-Spins man sagen kann, man würde ein Album kennen. In diese Frage spielt sicherlich hinein, wie man Musik hört. Ist man dabei anderwertig beschäftigt oder konzentriert man sich gänzlich auf die Musik.
Wie, wo, wann hört ihr Musik?


Wie man Musik hört, spielt da sicherlich auch eine Rolle. Je nachdem was man so nebenher noch macht kann es einem schon mal so gehen, dass ein Album zu Ende ist und man gefühlt eigentlich nicht so richtig viel mitbekommen hat. Oder man merkt plötzlich sogar, dass Song X, den man unbedingt noch mal hören wollte oder auf den man sich gefreut hat, schon vorbei ist. Bei Musik hält sich das aber noch eher in Grenzen als beim Fernseh gucken. Da kann es auch passieren, dass man sich auf einmal fragt, was in den letzten Minuten eigentlich passiert ist. Oder ein Dialog wird spannend....und man spult etwas zurück, da man gar nicht mehr so genau weiß, was die nun gerade alles gesagt haben. Ich bin da echt zu oft zu unaufmerksam unterwegs. Heute noch mehr als früher. Mit den Jahren fällt es einem schon immer schwerer gleichzeitig irgendwelche Dinge zu tun. Naja.

Also am meisten Musik höre ich tatsächlich unter Kopfhörern (und dann immer ganze Alben). Meistens lese ich währenddessen im Internet oder in Zeitschriften.
Ansonsten halt noch im Auto und beim Joggen über MP3. Das ist eigentlich alles eher im intensiveren Bereich...und dennoch ist es wirklich krass, was man so alles
heraushört und wie Musik auf einen wirkt, wenn man einfach nur (im dunkeln) mit Kopfhörern Musik hört und wirklich gar nix nebenher macht. Das ist echt oft ein ganz anderer
Hochgenuss. Sollte man öfters machen. Habe vor den Anteil im kommenden Jahr etwas hoch zu schrauben.
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