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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Jesus » Dienstag 14. Dezember 2010, 01:48
Gerade eben endete meine Konzertsaison für dieses Jahr mit SWANS, die laut eigener Aussage zuletzt vor 26 Jahren in Berlin waren. Man könnte also meinen, ich hätte beinahe mein ganzes Leben auf dieses Konzert gewartet Stellenweise viel rabiater als auf Platte, zudem waren die meisten Songs dermaßen uminterpretiert, dass ich einige nicht sofort erkannt hatte. Das Konzert begann mit einer knapp dreißigminütigen (!) Version des eigentlich nur acht Minuten langen 'No Words/No Thoughts'. Nervzehrend geil und dank zweier Schlagzeuger doppelt heavy. Und diese tonnenschweren Doom-Riffs! Man merkte sehr oft, woher NEUROSIS ihren Einfluss beziehen. Irgendein Komitee des Metals sollte SWANS zur Metalband h. c. erklären. Aber wahrscheinlich sitzt Joey DeMaio in dem Komitee und sagt "nee, also dat geht ja mal gaanich, dat is doch voll die Scheiße hia"... Abgesehen vom durchtrainierten Aryan Ubermensch Christoph "Rapunzel" Hahn hatte ich auch während des ganzen Konzerts immer Angst, dass bei dem heavy Krach einer der sechzigjährigen alten Säcke tot umkippt. Immer wenn Gira hüpfte, rechnete ich schon mit 'nem Hüftbruch. Interessant (oder gerade nicht  ) war auch Gitarrist Norman Westberg, der sich während der ganzen Show gefühlte anderthalb Pikometer bewegte und damit sogar WISHBONE ASHs Bob Skeat unterbot. Ich habe Statuen gesehen, die sich mehr bewegten dank Rotation und Revolution der Erde. Westberg kompensiert irgendwie diese Bewegungen und steht nicht nur still relativ zum Publikum, sondern auch relativ zum Rest des Universum. Was für eine Meisterleistung. Insgesamt sehr gelungen, sehr laut, dank eigenwilliger Neuinterpretation diverser Stücke sicherlich auch einzigartig. Und sehr laut. Damit waren es laut last.fm 24 Konzerte dieses Jahr. Guter Schnitt, oder? Kein Wunder, dass ich so arm bin.
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Jesus
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von Eike » Dienstag 14. Dezember 2010, 13:54
Wow, das liest sich wie der Bericht einer magischen Erfahrung.
Zu Westberg: Geordie von KILLING JOKE ist auch so einer. Der schleicht maximal mal drei Schritte vor, mal drei zurück, als wolle er prüfen, ob da noch Boden unter den Füßen ist, dreht zwischendurch mal das Köpfchen zur Seite, um zu schauen, ob man die Kollegen außer hören auch noch sehen kann, und zündet sich zwischendurch neue Kippen an (wofür er sich aber nicht bewegen muss, man kriegt das nie zu sehen, aber er hat eigentlich immer eine anstecken).
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von Frozen » Sonntag 19. Dezember 2010, 13:24
Ein paar Enttäuschungen blieben leider nicht aus, aber hier mein doch positiver Bericht über meinen neuesten Ausflug and Metal Christmas Festival 2010 in Bern
Lineup: The Sorrow, Sonic Syndicate, Die Apokalyptischen Reiter, U.D.O., Korpiklaani, Frei.Wild, Sabaton
Einlass: 15:35 - 35 Minuten zu spät.
The Sorrow: Offensichtliche, technische Probleme, denn der Aufbau zog sich hin. Sehr lange, denn als um 16:30 noch immer niemand spielte wurde The Sorrow kurzerhand übersprungen. Warum? Keine Ahnung.
SONIC SYNDICATE: Ich werde mich wohl nie mit ihrer Musik anfreunden, aber der Auftritt war nicht übel. Offensichtlich hat die lange Wartezeit der Stimmung keinen Abbruch getan, denn es wurde getanzt und gesungen. Leider erschien es vielen so zu gehen wie mir, dass SONIC SYNDICATE einfach nicht auf einer Wellenlänge liegen. So war die Halle auch noch recht offen, viele hielten sich an den Bars und Essensständen auf. So verabschiedete sich SONIC SYNDICATE ohne Zugabe von der Bühne. Dennoch muss auch ich sagen: Ein guter Auftritt, live deutlich ansprechender als auf den Alben.
