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von Havoc » Dienstag 30. April 2024, 23:14
Ich hab jetzt auch noch mal die "Astral Fortress" zum Vergleich laufen lassen. Also die Neue ist ja schon so ziemlich ein Part II dieses Albums...nur mit etwas dünnerer Produktion. Wirklich schlecht ist das Album sicher nicht...und das war wohl auch so erwartbar, aber ich komme nicht umhin, zumindest nach den ersten 5 Durchläufen erst mal zu konstatieren, dass ich doch etwas enttäuscht bin. Selbst wenn man den minimalistischen Ansatz (ich bezeichne es mal so) hinnimmt und Darkthrone für die coolste Truppe des Planeten hält...denke ich trotzdem ein Stück weit, dass das hier irgendwie zu wenig ist. Ich höre das Album bisher zwar auch ganz gerne, aber wenn ich mal so die Liste meiner 18 Darkthrone-Alben durchgehe, dann stelle ich fest, dass ich aktuell kein anderes hierfür hergeben würde. Oder anders gesagt. Ja, es bekommt aktuell von mir noch ziemlich eindeutig die rote Laterne. Fällt mir fast schwer das zu schreiben, aber das Album wirkt selbst für eine Band wie Darkthrone irgendwie etwas lieblos. Eigentlich hatte ich gedacht und gehofft, dass dieses Album noch mal eine richtige Euphorie entfacht und ich mir zeitnah dann auch die restlichen drei Alben holen muss, aber das Gegenteil ist der Fall. Es hat meine derzeitige Darkthrone Leidenschaft eher etwas im Keim erstickt. Tut echt fast weh, das zu schreiben. 
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von Pillamyd » Donnerstag 2. Mai 2024, 11:10
Havoc hat geschrieben:Ich hab jetzt auch noch mal die "Astral Fortress" zum Vergleich laufen lassen. Also die Neue ist ja schon so ziemlich ein Part II dieses Albums...nur mit etwas dünnerer Produktion.
Das ist interessant. Bei den Hörproben klang das in meinen Augen etwas anders. Aber es waren ja auch nur die Schnipsel. Wie gesagt die "Astral Fortress" lief jetzt auch nicht wirklich oft. Aber gespannt bin ich trotzdem, wie das Album auf mich wirkt. Aber ich bremse mich gerade etwas selbst mit dem Kauf. Nicht weil ich keine Lust habe. Habe einfach zu viel zu hören die nächste Zeit. Und es liegen noch ungehört Alben rum.
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von Havoc » Donnerstag 2. Mai 2024, 19:30
Die Wirkung dieses Albums scheint in der Tat sehr unterschiedlich zu sein. Aus Interesse habe ich hierzu auch mal etwas im DF-Thread dazu gelesen. Da gehen die Meinungen auch sehr weit (Langeweile, Uninspiriertheit vs Geile Riffs, wieder heavier etc.) auseinander. Das mag alles irgendwo vielleicht stimmen...aber, dass manche gar von Vergleichen mit "Panzerfaust" etc. sprechen verwundert mich dann schon arg. Das empfinde ich wirklich überhaupt nicht so. Vom Sound und der ganzen Machart her fährt es für mich genau dieselbe Schiene wie die beiden Vorgänger. Nie im Leben wäre ich darauf gekommen hier eines der älteren Werke als Vergleich heranzuziehen. Naja. Obwohl mich das Teil nun wirklich nicht besonders begeistert, so fällt mir dennoch auf, dass ich es trotzdem recht gerne auflege. Wie auch schon die beiden Vorgänger. Trotzdem hoffe ich inständig, dass sie beim nächsten Album irgendetwas Neues bringen...und nicht Teil IV dieser Art.
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von Kenneth Thiessen » Donnerstag 2. Mai 2024, 19:44
Havoc hat geschrieben: Trotzdem hoffe ich inständig, dass sie beim nächsten Album irgendetwas Neues bringen...und nicht Teil IV dieser Art.
Da hoffe ich ganz stark mit! Eine kleinere, neuere Nuance im Sound wäre schon ganz dufte. Aber wohin soll die Band von hier aus gehen, ohne, dass es ein größerer Bruch oder ein Rückschritt wäre? Mein größter Wunsch für die beiden Käuze wäre Anno 2024 aber wahrscheinlich, dass sie die Geschwindigkeit wieder für sich entdecken. So cool und heavy manche der Stücke der letzten paar Alben auch waren, so hat man durch die Mischung von schnelleren und langsameren Songs auf bspw. "Old Star", "Arctic Thunder" oder "The Underground Resistance" schon was tolles geschaffen. Ich verlange ja nicht, dass sie zur absoluten Schwärze von "Sardonic Wrath" oder "Hate Them" zurückgehen, aber solche kleinen, speedigen Ohrwürmer der Marke 'I Am The Working Class' oder 'Canadian Metal' würde ich schon gerne mal wieder von DARKTHRONE hören. Aber nun zurück zu dem, was wir gerade haben: "It Beckons Us All" braucht bei mir noch ein paar mehr Durchläufe für ein Urteil!