DIE APOKALYPTISCHEN REITER: Jetzt wurde Stimmung gemacht. Der Alkoholpegel steigt langsam, die Stimmung ebenso. Bereits bei den ersten Takten von songs wie "Wir sind das Licht" oder dem überragenden "Nach der Ebbe" bildet sich ein Pit von sehr ansehnlicher Grösse. Meine Vorurteile wurden hier klar zerschlagen, denn DAR war ebenfalls nie wirklich mein Ding - Dieser Auftritt war jedoch ein Grund für mich mich näher mit ihnen zu befassen. Fuchs interagierte in fast jeder Pause mit dem Publikum und heizte es so noch mehr an. Kein Wunder wurde nach dem viel zu kurzen Auftritt eine Zugabe gefordert, dem DAR mit einem neuen Song nachkamen - Den Titel oder die Lyrics habe ich leider nicht verstanden, denn die Zuschauer übertönten diese mehrheitlich. Jedoch war auch dieser sehr stark und der krönende Abschluss eines wirklich gelungenen Auftritts. Eine hohe Grenze für alles, was noch kommen wird an dem Abend.
U.D.O. Ich war überrascht, wie viele Teutonen doch an dem Festival waren, doch offensichtlich hat Uns Udo mehr Fans in der Schweiz als ich für möglich gehalten hätte. Wie aus einer Kehle wurde der "Dominator" mitgeschrien. Der kleine Mann zeigte sich einmal mehr als ein ganz grosser. Erwartungsgemäss war die Bildung eines Pits hier eher nicht passend, dafür schüttelten die Zuschauer ihre Matten zu jedem einzelnen Song, überall sah man auch Leute die Luftgitarre zücken. Ein Duell zwischen den beiden Gitarristen heizte die Stimmung noch weiter auf und führte direkt zu einem der grössten Klassiker aus Udo's ACCEPT Zeit. Kann man bei "Metal Heart" still sein? Scheinbar nicht, bereits beim Intro wurde der Chorus vom Publikum geprobt und mit Udo mitgeschrien. Das Solo wurde minutenlang nachgesungen, auch als der Song bereits zu Ende war. Stark. Und U.D.O. hatten noch einen in Petto, und kamen damit den Forderungen diverser Zuschauer nach, die Lautstark nach "Balls to the Wall" verlangten. Sind weitere Worte nötig? U.D.O brachten besten, deutschen Stahl mit und ernteten dafür verdientermassen Anerkennung. Ganz grosse Klasse.
KORPIKLAANI: Jetzt war wieder Party angesagt, tatsächlich waren viele Leute nur für die Finnen an das Konzert gekommen. Als uns Jonne Järvelä mit einer Einladung zum "Vodka" begrüsste, verwandelte sich die Halle in ein Irrenhaus - was keinesfalls negativ war. KORPIKLAANI brachten beste Partystimmung, etwas zu viel für mich, denn zentral in der Halle waren die Kabel des Lichttechnikers, abgedeckt durch zwei Gummi"brücken". Das Gemisch aus Bier und Schweiss machte diese ganz schön rutschig, und so waren Stürze normal - zu meinem Pech traf mich danach auch noch ein Stiefel im Rücken. Starke Geste, er half mir sofort auf und brachte mich zur Sanität. Diagnose: Muskelfaserriss. Autsch. Doch wer jetzt aufgibt hat hier nichts verloren. Also zurück in die Mitte und weitermachen bei der Party. Der Live Tipp mit KORPIKLAANI ist wahrlich etwas wert, und ich glaube das war das erste Mal dass die Vorräume mit den Burgerbuden fast leer waren. Leider wurde inzwischen die Zeit etwas knapp, und so verabschiedeten sich KORPIKLAANI ohne Zugabe, aber mit viel Lob für die geniale Stimmung von der Bühne.
FREI.WILD: Darauf bin ich gespannt, wurde mir doch aus deutschem Freundeskreis immer wieder gesagt wie geil FREI.WILD live sind. Leider dauerte auch hier der Umbau länger als gedacht. Und gleich eins: An der Band lag es nicht, dass ich den Auftritt als den schlechtesten des Abends ansehe. „Allein nach vorn“ oder „Das Land der Vollidioten“ waren echte Kracher, und trotz meinen Schmerzen machte ich gern mit, FREI nach WILD: „Sieger stehen da auf, wo Verliere liegen bleiben“. Leider blieben einige liegen, denn anders als die Band zeigten sich ihre Fans als unnachsichtig bis brutal: Viele drehten sich mit ausgefahrenen Ellenbogen auf Kopfhöhe um die eigene Achse, gefallene wurden teils für den ganzen Song liegen gelassen – sowas ist gefährlich und gehört nicht an ein Konzert. Wenn jemand fällt, hilft man ihm auf und bringt ihn wenn nötig in Sicherheit. Ein Tritt mit einer Schuhsole in die Kniekehle ist ebenfalls verachtenswert. Immer wieder mussten Leute nach den Songs rausgetragen werden. Fast schon waren wir froh, trotz des geilen Auftritts, dass FREI.WILD auch früher aufhören mussten. Die „Fans“ waren jedoch miserabel. Weiteres Beispiel: Ich fange den Drumstick von Föhre, und der Typ hinter mir weiss nichts besseres, als mir eine fadengerade in die Fresse zu geben und mir das Ding aus der Hand zu reissen. Was soll das denn bitte? Einer aus meiner Gruppe verfolgte ihn noch durch die Menge, verlor ihn aber schnell. Sowas gehört nicht an ein Metal Konzert, und es tut mir leid für FREI.WILD, dass ihr Auftritt mir durch solche Idioten ruiniert wurde.
SABATON: Aber allen Rückenschmerzen, Bewegungseinschränkungen, geschwollenen Lippen und blutenden Füssen zum Trotz: Dieses Mal war ich bei Bewusstsein um SABATON zu erleben. Auch hier herrschte wieder Party, jedoch wieder friedlich und rücksichtsvoll. So sind „Ghost Division“ und „Uprising“ auch starke Opener. Wer nun aber getreu der World War Tour „Aces in Exile“ erwartet, wird enttäuscht: Erneut bringen Sabaton auch Live Songs, die sie selten bis nie dargeboten haben. Das noch nie gespielte „White Death“ macht sich dabei hervorragend in der Setliste, und Joakim zeigt sich einmal mehr bestens gelaunt und geladen bis in die Haarspitzen. Auch die bekannten Songs wurden souverän und abwechslungsreich dargeboten, und obwohl man Kracher wie „40-1“ oder „Cliffs of Gallipoli“ kaum schlecht darbieten kann, zeigte mir SABATON einmal mehr, warum ich sie für eine der geilsten Livebands dieser Generation halte. Kritik? Keine. Dieses Mal habe ich SABATON so erlebt, wie ich sie schon in Pratteln gerne gesehen hätte: direkt an der Front, dem Panzer Batallion gegenüberstehend die Fäuste in die Luft werfend.
Top 5 Jahr 20151. ENFORCER - From Beyond 2. VISIGOTH - The Revenant King 3. ARMORED SAINT - Win Hands Down 4. SATAN - Atom by Atom 5. HORACLE - Dead Eyes Revelations MEINE SAMMLUNGCurrent Taste: Traditional Heavy Metal
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 19. Dezember 2010, 19:52
Das mit den Freiwild-Fans habe ich auch schon läuten gehört. Ich weiß nicht mehr, wer vor und nach Freiwild gespielt hat, aber bei dem Gig, den ein Bekannter gesehen hat, sind da auch etliche Spezialisten dadurch aufgefallen, dass sie die beiden flankierenden Bands ausgebuht und deren Auftritte gestört haben. Das ist scheinbar so wie mit den Onkelz: Der Anteil der rücksichtslosen Rabauken ist ein deutliches Bisschen größer als bei anderen Bands.