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von Havoc » Donnerstag 2. Mai 2024, 20:49
Kenneth Thiessen hat geschrieben:Aber wohin soll die Band von hier aus gehen, ohne, dass es ein größerer Bruch oder ein Rückschritt wäre? Mein größter Wunsch für die beiden Käuze wäre Anno 2024 aber wahrscheinlich, dass sie die Geschwindigkeit wieder für sich entdecken. Ich traue den beiden immer noch zu, dass sie uns positiv überraschen und ihnen was Interessantes einfallen könnte. Mehr Tempo wäre sicher nicht verkehrt. Mal gucken. Aber wird nach nun 21 Alben sicher nicht einfacher.  Naja...aber wie Rüdiger in einem anderen Thread gerade bereits erwähnte...schön, dass es eine Band wie Darkthrone überhaupt noch gibt. Auch wenn die Herren noch gar nicht mal sooo alt sind. Dann lieber noch einen vierten Teil dieser Reihe als kein Album mehr. ...aber solche kleinen, speedigen Ohrwürmer der Marke 'I Am The Working Class' oder 'Canadian Metal' würde ich schon gerne mal wieder von DARKTHRONE hören.
Oh ja. Diese abgedrehte Heavy Phase mit punkiger Schlagseite wird mir eh total unterschätzt und gerne abgetan. Alben wie "Dark Thrones And Black Flags" und "Circle The Wagons" finde ich extrem cool. Die machen irre Spaß. Verglichen damit ist das neue Album echt langweilig. Aber wie ich selbst schon sagte...man sollte es vielleicht auch nicht mit älteren Werken der Band vergleichen. Aber wie das bei uns Fans so ist...man tut es halt doch. 
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 2. Mai 2024, 22:00
Zum DFF-Bezug, wo ich auch gerade gepostet habe, ja, es ist immer wieder interessant, dieses Für und Wider, bei jeder neuen Scheibe. Vom "langweiligsten Album aller Zeiten" bis zum "besten Werk seit ..." und gerne genommen auch "seit .... völlig uninteressant" ist dorten stets jede Meinung vertreten.
Für mich ist ja längst entschieden, dass die beste Darkthrone einfach immer die ist, die gerade läuft. Hab das hier schon öfters gesagt, dass die beiden in einer Weise auf meiner Wellenlänge funken, wie das nur bei ganz wenigen Bands der Fall ist (Manowar, Cirith Ungol, Bathory). Sprich, egal wie sie sich drehen und wenden, sie treffen immer meinen Nerv. Grimmig oder nicht? Keine Ahnung... natürlich nicht grimmig-kalt wie "Under A Funeral Moon", "Transilvanian Hunger" und "Panzerfaust". Da bin ich bei dir @Havoc, dass das vom Gesamtbild her schon neuzeitliches Darkthrone-Schaffen ist. Aber so weit weg auch wieder nicht von der letzteren ist es in punkto Riffs und Songwriting auch nicht, da hat der Peter Ott drüben schon irgendwo recht.
Ich höre auf der Platte aber sehr viele Einflüsse heraus, die sich im Übrigen alle auf Bands beziehen, die ebenso zu 100% meinen Nerv treffen. Das ist natürlich zuvorderst Celtic Frost, aber nicht nur. Darkthrone ist auf dem Album für mein Empfinden einiges melodischer, zugänglicher unterwegs als die ollen Helvetier auf den meisten ihrer Werke. Die Doom-Schlagseite ist auch wieder sehr präsent, wie schon eine ganze Weile, wobei ich da vor allem die Doom-Interpretation von Saint Vitus im Ohr habe. Daneben muss ich auch immer wieder mal bei einzelnen Riffs und Rhythmusfiguren an Cirith Ungol oder Manilla Road denken.
Produktion ist super. Riffing auch. Weiter Fanboy. Gut so.
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von Havoc » Donnerstag 2. Mai 2024, 23:47
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Für mich ist ja längst entschieden, dass die beste Darkthrone einfach immer die ist, die gerade läuft. Hier läuft gerade "Arctic Thunder"...ja...in der Tat könnte das ihre beste Scheibe sein. Nee. Im Ernst. Den Ansatz verstehe ich...und er ist bei dieser Band sicher nicht der schlechteste. Wo ich dieses Album hier gerade so höre...die macht ja mal so deutlich mehr Bock als die Neue. Das ist grad schon auffällig. Egal. Lassen wir das. Mein ewiger Favorit ist tatsächlich aber wohl auf ewig übrigens die "A Blaze In The Northern Sky". Weiter Fanboy. Gut so.