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von Jesus » Freitag 21. Januar 2011, 09:32
GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR... gestern... geil... immer noch k.o. Zweieinhalb Stunden zwischen einfühlsamen Minimalismus und derbe höhenlastigem Krach. "Leider" sehr viele Leute da, ich mag meine Konzerte eigentlich etwas kuscheliger. Was die Jungs und Mädels, die sich mehr schlecht als recht auf die kleine Bühne zwangen, da hervorzauberten, war absolut magisch. Fazit: Lohnenswert.
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von salisbury » Freitag 21. Januar 2011, 15:58
Ich beneide Dich!
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von salisbury » Samstag 22. Januar 2011, 12:15
Peter und andere Berliner, die Progrock mögen. Heute UNBEDINGT zu GAZPACHO gehen!!! Eine der besten Livebands aus dem Genre!
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von Martin Schneider » Donnerstag 3. Februar 2011, 01:15
Gestern auf dem Neckbreakers Ball in Frankfurt: MILKING THE GOATMACHINE: Hab ich wegen Stau nur die letzten zwei Minuten mitbekommen-die haben wir aber auch gereicht. Die Tiermasken und die Musik haben nicht Lust auf mehr gemacht. MAENEGARM: Absolut langweilig, außerdem ging mir der Geiger auf den Nerv. Wollte mir immer mal ne Scheibe von denen holen-gut dass ich es nicht gemacht hab. EQUILIBRIUM: Besser als früher. Doch leider hat der neue Sänger selbst bei dem kurzen Set schon stimmlich abgebaut. Aber Spaß haben die Bayern schon gemacht. LEGION OF THE DAMNED: Totales Geknüppel, aber schon geil. Das Einzige was man den Holländern vorwerfen kann (außer natürlich dass sie Holländer sind) ist dass sie wenig abwechslungsreich sind. Aber ich fands richtig gut. KATAKLYSM: Haben mal wieder bewiesen dass sie eine geniale Liveband sind. Klasse Auftritt und die Setlist lies kaum Wünsche übrig (Einzig 'The Resurrected' hat mir wirklich gefehlt). Lustig war 'The Ambassador Of Pain', bei dem Max Duhamel sein Doublebass geschrottet hat. Darauf hat dann Maurizio seine Einsätze verpasst und der Song ging ordentlich in die Hose. Nachdem die Drumms dann aber repariert waren, gings wieder weiter und auch mit einem super Sound. Eine Wette hab ich auch gewonnen, denn ich hatte mit nem Kumpel gewettet dass KATAKLYSM noch einmal ne Schippe besser wird als LOTD-was er dann auch zugeben hat 
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von Jhonny » Montag 14. Februar 2011, 12:45
Ich schreibe hier tatsächlich mal was... letzte Woche habe ich erstmals seit 2007 ein Konzert besucht.
Zuerst gab es Pink Cream 69, die einen klasse Sänger hatten, oft aber zu glatt gebügelt waren. Stratovarius danach hatten eine gute Songauswahl, aber der Sänger war mal null in Form. Das hätte sogar ich erkältet so gut singen können. Etwas schade.
Helloween dann waren richtig klasse. Die Zeit verging wie im Flug. Es gab leider nur 3 Songs vom famosen neuen Album, dazu etwa 3 weitere Nummern aus der Deris-Ära - der Rest war von Keeper 1 / 2. Aber: Spaß hat es durchgehend gemacht. Ich hätte mir nur eine mutigere Track-List mit mehr Überraschungen gewünscht (die einzige war wohl die Ballade von Time Of The Oath, damit hatte ich gar nicht gerechnet). Und das neue Album hätte man mit 5 oder 6 Nummern würdigen müssen. Halloween und Keeper Of The Seven Keys hätte man zudem komplett spielen dürfen.
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von Rüdiger Stehle » Montag 14. Februar 2011, 13:04
Wenn du in Kaufbeuren warst, dann haben wir uns verpasst...
Somit auch mein letztes Konzert: Helloween, Stratovarius, PC69
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