Ja. Das bleibe ich auch. Schlecht ist die Neue ja auch nicht. Das wirft nun nicht alles um. 
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von Rüdiger Stehle » Freitag 3. Mai 2024, 00:02
Havoc hat geschrieben:Mein ewiger Favorit ist tatsächlich aber wohl auf ewig übrigens die "A Blaze In The Northern Sky".
Haha, soll ich meiner eben getätigten Aussage untreu werden? Ich denke, die ersten fünf Alben sind allesamt wirkliche Manifeste, bei denen zur musikalischen Klasse eben auch der musikhistorische Impact und die biographische Prägung dazu kommen, so dass ich da dann trotz meiner Aussage, dass die Beste immer die ist, die gerade läuft, schon klar sagen muss, dass die Dinger - ja, alle Fünfe - einfach schon nochmal in einer anderen Sphäre schweben. Die "Soulside Journey" ist zugleich ein urtypisches Peaceville-Album wie eben auch eines der großartigsten Werke des düster-atmosphärischen, satanischen Death Metals. Da passt alles. Die "A Blaze In The Northern Sky" ist dann genau das. Die - ich sagte es schon öfters - letzte große Supernova der Metalgeschichte. Dieser Paradigmenwechsel, den sie symbolisiert, für die Band, für die norwegische Musikgeschichte, für die ganze extreme Metalszene, ist unfassbar. Die "Under A Funeral Moon" perfektioniert die nordische Interpretation des Black Metals im Bathory-Fahrwasser und bricht vollends mit den Death-Metal-Roots. Die "Transilvanian Hunger" lotet die Extreme vollends aus und definiert in alle Ewigkeit den Necro-Sound, den aufs Letzte reduzierten Sound, den puren musikalischen Nihilismus. Die "Panzerfaust" inkorporiert wie kein anderes Werk den Celtic-Frost-Einfluss der zweiten Welle und war der Kickstarter von Moonfog und der neuen, post-Mayhem/Burzum-Black-Metal-Kultur in Norwegen. Das ist einfach alles Geschichte pur. Müsste ich mich auf eins festlegen, von den Fünfen, wäre es wohl die "Transilvanian Hunger" einfach weil es nicht extremer, purer, reduzierter, essentieller geht.
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von Havoc » Freitag 3. Mai 2024, 00:10
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Die "Soulside Journey" ist zugleich ein urtypischen Peaceville Album wie eben auch eines der großartigsten Werke des düster-atmosphärischen, satanischen Death Metals. Da passt alles. Müsste ich mich auf eins festlegen, von den Fünfen, wäre es wohl die "Transilvanian Hunger" einfach weil es nicht extremer, purer, reduzierter, essentieller geht.
Erstere fehlt mir noch...zweitere hatte ich ja mal verkauft. Ich denke hauptsächlich wegen dem Sound. Aber ich muss mir die echt noch holen...sowie auch das letzte im Bunde "Goatlord". Alles andere habe ich. Vielleicht könnte ich dann auch mal ne echte Reihenfolge entwerfen...ist so ja blöd mit nur 18 Stück. Aber dich muss ich sicher nicht davon überzeugen, dass es Sinn machen könnte hier (oder überhaupt bei einer Band) komplett zu sein. 
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von Rüdiger Stehle » Freitag 3. Mai 2024, 00:17
Jo, das sicherlich nicht. Müsste mal durchzählen, bei wie vielen Bands ich eine (auf Studioalben-Ebene) komplette Sammlung habe. Ich schätze mal bei 300-400... natürlich inklusive, derer, von den denen es nur 1-2 Alben gibt. Ist halt mein Steckenpferd, "ganz oder gar nicht" zu sammeln.
Aber ich denke, dass Darkthrone schon eine gute Band ist, um sie komplett zu sammeln, da die Truppe einfach alle Hauptkriterien mitbringt, die es sinnvoll erscheinen lassen, auch eine umfangreiche Diskographie zu komplettieren:
- die musikhistorische Wichtigkeit - die enorme stilistische Bandbreite und die kreative Entwicklung - den Anspruch an sich selbst, immer das zu machen, worauf man Bock hat - eine trotz der Stilmodifikationen unverkennbare, einzigartige Handschrift - keine wirklichen Einbrüche in Sachen Qualität, auch wenn nicht jeder jede Scheibe mögen kann
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